Erdbienen loswerden: 3 Hausmittel, die helfen

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Erdbienen sind wichtige Bestäuber und gehören zu den Wildbienen. Manchmal werden sie aber auch zur Plage. Wie man sich schützt, erfährst man in diesem Artikel.

Übersicht

  1. Erdbienen im Garten – Fluch oder Segen?
  2. Erdbienen vertreiben: Darf ich das?
  3. Sandbienen umsiedeln: Ab wann kann das unvermeidlich werden?
  4. Welche Methoden der Umsiedlung gibt es?
  5. Erdbienen Nester bewässern – die sanfte Art der Vertreibung
  6. Bruthöhlen der Erdbienen beschatten – eine weitere Möglichkeit, Sandbienen zum Umzug zu bewegen
  7. Wildbienen umsiedeln – wenn es keine andere Möglichkeit gibt

Erdbienen im Garten: Fluch oder Segen?

Sitzt man mit Kaffee und Kuchen im eigenen Garten, hat man meist keine große Lust auf summende Insekten, die sich dazu gesellen. Wenn die Blumen und Pflanzen aber gut gedeihen und sich in den folgenden Jahren vermehren sollen, kommt man nicht um die Bestäuber herum. Dabei sind Erdbienen das geringste Problem. Denn sie werden niemals aggressiv. Selbst wenn man sich in die Nähe ihrer im Boden befindlichen Bruthöhlen begibt, besteht keinerlei Gefahr.

Das liegt vor Allem daran, dass sie nicht wie die Honigbienen im Volk zusammenleben. Die Erdbiene führt ein Einzelgänger Dasein und ein Weibchen versorgt vollkommen allein ihre Gehege. Aus diesem Grund wird sie sich auch nicht freiwillig irgendwelchen Gefahren aussetzen. Denn wenn sie nicht mehr zu ihren Bruthöhlen zurückkehrt, verhungern die Nachkommen.
Der Kuchen interessiert Sandbienen in der Regel sowieso nicht. Denn viele Sandbienen Arten sind auf die Pollen ganz bestimmter Pflanzen spezialisiert. Sie ernähren sich ausschließlich von diesen. Diese Art der Nektar Beschaffung wird als oligolektisch bezeichnet. Schon allein deshalb muss der Gartenliebhaber nicht um seinen Kuchen fürchten.

Die harmlosen Insekten sind ein Segen und überhaupt kein Fluch. Leider wird das nicht von allen Menschen so gesehen. Manche Menschen reagieren auf Insekten genauso wie auf Spinnen und entwickeln eine regelrechte Phobie. Dann reicht ein hörbares Summen meist schon aus, um eine Überreaktion auszulösen. Dabei ist selbst eine Besiedelung von mehreren tausend Tieren vollkommen ungefährlich.

Gut, wenn man den Himmel nicht mehr sehen kann, weil der Bienenschleier so dicht und schwarz ist, macht das auch keinen Spaß. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wo gibt es noch eine solche Insektenpopulation? Durch Bebauung und massive landwirtschaftliche Einflüsse, die unter anderem durch Pestizide entstanden sind, ist der Insektenrückgang allgegenwärtig.

Hat man noch vor einigen Jahren nach jeder Autofahrt die Scheiben putzen müssen, weil man nichts mehr gesehen hat, da so viele Insekten auf der Scheibe klebten, so ist es heute schon fast ein Wunder, wenn mal ein Insekt sein Ende an der Windschutzscheibe findet.

Bienen (auch Erdbienen) will man nicht auf seinem Kuchen.

Bienen (auch Erdbienen) will man nicht auf seinem Kuchen.(#01)

Erdbienen vertreiben: Darf ich das?

Erdbienen (auch Sandbienen genannt) gehören zu den Wildbienen und stehen unter strengem Artenschutz. Leider gehören sie schon jetzt zu den bedrohten Tierarten. Das Insektensterben ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen und wenn nicht endlich ein Umdenken geschieht, wird auch der Mensch diese Veränderung drastisch spüren. Keine Pflanze wird mehr bestäubt, der Mensch muss diesen Vorgang künftig selbst durchführen.

Vögel sterben aus, weil sie keine oder nicht mehr genug Nahrung finden. Und auch die Vögel sind wiederum ein Teil der Nahrungskette. Wildbienen zu verletzen oder gar zu töten, ist streng verboten. Die Geldstrafen für das Töten, Fangen, oder Verletzen, sowie die Zerstörung oder Beschädigung ihrer Bruthöhlen sind enorm hoch. Selbst eine Umsiedlung ist nicht ohne behördliche Genehmigung erlaubt.

Die Bußgelder je Bundesland sind unterschiedlich hoch. Am Günstigsten ist es in Rheinland-Pfalz mit bis zu 5.000,00 € und dem Saarland mit bis zu 10.000,00 €. Die meisten Bundesländer rufen Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000,00 € auf. Den Spitzenreiter macht Brandenburg. Hier liegt der Betrag bei bis zu 65.000,00 €.

Video: Bis zu 50.000 Euro Bußgeld: Warum Sie in NRW besser keine Wespe totschlagen

Dennoch kann man versuchen, die Erdbienen auf sanfte Weise zu einem Umzug zu bewegen. Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Bienen dabei nicht verletzt und das auch die Eier in den Brutzellen nicht beschädigt werden. Sind sanfte Methoden nicht möglich, kann man einen Antrag auf Ausnahme vom Umsiedlungsverbot nach § 62 des Bundesnaturschutzgesetzes stellen. Leider ist eine Umsiedlung sehr schwierig, da Erdbienen einzelne Nester von vier bis zwanzig Brutzellen in den Boden graben.

Manchmal gibt es mehrere solitär nebeneinander angelegte Bruthöhlen. Von außen ist dann nicht ersichtlich, wie groß der Bereich an Nestern unter der Erde tatsächlich ist. Die Gefahr Brutzellen bei einer Umsiedlung zu beschädigen, ist deshalb sehr groß. Auf die sanften Methoden und die Möglichkeiten der Umsiedlung werde ich später noch näher eingehen.

Tausende Erdbienen – wenn der Himmel schwarz wird vor Insekten.

Tausende Erdbienen – wenn der Himmel schwarz wird vor Insekten. (#02)

Sandbienen umsiedeln: Ab wann kann das unvermeidlich werden?

Sandbienen sind überhaupt nicht aggressiv und vollkommen unproblematisch. Dennoch gibt es Ausnahmefälle, in denen die Umsiedlung notwendig wird und man einen Antrag auf Befreiung des Umsiedlungsverbotes stellen kann.

Eine Genehmigung zur Umsiedlung hat gute Chancen, wenn:

  • die Bienen in Gefahr sein sollten, weil beispielsweise ein Bauprojekt im Bereich der Nester geplant ist.
  • bei enorm hohem Aufkommen an Erdbienen ist das auch eine Möglichkeit. Haben sich mehrere Tausend Bienen im Garten angesiedelt, ist es kaum noch möglich die Fenster oder Türen zu öffnen. Auch ein Betreten des Gartens, ohne dabei die Tiere zu verletzen, ist kaum noch möglich.
Erdbienen nicht totschlagen, einen Schirm tut es meist auch.

Erdbienen nicht totschlagen, einen Schirm tut es meist auch. (#05)

Welche Methoden der Umsiedlung gibt es?

Die beiden sanftesten Methoden sind Beschattung und Befeuchtung der Brutzellen. Diese beiden Methoden sollen auf behutsame Weise dafür sorgen, dass die Erdbienen freiwillig umziehen. Das ist natürlich bei einer großen Ansammlung nicht möglich. Die ersten beiden Methoden sind beispielsweise ratsam, wenn die Bienen im Sandkasten der Kinder nisten. Oder an Stellen, an denen sie dauerhaft Gefahren ausgesetzt sind. Die dritte Methode ist die Umsiedlung, die wie bereits erwähnt behördlich genehmigt und von einer Fachfirma durchgeführt werden muss. Man sollte unbedingt behutsam vorgehen, damit die Bienen und auch die Brutzellen keinen Schaden nehmen.

Manchmal ist es möglich, dass die Bienen in einen vorbereiteten Nistplatz umziehen. Allerdings nehmen gerade die Sandbienen nicht jeden an. Sie können sehr wählerisch sein. Ein Versuch ist es allerdings Wert. Wenn man einen geeignete Standort im Garten hat, an dem die Bienen unbeschadet nisten und brüten können, dann ist das ein Glücksfall auch für den Gärtner.

Erdbienen Nester bewässern: Die sanfte Art der Vertreibung

  • Sandbienen bevorzugen warme und trockene Plätze. Dann fühlen sie sich wohl.
  • auch sonnig sollten die Plätze sein. Deshalb sind die Nester meist auf freien Flächen oder an Hängen zu finden.
  • das Erdreich muss locker sein, sandiger oder lehmhaltiger Erdboden wird deshalb bevorzugt.

Eine Möglichkeit besteht darin, den Boden dauerhaft feucht zu halten. Damit entzieht man die benötigte Wärme. Dabei sollte man allerdings nicht den Gartenschlauch oder gar die Bewässerungsanlage nutzen. Bei beiden Varianten kann man die Wassermenge nicht gut dosieren. Und keinesfalls dürfen die Bienen ertrinken.

