Eigenbau: Bett selber bauen

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Für den etwas ungeübteren Heimwerker mag das zunächst nach einer kaum zu bewältigenden Herausforderung klingen. Aber nicht gleich verzagen. – Wie mit so vielen anderen Dingen auch, ist der Eigenbau eines Bettes zwar eine Herausforderung, aber kein Unding. Mit Geduld und Spucke lässt sich viel bewegen, aber auch die genaue Planung des Projekts ist wichtig, um am Ende nicht viel Zeit in etwas investiert zu haben, mit dem man dann nicht zufrieden ist.

Außerdem: Hilfe ist immer erlaubt. Ob es nun ein Ratgeber im Internet, ein Freund, Bekannter oder das Bettenfachgeschäft des Vertrauens ist. Wenn man mal nicht weiterkommt, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern aus anderen Quellen schöpfen, bis man das erreicht hat, was man wollte. Schließlich ist aller Anfang schwer. Darüber hinaus kann es eine Menge Geld sparen, wenn man in der Lage ist, sich sein Bett selbst zu zimmern und wer spart nicht gerne ein paar Euro für andere Anschaffungen. Umsonst ist es natürlich (meistens) trotzdem nicht, aber dazu später mehr.

 

Darüber hinaus kann es eine Menge Geld sparen, wenn man in der Lage ist, sich sein Bett selbst zu zimmern und wer spart nicht gerne ein paar Euro für andere Anschaffungen. (#01)

Darüber hinaus kann es eine Menge Geld sparen, wenn man in der Lage ist, sich sein Bett selbst zu zimmern und wer spart nicht gerne ein paar Euro für andere Anschaffungen. (#01)

Was brauche ich für mein DIY-Bett?

Ganz klar und ohne Diskussion ist das erste was man braucht eine Idee – aber auch mit einer Idee sollte man nicht gleich wild drauf los bauen! Ein weiterer essentieller Bestandteil ist ein sorgfältig erstellter Plan. Planung ist bei beinahe allen Bauprojekten von ganz klein bis ganz groß das A und O.

Wie aber sollte ein solcher Plan nun aussehen? Jeder hat andere Präferenzen was das angeht, daher gibt es keine allgemeine Formel, aber ein paar Eckpunkte, an die man sich halten sollte, gibt es dennoch für jeden.

1. Abmessungen

Hierzu muss man sich die Frage stellen: Wo soll das Bett einmal stehen? Denn was nutzt einem das schönste Bett, wenn es nicht ins Haus passt? Der Ort, an dem das Bett einmal stehen soll ist also peinlich genau abzumessen. Am besten ist der ganze Raum auszumessen, um zu vermeiden, dass das Bett zwar später an den gewünschten Ort passt, aber allgemein für den Raum zu wuchtig oder zu popelig ist.

Wie lang soll das Bett werden? Wie hoch und wie breit? – Hierbei ist es ganz wichtig, sich möglichst an gängigen Matratzengrößen zu orientieren … es sei denn man will auch seine Matratzen selbst machen. Es ist also ratsam, sich zuerst eine Matratze auszusuchen und diese dann als Ausgangspunkt zu nehmen. Schließlich kann, je nach Bett Typ, die Rahmengröße die reine Matratzengröße um einiges überragen.

Video:DIY Massivholz-Bett selber bauen

2. Wieviel will ich wirklich selbst machen?

Will ich damit anfangen, den Baum für das Holz meines späteren Bettes selbst zu fällen? – wahrscheinlich nicht. Die meisten Leute werden ihre Materialien entweder zuhause haben oder im Baumarkt passend kaufen. Aber auch um passend kaufen zu können, bedarf es Planung und Abmessung, wie in Punkt 1 erwähnt.

Es empfiehlt sich, so man nicht stolzer Besitzer einer guten Säge oder gar einer Kreissäge oder ähnlichem ist, sich das benötigte Holz bereits im Baummarkt auf die passende Länge schneiden zu lassen. Das kostet in der Regel nicht mehr und spart einem viel mühselige Arbeit.

Auch zu bedenken gilt es, ob man sich den Plan für sein Bett nun komplett selbstständig ausdenken will, um zukünftig in einem wahren Unikat schlafen zu können, oder ob man sich an bereits existierenden Modellen orientiert (dazu mehr im nächsten Punkt).

Und abermals sei erwähnt: Ruhig um Hilfe fragen. Viele Menschen sehen es als peinlich an, andere um Hilfe zu bitten, aber das ist es nicht. Und oftmals geht vieles leichter, wenn man etwas Unterstützung hat. Ein Bett zu bauen muss kein Einzelprojekt sein – es kann auch ein Familienprojekt werden.

 

 Ein Bett zu bauen muss kein Einzelprojekt sein – es kann auch ein Familienprojekt werden. (#02)

Ein Bett zu bauen muss kein Einzelprojekt sein – es kann auch ein Familienprojekt werden. (#02)

3. Welcher Betttyp soll es werden?

Das ist eine Frage, die langwierige Antworten nach sich ziehen kann. Außerdem sollte man sich, bevor man diese Frage beantwortet, einige andere Fragen stellen.

  • Für wen ist das Bett gedacht? – Kind, Erwachsener, Senior, Baby, Haustier?
  • Für wieviele Personen soll es sein? – Einzelbett, Doppelbett, Familienbett?
  • Mit welchen Materialien arbeite ich gerne? – Holz, Metall, Plastik?
  • Was ist mein persönlicher Stil? – Modern, klassisch, ausgefallen, schlicht?
  • Wie hoch ist mein Budget? – Materialkosten kalkulieren, um sich nicht zu übernehmen. Auch DIY kann manchmal ins Geld gehen.
  • Was sind meine persönlichen Ansprüche an mich selbst und was traue ich mir zu? – Sicherlich wäre es schön dasselbe Paradebett wie Marie Antoinette zu haben, aber traue ich mir das zu? Lieber klein anfangen und nach oben arbeiten, aber zu groß anfangen und desillusioniert schließlich doch ein Bett zu kaufen.

