Pumpe selbst bauen: Anleitung & Tipps

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Eine Pumpe selbst bauen ist gar nicht mal so schwer — und sogar schon möglich mit Dingen, die man zu Hause hat: Eine Anleitung für alle Profis und Hobby-Bastler mit wertvollen Tipps und Tricks.

Pumpe selbst bauen: So plätschert’s im Garten

Pumpe selbst bauen, damit es im Garten plätschert. Natürlich soll die Pumpe nicht von Hand betrieben sein, bitte schön. (#1)

Pumpe selbst bauen, damit es im Garten plätschert. Natürlich soll die Pumpe nicht von Hand betrieben sein, bitte schön. (#1)

Ein idyllisches Gärtchen mit Teich — aber irgendwie ist’s so still und überhaupt keiner bemerkt die wunderschöne Wasserstelle. Plätschern sollt’s!

Eine Gartenpumpe muss her. Doch das Angebot ist zu groß, die Preise hoch. Dabei lässt sich so eine kleine Wasser-Pumpe selbst bauen — das ist mit Haushaltswaren schon ganz leicht. Und: Die Stärke kann man bei der Pumpe zum Selbstbauen auch regulieren!

Eine Pumpe selbst bauen ist außerdem eine wunderbare Einzelbeschäftigung, aber auch Highlight für die Geburtstagsparty oder Kinderwochenenden. — Also: Ärmel hoch, es ist Bastelzeit!

Pumpe selbst bauen: Was man braucht

Materialien:

  • 1 kleiner Elektromotor
  • 1 alter, leerer (Gel-/Filz-)Stift
  • 1 Plastikkarte (Gutscheine, alte EC-Karten gehen auch) 1 Plastikflaschendeckel
  • 1 Plastikkapsel vom Überraschungsei

Werkzeuge:

  • 1 Klebepistole
  • 1 Feuerzeug
  • 1 Lötkolben
  • 1 Schere
  • 1 Messer (optional)

Vorbereitung — Pumpe selbst bauen

Hätten Sie gedacht, dass man zum Selbstbauen einer Pumpe ein Ü-Ei braucht? (#2)

Hätten Sie gedacht, dass man zum Selbstbauen einer Pumpe ein Ü-Ei braucht? (#2)

  1. Plastikkapsel vom Ü-Ei öffnen und/oder von einander trennen. (Die neueren Kapseln haben ein Verbindungsstück, das durchtrennt werden müsste.) Wichtig: Die Ü-Ei-Kapsel muss durchgeschnitten werden, sodass man schließlich zwei gelbe “Hauben” hat. Man benötigt um die Pumpe selbst zu bauen aber nur eine Haube.
  2. Ende des Filzstifts schräg abschneiden. Patrone und Mine entfernen. Man braucht lediglich das Gehäuse. Das wird später die Leitung, aus der das Wasser kommt.
  3. Mit Lötkolben ein Loch in die Mitte der Ü-Ei-Haube bohren. Durch dieses Loch wird später das Wasser einströmen, das gepumpt werden soll.
  4. Mit Lötkolben ein zweites Loch in die Seite der Ü-Ei-Haube bohren. Dieses Loch muss so groß sein, dass der Stift durch passt. Die Position dieses Lochs ist frei wählbar. Es sollte sich nur an der Längsseite der halben Ü-Ei-Kapsel befinden. Um die Pumpe selbstzubauen, den Stift durch das Loch stecken und mit Heißkleber fixieren.
  5. Aus der Plastikkarte ein rechteckiges Stück herausschneiden. Maße etwa 3 cm mal 1 cm. Mit dem Feuerzeug die eine schmale Endseite des Plastikrechtecks erhitzen und umbiegen. Dasselbe gilt auch für die andere Endseite. Achtung: Die muss jetzt in die entgegengesetzte Richtung zur ersten Endseite so umgebogen werden, dass eine Welle entsteht. Die wird später der Rotor der Pumpe, wenn sie selbst gebaut wird.
  6. In die Plastikverkleidung des Elektromotors einen Schlitz schneiden. Der muss so groß sein, dass man den “Wellen”-Rotor problemlos einsetzen kann.

Heißklebrige Endphase — Pumpe selbst bauen

  1. Mit Lötkolben ein Loch in die Mitte des Flaschendeckels bohren. Dieses Loch groß genug sein, sodass die Kabel und der Zylinder des Elektromotors durchlaufen können.
  2. Motor in den Flaschendeckel einsetzen und mit Heißkleber verkleben. Tipp: Den Flaschendeckel noch zusätzlich mit der heißen Klebeflüssigkeit auffüllen. So ist der Motor fest eingelassen und kann nicht verrutschen. Außerdem dient es zu gesamten Stabilität, Abdichtung der Pumpe und beugt auch Rost am Motor vor.
  3. “Wellen”-Rotor mit Motor-Zylinder verkleben und trocknen lassen.
  4. Motor in Ü-Ei-Haube stecken. Das Ü-Ei-Gehäuse sollte den gesamten Motor mit seinem Rotorblatt bedecken. Tipp: Flaschendeckel und Ü-Ei-Gehäuse mit Heißklebepistole verkleben. Das macht die Pumpe, wenn sie selbstgebaut wurde, stabiler.

