Rasenpflege: Mähen, düngen und wässern

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Auf fast jedem Grundstück findet sich eine Rasenfläche: Auf dem Spielplatz, als Zierrasen oder als Nutzfläche. Von allein wird daraus kein kräftiges Grün, es braucht geeignete Pflegemaßnahmen, um sich am Rasen zu erfreuen.

Rasenpflege: So viel Arbeit!

Der ambitionierte Hobbygärtner wird kein Problem mit der Rasenpflege haben, denn auch wenn es anfangs viel Arbeit sein mag, so relativiert sich diese doch mit den Erfolgen der Pflege. Das heißt, dass ein gut gepflegter Rasen deutlich weniger Aufwand bedeutet als einer, der nur ab und zu ein wenig Aufmerksamkeit bekommt und dann von Grund auf überholt werden muss.

Wichtig: Es geht hier um den normalen Rasen auf dem Grundstück, nicht um den Zierrasen, der golfplatzähnlich kurz und von anderen Pflanzen frei gehalten werden muss.

  • Damit ein Rasen gut wächst, braucht er mehr als das regelmäßige Mähen mit dem Benzin- oder Elektrorasenmäher. Für welchen Rasenmäher man sich dabei entscheidet ist größtenteils Geschmackssache.
  • Außerdem die eine oder andere kalte Dusche an heißen Sommertagen.
  • Ein Rasen muss auch nachgesät werden, wenn sich kahle Stellen zeigen.
  • Er braucht etwas Dünger und soll belüftet werden.

Ansonsten machen sich rasch Unkräuter auf dem Grün breit, die nach und nach das Gras verdrängen. Vor allem Brennnesseln und Sauerampfer sowie Klee sind häufige Gäste auf der Rasenfläche. Diese sogenannten Zeigerpflanzen stehen zwar für ein bestimmtes Problem im Boden, erwünscht sind sie dennoch nicht. Sie haben die Eigenschaft, sich immer weiter auszubreiten und lassen aus Ihrem Rasen rasch eine Wildwuchsfläche werden. Ist es erst einmal so weit gekommen, hilft meist nur noch ein kompletter Umbruch mit Neuansaat der Fläche. Sehr ärgerlich und mit ein wenig Aufwand zu vermeiden!

Der ambitionierte Hobbygärtner wird kein Problem mit der Rasenpflege haben, denn auch wenn es anfangs viel Arbeit sein mag, so relativiert sich diese doch mit den Erfolgen der Pflege. (#01)

Der ambitionierte Hobbygärtner wird kein Problem mit der Rasenpflege haben, denn auch wenn es anfangs viel Arbeit sein mag, so relativiert sich diese doch mit den Erfolgen der Pflege. (#01)

Die wichtigsten Tätigkeiten bei der Rasenpflege

Ehe wir ins Detail gehen, schauen wir einmal auf die wichtigsten Arbeiten, die im Laufe des Gartenjahres für den Rasen anfallen:

  • Mähen
    Wenn Sie nicht gerade eine Wiese haben möchten, die der Heugewinnung dient, ist regelmäßiges Rasenmähen Pflicht. Alle 14 Tage sollten Sie sich dazu aufraffen!
  • Mulchen
    Der Rasen sollte ab und an gemulcht werden, dabei werden die obersten Pflanzenteile zerschlagen und dienen als Gründung.
  • Düngen
    Jeder Rasen braucht die passenden Nährstoffe, damit keine Mangelerscheinungen auftreten und sich unerwünschte Pflanzen breitmachen.
  • Nachsäen
    Zeigen sich kahle Stellen, muss der Rasen nachgesät werden.
  • Vertikutieren
    Dabei wird der Rasen belüftet, die Pflanzen bekommen wieder mehr Sauerstoff und wachsen besser. Eine Variante ist das Aerifizieren, das ebenfalls für mehr Luft im Boden sorgt.
  • Bewässern
    Damit die Grünfläche eine solche bleibt und nicht gelb oder braun wird, weil es der Sommer zu gut meint, ist das regelmäßige Wässern in der warmen Jahreszeit unabdingbar.

Was braucht der Rasen?

Wenn Sie einen Rasen richtig pflegen wollen, sollten Sie auch wissen, welche Ansprüche das Gras an seine Umwelt stellt. Denn nicht alles ist mit der passenden Pflege wieder wettzumachen, einige Faktoren müssen gegeben sein. Dazu zählt zum Beispiel, dass das Gras viel Licht braucht. Eine Fläche, die komplett beschattet ist oder unter Bäumen liegt, wird all Ihre Bemühungen nicht mit sattem Grün beantworten, sondern eher Moos und Farne wachsen lassen. Gras muss ausreichend Licht bekommen, damit es sich auch nach dem Mähen regenerieren kann. Muss eine eher schattige Fläche begrünt werden, empfiehlt es sich, auf Lägerrispe und ähnliche Gräser zu setzen, die gegenüber Lichtmangel toleranter sind.

