Drainage verlegen: Schritt für Schritt einfach erklärt

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In 6 Schritten eine Drainage verlegen und das Haus vor Nässe schützen. Stabile Drainagerohre leiten das Wasser ab und sorgen für trockene Wände. Das verlängert die Lebensdauer des Hauses und erhöht dessen Wert.

Drainage verlegen: So leicht vermeiden Hausbesitzer Wasserschäden

Die größte Gefahr für Häuser sind feuchte Wände im Keller. Als Folge bildet sich oft Schimmel, der bei Bewohnern sogar zu Atemwegserkrankungen oder Neurodermitis führen kann. Eine Drainagematte als Schutz vor eindringendem Wasser reicht oft nicht.

Lösung: Eine Drainage verlegen, die in Form einer Außenabdichtung das Wasser vom Eigenheim fern hält. Neuartige Drainagerohre bestehen aus Kunststoff und bieten einen guten Schutz fürs Haus. Das Beste: Auch Heimwerker können in 4 einfachen Schritten Rohre fachgerecht verlegen.

Erster Schritt: Den Versickerungstest machen

Der allererste Schritt beim Drainage verlegen sollte der Versickerungstest sein. Also: Schaufel und Spaten holen und los geht's! (#1)

Der allererste Schritt beim Drainage verlegen sollte der Versickerungstest sein. Also: Schaufel und Spaten holen und los geht’s! (#1)

Man prüft, wie das Wasser umgeleitet werden kann. Das ist oft die örtliche Kanalisation. Und da ist eine Genehmigung durch die Kommune erforderlich. Mit dem eigentlichen Versickerungstest ermittelt man die genaue Beschaffenheit des Bodens und wie aufnahmefähig dieser ist. So funktioniert dieser Test.

  1. eine Grube ausheben, welche ungefähr 40 mal 40 cm groß und etwa 30 cm tief ist
  2. den Boden mit einer 2 cm dicken Schicht aus Kies oder grobem Sand bedecken
  3. jetzt die Grube eine Stunde lang wässern
  4. in den nächsten 30 Minuten dreimal (alle 10 Minuten) den Wasserstand prüfen

Das Ergebnis: Ist das Wasser in den dreißig Minuten komplett oder zum größten Teil versickert, ist der Boden geeignet, um eine Drainage zu verlegen. Sind zu wenig Wassermengen versickert, kann der Auslauf des Wassers an einen Teich oder über die erwähnte genehmigungspflichtige Einleitung in die Kanalisation angeschlossen werden.

Zweiter Schritt: Aushub rund ums Haus vornehmen

Zum Drainage verlegen werden Sie im zweiten Schritt rund um das Haus das Erdreich ausheben. Der Aushub legt die Wand des Kellers frei. Mit dem Minibagger gelingt dies, ohne den Garten in ein Schlachtfeld zu verwandeln. (#2)

Zum Drainage verlegen werden Sie im zweiten Schritt rund um das Haus das Erdreich ausheben. Der Aushub legt die Wand des Kellers frei. Mit dem Minibagger gelingt dies, ohne den Garten in ein Schlachtfeld zu verwandeln. (#2)

Um das Gebäude herum einen Graben ausheben (ideal ist ein Mini-Bagger) in einer Breite von ungefähr 50 Zentimetern und einer Tiefe von 80 Zentimetern. Den entstandenen Boden jetzt mit einer Schicht aus zehn Zentimetern Kies in den Sickerschacht aufschütten.

Dritter Schritt: Drainagerohre wählen und im Boden verlegen

Der dritte Schritt beimDrainage verlegen ist oftmals fehleranfällig. Das passiert nämlich dann, wenn man sich von den Sonderangeboten der Baumärte dazu verleiten lässt, billige "Drainagerohre" zu kaufen. Beachten Sie zum einen die Maße der Drainage-Rohre. Verwenden Sie ausschließlich dir Größen DN 50 und DN 100. Auch bei der Beschaffenheit sollten Sie auf die Einhaltung der DIN 1187 und der DIN 4262 achten. Bedenken Sie, dass die Drainage-Rohre später starken Belastungen ausgesetzt sein werden. Die Kosten für ein Ausheben des Erdreichs kennen Sie ja nun schon. Diese werden erneut fällig, wenn die Drainage-Rohre später brechen sollten. (#3)

