Ökostrom grüner Stromanbieter: Die wichtigsten Fakten

0

Das steigende Interesse an einem nachhaltigeren Umgang mit wertvollen Ressourcen führte in den vergangenen Jahren dazu, dass sich Ökostrom auf einem unaufhaltsamen Siegeszug befindet. Das Umdenken der Gesellschaft im Hinblick auf die Nachhaltigkeit schont wertvolle Ressourcen und freut die Umwelt. Wir geben Ihnen einen informativen Einblick zu den wichtigsten Fakten rund um das Thema Ökostrom.

Was ist Ökostrom eigentlich?

Generell wird umgangssprachlich Strom dann als Ökostrom bezeichnet, wenn er mittels erneuerbarer Energiequellen erzeugt wurde. Die Bezeichnung dient zur Abgrenzung von konventionellem Strom, der überwiegend aus Kernenergie sowie fossiler Energie wie Kohle oder Erdöl stammt. Fossile Energieträger stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung und sind somit endlich oder benötigen einen extrem langen Zeitraum zur Regeneration. Erneuerbare Energien stehen uns hingegen in nahezu unerschöpflichem Umfang zur Verfügung.

Zu diesen Energieträgern zählen beispielsweise:

  • Windenergie
  • Sonnenenergie
  • Hydroenergie (Wasserkraft)
  • Bioenergie (Biomasse)
  • Geothermie (Erdwärme)
Das Interesse der Deutschen an Ökostrom ist ungebrochen und steigt weiter kontinuierlich an, wie ein Bericht des Magazins Spiegel vom 08.08.2017 zeigt. (#01)

Das Interesse der Deutschen an Ökostrom ist ungebrochen und steigt weiter kontinuierlich an, wie ein Bericht des Magazins Spiegel vom 08.08.2017 zeigt. (#01)

Die Gütesiegel & Zertifikate grüner Stromanbieter

Grüner Stromanbieter oder nicht? Bei dieser Frage verlassen sich viele Menschen auf unterschiedliche Zertifikate, die Einblick in die Zuverlässigkeit des Unternehmens zeigen sollen. Das Interesse der Deutschen an Ökostrom ist ungebrochen und steigt weiter kontinuierlich an, wie ein Bericht des Magazins Spiegel vom 08.08.2017 zeigt. Demnach befürworten 95 Prozent der deutschen Verbraucher eine stärkere Nutzung von Ökostrom und unterstützen daher den Ausbau von Ökostrom-Kraftwerken. Dies ist natürlich auch den Stromanbietern bekannt, daher gibt es in der Kategorie „grüner Stromanbieter“ leider auch einige schwarze Schafe. Glücklicherweise gibt es jedoch eine ganze Reihe von Anbietern, die ihre Kunden zuverlässig mit 100 Prozent Ökostrom
beliefern.

Gütesiegel und Zertifikate sollen den Verbrauchern die Suche erleichtern. Bei den Zertifikaten handelt es sich überwiegend um Erzeugerzertifikate, die als Nachweis für die Stromherkunft dienen. Ein Gütesiegel zeigt den Verbrauchern, dass mit dem gewählten Stromtarif ein expliziter Umweltnutzen verbunden ist. Ähnlich wie bei dem Begriff Ökostrom gibt es auch hier keine einheitlichen Vorgaben, allerdings gibt es durchaus Gütesiegel und Zertifikate, auf die Sie sich unbesorgt verlassen können. Dazu zählen beispielsweise TÜV-Nord, TÜV-Süd, das ok-power-Label und das Grüner-Strom-Label. Der mit solchen Gütesiegeln ausgezeichnete Grüner Stromanbieter PST Purenergy ist ein gutes Beispiel, da es als grüner Stromanbieter die strengen Vorgaben erfüllt und seine Kunden zuverlässig mit 100 Prozent Ökostrom beliefert.

Regenerative Energien im Überblick

Nach den offiziellen Zahlen des Umweltbundesamtes stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von 2012 bis 2017 von 23,5 % auf 36,2 % deutlich an. Den größten Beitrag leistet hier die Windkraft, die 2017 mit 106,6 TWh im Vergleich zum Vorjahr (79,9 TWh) eine Steigerung um erstaunliche 33,4 % verzeichnete. Auch die Anzahl grüner Stromanbieter auf dem deutschen Strommarkt steigt kontinuierlich an.