Rasen braucht aber auch eine gewisse Ausdauer – eine feste Grasnarbe muss sich erst bilden. Im ersten und zweiten Jahr nach der Ansaat sieht der Rasen meist noch ein wenig löcherig und gerupft aus, das gibt sich aber mit der Zeit, in der sich die Grasnarbe bildet und sich die Pflanzen weiter ausbreiten. Wichtig ist dafür das regelmäßige Mähen, das kräftigt die Graspflanzen. Bloß nicht einfach wachsen lassen!

Die Kinder spielen auf dem Gras, der Grill steht an einer Seite und die Gäste trampeln auf der Fläche herum. Vielleicht steht auch noch das Planschbecken darauf – alles in allem eine wirkliche Bewährungsprobe für den Rasen. (#02)

Die Kinder spielen auf dem Gras, der Grill steht an einer Seite und die Gäste trampeln auf der Fläche herum. Vielleicht steht auch noch das Planschbecken darauf – alles in allem eine wirkliche Bewährungsprobe für den Rasen. (#02)

Das Frühjahr: Rasenpflege von März bis Mai

Die ersten Pflegemaßnahmen stehen an, sobald die schlimmsten Fröste überstanden sind. Das Rasenjahr beginnt mit dem Ausharken der Fläche. Das trennt die vom Winter verklebten Grashalme voneinander und entfernt eventuell bereits vorhandenes Moos.
Nach dem Ausharken steht die erste Düngung des Jahres an. Setzen Sie hierbei auf Stickstoff bzw. einen stickstoffhaltigen Dünger und bringen Sie mindestens 30 g/m² aus. Einfache Gartendünger sind hier unzureichend, bei ihnen passt die Nährstoffzusammensetzung nicht. Spezielle Rasendünger sind zwar teurer, langfristig gesehen aber die bessere Wahl.

Nach rund zehn Tagen – ungefähr Mitte bis Ende März, je nach Witterung und Wachstum des Rasens – ist es an der Zeit, das erste Mal das Gras zu schneiden. Achten Sie darauf, das Gras nicht zu tief abzuschneiden, ein Hausgarten ist kein Zierrasen! Mindestens fünf Zentimeter sollten stehen bleiben, was im Übrigen auch für die übrigen Schnitte im Jahr gilt. Bei zu tiefem Mähen bieten Sie Löwenzahn und Gänseblümchen ideale Wachstumsbedingungen, diese verdrängen aber die gewünschten Gräser rasch. Außerdem sind zu kurz gemähte Flächen anfälliger gegenüber Trockenheit und Schäden, die durch zu große Hitze und fehlende Feuchtigkeit entstehen. Als Faustregel können Sie von der Drittelregel ausgehen, die besagt, dass bei einem Schnitt etwa ein Drittel des Aufwuchses stehen bleiben sollte.

Auch das Vertikutieren des Rasens im Frühling vorzunehmen, allerdings ist es nicht in jedem Jahr wirklich nötig. Erreicht die Schicht aus abgestorbenen Pflanzenteilen und Rasenfilz eine Stärke von rund einem halben Zentimeter, ist es Zeit, mit dem Vertikutieren zu beginnen. Nur bei großer Trockenheit sollte diese Tätigkeit nicht vorgenommen werden. Wichtig: Der Vertikutierer darf nicht zu tief eingestellt werden, ansonsten pflügen Sie den Rasen, statt ihn zu belüften. Die durchwurzelte Fläche des Bodens darf nicht aufgerissen werden!

Video: Rasenpflege deluxe – Greenkeeper im TSG-Wohnzimmer

Der Sommer: Rasenpflege von Juni bis August

Der Rasen muss jetzt eine ziemliche Durststrecke durchleben, denn häufige Hitze mit der damit verbundenen Trockenheit setzt dem Gras auch bei guter Pflege sehr zu. Außerdem wird er häufig genutzt: Die Kinder spielen auf dem Gras, der Grill steht an einer Seite und die Gäste trampeln auf der Fläche herum. Vielleicht steht auch noch das Planschbecken darauf – alles in allem eine wirkliche Bewährungsprobe für den Rasen. Helfen Sie ihm, indem Sie Dinge, die auf der Fläche stehen, abends an die Seite stellen oder auf einer gepflasterten Fläche platzieren. Der Rasen richtet sich dann über Nacht wieder auf und erwartet Sie frühmorgens frisch und erholt.