Anstelle der Ü-Ei-Kapsel ginge auch ein Tischtennisball. Den aufschneiden und schon hat man die benötigte Plastik-Kuppel, um die Pumpe selbstzubauen.

Die DIY-Pumpe kann durchaus einige Liter Wasser fördern. Das genügt vielleicht nicht, einen Acker zu bewässern, aber für das Kräuter- oder Gemüsebeet zu bewässern kann es schon genug sein. (#3)

Die DIY-Pumpe kann durchaus einige Liter Wasser fördern. Das genügt vielleicht nicht, einen Acker zu bewässern, aber für das Kräuter- oder Gemüsebeet zu bewässern kann es schon genug sein. (#3)

Wer keinen Lötkolben Zuhause hat, der kann auch auf Messer, Bohrer oder Schere zurückgreifen. Einen Unterschied machen diese Werkzeuge letztendlich nur im Aufwand und der Dauer des Bauprozesses, sprich: Mit Lötkolben geht das Pumpe-selbst-bauen am schnellsten!

Der Strahl dieser selbstgemachten kleinen Garten-Pumpe kann reguliert werden. Je nachdem, welche Stromstärke auf den Elektromotor gegeben wird, desto stärker ist der endliche Wasserstrahl. Bis zu zehn Volt hält die Pumpe aus. Für eine Selbstgebaute ist das was ziemlich Starkes! — Doch Achtung, Elektronik: Strom erst draufgeben, wenn die Batterie sicher vorm Wasser ist!

Pumpe selbst bauen: Alternative und wann es sich lohnt

Man kann diese Pumpe zum Selbstbauen auch komplett mit Sonnenenergie betreiben. Dazu müssen die Kabelenden des Elektromotors nur mit einer Solarplatte (Empfehlung 50 mal 50 Zentimeter) verbunden werden. Geladen wird dann von der Sonne. Wer eine Pumpe selbstbaut, kann auch noch einen kleinen Schalter in den Stromkreislauf einfügen.

Video: DIY-Solar-Pumpe

Hier eine Anleitung für die Solar-Wasser-Pumpe zum Selbstbauen. Anstelle der Ü-Ei-Kapsel wurde hier ein Deo-Deckel verwendet. Der eignet sich übrigens auch hervorragend.

Dies ist eine Anleitung für eine Gartenpumpe in Miniaturversion. Sie dient der Zierde und des netten Plätscherns. Wer wiederum ganze Wassermengen aus dem Teich pumpen möchte, der sollte auf eine größere Pumpe abzielen. Die selbstzubauen ist aber sehr aufwendig. Deshalb würde sich ein Kauf eher lohnen. Pumpen sind schon für kleines Geld leicht zu finden. Die Robotik-Abteilung des Baumarkts bietet eine Gartenpumpe im Schnitt schon für etwa 80,- Euro an. 4 000 Liter Wasser können die Pumpen mit 1 100 Watt transportieren. Kleinere Springbrunnenpumpen gibt es schon ab zwölf Euro mit fünf Watt Leistung. Sie können etwa 420 Liter Wasser pro Stunde pumpen.

Pumpe selbst bauen: Was die Geschichte sagt

Pumpen wie die archimedische Schraube wurden bereits im Altertum erfunden. Die Notwendigkeit, Wasser zur Bewässerung auch entlegener oder höher liegender Nutzflächen bereitzustellen, hatte den menschlichen Erfindergeist schon sehr früh angeregt. (#4)

Pumpen wie die archimedische Schraube wurden bereits im Altertum erfunden. Die Notwendigkeit, Wasser zur Bewässerung auch entlegener oder höher liegender Nutzflächen bereitzustellen, hatte den menschlichen Erfindergeist schon sehr früh angeregt. (#4)

Erste Konstruktionen einer Wasserpumpe gab es schon in der Antike. Griechen und Römer nutzen sie, um Wasser an trockene Gebiete zu pumpen. So konnte auch wasserarmes Land vom Menschen besiedelt werden.

Die “Schneckenpumpe” oder “Archimedische Schraube” — zu Ehren des griechischen Mathematikers und geglaubten Erfinders Archimedes so genannt — war eine der ersten. Von Hand wurde damals eine Schraube angetrieben, die in ein Holzrohr eingefasst war. Dank der hebelartigen Transporttechnik der Schraube konnte so Flüssigkeit von einem niedrigen Behälter in einen höheren gelangen. Je dichter die Räder der Spirale an der Holzwand lagen, desto mehr Wasser konnte transportiert werden. Man geht davon aus, dass die Archimedische Schraube bis zu 100 Watt erreichen und 10.000 Liter Wasser pro Stunde pumpen kann. Das hängt aber wiederum von der gesamten Größe der Schraube und Konstruktion ab. Die können variieren.

Eine Neuheit im römischen Imperium waren darauf folgend Handpumpen. Das waren Doppelkolben-Druckpumpen aus Eichenholz. Die Römer dichteten sie mit Blei und Lederverkleidungen ab. So konnten diese Handpumpen schon um die 30 bis 90 Liter pro Minute aus einer Tiefe von 15 Meter an die Oberfläche bringen. — Viva aqua, amicae et amici! — Ja, es lebe das Wasser, Freunde!


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild Sentavio, #1 encierro, #2 bwisutt, #3 Irene Davila, #4 suthicha



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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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