Löcher bohren: Vorabanalyse mit Wandscanner

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Löcher bohren in die Wand ist immer wieder eine Herausforderung. Gerade die Unwissenheit in Bezug auf die Wand ist ein Problem. Der passende Dübel ist schnell gefunden, eine angebohrte Leitung kann jedoch gefährlich werden. Hier soll die Vorabanalyse mit dem Wandscanner helfen.

Löcher bohren: Die Einschätzung der Wand als Problem

Wer ein Loch in die Wand richtig bohren möchte, der braucht dafür eine Bohrmaschine, Dübel und natürlich Glück. Das Glück wird allein deshalb benötigt, weil durch Wände viele Leitungen verlaufen. Sowohl die Wasser, als auch die Stromleitung wird in diesen Bereichen verlegt. Wenn diese beim Löcher bohren getroffen werden, dann ist dies nicht nur ärgerlich, sondern kann auch richtig gefährlich werden.

Die Einschätzung der Wand kann durch einen Profi vorgenommen werden. Dieser hat spezielle Geräte, mit denen sich herausfinden lässt, wo entlang die Leitungen verlaufen. Um einfache Löcher zu bohren, die beispielsweise für die Befestigung von einem Möbelstück benötigt werden, wäre dies ein großer Aufwand, der hohe Kosten mit sich bringt. Nun soll es Abhilfe geben. Mit Hilfe von einem speziellen Smartphone-Tool können die Wände durchleuchtet werden.

Video: Bosch Ortungsgerät D-Tect 150 Professional

Wie funktioniert der Wandscanner zum Löcher bohren?

Das Tool trägt den Namen Walabot DIY und wurde entwickelt, um eben diese Problematik in den Griff zu bekommen. Die Funktionsweise ist einfach. Mit Hilfe des Tools ist es möglich, die Wände zu durchleuchten. Auch die Erstellung von einem 3D-Bild soll gegeben sein. Auf diesem sind die Zwischenräume zu erkennen. So kann mit dem Bohrer nicht an der falschen Stelle angesetzt werden.

Der Hersteller gibt an, dass die Folgen Dinge in der Wand entdeckt werden können:

  • Kunststoffrohre
  • Metallrohre
  • Bolzen
  • Kabel

Dies sind auch die häufigsten Auslöser für Probleme beim Löcher bohren. Wenn Heimwerker einschätzen können, wo entlang die Rohre und Kabel verlaufen, lassen sich die Löcher an anderen Stellen bohren. Zudem soll es mit dem Wandscanner möglich sein, Mäusenester aufzuspüren. Damit ist er nicht nur ein großer Helfer bei der Arbeit mit der Bohrmaschine. Wer schon lange vermutet, Mäuse im Haus zu haben, der kann sich somit recht unkompliziert auf die Suche nach den Nestern machen.

Beim Löcher bohren sollte die Bohrlochtiefe vorher am Bohrer markiert werden. (#01)

Beim Löcher bohren sollte die Bohrlochtiefe vorher am Bohrer markiert werden. (#01)

Die Technik hinter dem Wandscanner

Spannend ist der Blick auf die Technik, die sich hinter dem Wandscanner verbirgt. Verarbeitet wurde ein Radiofrequenz-System. Damit können Handwerker auf Hightech zurückgreifen und sich die Arbeit erleichtern. Der Wandscanner kann überzeugen und konnte dadurch den IFA-Highlight-Award 2017 durch die Zeitschrift CHIP erhalten.

Um das Tool verwenden zu können, wird es vor dem Löcher bohren auf die Rückseite vom Smartphone gesetzt. Es ist geformt wie ein Case. Wer eine Schutzhülle um sein Handy hat, der sollte diese entfernen. Nur so lässt sich der Wandscanner auch richtig befestigen. Nun erfolgt eine Verbindung von Scanner und Handy per USB. Damit dies funktioniert, muss das Smartphone USB-OTG unterstützen. Bei den meisten Android-Geräten ist das kein Problem. Wer das Tool verwenden möchte, der sollte vorher prüfen, ob die Fähigkeit beim Smartphone vorhanden ist. Hier liegt also das Problem vor, dass der Scanner mit einem iPhone bisher nicht genutzt werden kann. Inwieweit sich dies noch ändert, ist bisher nicht absehbar.

Einer der wichtigsten Tipps ist die sichere Standposition. Der Bohrer hat viel Kraft und daher sollte man frontal zur Wand stehen. (#02)

Einer der wichtigsten Tipps ist die sichere Standposition. Der Bohrer hat viel Kraft und daher sollte man frontal zur Wand stehen. (#02)

Was ist der Unterschied zum Ortungsgerät für die Wand?

