Richtig Tapezieren: Neue Tapeten für Ihre Wände

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Tapetenwechsel gefällig? Praktische Tipps, wie die Traumtapete finden , Wände vorbehandeln und verschiedene Tapetenarten richtig tapezieren: Einfach selbstmachen.

Schritt 1: Qual der Wahl (richtig tapezieren)

Manchmal wirken die eigenen vier Wände nicht mehr heimelig, sondern langweilig. Dann ist’s Zeit und ein Zeichen für eine neue Tapete…

Tapeten gibt es in allen möglichen Farben, Mustern und Arten. Wenn man schon eine genaue Vorstellung hat, kann man entweder das Netz und Online-Anbieter durchforsten oder im Fachgeschäft vorbeischauen.

Hat man aber noch gar keine Idee, wie das neue Wohnzimmer oder Bad auszusehen hat, bietet das Internet auch eine Quelle der Inspiration: Pinterest und Instagram sind voller Einrichtungsideen und Farben-Abenteuern.

Außerdem kann man sich beim Tapetenfachhändler persönlich beraten lassen. Der bietet meist auch Mustersammlungen und Kataloge, die man sich zum Schmökern mit Freunden nach Hause mitnehmen kann.

Richtig Tapezieren: Hat man aber noch gar keine Idee, wie das neue Wohnzimmer oder Bad auszusehen hat, bietet das Internet auch eine Quelle der Inspiration. (#01)

Richtig Tapezieren: Hat man aber noch gar keine Idee, wie das neue Wohnzimmer oder Bad auszusehen hat, bietet das Internet auch eine Quelle der Inspiration. (#01)

Richtig tapezieren: Mit Papier, Vinyl, Vlies und Co. Teil I

Papiertapeten
Papier ist die gängigste Tapetenform. Vorderseitig ist die Tapete mit mehreren Farbschichten bedruckt, dehnt sich aber bei Beschichtung aus. Das heißt, dass diese Art mit Tapetenkleister auf der Rückseite vorbehandelt werden muss, bevor man sie auf die Wand anbringen kann.

Profil-/Relieftapeten
Diese Tapeten zeichnen sich durch stilistische Unebenheiten und dreidimensionale Muster aus und können zum Beispiel eine Putz-Opitk imitieren. Relieftapeten müssen, wie Papiertapeten auch, vorerst mit Kleister eingeweicht werden.

Wichtig ist, dass die Einwirkungszeit bei allen Bahnen gleich ist. Und: Die Tapete darf unter keinen Umständen geknickt werden. Kanten und Knicke bleiben sichtbar im Material zurück.

Arten richtig tapezieren: Papier, Vinyl, Vlies und Co. Teil II

Vliestapeten und Strukturvlies
Sie zeichnen sich vor allem durch Waschbeständigkeit aus und sind sehr robust. Man kann Vlies im ganzen Stück auch wieder einfach von der Wand abziehen.

Vliestapeten sind lichtresistent, schwer entflammbar und lassen sich dank des schweren, aber ebenen Materials exakt, leicht und ohne Beschädigung zuschneiden. Allerdings sollte man die einzelnen Bahnen nicht knicken, wenn man sie anbringt.

Vinyltapeten
Vinyltapeten haben wie Vliestapeten den Vorteil, dass sie leicht wieder zu entfernen und zugleich strapazierfähig ist. Reinigen und scheuern macht Vliestapeten nichts aus, deshalb verwendet man sie auch gerne zum Beispiel in der Küche oder im Bad.

Richtig Tapezieren: Vinyltapeten haben wie Vliestapeten den Vorteil, dass sie leicht wieder zu entfernen und zugleich strapazierfähig ist. (#02)

Richtig Tapezieren: Vinyltapeten haben wie Vliestapeten den Vorteil, dass sie leicht wieder zu entfernen und zugleich strapazierfähig ist. (#02)

Richtig tapezieren und planen

Wenn die Traumtapete gefunden ist, heißt es: Menge kalkulieren. Generell rechnet man bei Tapetenmaterial mit folgenden Maßen:

1 Tapetenrolle = 0,55 Meter breit x 10,00 Meter lang
1 Tapetenrolle reicht somit für etwa 5 Quadratmeter

Beispiel: Ein Raum mit je 5 Meter breiten und je 5 Meter langen Wänden ist 2,5 Meter hoch.

2 x 5m + 2 x 5m = 20 m² x 2,5 m = 50 m²
50 m² : 5 = 10 Rollen

Der Umfang des Raumes ist (4x5m) 20 Quadratmeter. Anschließend multipliziert man die Raumhöhe (2,5m) mit dem Umfang (20×2,5m) und teilt das Ergebnis durch 5 (da man pro Rolle je etwa 5 Quadratmeter abdeckt.) Also braucht man 10 Rollen Tapetenmaterial.

Außerdem: Türen und Fenster müssen als Randflächen extra mitgerechnet werden.

Richtig tapezieren: Die Wand vorbehandeln

Wie gut die Tapete schließlich haftet, hängt von der Wand und ihrer Grundierung ab. Je besser die bloße Wand für die Tapete vorbereitet ist, desto besser. Der Grund muss vorher auf seine Verfassung geprüft werden, wenn man richtig tapezieren will.

