Maschendrahtzaun Montage leicht gemacht: Montageanleitung & mehr

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Einen Zaun um den eigenen Garten zu haben ist mehr als praktisch. Eine günstige Lösung ist der Maschendrahtzaun. Egal, ob Profi oder Hobby-Heimwerker – mit unserer Montageanleitung für einen Maschendrahtzaun sind Sie bestens gewappnet!

Die Vorteile eines Maschendrahtzaunes

Viele überlegen vor der Installation eines Zaunes, welches Modell wohl das passende für den eigenen Garten bzw. das eigene Grundstück ist. Soll es ein schicker Zaun aus Holz sein oder doch lieber Maschendraht oder ein kunstvoll geschmiedeter Zaun aus Eisen? Ein Maschendrahtzaun ist zwar auf den ersten Blick nicht so hübsch wie ein kunstvoll verzierter oder liebevoll aufgebauter Jägerzaun, dennoch hat ein Maschendrahtzaun merkliche Vorteile. Die erste Stärke des Maschendrahtzaunes ist, dass er ein langlebiger Zaun ist, der so gut wie gar nicht gepflegt werden muss. Während ein Zaun aus Holz regelmäßig gestrichen werden sollte, damit seine Schönheit erhalten wird, ist dies beim Maschendrahtzaun anders. Steht der Maschendrahtzaun einmal, dann bedarf es keiner Pflege mehr – außer vielleicht dem Nachjustieren der Drahtspanner.

Des Weiteren zeigt sich ein Maschendrahtzaun relativ günstig in der Anschaffung. Hierbei sollte das Augenmerk vor allem auf die lange Lebensdauer im Verhältnis zu den Anschaffungskosten betrachtet werden. Ein Maschendrahtzaun ist darüber hinaus einfach zu installieren, was eine weitere Stärke dieses Zaunes darstellt. Ferner sollte nicht vergessen werden, dass ein Maschendrahtzaun zwar keinen schmiedeeisernen Zaun ersetzen kann, aber dennoch vergleichsweise stabil ist. Maschendraht gibt es außerdem in vielfältigen Farben, teilweise verzinkt und mit unterschiedlichen Maschenmustern, sodass diese Art des Zaunes in jedem Fall eine gute Wahl ist.

 

Viele überlegen vor der Installation eines Zaunes, welches Modell wohl das passende für den eigenen Garten bzw. das eigene Grundstück ist.  (#01)

Viele überlegen vor der Installation eines Zaunes, welches Modell wohl das passende für den eigenen Garten bzw. das eigene Grundstück ist. (#01)

Auf die richtige Planung kommt es an

Bevor es überhaupt an die Montage des Maschendrahtzaunes gehen kann, ist es wichtig, gut und ausführlich zu planen. Dabei müssen einige erste Fragen beantwortet werden:

  • Wie soll der Zaun verlaufen
  • Soll ein Tor eingebaut werden?
  • Wie viel Zaun benötige ich?
  • Wie viele Pfosten brauche ich?

Ein Umriss vom Grundstück oder ein Plan hilft zunächst dabei, den Verlauf des Zaunes festzulegen. Generell ist es wichtig, ob ein Tor mit in den Zaun installiert werden soll. Einige Haus- und Gartenbesitzer verzichten vollständig auf ein Tor und lassen einfach eine Aussparung, welche dann als Zugang zum Grundstück fungiert.

Generell sollte geprüft werden, ob das Gelände ein Gefälle oder eine Steigung hat. Dies muss dann bei der Berechnung des Bedarfs mit einkalkuliert werden. Danach geht es an das Beschaffen des notwendigen Materials. Es ist ratsam, lieber etwas mehr Maschendraht zu kaufen als ursprünglich berechnet, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn der Maschendraht dann aufgrund von einem Meter nicht reicht.