Aus den Antworten der oben genannten Fragen, sollte es sich einem erschließen, welches Bett man bauen möchte und auch bauen kann.

 

Ist die Planung soweit abgeschlossen, dass man weiß, welches Bett man erschaffen möchte und welche Maße nämliches haben soll, geht es ans Einkaufen … oder Sammeln. - Ja, sammeln. Neben dem Erwerb von Brettern und Baumaterialien aus dem Baummarkt der Wahl, besteht auch die Möglichkeit, sich sein Traumbett aus gesammelten Materialien zu bauen. (#03)

Ist die Planung soweit abgeschlossen, dass man weiß, welches Bett man erschaffen möchte und welche Maße nämliches haben soll, geht es ans Einkaufen … oder Sammeln. – Ja, sammeln. Neben dem Erwerb von Brettern und Baumaterialien aus dem Baummarkt der Wahl, besteht auch die Möglichkeit, sich sein Traumbett aus gesammelten Materialien zu bauen. (#03)

4. Material und Materialbeschaffung

Ist die Planung soweit abgeschlossen, dass man weiß, welches Bett man erschaffen möchte und welche Maße nämliches haben soll, geht es ans Einkaufen … oder Sammeln. – Ja, sammeln. Neben dem Erwerb von Brettern und Baumaterialien aus dem Baummarkt der Wahl, besteht auch die Möglichkeit, sich sein Traumbett aus gesammelten Materialien zu bauen. Holz aus dem Wald beispielsweise (aber vorher natürlich den Förster fragen), oder Treibholz, auch verschiedene Holzsorten oder z.B. Eisenstangen vom Sperrmüll können eine schöne und ausgefallene Grundsubstanz für ein DIY-Bett darstellen.

Ansonsten gilt der Vorsatz: Lieber etwas zu viel, als etwas zu wenig. Denn wie schon Großmama wusste, ist es besser man hat’s und braucht’s nicht, als man braucht’s und hat’s nicht. Also ruhig ein paar Extraschrauben in den Einkaufswagen packen. Schließlich weiß man ja nie.

5. Wie und wo anfangen?

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wo ein Bett gebaut wird auch. Vielleicht nicht unbedingt Späne, aber wie bei jedem Bauprojekt, fallen auch beim Bettenbau Unrat und Dreck an. Es gilt darum zu bedenken, wo man sein Bett nun bauen möchte.

Man sollte, insofern möglich, sein Bett an einem Ort bauen, der nicht immer glänzend sauber sein muss oder ggf. leicht gereinigt werden kann. Z.B. eine Garage, eine Werkstatt oder bei gutem Wetter auch einfach mal draußen. Aber aufgepasst! – Größere Teile vor dem Zusammenschrauben auf jeden Fall nachmessen! Dies ist wichtig, um zu vermeiden, dass beispielsweise der Bettkasten auch später durch die Tür in den Raum passt, in dem das Bett einmal stehen soll.

Video:Bett selber bauen (DIY, Deutsch/German)

6. Schnelle Übersicht über die gängigsten Betttypen:

  • Das „klassische Bett“ = Einfaches Lattenrost, optional Beine oder Rahmen direkt auf dem Boden, einfaches Kopf- und Fußende und ggf. Begrenzung auf eine Seite hin (nur bei Einzelbetten)
  • Baby- und Kinderbett = Einfaches Lattenrost, käfigartige Umzäunung des Rahmens, um herausfallen des Kindes zu verhindern, oft reich verziert und mit erhöhten Beinen, um leichteres Aufnehmen und Ablegen des Kindes zu gewährleisten
  • Kline / Liege / Tagesbett = Bett ohne Lattenrost, dafür mit gewobener Matratzenauflage, meist sehr niedrig, Kopf- und Fußende optional, oft sehr bunt und reich verziert (eher selten in Europa)
    Dekoideen und Gestaltungstipps

Ist das Bett dann erstmal fertig, welcher Typ es nun auch immer sei, bleibt einem in manchen Fällen noch eine Menge kreativer Spielraum zur Dekoration desselben. Hat man zum Beispiel relativ einfaches Holz verwendet, bietet sich natürlich die Benutzung von Farbe an. Anders als bei gekauften Betten, die oft schon vorlackiert kommen, sind der Phantasie hier keine Grenzen gesetzt. Alles ist erlaubt.

Je nach Bett Typ ist es auch möglich, das Grundgestell um einen Himmel zu erweitern. So wird aus dem Do-It-Yourself Bett schnell ein Himmelbett. Wer nun auch noch Ahnung vom Nähen hat, spart sich auch die Anschaffung eines fertigen Baldachins.
Auch das Bekleben von Betten mit besonderen Ästen, Wurzeln, Steinen, Glasperlen, Wand Tattoos uvm. ist ein schöner Weg seinen Charakter durch dieses selbst gebaute Möbelstück auszudrücken.

Und wem Farbe und andere Dekomittel nicht ausreichen, der kann sich auch selbst daran wagen, etwas in die Bettpfosten zu schnitzen. Aber Achtung einmal geschnitzt, bekommt man es nicht mehr weg.
Frohes Schaffen.


Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild:Kzenon-#01: Wellnhofer Designs -#02: Robert Kneschke-#03: Robert Kneschke _



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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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