Pinterest und Co: Die Inspiration aus dem Netz

0

Es gibt derzeit praktisch kein erfolgreiches Unternehmen, das nicht auf die enorme Wirkungskraft von sozialen Netzwerken setzt. Doch Facebook alleine reicht dabei schon oftmals nicht mehr aus, denn die Nutzer schauen auch vermehrt über den Tellerrand. Bilder kommen im Internet immer gut an und so verwundert es nicht, dass gerade Instagram und Pinterest auch immer häufiger von Social-Media-Managern durchforstet werden.

Soziale Netzwerke bekommen für Unternehmen immer mehr Wichtigkeit

Unter sozialen Netzwerken versteht man Webseiten im Internet, die dazu gedacht sind, dass Menschen miteinander in Kontakt bleiben können, dabei gleichermaßen aber auch nicht interessante Neuigkeiten verpassen. Während die Nutzerzahlen beispielsweise bei Facebook immer noch ansteigend sind, so wird die gesamte Plattform für Unternehmen jeglicher Art ebenfalls immer interessanter. „Produkte, die über die Kanäle prominent vermarktet werden, haben einen stärkeren Abverkauf als andere“, sagt ein Unternehmenssprecher von binaereoptionen.co. Auch er hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass nur Facebook nicht ausreicht. Bevor auf die genauen Abläufe beim blauen Riesen eingegangen wird, soll noch einmal unabhängig davon geklärt werden, wie Unternehmen soziale Netzwerke gezielt für sich nutzen können:

  1. Soziale Netzwerke sind deshalb für Unternehmen so reizvoll, weil sie dort unmittelbar mit der Zielgruppe in Kontakt treten können
  2. Gerade bei jungen Menschen ersetzen soziale Netzwerke immer öfter den Blick in die Zeitung oder das Schauen von Nachrichten im Fernsehen
  3. Werbung kann hier in einer sehr subtilen Art und Weise stattfinden und ist in vielen Fällen sogar kostenlos

Die potenziell erreichbare Zielgruppe fällt in sozialen Netzwerken natürlich umso höher aus, desto mehr Abonnenten eine Seite besitzt respektive Follower eine Einzelperson hat.

 

Facebook ist das weltweit größte soziale Netzwerk, sodass es Teil jeder Social-Media-Strategie ist.

Facebook ist das weltweit größte soziale Netzwerk, sodass es Teil jeder Social-Media-Strategie ist.

Facebook ist immer noch Vorreiter, was zu steigenden Nutzerzahlen führt

Als Facebook im Jahr 2004, genauer gesagt am 04. Februar, an den Start ging, dürfte wohl niemand vorab geahnt haben, was in den darauffolgenden Jahren passieren sollte: Die Idee explodierte und heute hat praktisch jeder vierte Mensch auf der ganzen Welt einen Facebook-Account, denn Mitglieder hat das Netzwerk inzwischen laut meedia.de 1,94 Milliarden. Funktionieren konnte dies natürlich nur, weil Marc Zuckerberg, der CEO von Facebook, einen genialen Einfall hatte und die Seite, nebenbei bemerkt, in über 80 Sprachen aufrufbar ist. Zu dem Motto von Facebook äußert sich das Unternehmen selbst:

„Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen. Facebook – eine offene und vernetzte Welt.“

Damit ist praktisch auch schon alles gesagt, denn genau darum geht es bei Facebook. Unternehmen können auf Facebook eigene Seiten eröffnen, wo sie ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen, ihren Abonnenten Mehrwert in Form von Content oder Gewinnspielen bieten oder einfach nur lustige Inhalte posten, die gerne geteilt werden.

Der Erfolg von Facebook ist auf ein paar Faktoren herunterzubrechen:

  • Der Funktionsumfang ist inzwischen so enorm, dass Menschen praktisch den ganzen Tag in dem sozialen Netzwerk verbringen können, was nicht selten aber auch zu steigenden Stromkosten führt
  • Die Inhalte werden für jeden Nutzer personalisiert dargestellt und richten sich primär nach dessen Interessen

Auf Instagram kommen knallige Bilder mit Wiedererkennungswert an

Instagram hingegen gehört mittlerweile ebenfalls zu Facebook. Hier können Nutzer kostenlos Fotos und Videos mit Freunden und der ganzen Welt teilen. Der Zugang erfolgt per Smartphone oder Tablet und funktioniert bei allen Betriebssystemen übergreifend. Konzeptionell ist Instagram eine Mischform aus einem Blog und einer audiovisuellen Plattform. Menschen, die nicht nur hier, sondern allgemein viele Follower aufweisen, werden gemeinhin in dieser Branche als Influencer bezeichnet.

Während sich das Wort als solches aus dem Englischen ableitet, bedeutet es in etwa so viel wie „Einflussnehmender“ oder gemäß onlinemarketing.de „Meinungsmacher“. Gemeint ist damit, dass Personen, die in sozialen Netzwerken über eine sehr breite Schar an Followern verfügen, mit einem entsprechenden Posting auch sehr viele Personen gleichzeitig erreichen können. Unternehmen akquirieren deshalb gezielt derartige Influencer und versuchen mit diesen eine Zusammenarbeit zu starten. Von dieser profitieren immer beide Seiten, weshalb es sich auch für die Influencer um ein lohnendes Geschäftsmodell handelt:

Subjekt Ablauf Vorteile
Influencer Influencer wird angesprochen und für die Vermarktung von Produkten akquiriert Bekommt Geld oder kostenlose Produkte und muss dafür vergleichsweise wenig tun
Unternehmen Unternehmen bietet Influencer einen materiellen Gegenwert in definierter Form für die Vermarktung Erreicht eine große Zielgruppe und kann viele neue Kunden generieren

Auf Instagram selbst funktionieren am besten knallige Bilder und solche, die bei den Betrachtern Emotionen wecken.

Pinterest sammelt Ideen und kreiert jede Menge virtueller Pinnwänd

Infografik: In den bedeutendsten sozialen Netzwerken ergeben sich für moderne Unternehmen vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten.

Infografik: In den bedeutendsten sozialen Netzwerken ergeben sich für moderne Unternehmen vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten.

 

Gleiches lässt sich prinzipiell auch in Bezug auf Pinterest konstatieren, das Konzept dieser Plattform unterscheidet sich hingegen von Instagram erheblich. In diesem sozialen Netzwerk können Nutzer nämlich Bilderkollektionen mit Beschreibungen anlegen, die sie sodann an virtuellen Pinnwänden befestigen. Andere Nutzer können sodann das Bild repinnen, was dem klassischen Teilen auf anderen Webseiten entspricht. Gleichfalls können sie aber auch das Bild lediglich liken oder Kommentare hinterlassen.

Ermöglicht werden soll durch das Konzept von Pinterest der Austausch über gemeinsame Interessen und Hobbys:

  • Pinterest gibt es mittlerweile in über 30 Sprachen
  • Es ist im März des Jahres 2010 erschienen
  • Mitglieder hatte die Plattform im dritten Quartal 2015 laut berliner-zeitung.de rund 100 Millionen

Für Unternehmen ist Pinterest quasi vor demselben Hintergrund interessant, der auch schon bei Instagram erörtert worden ist. Je nachdem, wer auf Pinterest bestimmte Inhalte teilt oder veröffentlicht, ergibt sich für Unternehmen ein unmittelbarer Mehrnutzen bei der Vermarktung ihrer Produkte. In die Kritik geraten war Pinterest jedoch in der Vergangenheit durch die selbstständige Einräumung des Rechts zum Verkauf von Nutzerfotos. Dagegen liefen die Nutzer Sturm und konnten schließlich erwirken, dass die allgemeinen Geschäftsbedingungen wieder geändert wurden.

Auf Youtube können Unternehmen an ihre Nutzer etwas zurückgeben

Ein Kanal, den inzwischen ebenfalls sehr viele Unternehmen für sich erschlossen haben, ist die Videoplattform Youtube:

  1. Sie gibt es mittlerweile in 76 Sprachen
  2. Ist am 15. Februar 2005 erscheinen
  3. Jahreseinnahmen liegen bei 3,5 Milliarden US-Dollar

Hier können Nutzer Inhalte jeglicher Art konsumieren und Kanäle, die dauerhaft unter Beobachtung stehen sollen, abonnieren. Die Zahl der Abonnenten wiederum ist für die Kanalbetreiber, was entweder Privatpersonen oder Unternehmen sein können, von höchster Relevanz. Auf Youtube gilt nämlich das Prinzip, dass jemand mit vielen Abonnenten nicht nur ein erfolgreiches geschäftliches Modell an den Start gebracht hat, sondern mit der Einbindung von Werbung vor dem Start des Videos ordentliches Geld verdienen kann.

Ist man auf Youtube erfolgreich, können dabei Jahreseinnahmen im hohen sechsstelligen Bereich herumkommen. Allerdings ist auch nicht zu leugnen, dass es schwierig ist, eine entsprechende Community aufzubauen und diese bei Laune zu halten. Doch auch diese Kanäle werden mitunter gezielt von Unternehmen akquiriert und für Product Placements angeworben. Während laut absatzwirtschaft.de vorgeschrieben ist, dass derartige Placements entsprechend kenntlich gemacht werden müssen, so halten sich zum einen nicht alle Personen daran und zum anderen gibt es auch einige Umgehungsmöglichkeiten.

 

Wer nachrichtentechnisch auf dem Laufenden bleiben will, findet mit Twitter einen guten Unterstützter.

Wer nachrichtentechnisch auf dem Laufenden bleiben will, findet mit Twitter einen guten Unterstützter.