Mähen Sie auch im Sommer nur maximal bis zu einem Drittel des Aufwuchses ab und vergessen Sie nicht das Düngen. Im Sommer braucht das Gras weniger Stickstoff, dafür in gleichem Maße auch Kalium. Diese Mischung sorgt dafür, dass die Gräser lange Trockenzeiten besser überstehen.

Regnet es nicht ausreichend, müssen Sie den Rasen wässern: Besser ist es hier, dreimal in der Woche kräftig zu beregnen als an jedem Tag nur ein bisschen. Die oberste Bodenschicht sollte bis zu zehn Zentimeter tief feucht sein, was bei rund 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter der Fall ist. Der Regner sollte daher für etwa zehn bis fünfzehn Minuten an einer Stelle bleiben, bis Sie ihn weiterrücken. Das tiefe Wässern hat zudem den Vorteil, dass die Pflanzen tiefere Wurzeln ausbilden und nicht nur versuchen, das Oberflächenwasser aufzunehmen. So ist das Gras besser gegen Hitze und Trockenheit gerüstet. Beregnen Sie lieber in den frühen Morgenstunden, dann kann das oberflächliche Gras bald wieder abtrocknen. Das nächtliche Wässern lässt zu lange Feuchtigkeit an der Pflanze, was Pilzerkrankungen Vorschub leistet.

Wenn Sie einen Rasen richtig pflegen wollen, sollten Sie auch wissen, welche Ansprüche das Gras an seine Umwelt stellt. (#03)

Wenn Sie einen Rasen richtig pflegen wollen, sollten Sie auch wissen, welche Ansprüche das Gras an seine Umwelt stellt. (#03)

Der Herbst: Rasenpflege von September bis November

Jeder Ratgeber zur Pflege des Rasens muss sich auch mit dem Herbst befassen, wenn das Gartenjahr eigentlich schon fast vorüber ist. Jetzt ist es an der Zeit, die Nachsaat auszubringen und so dafür zu sorgen, dass das Gras auch im kommenden Jahr gut wächst. Beregnen brauchen Sie nun in der Regel nicht mehr, der Boden ist ausreichend feucht. Gleichzeitig ist er noch warm, sodass die Grassamen gut keimen können. Lediglich bei langen Dürreperioden im Herbst sollten Sie ans Wässern denken.

Im Oktober bringen Sie die letzte Düngung des Jahres aus: Setzen Sie dabei bitte auf Rasendünger mit viel Kalium, damit bekommen die Pflanzen ausreichend Kraft, um den Winter zu überstehen. Sie werden widerstandsfähiger und reagieren weniger anfällig auf Kälte und Krankheiten. Stickstoff sollte der Dünger nicht mehr enthalten, denn das Gras soll nun nicht mehr wachsen. Achten sie darauf, dass das Gras nicht zu lang wird und mähen Sie auch im Herbst notfalls noch einmal nach.

Der Rasenmäher darf erst dann in die Winterruhe entlassen werden, wenn kein Aufwuchs mehr vorhanden ist, was meist der Fall ist, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 10 °C sinken. Mähen Sie beim letzten Schnitt des Jahres nicht zu kurz und nicht zu lang: Zu lange Halme knicken um und führen zu einem dicken Grasfilz, zu kurze schützen das Gras nicht ausreichend vor Frost, der das Wurzelgeflecht zerstören kann.

Wichtig im Herbst: Das Laub, das den Rasen jetzt ständig bedeckt, muss unbedingt abgeharkt werden. Es lässt weder Licht noch Sauerstoff ans Gras, was zum Absterben der Pflanzen führt.

Der Winter: Rasenpflege von Dezember bis Februar

Viele Hobbygärtner sagen, dass der Winter ihr Urlaub sei, auch wenn diese Zeit bereits mit der Planung für das nächste Gartenjahr verbracht wird. Auch der Rasen hat nun seine Pause und sollte so wenig wie möglich betreten werden. Der Grund: Die Halme, die dabei heruntergetreten werden, haben keine Chance, sich wieder aufzurichten. Es findet kein Wachstum mehr statt, die Pflanzen sind nun anfällig für Verletzungen. Hundebesitzer kennen das, denn zu keiner Zeit des Jahres schaffen es die Hunde so leicht, Laufwege in den Rasen zu treten.

Etwas Ähnliches passiert auch, wenn das Gras als winterliche Spielfläche genutzt wird, es wird an vielen Stellen zertreten und damit dauerhaft zerstört. Im Frühling fangen Sie dann mit einer deutlich intensiveren Pflege wieder an. Liegt Schnee auf dem Rasen, ist er ein wenig geschützt, allerdings sollte die Schneedecke dann auch dicker sein, damit sie eine wirklich dämpfende Wirkung entfalten kann.


Bildnachweis:

©Titelbild: toom-#01: toom- #02: toom

Shutterstock #03: Krystyna Taran

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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