Homing: So funktioniert der neue Wohntrend

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In den vergangenen Jahren gab es einen Mega-Trend im Wohnbereich. Er nannte sich Cocooning und zeichnete sich dadurch aus, dass man seine Wohnung als Rückzugsort nutzte, um sich von der Außenwelt abzuschotten.

Jetzt kommt Homing. Weniger eigenbrötlerisch, dafür aber mit maximaler Gemütlichkeit und Geselligkeit versehen. Wir zeigen, mit welchen Kniffen man sein Heim Homing-tauglich macht.

Je größer der Tisch, desto besser. Da nimmt man gerne auch mal länger Platz und plauscht gemeinsam bis in die Morgenstunden. (#01)

Je größer der Tisch, desto besser. Da nimmt man gerne auch mal länger Platz und plauscht gemeinsam bis in die Morgenstunden. (#01)

Der Tisch

Homing lebt davon, dass man seine vier Wände zu einem geselligen Ort macht, an dem man mit Freunden und Verwandten zusammen isst, feiert, lacht. Deshalb ist die absolute Grundlage ein großer Tisch. Ob der in der Küche steht oder im Esszimmer, hängt von den architektonischen Gegebenheiten ab und lässt keine Pauschalaussage zu.

Doch was sollte es für ein Tisch sein? Sicher kein wackeliges Stück aus Pressspan, denn das Homing-Zentrum muss schwere Essschüsseln ebenso klaglos überstehen wie harte Brettspiel-Sessions. Massivholz ist das Mittel der Wahl und wer über Heimwerkertalent verfügt, kann sich die Sache auch einfach selber bauen und so die Abmessungen seinen Gegebenheiten anpassen.

Und über den Tisch gehören Leuchten. Und zwar solche, die maximal Licht verbreiten. Einer der Punkte, wo Homing sich vom Cocooning abwendet – dabei ging es nämlich überall vornehmlich um (dimmbare) Kuschelbeleuchtung, gern auch mit Edison-Glühlampen. Wo der Tisch steht, ist auch der richtige Platz, um in der Nähe ein Wandregal zu installieren. Dort nämlich finden die Spiele zwischen Karten und hochkomplexem Brettspiel ihren Platz, damit sie schnell griffbereit sind.

 

Mittlerweile gibt es neben dem Live-TV mehr als ein Dutzend Möglichkeiten, zusammen mit seinen Gästen einen spannenden Film- oder Serienabend zu verbringen. (#02)

Mittlerweile gibt es neben dem Live-TV mehr als ein Dutzend Möglichkeiten, zusammen mit seinen Gästen einen spannenden Film- oder Serienabend zu verbringen. (#02)

Das Wohnzimmer

Mittlerweile gibt es neben dem Live-TV mehr als ein Dutzend Möglichkeiten, zusammen mit seinen Gästen einen spannenden Film- oder Serienabend zu verbringen. Allerdings sicher nicht auf gut aussehenden, aber wenig bequemen Sitzmöbeln. An diesem Punkt zeigt sich, dass Homing noch viele Gemütlichkeits-Anleihen beim Cocooning zieht. Und was braucht es dafür? Wohnmöbel zum Wohlfühlen, sprich, eine möglichst große, breite und urgemütliche Riesencouch, auf der alle Platz finden. Und natürlich gehören auf diese Couch Decken, weiche Kuschelkissen und vielleicht sogar Felle.

Ergänzt wird das ganze durch einen TV-Schrank, der die „Glotze“ möglichst hoch positioniert, damit man wirklich bequem darauf schauen kann und keinen steifen Nacken bekommt, wie es bei sehr niedrigen Möbeln schnell der Fall ist.

Und an diesem Ort schlägt auch wieder die große Stunde der indirekten Beleuchtung. Denn sowohl ganz helles Licht wie Düsternis hat beim Fernsehen so seine Tücken: Das eine sorgt dafür, dass das TV-Bild geblendet wird. Das andere birgt die Gefahr, dass man sich die Augen verdirbt. Wir folgen also dem Rat des Optikers und setzen entweder regulierbare Deckenfluter ein oder sorgen dafür, dass die Deckenbeleuchtung sich abdimmen lässt (Achtung: Nicht alle LED-Glühbirnen sind dimmbar).

Für den Homing-Trend braucht es jedoch sehr viel weniger davon. Für das Wohnzimmer bieten sich klassische „Salonfarben“ an. Das kann beispielsweise ein tiefes, sattes Grün sein oder auch ein ähnlich gelagertes Blau.

Für den Homing-Trend braucht es jedoch sehr viel weniger davon. Für das Wohnzimmer bieten sich klassische „Salonfarben“ an. Das kann beispielsweise ein tiefes, sattes Grün sein oder auch ein ähnlich gelagertes Blau.

Die Wandfarben

Es gibt mehr unterschiedliche Wandfarben als der Regenbogen vorrätig hält. Für den Homing-Trend braucht es jedoch sehr viel weniger davon. Für das Wohnzimmer bieten sich klassische „Salonfarben“ an. Das kann beispielsweise ein tiefes, sattes Grün sein oder auch ein ähnlich gelagertes Blau. In der Küche hingegen ist für das lange Jahre beliebte „Latte-Braun“ endgültig Schluss. Wer Homing leben will, setzt auf die fruchtigen Farben, die man in der Auslage eines guten Eissalons vorfinden würde.

Tipp: Wer lieber auf Tapeten setzen möchte, findet auch dafür mittlerweile im Baumarkt das richtige. Angesagt sind vor allem kontrastreich gestreifte Tapeten sowie solche, die mit ihren Mustern Anleihen an Art Déco nehmen.

Holz ist mit seinem warmen, gemütlichen Look auch hier die Grundlage. Ob als selbstgebautes Arrangement aus Palletten oder in Form von weniger streng Symmetrischem ist dabei Geschmackssache. (#04)

Holz ist mit seinem warmen, gemütlichen Look auch hier die Grundlage. Ob als selbstgebautes Arrangement aus Palletten oder in Form von weniger streng Symmetrischem ist dabei Geschmackssache. (#04)

Balkon und Terrasse

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das zeigt sich besonders dann, wenn man in seinem Außenbereich nicht wirklich viel Platz hat. Denn hier draußen, wo man laue Sommerabende genießen kann, finden sowohl der gesellige Teil des Homing wie das gemütliche Couching zusammen. Das bedeutet, entweder besorgt man sich einen großen Tisch und Stühle oder aber eine passende Außen-Couch. Wer natürlich den Platz hat, darf gerne beides kombinieren.

Allerdings: Bei beiden Möbelsorten ist das seit einigen Jahren so angesagte, anthrazitfarbene (Pseudo) Rattan mit seinem nüchtern-modernistischen Look out. Holz ist mit seinem warmen, gemütlichen Look auch hier die Grundlage. Ob als selbstgebautes Arrangement aus Palletten oder in Form von weniger streng Symmetrischem ist dabei Geschmackssache.

Was aber in jedem Fall Pflicht ist, ist Feuer. Wer Platz hat und keine Probleme mit Nachbarn oder Vermieter befürchten muss, sollte dazu einen stählernen Feuerkorb anschaffen. Der macht es möglich, die Gemütlichkeit um den Schein eines knisternden Lagerfeuers zu erweitern. Als Ergänzung gehören dann noch Fackeln dazu, Ölfackeln, gerne im Bambus-Tiki-Look und mit wohlriechendem Brennstoff befüllt. Wer bei solcherlei offenen Flammen als Mieter den Kürzeren zieht, kann sich durch ölbefüllte Stalllaternen abhelfen und ergänzend durch jede Menge dicker Kerzen in großen Gläsern die gleiche Gemütlichkeit erzeugen.

Ganz wichtig: Wer von der Terrasse nicht nur aufs Nachbarhaus, sondern in den Garten blickt, sollte seine Terrasse unbedingt auch durch ein Dach, gern mit Seitenwänden, vor den Unbilden des Wetters schützen. Das macht es möglich, auch bei schlechtem Wetter alle Annehmlichkeiten mit seinen Freunden zu genießen.

Holz ist abermals Trumpf, zumindest sein Look. Denn im Innenraum gibt es eigentlich nur die Wahl zwischen verschiedenen Maserungen. (#05)

Holz ist abermals Trumpf, zumindest sein Look. Denn im Innenraum gibt es eigentlich nur die Wahl zwischen verschiedenen Maserungen. (#05)

Der Boden

Holz ist abermals Trumpf, zumindest sein Look. Denn im Innenraum gibt es eigentlich nur die Wahl zwischen verschiedenen Maserungen. Dabei gilt, echte Dielenböden sind der Gewinner, weil sie den rustikalen Look damit vereinen, immer wieder renoviert werden zu können. Wer mag, kann das Aussehen zudem durch eine gezielte Versiegelung noch steuern. Etwa, indem die Maserung schön hervorgehoben wird.

Wer jedoch nicht auf einen solchen Boden zurückgreifen kann, muss nicht verzagen. Denn es gilt eben, dass es vor allem auf die warme Optik des Holzes ankommt. Und da bietet es sich als Alternative auch an, einfach Laminat zu nehmen. Dann aber heißt es „klotzen statt kleckern“ und nach solchen Varianten Ausschau halten, die besonders urtümlich wirken – allerdings gibt es keine Pflicht, auf den verbreiteten „Whiskyfass-Bohlen-Look“ zu setzen.

Wer jedoch auf beide Optionen nicht zurückgreifen kann, vielleicht weil seine Wohnung gefliest ist, sollte sich zumindest damit behelfen, in dem er großzügige Teppiche im Wohnzimmer auslegt. Dabei gilt, je hochfloriger desto besser, weil gemütlicher.

Wer ein perfektes Flammbild Wert legt, muss dabei natürlich den klassischen Holzscheitofen wählen, weil das Flammbild durch die Holzsorte steuerbar ist. (#06)

Wer ein perfektes Flammbild Wert legt, muss dabei natürlich den klassischen Holzscheitofen wählen, weil das Flammbild durch die Holzsorte steuerbar ist. (#06)

Feuer im Innenraum

Der Feuerkorb auf der Terrasse ist schon gut. Wirklich abgerundet wird Homing jedoch erst dann, wenn man sich auch im Wohnzimmer auf ein prasselndes Feuerchen konzentrieren kann. Optimalste, aber auch natürlich teuerste Wahl sind dabei klassische Öfen. Bitte hier nicht auf nüchterne moderne Designerstücke setzen, sondern ruhig auf altertümliche Gemütlichkeit. Wer ein perfektes Flammbild Wert legt, muss dabei natürlich den klassischen Holzscheitofen wählen, weil das Flammbild durch die Holzsorte steuerbar ist.

Wer sich an der Wärmequelle möglichst wenig die Finger schmutzig machen möchte, dürfte stattdessen eher mit einem Pelletofen glücklich werden, der beschickt sich nämlich im Betrieb ganz automatisch über einen Vorratsbehälter.

Wem diese beiden Optionen mangels Schornstein-Anschluss verwehrt bleiben, der kann sich durch einen sogenannten Ethanolkamin helfen. Diese können auch ohne Rauchabzug in geschlossenen Räumen betrieben werden. Einziger echter Nachteil: Im Handel überwiegen Modelle mit sehr technischen Looks in Edelstahl- und Glas-Optik.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Monkey Business Images-#01: Artazum -#02: _ Photographee.eu-#03: Victoria Grankina -#04: sylv1rob1 -#05: ESB Professional -#06: melis_



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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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