Neuigkeiten lassen sich besonders schnell über Twitter verbreiten

Ein Netzwerk, das zwar weltweit äußerst populär ist, aber mit Bildern weniger zu tun hat, ist Twitter. Es ist ein Jahr nach dem Erscheinen von Youtube herausgebracht worden und weist ebenfalls ziemlich beeindruckende Geschäftszahlen auf:

  1. Die Jahreseinnahmen liegen bei stolzen 665 Millionen US-Dollar (2013)
  2. Mitglieder gibt es mit Stand vom Februar dieses Jahres auf Twitter 319 Millionen

Die Urheber von Twitter sind Jack Dorsey, Noah Glass, Biz Stone und Evan Williams. Jack Dorsey erwarb erst kürzlich wiederum hunderttausende Twitter-Aktien, wie t3n.de berichtete. Alle Gründer entwarfen das mittlerweile äußerst erfolgreiche Konzept, mithilfe von Mikroblogging Kurznachrichten in rasanter Form verbreiten zu können. Auf Twitter heißen diese Tweets und wer etwas twittert, zwitschert es gemäß deutscher Übersetzung. Ein beliebtes Mittel, um Inhalte auf Twitter zu kategorisieren, sind die sogenannten Hashtags. Bei diesen handelt es sich um Begriffe, mit denen die jeweiligen Posts getagt werden können. Ein Hashtag beginnt immer mit einem Doppelkreuz, gefolgt von einem nachstehenden Begriff oder Wort.

Auch für Twitter gilt wieder: Je mehr Follower ein Nutzer hat, umso höher ist seine potenzielle Einflusskraft bei der Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen. Twitter ist jedoch nicht nur interaktiv, sondern auch äußerst schnell. Persönliches Networking steht deshalb hier an erster Stelle.

Snapchats anfänglicher Hype ist auch bei der primären Zielgruppe rückläufig

Einen wahren Hype bei seiner Einführung hat auch Snapchat ausgelöst. Bei diesem Netzwerk handelt es sich noch um ein vergleichsweise junges und das Konzept erschließt sich auf den ersten Blick nicht unbedingt jedem. Erschienen ist Snapchat im Jahr 2011 und es läuft sowohl unter iOS als auch unter Android. Bei Snapchat handelt es sich um einen Instant Messenger, mit dessen Hilfe man Fotos an Freunde versenden kann, die sich nach einer gewissen Zeit von selbst wieder löschen. Im Vergleich zu anderen sozialen Mediendiensten ist der Aufbau ein anderer:

  • Die Nutzer erhalten keine Profile
  • Stattdessen werden Channels zur Verfügung gestellt
  • Verbreitete Inhalte können nicht kommentiert oder gelikt werden

Am ehesten umschrieben werden kann das Konzept also damit, dass jeder Nutzer einen Sender erhält, mit dessen Hilfe er seine Zielgruppe erreichen kann. Jedoch sollte man auch hier einmal den häufig gehegten Gedanken reflektieren, dass mehr Follower grundsätzlich besser sind als weniger. Qualität kommt immer noch vor Quantität und je mehr Menschen sich wirklich für die Inhalte interessieren, desto besser.

 

 XING verfolgt die Zielsetzung, das berufliche und private Leben bestmöglich miteinander zu kombinieren.

XING verfolgt die Zielsetzung, das berufliche und private Leben bestmöglich miteinander zu kombinieren.

XING eignet sich zur Erschließung neuer Kontakte und Kooperationen

Abschließend soll noch auf das soziale Netzwerk XING eingegangen werden. Dieses, als Aktiengesellschaft firmierende, Unternehmen wurde im Jahr 2003 gegründet und ist damit ebenfalls schon recht alt. Mit Stand vom Dezember des Jahres 2014 arbeiteten für XING 649 Mitarbeiter, der Jahresumsatz lag hingegen im Jahr 2016 bei 148,5 Millionen Euro.

Das Unternehmen, das aus Hamburg kommt, hat sich auf die Fahne geschrieben, eine Plattform für geschäftliche Netzwerke darzustellen. Auf dieser können die Mitglieder aber nicht nur ihre beruflichen Kontakte verwalten und pflegen, sondern parallel auch mit Freunden in Kontakt bleiben. Die Funktionsweise selbst ist schnell erklärt:

  1. In das Profil können berufliche und private Daten eingetragen werden
  2. Mitgliedschaft ist an eine kostenlose Registrierung gebunden
  3. Die Suchfunktion steht nur Premium-Mitgliedern zur Verfügung

Wer auf XING erfolgreiches Marketing betreiben möchte, muss insgesamt ein wenig umdenken und sein Konzept überarbeiten. Das eigene Profil sollte hinsichtlich der Keywords optimiert sein. Die wohl wichtigste Marketing-Waffe auf XING ist aber ausreichende Aktivität in den einzelnen Gruppen. Während die eigene Vorstellung dort noch ohne Werbung stattfinden sollte, wird diese später oftmals akzeptiert und auch hier gilt die Devise: Mehrwert in Sachen Content ist das A und O.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Lenka Horavova -#01: : Alexey Boldin -#02: Worawee Meepian -#03: totojang1977



Share.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply