Ofen selber bauen: Montage eines Kamins

0

Wer sich einen Ofen selber bauen möchte, der braucht vor allem zwei Dinge: handwerkliches Geschick und den passenden Bausatz. Der Bau in Eigenregie – egal ob Kamin, Kachel- oder Grundofen – hat durchaus Vorteile: man spart Kosten und kann seinen Ofen nach persönlichem Geschmack gestalten. Hier lesen Sie, worauf man beim Selbstbau achten muss.

Ofen selber bauen: Öfen beliebter denn je

Der Ofen erlebte in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Gerade wenn neu gebaut wird, gehört es für viele Menschen heute einfach dazu, später im Haus einen fest installierten Kamin zu haben. Und auch der Kachelofen findet sich heute in vielen Wohnungen und Häusern. Manch einer entscheidet sich dazu, seinen Ofen selber zu bauen, ein anderer geht hingegen zum Fachmann und erwirbt ihn dort.

Die Gründe, die für einen Ofen sprechen, liegen auf der Hand: eine angenehme, lang anhaltende Wärme (vor allem beim Grundofen) sowie die dazu gehörige gemütliche Stimmung im Raum. Zu den romantischsten, angenehmsten Vorstellungen vieler Menschen gehört es, sich mit einem schönen Buch vor den flauschig warmen Ofen zu kuscheln. Da wundert es nicht, dass dies für sehr viele nicht mehr nur reine Vorstellung bleiben soll. Sie erfüllen sich den großen Wunsch vom eigenen Ofen, der für eine wohlige Atmosphäre sorgt – egal ob gekauft oder ob man sich entscheidet, ihn selber zu bauen.

Eine Atmosphäre, die natürlich keine Heizung dieser Welt auch nur im Ansatz erzeugen kann. Der eigene Kamin ist aber auch deshalb so beliebt, da die steigenden Energiepreise, die klassische Öl- oder Gas-Heizung für viele Verbraucher einfach nicht mehr erschwinglich und lohnenswert erscheinen lassen. Die laufenden, stetig zunehmenden Kosten sind hier das Problem. Andererseits entscheidet sich manch einer aufgrund der einmaligen hohen (Einbau-) Kosten auch gegen den Ofen.

Wer sich einen Ofen selber bauen möchte, der braucht vor allem zwei Dinge: handwerkliches Geschick und den passenden Bausatz. Der Bau in Eigenregie – egal ob Kamin, Kachel- oder Grundofen – hat durchaus Vorteile: (#01)

Wer sich einen Ofen selber bauen möchte, der braucht vor allem zwei Dinge: handwerkliches Geschick und den passenden Bausatz. Der Bau in Eigenregie – egal ob Kamin, Kachel- oder Grundofen – hat durchaus Vorteile: (#01)

Den Ofen selber bauen: Vorteile und Voraussetzungen

Viele Verbraucher haben regelrecht Panik vor dem finanziellen Aufwand, der mit einem Kachel- oder Kaminofen auf sie zukommen würde. Ganz zu schweigen von der oft langen Montagezeit, während der sich fremde Techniker stets in der eigenen Wohnung aufhalten. Der professionelle Einbau kann locker bis zu fünf Arbeitstage in Anspruch nehmen. Liegt dazwischen auch noch ein Wochenende, kann man sich noch länger über die Baustelle und den Besuch freuen – inklusive des Lärms und des ganzen Drecks, den die Mitarbeiter der Firma oft rücksichtslos im Haus verteilen.

Schneller und billiger ist es da schon, sich den Ofen selber zu bauen. Etwas Komplexes wie einen Ofen selber bauen? Geht das überhaupt? Diese Fragen stellen sich nicht wenige Verbraucher, die erstmals von dieser Möglichkeit hören oder lesen. Die einfache und kurze Antwort: ja, es ist möglich. Solange ein paar Grundvoraussetzungen erfüllt sind und die erforderlichen Bestimmungen beachtet werden. Und diese Möglichkeit machen sich immer mehr Menschen zu Nutze.

Ein Umstand, auf den auch der Handel entsprechend reagiert hat. So gibt es ihn z.B. in Baumärkten schon länger als Bausatz. Mit Hilfe der entsprechenden Werkzeuge und Aufbauanleitungen, ist es so nicht mehr unmöglich, den Wunsch-Ofen selber zu bauen.

Allerdings sind zwei Dinge dafür unerlässlich:

  • handwerklich-technisches Geschick sowie
  • einen qualitativ hochwertigen Bausatz aus einem Fachgeschäft, in dem keines der erforderlichen Bauteile fehlen darf

Ein Aspekt ist noch beachten, auch wenn man sich für den Eigenbau entscheidet: ganz ohne Experten-Rat und externe Hilfe wird man nicht auskommen. Unabhängig davon, ob die Wahl auf einen Kamin oder einen Kachelofen fällt.