Video:Maschendrahtzaun Montageanleitung – ausführliches Video

Benötigtes Material

Für die Montage eines Maschendrahtzaunes braucht es selbstverständlich den Zaun an sich, hierbei lieber etwas großzügiger einkaufen und vielleicht mit dem Händler aushandeln, dass bei Bedarf ein Teil zurückgegeben werden kann. Der zweite wichtige Punkt, den es für die Montage eines Maschendrahtzaunes braucht, sind die Zaunpfosten. Diese sollten, damit der Zaun möglichst gespannt und stabil angebracht werden kann, im Abstand von 2,30 Metern bis etwa 2,50 Metern angebracht werden. Neben dem Maschendraht auf der Rolle und den Pfosten wird ebenfalls Befestigungsmaterial benötigt. Dieses besteht aus dem Spanndraht und dem Bindedraht. Gleichermaßen sind auch Geflechtspannstäbe und Befestigungsschellen sowie ein Drahtspanner notwendig.

Damit die Pfosten in der Erde verankert werden können, bedarf es Einschlagbodenhülsen und Strebenplatten sowie Beton. In manchen Fällen kann es auch notwenig sein, den Zaun auf einer Mauer oder Beton verlaufen zu lassen. In diesem Fall werden dann sogenannte Pfostenträger benötigt. In Sachen Werkzeug sind ein Maßband, Erdnägel, ein Seitenschneider, eine Richtschnur zum Spannen, eine Wasserwaage sowie Hammer und spezielles Werkzeug vonnöten. Dazu zählen ein Ringmaulschlüssel für die Strebenplatten, ein Maulschlüssel sowie ein Akkuschrauber oder eine Ratsche mit passender Nuss. Mit diesem Werkzeug sind Sie bestens gerüstet, um den Zaun selbst zu montieren.

Konkrete Montagevorbereitungen

Sind alle nötigen Dinge, die für die Montage des Maschendrahtzaunes benötigt werden, parat gelegt, kann es so richtig losgehen: Dafür werden zunächst der Verlauf des Zaunes und die Position des Tores und der einzelnen Pfosten festgelegt. Mit einer Richtschur wird dann, am besten ausgehend von einer Wand, der Verlauf des Zaunes abgespannt. Es ist ratsam, den Zaun immer rechtwinklig verlaufen zu lassen. Mittels der Erdnägel kann der genaue Verlauf des Zaunes und auch die Position der Pfosten markiert werden. Danach gilt es festzustellen, ob der Boden ein Gefälle hat. Dies kann entweder mit einer Wasserwaage festgestellt werden oder mit zwei kleinen Tricks.

  1. Füllen Sie einen transparenten Schlauch mit Wasser und platzieren Sie diesen entlang der Richtschnur. Ist der Wasserspiegel an beiden Enden des Schlauches auf gleicher Höhe, handelt es sich um ein grades Gelände. Ist dies nicht der Fall, sollte der Zaun angepasst werden.
  2. Starke Gefälle sind auf den ersten Blick zu erkennen. Eine weniger starke Steigung kann ebenfalls mit Wasser erkannt werden: Ein Schluck Wasser kann von der Gießkanne auf den Boden getropft werden. Läuft das Wasser in eine Richtung, dann ist das Gelände fallend.

Video: Ein neues Eingangstor (Maschendraht und Latten) fast für lau… (letzte Phase)

Soll ein Tor eingebaut werden?

Wenn ein Tor eingebaut werden soll, ist es empfehlenswert, das Tor direkt nach Anleitung des Herstellers zusammenzubauen und danach erst einmal abseits zu platzieren. Damit das Tor gut im Boden verankert ist, braucht es zwei Fundamentlöcher – an jeder Seite des Tores muss ein Fundament gesetzt werden. Für ein Fundament braucht es Schotter, als Drainage und Beton – bei Bedarf sollte dies bereits vorab angeschafft und parat gestellt werden. Die beiden Fundamentlöcher, die im Abstand des Tores ausgehoben werden, sollten eine Größe von rund 40 cm x 40 cm betragen. Mit einer Tiefe von rund 80 cm ist das Fundament auch frostsicher.

Danach wird eine Schicht Schotter in das Loch gegeben und in jedes Loch ein Torpfosten eingesetzt. Dieser muss in jedem Fall gerade angebracht werden und sollte im rechten Winkel nach oben zeigen, sodass das Tor später ohne Probleme geöffnet und geschlossen werden kann. Um die Pfosten in ihrer Position zu halten, können sie mit Holzlatten fixiert oder abgestützt werden. Steht alles optimal, kann der Beton nach Anleitung angemischt und eingefüllt werden. Dies sollte am besten lagenweise erfolgen und mit einem dünnen Holzstab in den Beton eingestochen werden (Achtung, nicht die Ausrichtung des Pfostens ändern!). Dieses Stechen hilft, dass sich keine Luftblasen im Beton bilden. Zum Abschluss wird noch einmal die Position des Pfostens geprüft und dann der Beton glatt gestrichen.

Die Montage des Zaunes an sich

Bevor es an die Montage des Zaunes geht, sollten zunächst die Zaunpfähle gesetzt werden. Auch diese müssen mit einem entsprechenden Fundament fest im Boden verankert werden. Es gilt also an jeder Stelle, wo ein Pfosten gesetzt werden soll, ein Fundamentloch auszuheben: Mit einer Größe von etwa 40 cm x 40 cm und einer Tiefe von 80 cm sind die gut bedient. Die Höhe der Pfosten sollte in etwa gleich sein, aus diesem Grund ist es ratsam, mit einer Richtschur zu arbeiten. Den Schotter bzw. Kies können Sie wie beim Tor in zuerst in das Loch einfüllen und somit ebenfalls die Höhe regulieren. Dieser Schritt sollte bei jedem Pfostenloch vorgenommen werden. Nachfolgend wird der Beton entsprechend der Anleitung angerührt.

Jetzt können die Pfosten eingesetzt werden. Mittels der Richtschnur und der Wasserwaage können nun die Pfosten exakt ausgerichtet werden, damit später alles passt. Nun muss der Beton aushärten, am besten über Nacht, sodass sich die Position der Pfosten nicht mehr ändern kann, wenn nachfolgend das Maschengitter angebracht wird. Die Grundlage dafür wird vom Tor aus gelegt: Sowohl oben als auch unten und in der Mitte werden nun die Geflechtspannstäbe und die Spanner für den Draht montiert. Nun werden die diagonalen Streben gesetzt. Diese dienen zur Stabilität. An beiden Seiten des Tores wird eine Strebe gesetzt, im Verlauf des Zaunes jeweils alle 20 Meter. Mittels der Strebenplatte und der Einschlagbodenhülsen werden die Streben am Boden verankert. Dabei sollten die Streben in der Flucht des Zaunes verlaufen.

Ist das Drahtgeflecht mit dem Geflechtspannstab gespannt, kann dieses in die Hakenschrauben am Pfosten eingehängt werden.  (#02)

Ist das Drahtgeflecht mit dem Geflechtspannstab gespannt, kann dieses in die Hakenschrauben am Pfosten eingehängt werden. (#02)

Den Maschendrahtzaun befestigen

Um die Streben fest am Boden verankern zu können, ist es wichtig, die Bodenhülsen in den Boden zu schlagen. Danach kann die Strebenplatte mit der Bodenhülse verschraubt werden – so entsteht ein stabiles Gerüst, welches später das Maschendrahtgitter hält. Dieser Vorgang sollte an allen Streben wiederholt werden, denn somit ist die Grundlage für einen stabilen Zaun gelegt. Da nun die Zaunpfähle und auch die Streben stehen, geht es mit den Spanndrähten weiter: Sie werden von Drahtspanner zu Drahtspanner gezogen, wobei von oben nach unten gearbeitet werden sollte. Der Spanndraht wird sowohl rechts als auch links zum Befestigen in das Loch am Spanner gegeben, danach in den Dorn eingefädelt und schließlich umgebogen. Am Vierkant kann der Draht mit einem entsprechenden Schlüssel gespannt werden.

Überstände des Drahtes sollten aus Gründen der Sicherheit mit dem Saitenschneider abgeschnitten werden. Dieser Arbeitsschritt sollte ebenfalls bei allen Pfosten durchgeführt werden, sodass nun schon das Gerüst des Maschendrahtzaunes steht. Danach muss die Zaunlänge ausgemessen werden. Zuerst sollte mit einem kurzen Stück begonnen werden. Das Drahtgeflecht kann bequem gekürzt werden, indem das obere und das untere Ende des Drahtes aufgebogen werden. Der Draht kann dann ohne Weiteres herausgedreht werden und das Zaunstück ist getrennt. Dieses Stück wird nun in den Zaun eingepasst. Dafür wird zunächst das gekürzte Geflecht an einer Seite mit dem Geflechtspannstab durchdrungen.

Ist das Drahtgeflecht mit dem Geflechtspannstab gespannt, kann dieses in die Hakenschrauben am Pfosten eingehängt werden. Sowohl oben als auch am unteren Ende des Zaunes hängt nun das Drahtgeflecht. (#03)

Ist das Drahtgeflecht mit dem Geflechtspannstab gespannt, kann dieses in die Hakenschrauben am Pfosten eingehängt werden. Sowohl oben als auch am unteren Ende des Zaunes hängt nun das Drahtgeflecht. (#03)

Das Drahtgeflecht in den Zaun einpassen

Ist das Drahtgeflecht mit dem Geflechtspannstab gespannt, kann dieses in die Hakenschrauben am Pfosten eingehängt werden. Sowohl oben als auch am unteren Ende des Zaunes hängt nun das Drahtgeflecht. Falls der Draht etwas übersteht, kann dieser problemlos gekürzt werden. Nun ist noch der mittlere Draht übrig: Dieser sogenannte Führungsdraht sollte dann in den Maschendrahtzaun eingewebt werden. Beide Enden werden dann mit den Spannern verbunden und aufs Neue gespannt. Abschließend werden die oberen und die unteren Spanndrähte mit dem Zaun verbunden. Dazu ist es notwendig, die Zaundrähte aufzubiegen und den Spanndraht in das Maschendrahtgeflecht einzulegen. Um das Ganze zu verschließen, werden die oberen und unteren Enden wieder zugebogen.

An längeren Abschnitten ist es sinnvoll, das Maschendrahtgeflecht um die Ecke zu legen. Wenn der Zaun in einem Stück bleibt, ist es einfacher, eine Spannung auf das Geflecht zu bekommen. Bei solchen Zaunstücken werden auch die Geflechtspannstäbe an den Ecken eingezogen und schließlich in die Hakenschrauben eingehängt. Nun steht der Maschendrahtzaun fertig da. Der letzte Schritt besteht darin, die Drahtspanner alle noch einmal gut nachzuziehen, sodass der Zaun wirklich aufrecht steht und nicht durchhängt. Ob Heimwerker oder Profi – das Aufbauen eines Maschendrahtzaunes ist gar nicht so schwer und hat einen riesigen Effekt!

Hilfreiche Tipps zur Montage eines Maschendrahtzaunes auf einen Blick:

    • Zu zweit arbeiten geht stets einfacher als alleine. Aus diesem Grund stets einen oder mehrere Helfer suchen
    • Bereits zu Beginn alle benötigten Utensilien und Werkzeuge zusammensuchen. Das spart Zeit und Nerven!
    • Mittels eines Plans zuerst einmal überlegen, wie der Zaun aufgebaut werden soll
    • Im Zweifelsfall lieber einmal öfter zu stabilisierenden Streben greifen, als dass der Zaun schließlich krumm oder instabil wirkt.
    • Maschendrahtzaunsets erleichtern den Einkauf insofern, als in einem Set bereits alle relevanten Dinge enthalten sind.
    • Bei gutem, also warmen und trockenen, Wetter lassen sich die Fundamentlöcher leichter ausgraben und das Betonieren geht leichter von der Hand.
    • Je nach Anzahl der Fundamentlöcher kann das Leihen einer Mörtelmaschine nützlich sein.

Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: Reiner-#01:der_beo-#02: ThomBal-#03:katya_naumova_



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About Author

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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