Der dritte Schritt beimDrainage verlegen ist oftmals fehleranfällig. Das passiert nämlich dann, wenn man sich von den Sonderangeboten der Baumärte dazu verleiten lässt, billige „Drainagerohre“ zu kaufen. Beachten Sie zum einen die Maße der Drainage-Rohre. Verwenden Sie ausschließlich dir Größen DN 50 und DN 100. Auch bei der Beschaffenheit sollten Sie auf die Einhaltung der DIN 1187 und der DIN 4262 achten. Bedenken Sie, dass die Drainage-Rohre später starken Belastungen ausgesetzt sein werden. Die Kosten für ein Ausheben des Erdreichs kennen Sie ja nun schon. Diese werden erneut fällig, wenn die Drainage-Rohre später brechen sollten. (#3)

Anhand des ermittelten Wasservolumens können Sie nun ein passendes Rohr für die Drainage auswählen: DN 100 oder DN 50 eignen sich. DN bezeichnet (franz. Diamètre Nominal) den Nenndurchmesser, das ist der ungefähre innere Durchmesser eines Rohres.

Eine hier beschriebene Gebäudedrainage erfolgt durch Rohre mit DIN 1187 oder DIN 4262, welche durch die blaue Farbe zu erkennen sind. Die DIN 4262-1:2009-10 beschreibt Rohre und Formstücke für die unterirdische Entwässerung im Verkehrswegebau und Tiefbau. Und da fällt auch das Verlegen der Drainage drunter. Im Zweifel die Mitarbeiter im Baumarkt ansprechen. Nicht zulässig sind übrigens gelbe Rohre. Tonrohre wurden eher in früheren Zeiten genutzt, heute bestehen diese meist aus Kunststoff.

Wichtig: Drainagerohre mit einem Gefälle von zwei bis drei Prozent verlegen. Das nötige Gefälle erzeugt man durch das Schieben der Kiesschicht. Der höchste Punkt muss auf der Stelle liegen, wo das meiste Wasser vorhanden ist. Auf die Schicht Kies im Sickerschacht wird jetzt noch Filtervlies gelegt.

Vierter Schritt: Anschließen eines Revisionsschachtes

Beim Kontrollschacht handelt es sich um einen senkrecht stehenden Rohrzylinder. Dieser wird an den beiden höher gelegenen Eckpunkten der Drainagerohre aufgesetzt. Der Schacht muss jetzt durch Stein, Beton oder Sand beschwert werden (auf Angaben des Herstellers achten). Damit verhindert man einen später möglichen Auftrieb.

Fünfter Schritt: Die Rohre für den perfekten Wasserabfluss verlegen und die Grube zuschütten

Das Drainage verlegen geht dem Ende zu. Schütten Sie die Grube wieder zu. Auf keinen Fall darf jedoch verdichtet werden. Das würde die Drainagerohre mit Sicherheit wieder zerstören. (#4)

Das Drainage verlegen geht dem Ende zu. Schütten Sie die Grube wieder zu. Auf keinen Fall darf jedoch verdichtet werden. Das würde die Drainagerohre mit Sicherheit wieder zerstören. (#4)

Hierzu muss das Drainagerohr fixiert werden. Der aufgeschichtete Kies eignet sich hervorragend dafür. Einige Zentimeter Kies reichen. Falls das Gefälle etwas zu niedrig ist, kann man das Rohrbett noch modellieren und in das ideale Gefälle von zwei bis drei Prozent bringen. Ist die optimale Lage erreicht und der Schacht angeschlossen, muss die Grube mit Sickerungskies aufgefüllt werden. Wichtig ist, die Schüttung nicht zu verdichten.

