Fliesen auf Fliesen kleben: In 8 Schritten zum Erfolg!

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Fliesen auf Fliesen zu verlegen, ist eine praktische Methode der Renovierung, bei der man sich das mühsame Entfernen der alten Fliesen erspart und schnelle Ergebnisse erzielt.

Fliesen auf Fliesen kleben: In 8 Schritten zum Erfolg!

Beim Renovieren von Küchen und Bädern bereitet besonders der Fliesenbelag Heimwerkern Probleme. Dennoch ist es unverzichtbar, die alten Fliesen zu erneuern, denn sie passen zum einen meist nicht zu einem modern eingerichteten Raum und sind zum anderen oft bereits an vielen Stellen beschädigt. Mit neuen Fliesen verleiht man Küchen und Bädern ein völlig neues Ambiente.

Die Auswahl an modernen Fliesen ist riesig, sodass man im Fachhandel für jeden Einrichtungsstil die passende Fliese findet. Hinsichtlich der Designs gibt es kaum Grenzen: Das Spektrum reicht von schlichten Fliesen bis zu Varianten in Holzoptik, die kaum von einem Echtholz-Belag zu unterschieden sind. Auch einen edlen Marmor-Look oder ausgefallene Muster kann man mit Wand- und Bodenfliesen kreieren.

Doch viele Heimwerker schrecken davor zurück, den bestehenden Fliesenbelag zu entfernen und das aus gutem Grund. Fliesen zu entfernen, ist eine mühsame Arbeit, die außerdem viel Schmutz und Lärm verbreitet. Doch das muss nicht sein, denn es ist auch möglich, direkt Fliesen auf Fliesen zu kleben und somit die Renovierung schnell und sauber durchzuführen. Fliesen auf Fliesen zu verlegen, ist außerdem besonders in bewohnten Räumen sinnvoll, weil es wesentlich schneller durchführbar ist.

Wenn man sich dafür entscheidet, Fliesen selbst zu verlegen, spart man die Arbeitskosten, die der Fliesenleger berechnen würde.

Wenn man sich dafür entscheidet, Fliesen selbst zu verlegen, spart man die Arbeitskosten, die der Fliesenleger berechnen würde.(#01)

Wie viel sparen Heimwerker beim Verlegen von Fliesen?

Wenn man sich dafür entscheidet, Fliesen selbst zu verlegen, spart man die Arbeitskosten, die der Fliesenleger berechnen würde. Bei einem einfachen Verlegemuster betragen die Arbeitskosten für eine 50 Quadratmeter große Fläche ungefähr 2.000 Euro. Handelt es sich um ein Diagonalmuster mit Dekoband, muss man sogar mit Arbeitskosten in Höhe von 3.000 Euro für eine Fläche dieser Größe rechnen.

Fliesen auf Fliesen kleben: Vorbereitung ist alles

Die gründliche Vorbereitung des Projekts ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und spart im weiteren Verlauf Zeit. Zunächst muss genau ausgemessen werden, wie groß die Fläche ist, auf der ein neuer Fliesenbelag verlegt werden soll. Vom ermittelten Quadratmeterwert leitet sich der Bedarf an Fliesen ab. Es ist sinnvoll, ein zusätzliches Paket Fliesen zu besorgen.

Dadurch kann man sicher sein, nicht nochmals zum Fliesenfachhandel fahren zu müssen, weil am Schluss ein oder zwei Fliesen fehlen. Außerdem kann man die überschüssigen Fliesen einlagern und hat somit immer einen passenden Vorrat zur Hand, wenn man irgendwann Reparaturen am Fliesenbelag vornehmen muss.

Zu den Vorbereitungen gehört auch das Besorgen aller Materialien und Werkzeuge:

  • Gummihammer
  • Wasserwaage
  • Senklot
  • Zollstock
  • Gummihandschuhe
  • Gummiwischer
  • Fliesen
  • Haftgrund
  • flacher Pinsel oder Rolle
  • Spachtelmasse
  • Zahnspachtel
  • Kelle
  • Fugenmörtel
  • Silikon
  • Fliesenschienen
  • Fugenkreuze
  • Fliesenkleber
  • Malerband
  • Fugenglätter
Die gründliche Vorbereitung des Projekts ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und spart im weiteren Verlauf Zeit.

Die gründliche Vorbereitung des Projekts ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und spart im weiteren Verlauf Zeit.(#02)

Fliesen auf Fliesen kleben: Jetzt kann es losgehen!

