Holzoberflächen gestalten: perfektes Holz selber machen

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Wer eine Holzoberfläche gestaltet, der kann nicht nur einen wunderbaren Look erzielen – er verlängert auch die Lebensdauer des Holzes. Im Folgenden werden diverse Bearbeitungsmöglichkeiten für das fachmännische Behandeln von Holz aufgezeigt.

Holzoberfläche: Gestrichenem Holz neues Leben geben

Holzarbeiten fallen in allen Handwerkbereichen an. Ob man lediglich einer Tür neues Leben einhauchen möchte oder eine komplette Schrankwand baut – die korrekte Bearbeitung der Holzoberfläche ist hier enorm wichtig.

Bevor bereits gestrichenes Holz behandelt werden kann, muss die Holzoberfläche abgeschliffen werden. Für die korrekte Bearbeitung eines alten Möbelstückes ist es wichtig herauszufinden, ob es sich um Massivholz oder furniertes Holz handelt. Ist das Holz lediglich furniert, steht für den Abschliff lediglich eine dünne Schicht zur Verfügung – entsprechend vorsichtig muss hier gearbeitet werden.

Bevor man einen alten Holzstuhl rastaurieren kann, muss man zunächst die Holzoberfläche abschleifen. Bei Funierholz gibt es nur eine dünne Schicht die abgeschliffen werden kann, also bitte unbedingt vorher Prüfen. (#1)

Bevor man einen alten Holzstuhl rastaurieren kann, muss man zunächst die Holzoberfläche abschleifen. Bei Funierholz gibt es nur eine dünne Schicht die abgeschliffen werden kann, also bitte unbedingt vorher Prüfen. (#1)

Tipp für die Holzoberfläche:

Kommt es nach einem Abschliff der Holzoberfläche zu unebenen Stellen durch Löcher oder Kratzer, können diese mit den passenden Hilfsmitteln gefüllt werden. Am besten die gewählte Füllmasse mit einem Spachtel auftragen. Überflüssige Spachtelmasse lässt sich nach dem Austrocknen einfach abschleifen – unbedingt die vorgegebene Trockenzeit berücksichtigen!

Abhängig von der geplanten Oberflächenbehandlung, ist ein jeweils anderer Abschliff notwendig. Eine komplette Grunderneuerung benötigt eine ausreichende Tiefe, um das alte Holz komplett zu entfernen – so wird die neue Oberflächenbehandlung nicht uneben.

Generell sollte der Schleifvorgang in drei Schritten geschehen:

  • Grobes Abtragen der ersten Schicht mit einer Schleifmaschine – 80er Körnung
  • Ebnen der Holzoberfläche mit der Schleifmaschine – 180er Körnung
  • Nachbearbeitung mit der Hand – 280er Körnung oder feiner
Für eine komplette Grunderneuerung benötigt eine ausreichende Tiefe, um das alte Holz komplett abschleifen zu können. Für jede Oberflächenbehandlung, ist ein anderer Abschliff notwendig. Mal mit Maschine, mal in handarbeit. (#2)

Für eine komplette Grunderneuerung benötigt eine ausreichende Tiefe, um das alte Holz komplett abschleifen zu können. Für jede Oberflächenbehandlung, ist ein anderer Abschliff notwendig. Mal mit Maschine, mal in handarbeit. (#2)

Ölbehandlung der Holzoberfläche

Eine beliebte Wahl für die Oberflächenbehandlung von Holz ist das Ölen. Ein Grund dafür ist, dass für die Holzbehandlung reine Natuprodukte zur Verfügung stehen. Spezielles Holz- und Möbelöl ist umweltfreundlich und nachhaltig. Die Öle werden für diverse Holzarten und Holzmaserungen angeboten – ideal, um die natürliche Schönheit der Holzoberfläche gut zur Geltung zu bringen.

Es ist allerdings zu beachten, dass die Ölung des Holzes in regelmäßigen Abständen geschehen muss, um das Holz ausreichend zu schützen. Die Holzoberfläche wird nicht verschlossen, sondern kann weiterhin atmen – was sich positiv auf das Raumklima auswirken kann. Gleichzeitig allerdings ist das Holz so sehr anfällig für Beschädigungen durch Feuchtigkeit.