Natürlich ist die Idee hinter der Funktion nicht ganz neu. Wer bisher Löcher bohren wollte, der hat im Idealfall zu einem Ortungsgerät für die Wand gegriffen. Hierbei handelt es sich um einen Detektor, der auf Rohre, Metall, Holz und Ständerwerk reagiert. Se werden auch als Leitungssucher bezeichnet. Es stehen digitale Lösungen zur Verfügung, die mit einer automatischen Kalibrierung arbeiten. Auch tief gelegte Objekte lassen sich meist finden. Durch die 3D-Darstellungen des Wandscanners arbeitet dieser jedoch noch genauer. Zwar können Handwerker auch mit dem Ortungsgerät erfolgreich sein. Es kostet jedoch etwas mehr Aufwand. Zudem lässt sich der Wandscanner einfach am Smartphone anbringen. Dadurch ist die Handhabung noch einfacher, er braucht weniger Platz und orientiert sich an der aktuellen Technik.

Hilfreich ist der Wandscanner in erster Linie für Personen, die häufiger Löcher bohren. Dies kann betriebliche Gründe haben. Professionelle Handwerker können zwar auch mit dem Ortungsgerät gut umgehen. Der Wandscanner macht ihnen die Arbeit jedoch noch leichter. Aber auch im privaten Bereich ist es möglich, dass passionierte Handwerker viel an den Wänden arbeiten. Um sich selbst zu schützen und dafür zu sorgen, dass es nicht zu Problemen mit den Leitungen kommt, sollten die Wände vorher immer geprüft werden. Dies ist nun mit sehr wenig Aufwand möglich.

Video: Wandscanner PCE – STM 3 (Version II)

Richtig Löcher bohren: So klappt es

Richtig Löcher bohren basiert aber nicht nur darauf, dass der Handwerker weiß, wo die Rohre in der Wand entlang verlaufen. Die Nutzung von einem Wandscanner ist ein wichtiger Teil der Vorbereitung. Wer dann weiß, wo er ansetzen möchte, der sollte jedoch noch nicht direkt loslegen. Besser ist es, Schritt für Schritt vorzugehen:

  1. Die richtige Vorbereitung
    Der Wandscanner hat die Wand geprüft und die gewünschte Stelle kann genutzt werden. Bevor die Bohrmaschine jedoch angesetzt wird, sollte das Loch angezeichnet werden. Wenn ein glatter Untergrund vorliegt, dann ist es empfehlenswert, das Bohrloch anzureißen. So wird verhindert, dass Bohrmaschine abrutscht.
  2. Den richtigen Bohrer auswählen
    Nun muss der richtige Bohrer ausgewählt werden. Hier kommt es auf die Beschaffenheit der Wand an. Wenn man eine Klopfprobe macht und es zeigen sich hohle Geräusche, scheint es sich um Gipsbeton zu handeln. Bei dumpfen Geräuschen ist eher davon auszugehen, dass eine Massivhand vorliegt. Es kann auch eine Probebohrung durchgeführt werden. Dafür ist eine verdeckte Stelle besonders gut geeignet. Die Schlagbohrmaschine sollte dabei für Ziegel oder Naturstein eingesetzt werden, der Bohrhammer für Beton und die Maschine ohne Schlagfunktion für Gipskarton. Auch die richtigen Bohrer spielen eine Rolle beim Erfolg. Es gibt spezielle Holz- oder Steinbohrer.Die Größe des Bohrers sollte an die Dübel angepasst werden. Wenn es sich um eine poröse Wand handelt, dann ist es besser, mit kleinen Bohrern zu arbeiten.
  3. Die Markierung der Bohrlochtiefe
    Beim Löcher bohren sollte die Bohrlochtiefe vorher am Bohrer markiert werden. Gerade dann, wenn der Handwerker nicht häufig mit dem Bohrer arbeitet, ist dies ein wichtiges Thema. Dafür kann der Bohrer mit einem Klebestreifen versehen werden. Die Bohrlochtiefe orientiert sich an der Länge der Dübel. Teilweise kann bei der Bohrmaschine auch der Tiefenschlag verstellt werden. Das ist besonders praktisch, so ist keine Markierung notwendig.
  4. Eine sichere Standposition einnehmen
    Einer der wichtigsten Tipps ist die sichere Standposition. Der Bohrer hat viel Kraft und daher sollte man frontal zur Wand stehen. Ein Ausfallschritt sorgt dafür, dass die Füße einen festen Halt haben. Hilfreich ist es auch, wenn eine weitere Person bei der Sicherung helfen kann.
  5. Löcher bohren
    Jetzt können die Löcher gebort werden. Dafür wird die Bohrmaschine im rechten Winkel an die Wand gesetzt. Beim Bohren entsteht Bohrstaub. Hier kann eine zweite Person den Staubsauger unter die Maschine halten. Ein weiterer Trick ist es, mit einem kleinen Umschlag zu arbeiten. Gefaltet aus Papier, wird dieser mit der Öffnung nach oben direkt unter dem Bohrloch angebracht. Er kann mit Klebestreifen befestigt werden. Der Bohrstaub wird aufgefangen.

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: antoniodiaz-#01: sirtravelalot-#02: Daxiao Productions



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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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