In vielen Gegenden Deutschlands ragen die eindrucksvollen Windräder in die Höhe. (#02)

In vielen Gegenden Deutschlands ragen die eindrucksvollen Windräder in die Höhe. (#02)

Windenergie

In vielen Gegenden Deutschlands ragen die eindrucksvollen Windräder in die Höhe. Sie sind sichtbare Zeichen der Energiewende und leisten inzwischen einen großen Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland. Neben diesen Exemplaren an Land gibt es inzwischen auch eine ganze Reihe von Offshore- Anlagen, die sich in Nord- und Ostsee befinden. Aufgrund der stärkeren Winde auf hoher See ermöglichen diese Anlagen eine deutlich höhere Energieausbeute. Unabhängig vom Standort folgt die Energieerzeugung bei beiden Varianten dem gleichen Ablauf. Der Wind versetzt die aerodynamischen Rotorblätter in Bewegung und im Inneren der Anlage wird der Rotor angetrieben. Dieser gibt die Energie an den Generator weiter, der mittels physikalischer Vorgänge den Strom erzeugt.

Solarenergie

Wenn Sie Ihren eigenen Strom erzeugen möchten, ist eine Fotovoltaikanlage die ideale Lösung. Eine Solarstromanlage besteht meist aus mehreren Solarzellen und wandelt die Sonnenstrahlen direkt in elektrische Energie um. Diese Anlagen gibt es in unterschiedlichen Formen, die häufigste Variante ist jedoch die Aufdachanlage. Dabei wird die Fotovoltaikanlage auf einer geneigten oder flachen Dachfläche montiert. Die einzelnen Solarzellen der Anlage bestehen aus kristallinem Silizium, das in zwei Schichten aufgebracht wird. Jedes Modul besteht aus mehreren Zellen und die Modulgröße kann individuell an die Dachgröße angepasst werden.

Wenn Sie bei dem Thema Wasserkraft an nostalgische Mühlen mit Wasserrad denken, ist dieser Gedanke nicht ganz falsch, denn die Menschheit nutzt diese natürliche Energiequelle bereits seit vielen Jahrhunderten. (#03)

Wenn Sie bei dem Thema Wasserkraft an nostalgische Mühlen mit Wasserrad denken, ist dieser Gedanke nicht ganz falsch, denn die Menschheit nutzt diese natürliche Energiequelle bereits seit vielen Jahrhunderten. (#03)

Wasserkraft

Wenn Sie bei dem Thema Wasserkraft an nostalgische Mühlen mit Wasserrad denken, ist dieser Gedanke nicht ganz falsch, denn die Menschheit nutzt diese natürliche Energiequelle bereits seit vielen Jahrhunderten. In der heutigen Zeit wird diese Energie in Wasserkraftwerken mittels Generatoren in Strom umgewandelt. Durch die Überwindung von Höhendifferenzen trifft das Wasser mit großer Kraft auf die Generatoren auf und treibt diese an. Mit Laufwasserkraftwerk und Speicherkraftwerk gibt es zwei unterschiedliche Varianten. Bei einem Laufwasserkraftwerk wird die natürliche Strömung von Bächen und Flüssen genutzt, häufig wird die potenzielle Nutzenergie durch ein Wehr noch erhöht.

Im Gegensatz dazu wird bei einem Speicherkraftwerk ein künstlicher Stausee zur Stromerzeugung genutzt. Ein spezielles Pumpspeicherkraftwerk ist eine Sonderform, bei der das Wasser in ein erhöhtes Speicherbecken gepumpt wird. Diese potenzielle Energie steht somit auf Abruf für den Bedarfsfall zur Verfügung. Aufgrund der massiven Eingriffe in bestehende Ökosysteme durch den Bau solcher Wasserkraftwerke, werden sie jedoch insbesondere von Umweltorganisationen sehr kritisch bewertet.

