Doppelhaushälfte vs. Reihenhaus: Vor- und Nachteile

0

Das Einzelhaus ist zu teuer? Eine gute Alternative ist eine Doppelhaushalte oder das Reihenhaus. Die wichtigsten Vor- und Nachteile beider Wohnformen im Überblick.

Doppelhaushälfte vs. Reihenhaus: Angespannter Wohnungsmarkt Grund für erhöhte Nachfrage

Der Wohnungsmarkt ist momentan angespannt. Vor allem in den Metropolen sind freistehende Einfamilienhäuser für Normalverdiener unerschwinglich geworden. Eine beliebte Alternative und für viele Haushalte gerade noch finanzierbar sind die Wohnformen Doppelhaushalte oder Reihenhaus. Was zeichnet diese Hausvarianten aus und wo liegen Unterschiede?

Relevanter Punkt: Die Grundfläche. Einfamilienhäuser benötigen etwa 400 Quadratmeter, während eine Doppelhaushälfte mit 250 bis 300 Quadratmeter auskommt und das Reihenhaus sogar nur mit 160 bis 200 Quadratmeter. Das Reihenhaus ist also preislich am günstigsten, zumal durch gemeinsame Wände und die Organisation einer Baustelle für viele Reihenhäuser die Kosten weiter gesenkt werden können. Sparfüchse wählen also am besten das Reihenhaus. Ob sich die Mehrkosten für die Doppelhaushälfte lohnen, hängt immer auch vom Einzelfall ab.

 Häufige Streitereien im Doppelhaus

Das Doppelhaus zum Beispiel wirkt wie ein Einzelhaus, ist aber durch zwei Eingänge voneinander getrennt. Die Besitzer „hocken“ trotzdem sehr nah beieinander. Meist teilen sie sich ein größeres Grundstück. Und weil nur zwei Partien anwesend sind, fokussieren sich Konflikte stärker als in Reihenhäusern mit vielleicht 6, 7 oder mehr Wohnungen und Haushalten. Häufiger Lärm ist deshalb auch Anlass für viele Nachbarschaftsstreitigkeiten. Eine Lösung kann sein: Mehr Schallschutz durch eine verbesserte Dämmschicht. Oft liegen Schlaf- oder Wohnzimmer nämlich direkt an der Wand des Nachbarn. Probleme im Zusammenleben vervielfachen sich dann.

Es gibt auch moderne Varianten von Reihenhäusern. (#1)

Es gibt auch moderne Varianten von Reihenhäusern. (#1)

 Doppelhaushälfte vs. Reihenhaus: Das Reihenendhaus als schöne Alternative

Reihenhäuser teilen sich hingegen in mindestens 3 Wohnparteien auf, welche nah aneinander gebaut sind um im hinteren Bereich in der Regel über einen kleinen Garten verfügen. Dieser ist aber besser abgegrenzt als im Doppelhaus, meist ist mehr Privatsphäre drin. Außerdem ein Charaktermerkmal dieser Form: Das Reihenendhaus, welches nach drei Seiten offen ist. Die Lichtverhältnisse sind oft besser, man hat mehr privaten Raum und größere Ruhebereiche. Mitunter sind auch die Gärten etwas größer. Übrigens: Weitere Infos zu Häusern und zum Thema Haus kaufen finden Interessierte auch hier.

Kurz gesagt: Das Endhaus ist aus diesen Gründen meist teurer als Reihenhäuser, wo links und rechts noch andere Nachbarn leben. Darüber hinaus sind bei den Endhäusern auch die Energiekosten etwas höher, weil der Wärmeverlust stärker ausfällt. Wer sich also nicht an enger Nachbarschaft stört, hat mit einem klassischen Reihenhaus eine gute und auch vergleichsweise günstige Wahl getroffen. Das Endhaus hat hingegen viel mehr Gemeinsamkeiten mit der Doppelhaushälfte, da nur ein einziger direkter Nachbar vorhanden ist.

Keine 08/15-Tipps zum Hauskauf

Es muss genug Eigenkapital vorhanden sein (mindestens 20 Prozent des Kaufpreises) und der Bauherr sollte über ein sicheres Einkommen verfügen. Das sind wichtige und richtige Empfehlungen zum Hauskauf. Man sollte aber noch auf mehr achten und deshalb einige überraschende Tipps, bevor ein Kaufvertrag unterschrieben wird:

  • Kurs in der Verbraucherzentrale besuchen (Thema: Kauf von Immobilien und deren Finanzierung)
  • Keine Finanzierung übers Internet, sondern selbstbewusst einen persönlichen Ansprechpartner bei der Bank aufsuchen
  • idealerweise ein Annuitätendarlehen über einen langfristigen Zeitpunkt abschließen
  • Mögliche Zuschüsse und Kredite über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) prüfen lassen
  • Keinen Immobilienkauf tätigen, um Steuern zu sparen. Ob sich der Kauf lohnt, hängt davon ab, ob die Immobilie im Wert steigt oder sinkt.
  • Niemals wegen „den Kindern“ Eigentum erwerben. Diese haben andere Kriterien (Freunde, Verein, naher Weg zur Schule) als ein Haus mit Garten.
  • Gebrauchte Immobilien von einem extrem gründlichen Fachmann prüfen lassen, um versteckten Schimmel, Asbest und sonstige böse Überraschungen vor dem Kauf zu entdecken.
  • Vor dem Kauf das Gespräch mit der späteren möglichen Nachbarschaft führen
  • Schufa-Auskünfte über Bauträger und Architekt anfordern
  • Jede Einzelleistung exakt in den Kaufvertrag schreiben lassen
  • Den Bauträger drängen, sich an Notarkosten zu beteiligen.
  • Nie unter Zeitdruck einen Vertrag unterschreiben und zur Abnahme einen TÜV-Fachmann hinzuziehen

Beherzigen Bauherren diese Empfehlungen, sollte eigentlich beim Immobilienerwerb nichts mehr schiefgehen, egal ob man sich nun für die Doppelhaushälfte oder das Reihenhaus entscheidet.Neben den Unterschieden haben diese Bauformen auch gemeinsame Vorgaben.

 Doppelhaushalte vs. Reihenhaus: Gemeinsamkeiten

Der Bauherr hat im Vergleich zum Einfamilienhaus weniger Spielraum in der Gestaltung. Grundriss und Fassade wird in den meisten Fällen vom Bauträger vorgegeben. So bleibt der Innenausbau, also die Gestaltung von Bädern oder Türen, ob am Boden Laminat oder Parkett verlegt wird. Aber schon der Ausbau vom Dachgeschoss ist bereits vorab festgelegt worden und kann nicht mehr so einfach geändert werden. Und wenn, dann nur nach Absprache.

Ein typisches Beispiel für das Doppelhaus. Häufig wohnt man eng beieinander, was die Nachbarschaft fördern oder beeinträchtigen kann. (#2)

Ein typisches Beispiel für das Doppelhaus. Häufig wohnt man eng beieinander, was die Nachbarschaft fördern oder beeinträchtigen kann. (#2)

Doppelhaushälfte vs. Reihenhaus: Vorsicht vor versteckten Kosten

Egal, ob Doppel- oder Reihenhaus: Bauträger werben oft mit sehr günstigen Immobilien und lassen versteckte Kosten wie das Herrichten von Baugrube oder Strom- und Wasseranschlüsse unerwähnt. Das kann Tausende Euro zusätzlich kosten und da sollten die Bauherren beim Lesen der Verträge sehr aufpassen und notfalls direkt in den Vertrag vereinbarte Leistungen hinein schreiben lassen. Unter Umständen kann man einen Vertrag von Fachleuten, zum Beispiel in der Verbraucherzentrale prüfen lassen. Die Experten kennen in der Regel alle Fallstricke und können im schlimmsten Fall den Kunden vor der Fehlentscheidung bewahren. Man sollte deshalb seinen Stolz hinten an stellen und den Fachmann von der Verbraucherzentrale aufsuchen und den exakt geplanten Vertrag gründlich durchleuchten zu lassen.

Kaufen oder Mieten: Was ist sinnvoller?

Der Traum einer eigenen Immobilie. Darauf müssen Käufer achten, damit sich der Erwerb auch wirklich rechnet. Niedrige Zinsen machen die Finanzierung leichter und verführen viele Mieter, sich auf das Abenteuer Eigenheim einzulassen. Was ist nun besser, mieten oder kaufen? Auf lange Sicht profitieren Käufer von Immobilien, wenn sie das Wohnobjekt nicht zu teuer erwerben und die Immobilienpreise auch in den nächsten Jahren weiter nach oben gehen. Ausgehend von der Frage Doppelhaushälfte vs. Reihenhaus empfiehlt sich die Finanzierung einer solchen Immobilie, wenn die Käufer bereit sind, weniger schöne Begleiterscheinungen (oft zu eng, direkter Kontakt mit Nachbarn) hinzunehmen. Der Vorteil besteht natürlich darin, stolzer Eigenheimbesitzer zu sein und vielleicht auch in der gewohnten Stadt mit ihren Annehmlichkeiten weiter wohnen zu dürfen.

Doppelhaushälfte vs. Reihenhaus: Der Erwerb einer Immobilie immer auch eine Typfrage

Wer sich in den nächsten Jahren als Eigentümer sieht, sollte bei entsprechendem Eigenkapital und nach gründlicher Abwägung, den Kauf einer passenden Immobilie tätigen. Man muss aber der Typ hierfür sein. Das Gefühl, Mieter oder Eigentümer zu sein, ist nämlich ein grundverschiedenes. Denn Eigentümer müssen sich auch mit Fragen wie Hausgeld oder Instandhaltungskosten beschäftigen. Mieter hingegen beklagen sich des Öfteren gerade über Reparaturen, die nicht getätigt werden und ärgern sich über hohe Mieten. Und beide Gruppen verteidigen ihre Rollen. Der Besitzer freut sich, dass er jeden Monat keine Miete mehr zahlen muss oder, wenn er das Haus noch abgezahlt, seinen Traum vom echten Eigenheim bald realisieren kann. Der Mieter wiederum muss sich weniger um Schäden kümmern und kontaktiert bei solchen Fragen gerne den Eigentümer.

