Holz lasieren: Verschiedene Holzschutzmittel im Vergleich

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Holz hat neben Wasser und der Sonne noch weit mehr Feinde. Lasieren hilft, es besser zu schützen und strapazierfähiger zu machen. Was beim Lasieren beachtet werden sollte und welche Holzschutzmittel es noch gibt.

Holz lasieren: Warum der Schutz so wichtig ist

Gerade im Außenbereich ist Holz Einflüssen ausgesetzt, die es auf Dauer schädigen. Lasieren hilft. Denn eine Lasur schützt das Holz vor widrigen Umwelteinflüssen und Schädlingen. Der Schutz des Holzes ist auch deswegen nötig, da Feuchtigkeit es „arbeiten“ lässt, heißt: Es quillt auf und schwindet. Ein charakteristisches Merkmal des Materials, das in vielen Fällen kein Problem darstellt: Solange die ursprüngliche Funktion von aus Holz gefertigten Elementen und Gegenständen, nicht beeinträchtigt wird (z.B. bei Zäunen oder Gartenmöbeln aus Holz).

Anders sieht es z.B. bei Fenstern und Türen aus. Diese dürfen ihre Form nicht verändern, da das Fenster sonst womöglich undicht wird. Oder aber die Tür sich nicht mehr öffnen lässt, da sie zu sehr auf dem Boden schleift. Um das zu verhindern und Holz vor Feuchtigkeit zu schützen, sollte man unbehandeltes Holz lasieren.

Neben Feuchtigkeit sind die wesentlichen Feinde von Holz:

  • Sonneneinwirkung bzw. UV-Belastung
  • Insekten
  • Schädlinge wie z.B. Pilze oder Bakterien
  • Sonstiges wie Staub oder Kratzer
Ob lasieren oder lackieren: Beides schützt die Holzgegenstände im Innen- und Außenbereich. (#01)

Ob lasieren oder lackieren: Beides schützt die Holzgegenstände im Innen- und Außenbereich. (#01)

Holz lasieren und lackieren: Der Unterschied

Ob lasieren oder lackieren: Beides schützt die Holzgegenstände im Innen- und Außenbereich. Sowohl die Lasur als auch der Lack kommen als Wetterschutz- und Holzpflegemittel zum Einsatz, die zudem einen optischen Effekt mit sich bringen: sie hübschen das Holz auf, veredeln es und bringen es – wenn ein Glanzlack benutzt wird – auch zum leuchten und schimmern.

Sowohl durch das Lasieren als auch das Lackieren wird das Holz:

  • Widerstandsfähiger
  • strapazierfähiger
  • und damit langlebiger und haltbarer

Allerdings gibt es zwischen diesen beiden Möglichkeiten des Holzschutzes auch noch einen wesentlichen Unterschied: Während es sich beim Lack um einen deckenden Anstrich handelt, ist eine Lasur eine transparente Holzbeschichtung. Das bedeutet: Nach dem Lasieren ist die natürliche Maserung des Holzes noch erkennbar.

Video: Holz lackieren mit Pinsel I Lackieren Tipps & Tricks 💪 [HD]

Holzschutz: Verschiedene Lasuren

Wer sein Holz lasieren möchte, kann generell zwischen zwei Arten von Lasuren unterscheiden:

  • Dünnschichtlasuren
  • Dickschichtlasuren

Der wichtigste Unterschied: Die Dünnschichtlasur dringt sehr tief in das Holz ein. Der Schutz erfolgt in erster Linie von innen. Im Gegensatz dazu bilden Dickschichtlasuren einen Film auf dem Holz, der wasserabweisend und lackähnlich ist. Diese Schicht ist relativ dick. Zudem enthalten Dickschichtlasuren mehr Feststoffanteile.

Wer seine Fenster oder Türen – also maßhaltige Bauteile – lasieren möchte, sollte auf jeden Fall zu diesen Lasuren greifen. Ist ein Holzbauteil maßhaltig, dürfen sich sein Volumen und seine Maße nicht verändern. Vor schädlicher Feuchtigkeit schützt in diesen Fällen am besten die Dickschichtlasur, die das Holz länger haltbar macht. Ein Produkt mit dünner Schicht eignet sich hingegen für nicht maßhaltige Bauteile, also z.B. Holzverkleidungen, Zäune, Pergolen oder auch Palisaden.

Ebenso wie bei der Lasur, gibt es unterschiedliche Arten von Lack, die benutzt werden können – immer abhängig vom Gegenstand/Objekt und den individuellen optischen Wünschen und Vorstellungen. (#02)

Ebenso wie bei der Lasur, gibt es unterschiedliche Arten von Lack, die benutzt werden können – immer abhängig vom Gegenstand/Objekt und den individuellen optischen Wünschen und Vorstellungen. (#02)

Holzschutz: Verschiedene Lacke

Ebenso wie bei der Lasur, gibt es unterschiedliche Arten von Lack, die benutzt werden können – immer abhängig vom Gegenstand/Objekt und den individuellen optischen Wünschen und Vorstellungen. Der Anwender kann z.B. aus einer großen Anzahl an Buntlacken wählen, die es neben den unterschiedlichen Farben auch noch mit verschiedener Oberflächenoptik gibt: Von matt bis glänzend. Buntlacke existieren auch noch in zwei weiteren Ausführungen. Als

  • schnelltrocknende, schadstoff- und geruchsarme Acryllacke (geeignet für Gartenmöbel sowie im Innen- bzw. Wohnbereich)
  • robuste Kunstharzlacke (geeignet für maßhaltige Bauteile wie etwa Fenster)

Acryllacke können übrigens auch für Kinderspielzeug benutzt werden, allerdings nur extra dafür ausgewiesene Produkte und Ausführungen. Wer allerdings Möbel oder andere Gegenstände im Außenbereich farbig lackieren will, muss auf spezielle Wetterschutzfarben zurückgreifen. Sie bieten Schutz vor Wind und Wetter und eignen sich gut für alle nicht maßhaltigen Untergründe.

 

Holz lasieren: Die wichtigsten Materialien, die man fürs Lasieren und Lackieren, benötigt. (#03)

Holz lasieren: Die wichtigsten Materialien, die man fürs Lasieren und Lackieren, benötigt. (#03)

Richtig lasieren: Das erforderliche Werkzeug

Die wichtigsten Materialien, die man fürs Lasieren und Lackieren, benötigt, sind:

  • Schleifpapier (am besten in verschiedenen Körnungen)
  • Schleifklotz
  • Pinsel (fürs Lasieren gibt es besondere Lasurpinsel,
    fürs Lackieren genügt ein handelsüblicher Pinsel)
  • Holzstab (zum Anrühren der Farbe)

Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, sich Zeit für das Besorgen des passenden Werkzeugs zu nehmen. Und sich bei Unsicherheiten im Baumarkt auch die nötige fachliche Beratung zu holen, denn: Entscheidend für das Streichergebnis ist die Wahl des korrekten, passenden Malerwerkzeugs.

Video: Gartenmöbel selbst lackieren – Wood furniture cancel

Vor dem Lasieren und Lackieren: Vorbereitung

Genauso wichtig wie die geeigneten Materialien, ist eine adäquate Vorbereitung. Dabei muss man zwischen Holz im Außen- und im Innenbereich unterscheiden.

Vorgehensweise Außenbereich: Feste Altanstriche sollte man zunächst gut säubern und anschleifen (in Holzmaserrichtung). Das Schleifpapier sollte die Körnung 80 oder 100 haben. Ist die Holzoberfläche unbehandelt, sollte man ein Schleifpapier Körnung 120 nutzen. Wichtig: Im Anschluss an das Schleifen muss der Schleifstaub gründlich entfernt werden. Dann haftet die Lasur auch entsprechend gut.

Vorgehensweise Innenbereich: Die Altanstriche zunächst mit Schleifpapier Körnung 120 anschleifen. Bei unbehandeltem Holz ein Schleifpapier der Körnung 180 verwenden. Auch hier wieder wichtig: Nach dem Schleifen den Staub gründlich entfernen. Dann haftet die Lasur auch entsprechend zuverlässig und langanhaltend.

Lasur bzw. Lack auftragen

Bevor das Holz lackiert oder lasiert wird, muss also dafür gesorgt werden, dass der Untergrund sauber und trocken ist. Und: Fettfrei. Anschließend kommt die Grundierung auf das Holz. Durch sie wird das Holz aufnahmefähig für Anstriche, die lange halten. Erst nach der Grundierung, folgt das eigentliche Lasieren bzw. Lackieren.

Lasur auftragen: Das Wichtigste beim Streichen ist, mit dem Pinsel immer dünn in Holzmaserrichtung anzustreichen. Wer will, kann anstelle eines Pinsels für den Lack z.B. auch eine Schaumstoffrolle verwenden (Lasur ist dafür zu dünnflüssig). Dabei stets darauf achten, gleichmäßig zu streichen. Wenn an einer Stelle zu viel aufgetragen wird, entstehen unschöne „Nasen“, die dann herunterlaufen.
Nach dem Streichen einen Tag warten, bis der erste Anstrich trocken ist. Dann erneut abschleifen (Zwischenschliff mit Körnung 180) und – nach Entfernen des Staubs – das Holz nochmals lasieren.

Öl bietet noch eine weitere Möglichkeit, um sein Holz zu pflegen und zu schützen. (#04)

Öl bietet noch eine weitere Möglichkeit, um sein Holz zu pflegen und zu schützen. (#04)

Holzschutz mit Öl

Öl bietet noch eine weitere Möglichkeit, um sein Holz zu pflegen und zu schützen. Ein qualitativ gutes Holzöl muss vor allem drei Eigenschaften mitbringen: Es muss zum einen Schutz vor Vergrauung und Austrocknung bieten. Und: Die Farben vom Holz wieder in früherem Glanz erstrahlen lassen. Der Vorteil vom Holzöl: Es dringt sehr tief ins Holz ein, unterstützt die natürliche Maserung und verstärkt so den ursprünglichen Farbton. Das Holz bleibt mit einer regelmäßigen Öl-Pflege insgesamt auch länger haltbar.

Holzöl kommt auf Holzböden von Terrassen und auf Holzmöbeln – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich – zum Einsatz. Auch beim Ölen ist es wichtig, das richtige Werkzeug zu nutzen. Zum Ölen sollte ein Pinsel mit breitem Stiel benutzt werden. Je einfacher und größer die Oberfläche ist, die geölt werden soll, desto breiter kann der Pinsel sein. Bei kleinen, verwinkelten Flächen und den Ecken bzw. Kanten, bedarf es feinerer, genauerer Arbeiten. Diese mit einem entsprechend kleinen Pinsel durchführen. Übrigens kann man das Öl auch mit einem Lappen (Baumwoll- oder Leinenlappen) auf das Holz auftragen. Auch alte T-Shirts oder Bettlacken eignen sich dafür.

Drei Arten von Öl kommen dabei besonders in Frage:

  • Leinöl
  • Balsamterpentinöl
  • Hartöl

Video: Holz streichen

Lacke und Lasuren: Inhaltsstoffe

Und da wir uns nun schon die ganze Zeit damit befassen, was Lacke und Lasuren alles können und wie man sie richtig anwendet, soll hier noch geklärt werden, was eigentlich drin ist.

Bezogen auf die Inhaltsstoffe, sind sich diese beide Produkte sehr ähnlich. Das verwundert nicht, da sowohl Lacke als auch Lasuren dem Holz denselben Schutz bieten (siehe erster Abschnitt).

Sie bestehen aus denselben drei Haupt-Inhaltsstoffen:

  • Bindemittel
  • Lösemittel
  • Farbpigemte (Lasuren enthalten deutlich weniger als Lacke)

Zu diesen drei Hauptbestandteilen kommen – abhängig von der Art des Lacks bzw. der Lasur – oft noch bestimmte Füllstoffe oder andere Hilfsmittel. Beim Trockenen des Anstrichs, verdunsten die Lösemittel allmählich. Am Ende bleiben im Anstrichmittel die Feststoffe übrig: Die Farbpigmente, das Bindemittel und gegebenenfalls Füllstoffe und Hilfsmittel.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: bubutu-#01: NinaMalyna -#02: NinaMalyna -#03: Roman Stetsyk  -#04: Wattanachon Kongthon

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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