Bioenergie aus Biomasse

Der Begriff Biomasse bezeichnet eigentlich die gesamte Stoffmasse aller Lebewesen. Im Bereich der Energiegewinnung wird diese Bezeichnung für energetisch nutzbare Masse genutzt, die als Restabfälle in der Landwirtschaft anfallen.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Restholz (aus Holzverarbeitung)
  • Energiepflanzen
  • Gülle
  • Bioabfall

Die Bioenergie ist das Allroundtalent der erneuerbaren Energiequellen, da neben Ökostrom auch Wärme und Treibstoff erzeugt werden können. Im Jahr 2016 konnten aus Biomasse rund 51,5 Milliarden kWh Strom, 148 Milliarden kWh Wärme und 3,4 Millionen Tonnen Biokraftstoffe erzeugt werden. Für die Stromerzeugung wird Biomasse in Kondensationskraftwerken verbrannt und die so entstehende Hitze bringt Wasser zum Kochen. Durch den Wasserdampf wird im Kessel ein Überdruck erzeugt, durch den die Dampfturbine angetrieben und somit Strom erzeugt wird. Durch den Verbrennungsprozess können lediglich 30 Prozent der Primärenergie in Strom umgewandelt werden, daher wird die Abwärme in der Regel für die Wärmegewinnung genutzt. Dies erhöht den Wirkungsgrad der Biomasse deutlich und sorgt für eine effektivere Nutzung dieses Energieträgers.

Wenn Sie Ihren eigenen Strom erzeugen möchten, ist eine Fotovoltaikanlage die ideale Lösung. Eine Solarstromanlage besteht meist aus mehreren Solarzellen und wandelt die Sonnenstrahlen direkt in elektrische Energie um. (#04)

Wenn Sie Ihren eigenen Strom erzeugen möchten, ist eine Fotovoltaikanlage die ideale Lösung. Eine Solarstromanlage besteht meist aus mehreren Solarzellen und wandelt die Sonnenstrahlen direkt in elektrische Energie um. (#04)

Alles öko: Oder nicht?

Leider ist der Begriff Ökostrom in Deutschland nicht geschützt, daher existieren auch keine definitiven Vorgaben. Was als „öko“ bezeichnet wird, entspricht somit nicht immer der Erwartung des Kunden. So ist der Bundesverband Erneuerbare Energie der Ansicht, dass der Begriff Ökostrom auch dann gilt, wenn der Strom zu mindestens 50 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Viele Umweltschutzorganisationen sind in dieser Hinsicht deutlich strenger. Sie lehnen die Bezeichnung beispielsweise sogar ab, wenn der Strom komplett oder teilweise aus Großwasserkraftwerken stammt, da diese nach Ansicht der Organisationen aufgrund massiver Eingriffe in die Natur nicht ökologisch arbeiten. Da die Bezeichnung Ökostrom kein geschützter Begriff ist, tummeln sich auf dem Strommarkt leider viele Unternehmen, die sich selbst den Titel „grüner Stromanbieter“ verleihen und dennoch überwiegend sogenannten Graustrom liefern und nur einen geringen Anteil an Ökostrom gewährleisten.

Grüner Stromanbieter: Ökostrom vs. Graustrom

Die Bezeichnung Graustrom wird für Strom verwendet, dessen genaue Herkunft nicht geklärt ist. Er kann somit durchaus aus erneuerbaren Energiequellen stammen, in der Regel stammt diese Energie jedoch vermutlich überwiegend aus Atomkraftwerken oder fossilen Energieträgern. Wie bereits erwähnt, kann sich ein Anbieter auch dann als grüner Stromanbieter bezeichnen, wenn er einen großen Anteil an Graustrom liefert. Wenn Sie im Dschungel der großen und kleinen Stromlieferanten nach einem zuverlässigen und seriösen Lieferanten für Ökostrom suchen möchten, stehen Sie also vor einer großen Herausforderung. Auf die selbst verliehene Bezeichnung „grüner Stromanbieter“ ist kein Verlass, daher ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes wirklich teuer.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Boheh-#01: ESB Professional -#02:  WDG Photo-#03: Evgeny Vorobyev -#04: _Vaclav Volrab

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Comments are closed.