Mit einer leichten Seifenlauge das Holz vor der Ölbehandlung gut reinigen. Anschließend die Oberfläche mit einem weichen Tuch trocknen. Um das Öl gleichmäßig verteilen zu können, bietet sich ein leichtes Baumwolltuch an. Es ist aber auch möglich, einen Pinsel für das Auftragen des Holzöles zu nutzen. Anschließend das Holz für mindestens 24 Stunden trocken lassen. Mit einem Poliertuch lässt sich die Oberfläche zum Strahlen bringen.

Video: Holz ölen, Teil 1, mit Leinöl, Holzöl, Hartöl, Walnussöl, Tungöl, Standöl, Ölen von Holz

Spezialbehandlungen für Holzfußböden und deren Holzoberfläche

Holzfußböden sind unentwegt einer hohen Belastung ausgesetzt. Da ist es nur logisch, dass sie nicht nur einen guten Schutz benötigen, sondern auch eine regelmäßige Oberflächenbehandlung nötig ist. Um ein langanhaltendes wie ansehnliches Ergebnis zu schaffen, sind ein Hartwachs oder ein Haaröl die beste Wahl für die Behandlung der Holzoberfläche. Das Holz wird gegen das Eindringen von Flüssigkeiten geschützt, ohne die Atmungsaktivität des Holzes zu stark zu beeinflussen. Die Arbeitsschritte für das Auftragen von Hartölen sind identisch zu denen für das Arbeiten mit klassischen Holzölen.

Einen tiefgehenden Schutz für Holzböden erhält man mit Wachs. Holzwachs wird häufig auf der Basis von Bienenwachs oder Pflanzenwachs gefertigt und ist somit als reines Naturprodukt erhältlich. Es ist zu beachten, dass das Holz nach einer Behandlung an Hitzebeständigkeit einbüßt. Generell gibt es das Holzwachs in Form einer festen Paste oder als einen weichen Balsam zukaufen. Die einzelnen Angebote unterscheiden sich aber nicht nur in der Konsistenz, sondern auch in der Farbe.

Beim Bearbeiten der Holzoberfläche von Holzfußböden sind manchmal Spezialbehandlungen nötig. Am besten macht man sich vor der Bearbeitung erstmal schlau. (#3)

Beim Bearbeiten der Holzoberfläche von Holzfußböden sind manchmal Spezialbehandlungen nötig. Am besten macht man sich vor der Bearbeitung erstmal schlau. (#3)

Hinweis zu den Spezialbehandlungen für Holzfußböden:

Wer es sich sparen möchte, nach dem Auftragen den Boden auf Hochglanz zu polieren, der verwendet eine selbstglänzende Paste – diese ist teurer, aber erspart einen unter Umständen sehr aufwendigen und langwierigen Arbeitsschritt.

Ob Fußoden oder Möbelstück – das Holz muss vor dem Wachsen abgeschliffen und gereinigt werden. Es muss für die Behanldung außerdem staubfrei sein. Ein optimales Ergebnis lässt sich erzielen, wird das Holz in zwei Durchgängen gewachst. Nach der ersten Schicht das Holz für rund eine Stunde ruhen lassen und die Oberfläche anschließend mit einer leichten Körnung erneut anrauen. Das Wachs auftragen und mit einem Vliestuch auf Glanz polieren.

Holzoberflächen richtig lasieren

Eine Holzlasur hat den Vorteil, dass sie besonders pflegend und schonend ist. Die Poren des Holzes werden dabei nicht verschlossen, was für die Haltbarkeit des Holzes sehr wichtig ist. Darüber hinaus stehen die Lasuren in einer breiten Farbpalette zur Verfügung. Die sanfte Konsistenz der Lasuren erlaubt eine leichte Verarbeitung. Es ist einfach, hier eine gleichmäßige Oberflächenbehandlung zu erzielen.

Hinweis zur richtigen Lasierung von Holzoberflächen:

Es ist nicht möglich, mit einer Lasur eine glänzende Oberfläche zu erzeugen. Darüber hinaus arbeiten Lasuren mit chemischen Zusatzstoffen, die in das Holz eindringen. Wer auf eine umweltfreundliche Variante setzen möchte, sollte daher die Finger von der Holzlasur lassen.

Mit der richtigen Technik ist es ganz einfach, die Holzoberfläche von einem alten Holzzaun zu erneuern. Frisch lasiert ist er auch wieder wetterfest. (#4)

Mit der richtigen Technik ist es ganz einfach, die Holzoberfläche von einem alten Holzzaun zu erneuern. Frisch lasiert ist er auch wieder wetterfest. (#4)

Bevor die Lasur in Kontakt mit dem Holz kommt, sollte sie mit einem breiten Holzstab angerührt werden. Dies stellt sicher, dass sich die Komponenten der Lasur gut miteinander vermischen. Die Lasur in gleichmäßigen Zügenmit einem weichen Pinsel auftragen. Abhängig von der Lasur, sollte das Holz mindestens für vier Stunden trocknen.

Anschließend fühlt sich die Holzoberfläche leicht rau an. Dies liegt daran, dass die Holzfasern leicht aufquellen. Einfach das Holz mit einem Sandpapier der Körnung 240 behandeln. Je mehr Lasurschichten aufgetragen werden, umso intensiver ist die Farbgebung. Es ist möglich,je nach der Färbung des Holzes das Material mit einem versiegelnden Wachs oder Öl zu behandeln.

Holzoberflächen richtig lackieren

Im Gegensatz zu den anderen Oberflächenbehandlungen, versiegelt eine Lackierung das Holz vollständig. Dies resultiert in einem lang anhaltenden und robusten Holzschutz. Daher wird die Lackierung von Holz gerne für Möbel verwendet, die untentwegt einer hohen Beanspruchung ausgesetzt sind.

Holzlacke zur Gestaltung der Holzoberfläche gibt es in vielen verschiedenen Farben. Inzwischen reicht die Pallette ins Unermessliche, denn man kann sich in den meisten Baumärkten die Lacke in Wunschfarbe anmischen lassen. Der Fantasie sind keine Grenzen mehr gesetzt. (#5)

Holzlacke zur Gestaltung der Holzoberfläche gibt es in vielen verschiedenen Farben. Inzwischen reicht die Pallette ins Unermessliche, denn man kann sich in den meisten Baumärkten die Lacke in Wunschfarbe anmischen lassen. Der Fantasie sind keine Grenzen mehr gesetzt. (#5)

Holzlackierungen sind außerdem aufgrund der enormen Farbauswahl sehr beliebt. Lacke werden dabei nicht nur in unterschiedlichen Nuancen angeboten; es gibt sie auch mit matten oder glänzenden Oberflächen. So lässt sich jedes Stück ideal an die individuellen Vorstellungen anpassen.

Es ist zu beachten, dass der Lack das Holz vollständig versiegelt. Das Material ist anschließend nicht mehr in der Lage, seine natürliche Atmungsaktivität aufrecht zu erhalten. Ein Nachteil ist die geringe Umweltfreundlichkeit der Lacke. Sie lassen sich nicht aus natürlichen Mitteln herstellen. Es ist allerdings möglich, schadstofffreie Angebote zu wählen, die auf bestimmte Weichmacher verzichten.

Der Aufwand für das Lackieren einer Holzoberfläche ist recht hoch. So muss das Möbelstück in der Regel in seine Einzelteile zerlegt werden. Henkel oder Knöpfe unbedingt entfernen! Weist das Holz nach dem Abschleifen Löcher oder Risse auf, müssen diese mit einer speziellen Füllmasse verschlossen werden. Eine ebene Oberfläche ist wichtig, möchte man ein gleichmäßiges Ergebnis sichern.

Viedeo: Holz lackieren

Hinweis zur richtigen Lackierung von Holzoberflächen:

Abhängig vom Hersteller, gelten für jeden Lack andere Idealvoraussetzungen für das Auftragen. So gibt es Unterschiede in der Trockenzeit und hinsichtlich der bestenUmgebungstemperatur während der Arbeit. Für ein perfektes Ergebnis sollten diese Angaben unbedingt beachtet werden.

Das ebenmäßige Lackieren der Holzoberfläche ist mit einer speziellen Lackierrolle am einfachsten. Darüber hinaus lässt sich auch eine Schaumwalze verwenden. Nach der vorgegebenen Trockenzeit eine zweite Lacksicht auftragen. Besonders stark beanspruchte Flächen können zusätzlich mit einem Klarlack versiegelt werden. Bei allen Schichten darauf achten, diese nicht zu dick aufzutragen. Lackschäden lassen sich kaum unsichtbar reparieren. Ein sichtbarer Kratzer kann lediglich durch eine Überarbeitung des gesamten Möbelstückes behoben werden.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: NinaMalyna, -#1 StockLite, -#2 Clari Massimiliano, -#3 stockphoto mania, -#4 NinaMalyna, -#5 rangizzz



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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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