Fußbodenheizung : Vor- und Nachteile

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Der Winter ist nun voll und ganz angekommen: Draußen wird es wieder kälter und auch drinnen geht die Temperatur stetig nach unten. Gerade wenn die Außentemperatur unter den Nullpunkt fällt, ist es essenziell, auf eine gute und solide Heizmöglichkeit vertrauen zu können: Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehme Wärme, hat neben Stärken aber auch einige Schwächen.

Neubau: Fußbodenheizung installieren?

Gerade wenn es um die Installation einer Heizung geht, sind viele Bauherren unsicher: Soll eine Flächenheizung installiert werden oder doch lieber traditionelle Heizkörper an den Wänden? Wie sieht es mit einer Kombination von beiden Möglichkeiten aus? All diese Fragen müssen vor dem Bau eines Hauses definitiv beantwortet werden – und das ist gar nicht so einfach. Mittlerweile entscheidet sich jeder zweite Häuslebauer für eine Flächenheizung. Dazu zählen neben der Fußbodenheizung auch die Wand- bzw. die Deckenheizung. Die Installation funktioniert stets nach dem gleichen System: Heizschläuche bzw. flexible Heizrohre werden noch beim Bauen in den Fußboden eingelassen. Nach einem mehrtägigen Testlauf, welcher dazu dient, um abzuklären, ob die Rohre auch wirklich dicht sind und ihre Dienste tun, werden sie mit Estrich bedeckt. Danach ist es extrem schwer, noch einmal an die Rohre zu gelangen.

Gerade deshalb ist die fach- und sachgemäße Installation durch einen Fachmann besonders wichtig. Alles muss wirklich ordnungsgemäß laufen, sodass der Boden tatsächlich gegossen werden kann. Ist der Estrich einmal über die Rohre gegeben, hilft nur ein Aufmeißeln des Bodenbelages, um wieder an die Rohre zu kommen. Dennoch braucht es auch bei anderen Heizsystemen einen Fachmann, der sich um die ordnungsgemäße Einrichtung der Heizanlage kümmert. Aus Sicht der Arbeits- und Materialkosten ist es relativ unerheblich, für welche Art der Heizung sich ein Bauherr entscheidet. Von größerer Relevanz jedoch sind die Betriebskosten – und dabei liegt die Fußbodenheizung ganz klar vorn! Sie verbraucht im Schnitt etwa zehn Prozent weniger Kosten als eine Radiatorenheizung. Gerade auf lange Sicht lohnt sich die Fußbodenheizung also mit Blick auf die finanzielle Belastung, die durch die Heizkosten auf den Haushalt zukommen.

 

 

Gerade wenn es um die Installation einer Heizung geht, sind viele Bauherren unsicher: Soll eine Flächenheizung installiert werden oder doch lieber traditionelle Heizkörper an den Wänden? (#01)

Gerade wenn es um die Installation einer Heizung geht, sind viele Bauherren unsicher: Soll eine Flächenheizung installiert werden oder doch lieber traditionelle Heizkörper an den Wänden? (#01)

Fußbodenheizung: Eine langfristige Lösung

Eine weitere Stärke der Fußbodenheizung ist neben den geringen Anschaffungs- und Betriebskosten auch die Langlebigkeit der Heizung. Die Rohre, welche im Boden verlegt werden, bestehen in der Regel aus Kunststoff. Die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass solche Rohre mittlerweile eine Lebensdauer von etwa 40 bis 50 Jahren erreichen können. Das hat den Vorteil, dass die Heizung, ist sie einmal richtig eingebaut, niemals mehr erneuert werden muss – zumindest nicht von der Generation des Bauherren. Die verhältnismäßig lange Lebensdauer geht insbesondere auf den Materialmix der Heizungsrohre zurück. Außerdem sorgen auch der geringe Druck sowie die niedrigen Temperaturen des durchlaufenden Wassers dafür, dass die Heizung lange intakt bleibt. Beim Material kommt es vor allem darauf an, dass es wirklich dicht ist und kein Sauerstoff in die Heizrohre gelangen kann.

Ist dies der Fall, kann es zu Verschlammungen durch Rost kommen, was hohe Kosten nach sich ziehen kann. Eine aufwendige Instandsetzung bzw. Reinigung der Rohre muss in einem solchen Fall durchgeführt werden, was extrem teuer ist. Bei der Anschaffung des Materials sollte aus diesem Grund ein versierter Fachmann zurate gezogen werden, welcher mit Expertise sagen kann, welches Material sich am besten eignet. Ferner sollten Sie davon absehen, zum günstigsten Material zu greifen. Die Investition einer Fußbodenheizung soll schließlich nur einmal im Leben getätigt werden – aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Ausgangsmaterialien stimmen und solide sowie auf eine lange Lebensdauer ausgelegt sind. Müssen die Rohre bei der Fußbodenheizung ausgetauscht werden, ist der Aufwand extrem hoch und zeigt sich kostenintensiver als bei einer Radiatorenheizung. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Boden im Notfall aufgebrochen werden muss.

 

Video:DIY: Fußbodenheizung – Welt der Wunder

Fußbodenheizung: Platzsparend und dezent

Heizkörper sind kein schöner Anblick und in den meisten Fällen nicht gerade platzsparend. Gerade in Altbauten sind die Heizkörper oftmals unter einem Fenster angebracht, sodass der Raum unterhalb des Fensters auch effizient genutzt werden kann. Diese Lösung zeigt sich zwar auf der einen Seite etwas platzsparend, auf der anderen Seite aber komplett ineffizient, was die Wärmeleistung angeht. Gerade ältere Fenster schließen nicht besonders dicht und die Wärme, die unterhalb aus dem Heizkörper gelangt, kann nach oben zum Teil direkt aus dem Fenster entweichen – das ist ein enormer Nachteil von Radiatorenheizungen! Eine Fußbodenheizung ist hingegen richtig praktisch: Sie ist quasi im Boden verborgen und störende und oftmals unattraktive Heizkörper säumen sich nicht an der Wand. Auf diese Weise kann die komplette Fläche der Wand für die Positionierung von Möbeln genutzt werden.

Neben dieser Stärke zeigt sich die Fußbodenheizung im direkten Vergleich mit einem Heizkörper auch extrem pflegeleicht. Während ein Heizkörper regelmäßig gereinigt, neu gestrichen und entlüftet werden muss, braucht die Fußbodenheizung lediglich eine jährliche Wartung bei der Wiederinbetriebnahme nach dem Sommer. Aufwendiges Streichen und das Aussaugen bleiben mit einer Fußbodenheizung also erspart. Die Fußbodenheizung zeigt sich in vielerlei Hinsicht extrem vorteilhaft: Sowohl die Betriebskosten als auch die Einbau- und Installationskosten sind verhältnismäßig gering und auch der Pflegebedarf der Heizung sowie der benötigte Platz halten sich in Grenzen. Dennoch ist nicht alles an der Fußbodenheizung überzeugend, so weist sie ebenfalls diverse Schwächen auf.

 

 

Wer kennt das Gefühl nicht? Die Wohnung scheint ausgekühlt zu sein – also eine Drehung an der Heizung und binnen kürzester Zeit glüht der Heizkörper förmlich und gibt wohlige Wärme ab. (#02)

Wer kennt das Gefühl nicht? Die Wohnung scheint ausgekühlt zu sein – also eine Drehung an der Heizung und binnen kürzester Zeit glüht der Heizkörper förmlich und gibt wohlige Wärme ab. (#02)

Fußbodenheizung zeigt sich träge

Wer kennt das Gefühl nicht? Die Wohnung scheint ausgekühlt zu sein – also eine Drehung an der Heizung und binnen kürzester Zeit glüht der Heizkörper förmlich und gibt wohlige Wärme ab. Dies ist bei der Fußbodenheizung anders. Da sich die Heizung im Boden befindet, braucht es nach dem Einschalten einige Zeit, bis die Wärme durch den Boden nach oben dringt und schließlich die Wohnung erwärmt.

Aus diesem Grund wird das Heizen mit der Fußbodenheizung auch träges Verfahren genannt – gerade wenn ein überraschender Wintereinbruch vor der Türe steht, kann es mit einer Fußbodenheizung viel länger dauern, bis es endlich im ganzen Haus warm ist. Eine weitere Schwäche der Fußbodenheizung ist außerdem die Tatsache, dass der Bodenbelag nicht frei ausgewählt werden kann: Vor allem unter einem Holzboden oder unter einem Teppichboden ist es nicht ratsam, eine Fußbodenheizung zu installieren.

Beide Materialien zeigen sich wärmedämmend und hindern die Hitze daran, durch den Bodenbelag nach oben in den Raum zu dringen. Vor der Planung einer Fußbodenheizung sollten Sie sich unbedingt Gedanken zum gewünschten Fußbodenbelag machen. Im Fachhandel gibt es einige Teppiche, welche sich für die Nutzung zusammen mit einer Fußbodenheizung eignen – es empfiehlt sich jedoch, einen Fachmann zu konsultieren und individuell abzusprechen, welcher Bodenbelag geeignet ist.

 

 

 

Eine weitere Schwäche der Fußbodenheizung ist außerdem die Tatsache, dass der Bodenbelag nicht frei ausgewählt werden kann: Vor allem unter einem Holzboden oder unter einem Teppichboden ist es nicht ratsam, eine Fußbodenheizung zu installieren. (#03)

Eine weitere Schwäche der Fußbodenheizung ist außerdem die Tatsache, dass der Bodenbelag nicht frei ausgewählt werden kann: Vor allem unter einem Holzboden oder unter einem Teppichboden ist es nicht ratsam, eine Fußbodenheizung zu installieren. (#03)

Das Regeln der Fußbodentemperatur

Ist eine Fußbodenheizung im Haus installiert, braucht es zunächst einige Tage, bis sich alles eingespielt hat. In jedem Raum herrscht in der Regel eine andere Wohlfühltemperatur. Während das Schlafzimmer in der Regel etwas kühler ist, haben es viele im Wohnzimmer gerne wohlig warm. Da die Fußbodenheizung sich wie beschrieben recht träge zeigt, kann es einige Tage dauern, bis in jedem Raum die richtige Wohlfühltemperatur eingestellt ist. Ist diese jedoch gefunden, steht wohligen Abenden am Fernseher oder mit einem Buch nichts mehr im Wege.

Wie bereits beschrieben, ist es essenziell, auf einen sach- und fachgerechten Einbau und die richtigen Materialien zu setzen (z.B. finden Sie bei MeinHausShop die richtigen Fußbodenheizsysteme). Muss eine Sanierung der Fußbodenheizung durchgeführt werden, kann dies richtig teuer werden und alle finanziellen Vorteile, welche die Fußbodenheizung mit sich bringt, schwinden im Nu.

 


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: photo 5000-#01: sveta -#02:  Alexander Raths-#03: JackF

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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