Solarwärme gehört die Zukunft

11.05.2011 | Berlin
Solarthermie-Experten diskutieren ab heute auf dem Otti-Symposium über Neuentwicklungen. Branche rechnet mit Marktbelebung. 88 Prozent der Bundesbürger sind laut Umfrage bereit, für solare Zukunft aktiv zu werden

Welche zukunftsweisenden Entwicklungen im Bereich der Sonnenkollektoren gibt es? Wie können Solaranlagen in konventionelle Heizsysteme integriert und mit Wärmepumpen kombiniert werden? Fragen wie diese sowie Detailinformationen zur Entwicklung, Errichtung und Erprobung eines Photovoltaik-Hybridkollektor-Systems, zu hocheffizienten Flachkollektoren, oder auch zur Bewertung und Optimierung von solarthermischen Anlagen - über diese und zahlreiche weitere Themen diskutieren rund 450 Fachteilnehmer auf dem diesjährigen Otti-Symposium in Bad Staffelstein, darunter der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar), Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros; Systemanbieter und Komponentenhersteller, Energieberater, Stadtwerke, Behörden, Hochschulen und Universitäten. Zum inzwischen 21. Mal geht es vom 11. bis 13. Mai auf der führenden deutschen Anwendertagung um neue Entwicklungen in der Solarthermie.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: "Heute sind gut 1,5 Millionen Solarheizungen in Deutschland in Betrieb, mit denen im vergangenen Jahr über eine Million Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid eingespart werden konnte." Nach gemeinsamen Zahlen von Bundesverband Solarwirtschaft und Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. ist der Solarkollektorabsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent gestiegen. Geschäftslage, -klima und -erwartung haben seit Jahreswechsel deutlich angezogen, sodass die meisten Unternehmen ein sonniges 2011 erwarten.

"Vor dem Hintergrund eines gewaltigen Sanierungsstaus in deutschen Heizungskellern und weiter steigenden Energiepreisen muss der Umstieg auf Erneuerbare Energien insbesondere im Wärmesektor weiter angeheizt werden", so Körnig. Neue Chancen für die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen erhofft sich der Verband durch die Ereignisse in Fukushima, die die Notwendigkeit des zügigen Ausbaus Erneuerbarer Energien vor Augen führten.

"Schon jetzt gibt es attraktive Anreize für die Investition in Solarwärme. Zur Verstetigung der Mittel und damit des Ausbaus fordern die EE-Wärmeverbände und der BSW-Solar gemeinsam ein Wärmeprämienmodell, steuerliche Anreize für Investitionen in Erneuerbare Energien und Wärmegesetze auf Länderebene" so Körnig. Durch das Prämienmodell könne der Wärmesektor seinen Umbau künftig selbst finanzieren und werde unabhängig von schwankenden Subventionen aus dem Bundeshaushalt, so Körnig weiter. Demnach würden Importeure und Großhändler fossiler Brennstoffe pro verkaufter Einheit Öl oder Gas eine Erneuerbare-Energien-Prämie als Umlage zahlen. Mit diesen Einnahmen würden regenerative Heizungen gefördert werden und die Zahlung liefe nicht über den öffentlichen Haushalt.

Bis Ende März wurden den Ergebnissen der Absatzstatistik von BSW-Solar und BDH zufolge rund 162.900 Quadratmeter Solarthermie-Kollektorfläche abgesetzt und damit etwas mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit weiteren positiven Impulsen für den Markt rechnet der BSW-Solar durch die bis Ende dieses Jahres befristete Erhöhung der Basisförderung für Solarkollektoren von 90 auf 120 Euro/Quadratmeter.

Inzwischen nutzen bereits mehr als sechs Millionen Privatpersonen in Deutschland Solarenergie, um ihre eigene Wärme bzw. ihren eigenen Strom umweltfreundlich mit Hilfe der Sonne zu erzeugen. Und laut einer aktuellen Studie (Infratest dimap / 2011) sind sich die Bürgerinnen und Bürger über die Energieversorgung der Zukunft einig: 90 Prozent der Befragten wünschen ihren Kindern oder Enkeln eine Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien. 88 Prozent der Bundesbürger sind bereit, für den Ausbau der Erneuerbaren Energien aktiv zu werden bzw. sind es bereits.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) e.V.

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