Dachgeschoss ausbauen: Ideen für neue Wohnbereiche

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Ganz schön clever: Das Dachgeschoss ausbauen und so den vorhandenen Raum besser ausnutzen!

Wenn das Dachgeschoss zum Wohnbereich ausgebaut wird

Im Haus ist jedes Zimmer belegt, doch man wünscht sich einen Rückzugsort für das Hobby? Der Spitzboden bietet erstaunliche Möglichkeiten. Wenn man es richtig angeht, lässt sich das oberste Geschoss mit den Schrägen sehr gut ausnutzen, und zwar nicht nur für Kinder.

Allerdings sollten sich die Haus- und Wohnungsbesitzer mit den wichtigen Randbedingungen auskennen, bevor sie den ungenutzten Raum ausbauen und nutzbar machen. Je nachdem, wie umfangreich das Projekt wird und was man in Eigenleistung schafft, können hohe Kosten anfallen. Zudem gibt es gewisse Vorschriften, die beim Bauen unbedingt beachtet werden müssen. Dabei geht es um tragende Wände, Fensteröffnungen und die Grundfläche. Im Folgenden sollen die vielzähligen Planungspunkte genauer betrachtet werden.

Bei der Auswahl der Trittschalldämmung sollte man die Funktionseigenschaften der Materialien im Blick behalten und daran denken, dass ein hoher Bodenbelag die Raumhöhe verringert. (#01)

Bei der Auswahl der Trittschalldämmung für den Dachausbau, sollte man die Funktionseigenschaften der Materialien im Blick behalten und daran denken, dass ein hoher Bodenbelag die Raumhöhe verringert. (#01)

Grundsätzliche Überlegungen bei der Planung des Dachausbaus

Noch vor der Planung sollte man sich Gedanken über die zukünftige Nutzung des Dachbodens machen, den man ausbauen will. Als Fachprofi kann man einen Architekten oder einen erfahrenen Handwerker um Hilfe bitten, um die wichtigsten Fragen zu besprechen:

  • Welche Ausbaumöglichkeiten bietet die aktuelle Dachform?
  • Wie lässt sich eine gute Wärmedämmung einbauen?
  • Ist für den Ausbau des Dachbodens eine behördliche Genehmigung zu beantragen?
  • Sind einige Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen?
  • Kann man eventuell Fördermaßnahmen beanspruchen?

Die Fachleute führen in diesem Zusammenhang eine Prüfung der Bausubstanz durch und stellen fest, ob der Ausbau überhaupt durchführbar ist. Eventuell kann jetzt schon eine erste Kostenschätzung vorgelegt werden.

Die Vorschriften zum Dachgeschoss ausbauen

Typischerweise handelt es sich bei dem Dachboden, den man ausbauen möchte, um einen Spitzboden unter einem Pult- oder Satteldach. Ein solcher Spitzboden ist im Grunde genommen ungeeignet für Wohnzwecke, da die lichte Höhe bei maximal 1,80 m liegt. Damit er zum erweiterten Wohnraum umfunktioniert werden kann, sind bestimmte Anforderungen zu erfüllen. In den Landesbauverordnungen ist eine Grundfläche von mindestens 8 m² vorgeschrieben, bei einer lichten Raumhöhe von 2,3 m. Zudem müssen die Fensterflächen groß genug sein und mindestens 1/8 der Bodenfläche haben.

Wichtig ist auch die Beständigkeit von Wänden und Stützen. Im Einfamilienhaus ist eine feuerhemmende Ausführung erforderlich, in Mehrfamilienhäusern ist Feuerbeständigkeit vorgeschrieben. Des Weiteren muss es zwei Rettungswege geben, von denen einer über die Treppe geht und der andere typischerweise über ein Fenster, das in der Diagonale etwa 1 m misst.

Dachgeschoss ausbauen selbst ist der Mann (#03)

Dachgeschoss ausbauen selbst ist der Mann (#03)

Braucht man eine Genehmigung für den Dachausbau?

Wenn das Dachgeschoss nicht zum Wohnraum zählt und auch nicht als solcher angemeldet ist, mus man beim örtlichen Bauamt eventuell eine Genehmigung beantragen. In den deutschen Bundesländern gelten unterschiedliche Bauvorschriften, doch für die folgenden Baumaßnahmen besteht auf jeden Fall eine Genehmigungspflicht:

  • Veränderung der Dachfläche (beispielsweise durch Gauben oder Dachterrassen),
  • Anpassung der Dachneigung,
  • Erweiterung der ursprünglichen Geschossflächenzahl (Festlegung der Grundfläche im Dachgeschoss).

Wenn es sich um einen Spitzboden mit maximal 1,80 m Raumhöhe handelt, darf hier kein ständiger Aufenthaltsraum vorhanden sein. Trotzdem lohnt sich das Ausbauen, wenn man einen vorübergehenden Rückzugsort schaffen oder lediglich den Stauraum nutzen möchte.
Bei einem Spitzboden mit nur 1,50 m Raumhöhe braucht man keine Baugenehmigung, da es sich hier nicht um einen Wohnraum handelt. Es schadet aber nicht, beim Bauamt nachzufragen, ob man eine Baugenehmigung braucht.

Die baulichen Voraussetzungen des Dachbodens

Vor dem Ausbauen des Dachbodens ist ein genauer Check der baulichen Umgebung erforderlich. Dabei geht es um die Konstruktion und Eindeckung vom Dach, um das Mauerwerk sowie um den Schornstein. Die Dachkonstruktion muss eine gute Tragfähigkeit haben, lückenlos und trocken sein. Weder Schädlinge noch Fäulnis dürfen vorhanden sein. Eine genaue Prüfung auf Feuchtigkeitsschäden, Risse und ähnliche Schwachstellen wird durchgeführt, um festzustellen, ob ein Dachausbau möglich ist.

Auch die vorhandenen Leitungen sollten kontrolliert werden. Wenn es im Dachboden noch keine Leitungen und Leerrohre gibt, erhöhen sich die Kosten für den Ausbau enorm. Zudem muss man mehr Zeitaufwand einkalkulieren. Wenn es sich nur um einen kleinen Spitzboden handelt, kann man jedoch auf einen extra Heizkörper verzichten.

Um die Kosten des Dachausbausgering zu halten, lässt sich beim Bauen viel in Eigenleistung erledigen. (#02)

Um die Kosten des Dachausbaus gering zu halten, lässt sich beim Bauen viel in Eigenleistung erledigen. (#02)

Unverzichtbar im Dachgeschoss: Die Dämmung

Direkt unter dem Dach wird es im Sommer richtig heiß und im Winter knackig kalt. Darum darf man bei der Wärmedämmung nicht zu geizig sein. In der Energieeinsparverordnung werden die Dämmwerte geregelt, wobei es für Ein- und Mehrfamilienhäuser unterschiedliche Grenzwerte gibt. Außerdem unterscheidet die Verordnung zwischen Wohn- und Stauraum. Für den individuellen Fall ist also eine genaue Prüfung erforderlich. Für die Wärmedämmung gibt es drei Möglichkeiten: auf, zwischen oder unter den Dachsparren.

Auch die Trittschalldämmung spielt eine Rolle, wenn man das Dachgeschoss ausbauen will. Sonst hört man im Stockwerk darunter jeden Schritt. Abhängig von der Größe des Spitzbodens verlegt man OSB-Platten oder Bretter. In einigen Fällen kann sogar Estrich sinnvoll sein. Bei der Auswahl der Trittschalldämmung sollte man die Funktionseigenschaften der Materialien im Blick behalten und daran denken, dass ein hoher Bodenbelag die Raumhöhe verringert.

Dachgeschoss ausbauen: Dachfenster bringen Licht ins Dachgeschoss

Wenn der Dachboden bisher nicht genutzt wurde, ist oft noch kein Fenster vorhanden. Ein Giebelfenster sorgt für Helligkeit und kann außerdem als Rettungsfenster dienen. Damit hat man schon einmal die Brandschutzauflagen erfüllt. Bei einer Komplettverglasung des Giebels kommt noch mehr Licht hinein, allerdings braucht man bei der Planung von größeren Glasflächen die Beratung eines Statikers.

Mit Dachflächenfenstern wählt man eine etwas einfachere Lösung, doch auch hier gibt es feste Vorschriften. Wenn die Unterkante relativ niedrig ist, braucht man möglicherweise ein Geländer. Zudem sind die Sparren zu berücksichtigen. Wenn diese für das Einsetzen der Fenster gekappt werden müssen, ist eine Stabilisierung erforderlich.

Die eingesetzten Dachfenster sorgen zwar für viel Licht, doch damit kommt auch viel Wärme hinein. Eventuell lohnt es sich, Sonnenschutzglas oder eine Spiegelfolie zu verwenden. Ansonsten kann man aber auch Rollos oder Plissees als Sonnenschutz einsetzen. So wird das Dachgeschoss zu einem tollen Ort für Entspannungspausen oder für kreative Stunden.

Mit schönen grünen Zimmerplanzen, wird das Dachgeschoss zur Wohlfühloase (#04)

Mit schönen grünen Zimmerplanzen, wird das Dachgeschoss zur Wohlfühloase (#04)

Welche Treppe ist die richtige?

Zum Dachausbau gehört eine passende Treppe. Wenn das Dachgeschoss nur selten benutzt wird, reicht eine Klapp-Treppe aus. Doch wenn man den Spitzboden richtig ausbauen will, sollte man eine feste Treppe integrieren und den Raum dauerhaft zugänglich machen. Zu der Treppe nach oben gehört auf jeden Fall ein Brüstungsgeländer auf dem Dachboden. Es dient nicht nur zum Festhalten, sondern sorgt auch dafür, dass man die Treppenöffnung nicht übersieht.

Es gibt verschiedene Arten von Treppen, die für den Dachausbau infrage kommen. Die meisten Bauherren suchen nach einer platzsparenden Treppe:

  • Die Raumspartreppe hat wechselseitige oder sehr schmale Stufen,
  • die Spindeltreppe ist einläufig und windet sich wie eine Spirale um den Mittelpfosten,
  • die einklappbare Treppe lässt sich bei Bedarf ganz aus dem Weg räumen, wenn niemand auf dem Dachboden ist.

Je nachdem, ob der Spitzboden dauerhaft benutzt wird oder nicht, gibt es weitere baurechtliche Vorschriften zur Breite der Treppenstufen und zur Grundfläche der Treppe.

Dachgeschoss ausbauen: Was kostet der Ausbau vom Dachgeschoss?

Wer sein Dachgeschoss ausbauen möchte, der braucht nicht nur den passenden Bauplan, sondern auch eine Kostenaufstellung. Wenn das Dach schon etwas älter ist, können sich die Kosten durch vorhandene Bauschäden deutlich erhöhen. Möglicherweise muss eine Dachsanierung durchgeführt werden. Oft lohnt es sich, die baulichen Veränderungen gleich zusammen mit den Sanierungsmaßnahmen zu planen, um die Kosten zu begrenzen. Auch der Vergleich von mehreren Anbietern ist lohnenswert, denn teilweise gibt es große Preisunterschiede. Die Referenzen der Handwerksbetriebe sollte man dabei ebenfalls im Blick behalten, damit die Leistungsqualität auch stimmt.

Um die Kosten gering zu halten, lässt sich beim Bauen viel in Eigenleistung erledigen. Vor allem gewiefte Heimwerker können ihr Dachgeschoss selbst ausbauen. Und auch Laien helfen bei der Dämmung mit. Für die schwierigeren Arbeiten wie Fenstereinbau, Verlegen von Stromkabeln und bauliche Veränderungen beauftragt man jedoch lieber die Fachleute.


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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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