Das Verlegen der Fliesen auf Fliesen erfolgt in acht Schritten:

  1. Erlernen der Verlegetechnik
  2. Vorbereiten des Untergrunds
  3. Grundierung der Verlegefläche
  4. Zuschneiden der Fliesen
  5. Auftragen des Fliesenklebers
  6. Fliesen kleben
  7. Fliesen verfugen
  8. Abdichtung der Dehnungsfugen
Verlegen von Wandfliesen Dabei ist es sinnvoll, mit der obersten Fliesenreihe zu starten und sich bis zur inneren Ecke vorzuarbeiten.

Verlegen von Wandfliesen: Dabei ist es sinnvoll, mit der obersten Fliesenreihe zu starten und sich bis zur inneren Ecke vorzuarbeiten.(#03)

1. Erlernen der Verlegetechnik

Bevor man damit startet, beherzt die erste Fliese zu verkleben, sollte man sich gründlich über die Verlegetechnik informieren. Es ist ein Unterschied, ob man Boden- oder Wandfliesen verlegen möchte. In jedem Fall sollte man einen Verlegeplan erstellen, der beispielsweise berücksichtigt, dass Randfliesen nicht zu schmal sind und die Fliesen an einer Badewanne oder um ein Waschbecken herum symmetrisch verlegt werden.

  • Verlegen von Bodenfliesen
    Bodenfliesen zu verlegen, ist weniger schwierig, als Wandfliesen zu verlegen, denn dabei wirkt sich die Schwerkraft nicht nachteilig aus. Insofern ist ein Projekt, bei dem Bodenfliesen verlegt werden, ein guter Einstieg in das Thema „Fliesen auf Fliesen kleben“.
    In der Raummitte wird von der Stirnseite parallel zur Seitenwand eine Linie gezeichnet oder eine Richtschnur gespannt. Entlang der Linie wird nun die erste Fliesenreihe verlegt. Danach erfolgt das Kleben einer Reihe parallel zur Stirnseite. Auf diese Weise ist ein „L“ entstanden. Nun erfolgt das weitere Vorgehen von innen nach außen, bis die gesamte Fläche geschlossen ist.
  • Verlegen von Wandfliesen
    Dabei ist es sinnvoll, mit der obersten Fliesenreihe zu starten und sich bis zur inneren Ecke vorzuarbeiten. Zu diesem Zweck wird zunächst mit Hilfe einer Wasserwaage eine Linie angezeichnet, die waagerecht zur Wand verläuft und markiert, wo die oberste Fliesenreihe angebracht werden soll. Mit einem Senklot wird nun eine zweite Linie zum Boden gezogen. Nachdem die oberste Fliesenreihe angeklebt wurde, wird in senkrechter Richtung weitergearbeitet.

2. Vorbereiten des Untergrunds

Bevor man damit beginnt, die Fliesen zu kleben, muss der Untergrund (der alte Fliesenbelag) gründlich gereinigt werden. Der Untergrund muss nicht nur sauber und trocken, sondern auch eben und stabil sein. Die Ebenheit kann mit einer Wasserwaage überprüft werden.

Wenn man Fliesen auf Fliesen klebt, muss im nächsten Schritt überprüft werden, ob der vorhandene Fliesenbelag tragfähig ist, indem mit einem Gummihammer behutsam auf die Fliesen geklopft wird. Lockern sich dabei einzelne Fliesen, werden diese entfernt. Schließlich werden Unebenheiten sowie Lücken mit Spachtelmasse aufgefüllt und erst nachdem diese vollständig getrocknet ist, kann man mit dem nächsten Schritt fortfahren.

3. Grundierung der Verlegefläche

Die glatte Oberfläche der alten Fliesen ist ein Problem, denn sie wirkt sich negativ auf die Haftfähigkeit der neuen Fliesen aus. Deshalb muss die Fläche zunächst grundiert werden. Der Haftgrund wird entweder mit einem flachen Pinsel oder einer Rolle aufgetragen und muss danach vollständig trocknen.

4. Zuschneiden der Fliesen

Um möglichst optimale Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, die Fliesen mit einem speziellen Fliesenschneidgerät, das man im Baumarkt ausleihen kann, zu schneiden. Mit diesem Gerät wird jede Fliese exakt angeritzt. Danach wird die Fliese entlang dieser Linie über eine Kante gebrochen. Soll ein runder Zuschnitt erfolgen, kann man dies am einfachsten mit einer Bohrmaschine, die mit einem Lochfräsenaufsatz ausgerüstet ist, erledigen. Alternativ eignet sich dafür auch eine sogenannte Fliesenbrechzange (Papageienschnabel).

Hinsichtlich des Fliesenklebers muss man sich zwischen Dispersions- und Flexkleber entscheiden, wobei ein Flexkleber einfacher zu verarbeiten ist.