Zusatz-Tipp: Wer eine Drainage verlegen will, sollte immer darauf achten, dass zu viel Wasser (etwa Regenwasser) in Auffangeinrichtungen wie Teiche oder Kanäle die Funktion der Wasserdrainage einschränkt. Wasser kann im Einzelfall zurücklaufen und das Problem nasser Wände kann erneut auftreten. Am besten an einer Sickergrube oder dem Teich testen, indem man viel Wasser einfließen lässt und prüft, wie die Drainage reagiert.

Sechster Schritt: Montage eines Pufferungsreservoirs (optional)

Falls im Erdreich genügend Wasser versickern kann, ist das meist nicht notwendig. Falls aber wirklich extrem starke Mengen Regenwasser in kurzer Zeit vom Himmel fallen, kann als zusätzliche Maßnahme ein sogenanntes Pufferungsreservoir zusätzlich im Verlauf der Drainage eingebaut werden. Ist die Ableitung des Wassers in einen Teich, Kanal oder Sickergrube notwendig, wählt man einen Anschluss mit Rückstoßklappe. Damit der Abfluss aus den Drainageleitungen auch bei vollen Becken oder Teich gewährleistet ist, können auch Höhenvarianzen zur Regulierung eingesetzt werden.

Drainage verlegen: Die Lebensdauer einer Drainage verlängern

Leider hält auch eine in 6 Schritten fachgerecht verlegte Drainage nicht ewig. Was ist zu tun, um wenigstens die Lebensdauer zu verlängern und ein paar Jahre mehr Ruhe vor dem Wasser zu haben?

1 x pro Jahr Spülen der Drainage als Lösung

Regelmäßiges Spülen hilft, um eine Verstopfung zu vermeiden. Denn wenn erstmal zu wenig oder kein Wasser mehr abfließen kann, sind Keller und Haus genauso von Nässe und Feuchtigkeit bedroht wie vorher. Das Risiko teurer Wasserschäden ist dann wieder existent.

Vor allem Erosion und Schlammbildung sowie das Einwachsen von Baumwurzeln sind die Gründe, regelmäßig den Aquädukt um das Haus zu Spülen. In beiden Fällen leidet die Durchlässigkeit und Regenwasser kann nicht mehr abfließen. Wer eine Drainage verlegen möchte, sollte diese Schutzmaßnahmen von Anfang an einkalkulieren.

Empfehlung ist, einmal pro Jahr zu spülen. Das ist eine Faustregel, die aber auch immer individuell von der Umgebung abhängt. In regenreichen Gegenden mit viel Baumbewuchs sollte eher, in trockenen Regionen kann es weniger notwendig sein. Hausbesitzer sollten aber bei jedem Auftreten von Feuchtigkeit im Keller alarmiert sein und die Funktion der Drainage überprüfen.

Spezielle Hochdruckreiniger sind notwendig, die kaum ein normaler Gartenbesitzer zu Hause hat. Man kann deshalb für diese Tätigkeit auch ein Unternehmen kontaktieren. Damit ist am ehesten gewährleistet, dass beim Spülen keine Schäden an der Drainage entstehen und auch wirklich der Zweck erreicht wird, Schlamm und Baumwurzeln effektiv zu entfernen. Für letzteres gibt es eigene Wurzelschneider in Hochdruck-Technik, welche sogar eingewachsene große Baumwurzeln entfernen.

Drainage verlegen und Einbaufehler: Das Problem kann sich verschlimmern

Beim Drainage verlegen schleichen sich oftmals die typischen Fehler ein. Klar ist: wenn das passiert, ist es die höchste Zeit, jetzt den Fachmann zu holen, um bei einer Erneuerung die gleichen Fehler nicht nochmal zu machen. (#4)

Beim Drainage verlegen schleichen sich oftmals die typischen Fehler ein. Klar ist: wenn das passiert, ist es die höchste Zeit, jetzt den Fachmann zu holen, um bei einer Erneuerung die gleichen Fehler nicht nochmal zu machen. (#4)

Wer eine Drainage verlegen möchte, sollte peinlich genau auf Gründlichkeit achten. Ein Fehler bei der Montage verschlimmert das Problem oft zusätzlich und noch mehr Wasser als ohnehin staut sich und bedroht Wände wie Kellerräume. Auch eine Drainagematte, die normalerweise einen gewissen Schutz vor Regenwasser am Haus bietet, versagt an dieser Stelle. Deshalb kurz und knapp einige Fehler, die beim Drainage verlegen passieren können.