Es soll nur so viel Feuchtigkeit im Boden sein, dass es für die Insekten unangenehm wird. Am besten eignet sich eine Gießkanne. Damit kann man das Erdreich mehrmals täglich behutsam wässern. Normalerweise verlassen die Erdbienen ihre Bruthöhlen nach einiger Zeit und suchen sich neue Nistplätze.

Erdbienen beschatten: Ein Sonnenschirm oder Sonnensegel wird über den Bruthöhlen platziert.

Erdbienen beschatten: Ein Sonnenschirm oder Sonnensegel wird über den Bruthöhlen platziert.(#03)

Bruthöhlen der Erdbienen beschatten: Eine weitere Möglichkeit, Sandbienen zum Umzug zu bewegen

Das Bewässern birgt einige Risiken für die Tiere. Wurde der Bereich schon mehrfach gewässert und es kommt ein starker Regenfall, kann es sein, dass die Wassermenge dann zu viel ist. Ich würde deshalb das Beschatten vorziehen. Denn damit besteht keinerlei Lebensgefahr für die Nektar Sammler. Es wird ihnen lediglich die für die Aufzucht notwendige Sonne und Wärme entzogen.

Hierfür bietet sich das Aufstellen von Sonnensegeln oder Sonnenschirmen an. Sie werden so platziert, dass eine direkte Sonneneinstrahlung auf die Bruthöhlen nicht mehr möglich ist. Auch diese Methode wird früher oder später dazu führen, dass die Wildbienen neue Standorte suchen.

Wildbienen umsiedeln: Wenn es keine andere Möglichkeit gibt

Haben sich zu viele Tiere niedergelassen und beeinträchtigen in enormem Maße das Leben der Garteneigentümer, kann man eine Ausnahme vom Umsiedlungsverbot nach § 62 des Bundesnaturschutzgesetzes stellen.

Ein enormes Maß der Beeinträchtigung würde beispielsweise vorliegen, wenn man den Garten vor lauter Sandbienen nicht mehr betreten könnte, weil der komplette Boden von Insekten übersät wäre. Was dann auch dazu führen würde, dass eine Belüftung des Hauses nur noch erschwert möglich wäre. Erst nach erfolgter Genehmigung dürfen Maßnahmen zur Umsiedlung getroffen werden.

Folgende Unterlagen müssen dem Antrag beigefügt werden:

  • betroffene Art bzw. Artengruppe (Gattung Andrena) – wenn man sich unsicher ist, sollte man die Naturschutzbehörde kontaktieren
  • Lage des Nestes bzw. des Einflugloches (Straße mit Hausnummer und Ort; sowie die genaue Angabe wo sich das Nest befindet (am Haus, im Garten, im Sandkasten der Kinder etc.)
  • eine schriftliche Begründung, warum eine Umsiedlung erforderlich ist. (z. B. massives Aufkommen, geplante Bau- oder Reparaturarbeiten, die die Bienen gefährden würden)
  • vorgesehener Zeitpunkt/-raum der Umsiedlung
  • Name und Anschrift der beauftragten Firma bzw. des beauftragten Umsiedlers/der beauftragten Umsiedlerin sowie Ort, wo das Nest ausgebracht werden soll
Mit einem Spaten werden vorsichtig Erdblöcke ausgegraben, in denen sich die einzelnen Brutzellen befinden.

Mit einem Spaten werden vorsichtig Erdblöcke ausgegraben, in denen sich die einzelnen Brutzellen befinden.(#04)

Hat man eine offizielle Genehmigung erhalten, kann man die im Antrag genannte Fachfirma oder Fachperson mit der Umsiedlung beauftragen. Bei einer Umsiedlung wird das Erdreich um die Brutzellen herum ausgestochen. Die Fachperson sollte sich entsprechend auskennen und den Radius um die Nester herum genau bestimmen.

Dennoch kann es passieren, dass die ein oder andere Brutzelle beschädigt wird. Man sollte unbedingt darauf achten, dass das so selten wie möglich passiert. Die heraus gestochenen Erdblöcke werden an einem geeigneten Standort in bereits vorgegrabene Erdlöcher vorsichtig wiedereingesetzt. Der gewählte Standort muss unbedingt die gleichen optimalen Bedingungen wie der vorherige haben, damit die Bienen dort weiter nisten. Dabei ist nicht nur die Bodenbeschaffenheit wichtig.

Vor allem sollten die Pflanzen in der direkten Umgebung, denen der vorherigen entsprechen. Denn sonst hätte sich nie eine so große Population angesiedelt. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die gleichen Pflanzenarten in einem Umkreis von bis zu fünfhundert Metern vorhanden sind. Im Gegensatz zur Honigbiene, die weite Strecken von bis zu sieben Kilometern zurücklegt, bleibt die Sandbiene in der ganz nahen Umgebung ihrer Brutzellen.


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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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