Hinsichtlich des Fliesenklebers muss man sich zwischen Dispersions- und Flexkleber entscheiden, wobei ein Flexkleber einfacher zu verarbeiten ist. (#04)

5. Auftragen des Fliesenklebers

Hinsichtlich des Fliesenklebers muss man sich zwischen Dispersions- und Flexkleber entscheiden, wobei ein Flexkleber einfacher zu verarbeiten ist. Der Flexkleber muss vor dem Auftragen zunächst angerührt werden. Das erfolgt nach Herstellerangaben und ist am schnellsten erledigt, wenn man dafür eine Bohrmaschine nutzt, die mit einem Drehaufsatz ausgestattet ist.

Der Flexkleber wird nun mit einer Kelle auf die Fläche aufgetragen und anschließend mit dem Zahnspachtel durchgekämmt. Da der Fliesenkleber relativ schnell aushärtet, sollte immer nur so viel davon aufgetragen werden, wie man in der nächsten halben Stunde benötigt.

6. Fliesen kleben

Nun werden die Fliesen ins Kleberbett eingelegt, wobei man eine leichte Drehbewegung ausführt, damit die Fliesenrückseite möglichst optimal mit dem Fliesenkleber bedeckt wird. Durch stichprobenartiges Anheben einzelner Fliesen stellt man sicher, dass die Rückseite mindestens zu 80 Prozent mit dem Fliesenkleber bedeckt ist. Direkt im Anschluss wird die Fliese mit einem Gummihammer sanft angeklopft. Mit einer Wasserwaage wird die perfekte Ausrichtung kontrolliert, und zwar bevor der Kleber ausgehärtet ist.

Durch die Nutzung von Fliesenschienen kann man saubere Abschlusskanten herstellen. Es ist wichtig, Dehnungsfugen zu berücksichtigen. Diese befinden sich an jedem Übergang zu anderen Räumen oder anderen Belägen sowie dort, wo im Estrich Dehnungsfugen vorhanden sind. Fugenkreuze (X-förmige Plastikstücke) werden zwischen die einzelnen Fliesen gelegt, sodass alle Fugen eine einheitliche Breite aufweisen.

Dies ist ein wichtiger Schritt, der die Langlebigkeit des Fliesenbelags sicherstellt, denn mit den Fugen werden Bewegungen und Spannungen in der Oberfläche ausgeglichen.

Dies ist ein wichtiger Schritt, der die Langlebigkeit des Fliesenbelags sicherstellt, denn mit den Fugen werden Bewegungen und Spannungen in der Oberfläche ausgeglichen.(#05)

7. Fliesen verfugen

Dies ist ein wichtiger Schritt, der die Langlebigkeit des Fliesenbelags sicherstellt, denn mit den Fugen werden Bewegungen und Spannungen in der Oberfläche ausgeglichen.

Zu diesem Zweck werden zunächst die Fugenkreuze entfernt. Damit kann bereits eine Stunde nach dem Kleben der Fliesen begonnen werden. Nun werden die Fugen sorgfältig ausgekratzt und gesäubert. Das ist relativ einfach möglich, denn der Flexkleber ist zwar schon relativ fest, aber noch nicht vollkommen ausgehärtet.

Nach dem vollständigen Aushärten des Klebers wird der Fugenmörtel angerührt. Das Verfugen selbst sollte nur mit Handschuhen erfolgen. Der Fugenmörtel wird zunächst aufgetragen und danach mit dem Gummiwischer verteilt. Überschüssiger Mörtel kann ganz einfach abgewischt werden. Verbleibende Mörtelreste können nach dem Trocknen mit einem feuchten Schwamm entfernt werden. Der Mörtelschleier wird schließlich mit einem weichen Tuch abgewischt.

8. Abdichtung der Dehnungsfugen

Die Fugen in den Ecken und am Abschluss zählen zu den Dehnungsfugen, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund wird für die Abdichtung dieser Fugen eine dauerelastische Dichtmasse genutzt.

Als erstes werden mit dem Malerband die Ränder der Dehnungsfugen abgeklebt und dann wird das Silikon mit der Kartusche in die Dehnungsfuge gespritzt. Nach dem abschließenden Glätten der Fuge mit dem Fugenglätter ist auch dieser Schritt erledigt. Damit kein Silikon am Fugenglätter haftet, sollte dieser nach jedem Abziehen mit Spülwasser gereinigt werden. Mit der Abdichtung der Dehnungsfugen ist das Projekt „Fliesen auf Fliesen kleben“ nun erfolgreich abgeschlossen.


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Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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