Typische Einbaufehler sind:

  1. ungeeignetes Vlies für die Bodenbeschaffenheit
  2. die Verlegung einer Drainage ohne Filterschicht
  3. kein Einbau von notwendigem Gefälle (2 bis 3 Prozent)
  4. falsche Rohre werden eingebaut, so dass Drainage gar nicht funktionieren kann

Wie teuer ist die Erneuerung?

Das hängt immer vom entstandenen Schaden ab. Wie gesagt sollten mindestens einmal im Jahr die Abflüsse kontrolliert werden. Darüber hinaus ist relevant, ob der neue Einbau in Eigenregie erfolgen soll oder ein Unternehmen beauftragt wird. Wer eine Do-it-yourself-Kraft ist, sollte zumindest jetzt einen Experten bei der Planung hinzuziehen.

Der reine Materialpreis für 50 Meter Drainage beläuft sich auf etwa 350 Euro. Darin enthalten:

  • Drainagerohre und T-Stücke (ca. 80 Euro),
  • Vlies und Splitt (ca. 100 Euro),
  • ein Drainageschacht (ca. 100 Euro) sowie
  • der Schachtring (ca. 70 Euro).

Hinzu kommen: Die nötige Planung durch den Spezialisten, eventuelle Kosten beim Mieten eines Mini-Baggers sowie als wohl größter Posten die Arbeitsstunden und Kosten für die Maschine, wenn ein Unternehmen die Erneuerung übernimmt. Und wir sprechen bereits von der Erneuerung einer defekten Drainage. Wenn schon der erste Einbau in Eigenregie schief gelaufen ist, sollte man ernsthaft überlegen, sich externe Fachleute für das „Wasser-Problem“ zu holen. Manchmal gehört das Drainage verlegen in Profihand, wobei Hausbesitzer auch bei der Auswahl geeigneter Anbieter kritisch sein sollten.

Anbei noch einige Tipps, um professionell eine Drainage verlegen zu lassen

Es gibt unzählige kommerzielle Anbieter, die sich auf das Verlegen oder auch Erneuern einer beschädigten Drainage spezialisiert haben. Grundsätzlich sind diese Anbieter (oft Handwerksfirmen) vorzuziehen, weil sie sich nur auf diese bestimmte Tätigkeit konzentrieren. Aber bei der Recherche im Internet lohnt ein Blick ins Detail.

Gute Bewertungen bei „Google“ alleine sind noch kein Grund, dass diese Firma auch wirklich kompetent eine Drainage verlegen kann. Erfahrungsberichte auf unabhängigen Portalen sind oft aufschlussreicher. Aber auch diese sollten kritisch gesehen werden. Erst wenn viele positive Reaktionen kommen, kann es ein Zeichen für eine Firma sein, die schon für viele Kunden eine gute Außenabdichtung oder einen Sickerschacht errichtet haben, die wirksam das Wasser ableiten und Nässe und Feuchtigkeit vom Haus fern halten. Ganz egal, ob Tonrohre oder die heute gängigen Rohre aus Kunststoff verwendet wurden.

Fazit: Drainagen – richtig verlegt – können Gold wert sein und Häuser sicher vor Nässe und möglichem Schimmelbefall bewahren. Wer in Eigenregie dieses übernehmen möchte, sollte sich genau an die hier beschriebene Anleitung halten und am besten im Vorfeld einen Fachmann kontaktieren, der sich die örtlichen Gegebenheiten am Grundstück anschaut. Wer gründlich arbeitet, das Areal professionell verrohrt und auch auf das nötige Gefälle achtet, damit das Wasser abfließen kann, hat gute Chancen, sich über viele Jahre trockene Zimmer in Haus wie Keller verschafft zu haben.


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild sommthink, #1 bogdanhoda, #2 Vladiczech, #3 Doin, #4 Nadezda Nikitina, #4 pathdoc

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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