Einen Ofen selber bauen heißt immer auch: den Schornsteinfeger (bzw. das entsprechende Unternehmen) mit ins Boot zu holen. Denn es ist unerlässlich, dass am Ende der Ofen auch mit dem Schornstein und der Zugluft entsprechend harmoniert. Das Zusammenspiel dieser Elemente muss klappen.(#02)

Einen Ofen selber bauen heißt immer auch: den Schornsteinfeger (bzw. das entsprechende Unternehmen) mit ins Boot zu holen. Denn es ist unerlässlich, dass am Ende der Ofen auch mit dem Schornstein und der Zugluft entsprechend harmoniert. Das Zusammenspiel dieser Elemente muss klappen.(#02)

Kaminofen selber bauen: die einzelnen Bauphasen

Einen Ofen selber bauen heißt immer auch: den Schornsteinfeger (bzw. das entsprechende Unternehmen) mit ins Boot zu holen. Denn es ist unerlässlich, dass am Ende der Ofen auch mit dem Schornstein und der Zugluft entsprechend harmoniert. Das Zusammenspiel dieser Elemente muss klappen. Übrigens: erst muss der Bau erfolgreich von einem Schornsteinfeger abgenommen werden. Erst dann darf man den Ofen Marke Eigenbau, in Betrieb nehmen.

Der Bau des eigenen Kaminofens beginnt in der Regel damit, das Brandschutzset und die Dämmplatten zu installieren. Mit den Dämmplatten schützt man die Wände und das Areal um den Ofen herum, vor zu großer Hitze. In einem nächsten Arbeitsschritt geht es darum, die Ofenumrisse anzuzeichnen. Und zwar sämtlichen Ofenumrissen, sowohl an der Wand als auch am Boden. Achtung, an dieser Stelle ist Genauigkeit gefragt. Die Stellen, an denen sich Ofenrohr und Wandmuffe später befinden, müssen auf den Millimeter genau ausgemessen und dann an der Wand angezeichnet werden. Denn hier erfolgt später der Durchbruch. Nachdem der Sockel für den Kamin gemauert wurde, stellt man den Kamineinsatz auf (spätestens hier ist aufgrund des Gewichts unterstützende Hilfe gefragt) und richtet die Füße aus.

Anschließend kommt man auch schon zum letzten Schritt – und steht damit kurz davor, sich seinen Kaminofen selber gebaut zu haben. Als letztes muss man das Ofenrohr mit dem Schornstein verbinden. Dafür braucht es einen Durchbruch. Nach dem Bohren, setzt man in das Loch zunächst die Muffe. Die Fixierung erfolgt dabei mit Mörtel, der feuerfest ist. Wichtig: das Ofenrohr erst dann zusammenstecken, wenn der Mörtel getrocknet ist.

Hat man sich stattdessen dazu entschieden, einen Kachelofen selber zu bauen, muss einem immer klar sein, dass es eine allgemeingültige Bauanleitung für diesen nicht gibt. (#03)

Hat man sich stattdessen dazu entschieden, einen Kachelofen selber zu bauen, muss einem immer klar sein, dass es eine allgemeingültige Bauanleitung für diesen nicht gibt. (#03)

Kachelofen-Eigenbau: Die wichtigsten Schritte

Hat man sich stattdessen dazu entschieden, einen Kachelofen selber zu bauen, muss einem immer klar sein, dass es eine allgemeingültige Bauanleitung für diesen nicht gibt.

Denn: wie genau der Bau letztlich aussieht, ist immer von zwei Dingen abhängig:

  • den örtlichen Gegebenheiten
  • der gewählten Form (und damit vom präferierten Bausatz)

Wichtig beim Kamin ist zunächst, dass Schornstein und Untergrund auf ihre Eignung geprüft werden. Ist dies der Fall und sind alle weiteren Voraussetzungen erfüllt, den Ofen selber zu bauen, kann es losgehen. Grob und vereinfacht dargestellt, erfolgen beim Kachelofen-Eigenbau, meist die folgenden Schritte:

In einer ersten Phase wird, nachdem man den Grundriss des Ofens auf den Boden gemalt hat, der Betonsockel gebaut. Anschließend legt man eine Schamotteschicht in einem Untergrund aus Mörtel. Nachdem man den Sockel mit einer Stahlplatte abgedeckt hat, geht es ans Innenleben. Hierfür setzt man den Ofen-Kern aus Boden- und Systemsteinen auf. Zur Abdeckung des Kerns, nutzt man in aller Regel Schamotteplatten. Danach wird eine zweite Schamotteschicht aufgebaut.

Der letzte Arbeitsschritt beim selber bauen: man verputzt den Ofen und versieht das Äußere mit Ofenkacheln. Das mag sich unkompliziert und einfach lesen aber, wie erwähnt, benötigt es Geschick, sich den Ofen selber zu bauen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:Artazum -#01:Syda Productions  -#02:XXLPhoto -#03: vubaz  _



Share.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply