Bücherregal selber bauen

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Wer viele Bücher zu Hause hat, kennt das Problem: die Wände stehen voll und es fehlt der nötige Stauraum, um die Lieblingswerke unterzubringen. Ist noch etwas Platz in den eigenen vier Wänden vorhanden, kann sich die Suche nach einem passendem Regal sehr schwierig gestalten; so scheitert ein Kauf meist an den falschen Maßen oder dem als unschön empfundenen Design. Warum nicht einfach selbst in die Werkzeugkiste greifen und ein eigenes Bücherregal bauen?

Ohne komplizierte Holzverbindungen ist dies auch für Anfänger möglich. Zudem kann es nach den eigenen Vorlieben gestaltet werden und passt durch seine Schlichtheit optisch in jeden Raum. So kann es beispielsweise auch im Kinderzimmer aufgestellt werden und als Stauraum für Spielsachen dienen. Das fertige Regal umfasst eine Höhe von 78,1 Zentimetern, die Breite beträgt 104,2 Zentimeter sowie die Tiefe 35 Zentimeter. Der einfache Aufbau ermöglicht jedoch eine Anpassung an die Gegebenheiten der Wohnung. Durch die niedrige Höhe besteht der Vorteil, dass das Regal nicht zwangsweise an der Wand stehen muss sondern auch sehr gut innerhalb eines Raumes, beispielsweise am Bettende, platziert werden kann. Das Regal kann aus Massivholz angefertigt werden und verfügt über einen Regalboden sowie über angeleimte Zierleiste.

Um den einfachen Nachbau zu gewährleisten, werden im Folgenden die notwendigen Werkzeuge und Materialien sowie die einzelnen Handgriffe Schritt für Schritt erklärt.

Um das Regal bauen zu können, wird folgendes Werkzeug benötigt:

  • Schraub- oder Klemmzwingen
  • einen Zollstock oder ein Bandmaß
  • einen Anschlagwinkel
  • eine Wasserwaage
  • einen spitzen Bleistift
  • eine Hilfsvorrichtung für Taschenbohrungen
  • einen Akkuschrauber mit Bits
  • Pinsel oder eine Spritzpistole

Das Bücherregal besteht aus insgesamt sieben Holzbrettern mit unterschiedlichen Maßen. Ein Holzbrett, das später den Deckel des Regals bildet, sollte 21 x 350 x 1042 Millimeter groß sein. Die Seitenwände werden aus zwei Holzbrettern mit den Maßen 21 x 350 x 760 Millimetern gebaut. Zwei weitere Holzbretter (21 x 329 x 1000 Millimeter) bilden die beiden Regalböden. Die Rückwand wird ebenfalls aus zwei Holzbrettern mit den Maßen 21 x 380 x 1000 Millimetern gefertigt. Darüber hinaus werden für den Regalbau noch Holzleim, Holzlasur, 2,10 Meter Profilleisten (16 x 16 Millimeter) für die Regalbodenverkleidung sowie 1,80 Meter Sockelleisten (16 x 40 Millimeter) und Holzschrauben (3,5 x 40 Millimeter) gebraucht.

Um die Arbeit zu Hause zu erleichtern, können die Holzteile bereits im Baumarkt auf die richtigen Maße zugeschneidet werden lassen. So müssen in der hauseigenen Werkstatt nur noch die Verbindungen getätigt werden. Diese bleiben durch sogenannte Pocket Holes (Taschenbohrungen) unsichtbar. Die Technik ist durch die Anwendung von Schablonen einfach zu handhaben und kann somit auch von Anfängern schnell erlernt werden. Auf diese Art und Weise wird der Regalkorpus mit den entsprechenden Holzbrettern gebaut. Dabei ist darauf zu achten, dass die Seitenwände und der Deckel bündig an den Außenkanten aneinander stoßen, während der untere Regalboden vier Zentimeter versetzt angebracht wird, das heißt er schließt bündig mit der Vorderseite des Bücherregals ab.

Im nächsten Schritt werden der mittlere Regalboden sowie die Rückwand angeschraubt. 39 Zentimeter unterhalb des Regaldeckels wird der mittlere Regalboden angebracht. Anschließend werden die beiden Bretter, die die Rückwand bilden sollen, befestigt. Dies sollte problemlos möglich sein, da die Tiefe des mittleren und unteren Regalbodens so gewählt wurden, dass sie bündig mit dem Regalkorpus abschließen und dies auch in der Holzstärke der Rückwand berücksichtigt wurde. Zunächst wird das untere Brett der Rückwand angebracht, das, im Gegensatz zum unteren Regalboden, bündig mit dem Regalrahmen abschließen sollte.

Im nächsten Schritt kann das obere Brett befestigt werden. Die Holzbretter werden dabei lediglich an den Seiten mit Schrauben am Rahmen befestigt und treffen auf der Höhe des mittleren Regalbodens aufeinander. Von vorne ist nicht erkennbar, dass es sich um zwei getrennte Bretter handelt. Es besteht auch die Möglichkeit, eine durchgehende Platte zu verwenden, wie beispielsweise Holzfaserplatten oder auch Sperrholz. Dies ist wesentlich günstiger, muss optisch jedoch gegenüber das Massivholz einbüßen.

Wichtig ist: bei allen Arbeiten müssen die Werkstücke in einem rechten Winkel aufeinander treffen. Hierfür ist der Anschlagwinkel ein gutes Hilfsmittel. Bei den Pocket Holes muss darauf geachtet werden, dass die Schrauben in den richtigen Maßen gekauft und nicht zu tief eingedreht werden, da das Holz sonst gespaltet wird oder die Schraube durchstößt. Eine höhere Stabilität des Materials kann durch die Verwendung von Holzleim erzielt werden. Dazu sollte der Leim unmittelbar vor dem Zusammenschrauben dünn auf die Auflageflächen aufgetragen werden. Dabei muss stets auf die Verarbeitungszeit des verwendeten Holzleims geachtet werden.

Nun können die Zierleisten montiert werden. Dazu werden zunächst die Sockelleisten mit einer Kapp- und Gehrungssäge auf Gehrung geschnitten. Anschließend können diese am Regal angebracht werden. Wer seinem Bücherregal eine romantische Optik verleihen möchte, kann zusätzlich Profilleisten an den Regalbrettern anleimen.

Im nächsten Schritt wird das Bücherregal lasiert. Dazu sollte der Boden großflächig abgedeckt und das Regal mit Holzkeilen erhöht positioniert werden. Die Lasierung kann entweder mittels einer Sprühdose beziehungsweise einer Spritzpistole oder mit dem Pinsel vorgenommen werden. Bei der Verwendung eines Pinsels sollte immer mit der Maserung gestrichen und die Lasierung an einem Stück vollzogen werden, um unschöne Übergänge zu vermeiden. Nun ist das Bücherregal fertig und kann an einem beliebigen Platz innerhalb der eigenen vier Wände aufgestellt werden.


Bildnachweis: © morguefile.com – phaewilk

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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