Reihenhaus oder Doppelhaus? Manchmal ist das völlig egal, denn wohlfühlen kann man sich fast überall. (#3)

Reihenhaus oder Doppelhaus? Manchmal ist das völlig egal, denn wohlfühlen kann man sich fast überall. (#3)

Stolzer Eigenheimbesitzer werden? Es gibt Argumente dafür und dagegen

Wie auch immer: Es gibt Vor- und Nachteile, Eigentümer zu sein. Natürlich ist man unabhängiger, wenn man das Haus, gleich ob Doppelhaushälfte, Reihenhaus oder Einfamilienhaus, bezahlt hat und die Abhängigkeit vom Vermieter weg fällt. Auf der anderen Seite müssen sich Eigentümer mit der Kommune oder auch Nachbarn arrangieren und sind von deren Beschlüssen auch abhängig. Letztendlich gehört die Immobilie dem Besitzer und dieser muss sich mit dem Objekt beschäftigen. Der Mieter hat hingegen grundsätzlich eine größere Flexibilität, wobei die Miet-Situation in den deutschen Großstädten auch Ausmaße angenommen hat, wo man von Freiheit in der Entscheidung auch nicht mehr wirklich sprechen kann. Denn wie frei ist man, wenn man nach einem Umzug deutlich höhere Mieten entrichten muss?

Da es wie erwähnt, auch vom Typ abhängt, ob man Eigentümer werden möchte, sollte man klar und nüchtern abwägen, ob die Entscheidung zum Hauskauf jetzt genau passend ist. Es darf nicht nur eine Bauchentscheidung sein, sondern auch der Kopf sollte auch mit Hinblick auf die längerfristige Finanzplanung eine wesentliche Rolle spielen. Davon hängt natürlich auch ab, ob man sich vielleicht doch ein Einfamilienhaus leisten kann oder sich mit einer Doppelhaushälfte beziehungsweise einem Reihenhaus begnügt.

Schlussbemerkung: Es sind natürlich zunächst finanzielle Fragen, ob man sich eher für eine Doppelhaushälfte oder ein Reihenhaus entscheiden sollte. Das Doppelhaus kann vornehmer und exklusiver wirken, wenn der Abstand zum Nachbarn so weit wie möglich eingehalten wird. Das betrifft vor allem die oft gemeinsame Gartennutzung und generell Fragen, wie stark sich der Lärm des Nachbarn in der anderen Hälfte des Hauses noch zu hören ist. Weil aber mehr Raum benötigt wird, sind trotz einiger Nachteile beim Doppelhaus die Kosten immer noch höher als beim Reihenhaus, wo vieles noch kleiner wirkt und meist weniger Platz vorhanden ist.

Der Erwerb eines Reihenhauses ist also günstiger und auch deshalb für breitere Bevölkerungsschichten immer noch zu realisieren. Ob das gewünscht ist, hängt dann vom individuellen Wunsch eines Käufers ab. Trotz hoher Mieten und bei gerade in den Metropolen stark steigender Immobilienpreise könnten sich eigentlich viele Gutverdiener immer noch das Eigenheim leisten. Wer vorhat, eine Immobilie zu erwerben, kann sich heute leicht im Internet einen ersten Eindruck verschaffen. Vielleicht ist das Traumhaus nur einen Klick entfernt.

Eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben: Bauch und Kopf müssen Rolle spielen

Bauch und Kopf sollten aber immer vor jeder Entscheidung geprüft werden. Und jeder potentielle Hausbesitzer sollte vor der Unterschrift über einen Kaufvertrag penibel genau überprüfen (lassen), ob dieser Erwerb wirklich „koscher“ ist oder ob nicht vielleicht der Bauträger oder der Verkäufer einer Immobilie wenig seriös erscheinen. Der Kauf einer Immobilie ist schließlich eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. Das sollte jeder stolze Eigentümer im Hinterkopf behalten.

Manchmal kann es sinnvoll sein, noch zwei oder drei Jahre mit dem Hauskauf zu warten. Wer weiß, vielleicht sinken die Preise ein wenig und die Traumimmobilie kann zu einem etwas niedrigeren Preis erworben werden. Oder man findet einfach ein günstigeres Wohnobjekt und schlägt zu. In einem solchen Fall greift man doppelt gerne zu. Mit einem Gefühl, nicht nur ein stolzer, sondern auch ein cleverer Eigentümer zu sein.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Ewelina Wachala -#1: PIXEL to the PEOPLE -#2: Ewelina Wachala -#3: Maridav

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Comments are closed.