Er sollte sauber, unbedingt trocken, fest und staubfrei sein. Alte, vor allem Papiertapeten, müssen vorher entfernt werden. Tapeten-Löser aus dem Fachhandel kann dabei helfen. Vlies- und Strukturtapeten können möglicherweise auch, je nach Empfehlung, geschliffen und übertapeziert werden.

Wie man jede Wand auf ihre Verfassung prüfen und ausbessern kann, erkennt man durch verschiedene Tests. Achtung: Vor der gesamten Arbeit unbedingt Strom abstellen!Richtig tapezieren: Feuchtigkeitstest

Der Feuchtigkeitstest zeigt, ob die Wand mit den Jahren an Wasser oder sonstiger Feuchtigkeit zugenommen hat. Dazu braucht man lediglich eine Plastikfolie und Klebeband. Aus der Folie schneidet man ein etwa 70 Zentimeter langes Quadrat aus und befestigt es mit dem Klebeband auf der zu prüfenden Wand.

Die Folie bleibt über Nacht (mindestens zwölf Stunden Wartezeit) dran. Wenn sich am nächsten Morgen kleine Tropfen und Wasser am Inneren der Folie gebildet haben, sollte die Wand ordentlich getrocknet werden, ehe man richtig zu tapezieren beginnt.

Video: Vliestapete tapezieren 💪 tapezieren Tipps & Tricks [4K]

Richtig tapezieren: Klopf- und Kratztest

Wie tragfähig und fest die Wand ist, findet man über den Klopf- und Kratztest heraus. Für den Klopftest schlägt man die Wand mit einem stumpfen Gegenstand ab.

Der Hammergriff oder die eigene Faust eignet sich. Wenn die Wand stellenweise hohl klingt, beginnt zu bröckeln und sich sandartiger oder staubiger Putz ablöst, dann ist die Wand möglicherweise zu trocken und trägt nicht. Tapetengrundiermittel kann aber auch nicht-tragende Wänden auf die neue Tapete vorbereiten. Hohlstellen sollten vom Experten ausgebessert werden.

Für den Kratztest wird die Wand mit einem spitzen Gegenstand eingeschnitten. Dabei platzt die Schnittstelle im Idealfall nicht auf. Tut sie das aber doch, sollte sie von einem Experten untersucht und ausgebessert werden. Einzelne Unebenheiten, Kerben und Schnitte kann man mit Gips selbst füllen und ebnen.

Richtig tapezieren: Das Werkzeug

Folgende Werkzeuge helfen, richtig professionell zu tapezieren und verbessern das Ergebnis:

  • Tapeziertisch
  • Lot, Wasserwaage und Zollstock zum Ausloten/Markieren
  • Schere/Tapetenschneider und Cuttermesser
  • Bürste, Spachtel und Nahtroller (tapetentypabhängig)
  • Bürste und Roller für Kleister
  • Tapete

Folgende Werkzeuge helfen, richtig professionell zu tapezieren. (#03)

Folgende Werkzeuge helfen, richtig professionell zu tapezieren. (#03)

Richtig tapezieren, richtig starten: Markierung, Verschnitt und Kleister

  1. Markieren. Mithilfe des Zollstocks misst man die Wandhöhe aus und fügt noch 4 Zentimeter Überstand hinzu. Diese Maße markiert auf der Tapeten-Rolle. Dann lotet man die erste Tapetenbahn aus und überträgt die Breite der Rolle man mit einem geraden, senkrechten Strich auf die Wand. Eine Wasserwaage kann dabei helfen.
  2. Zuschneiden. Mit der Schere schneidet man die Tapete entlang der Markierung für die Wandhöhe ab.
  3. Einkleistern. Der Kleister wird nach entsprechenden Vorgaben angerührt. Meist beträgt die Ziehzeit etwa acht bis zwölf Minuten. Kleister-Typen variieren und sind auf die jeweilige Tapetenart abgestimmt. Vliestapeten brauchen einen Spezialkleister, wohingegen man für Papiertapeten einen Standardkleister verwenden kann.

Richtig tapezieren, richtig starten: Kleister, Ansatz, Befestigung

  1. Kleben. Der Kleister kann man großzügig über die Markierung hinaus auftragen. Wie die Tapete schließlich geklebt wird, hängt ebenso von dem Tapetentyp ab: Vliestapeten werden mit der sogenannten Wandklebetechnik angebracht.Den Kleister trägt man dabei direkt auf die vorbereitete Wand auf.

    Anders ist es bei Papiertapeten. Sie werden eingekleistert und auf die trockene Wand geklebt. Achtung: Weil sich Papier bei Feuchtigkeit ausdehnt, muss Kleister auf der Papiertapete vorher etwa zehn Minuten einziehen, bevor die Bahn auf die trockene Wand geklebt werden kann.

  2. Ansetzen. Man beginnt immer oben und klebt entlang der ausgeloteten, senkrechten Markierung. Dabei sollten oben und unten je etwa 2 Zentimeter überstehen. Der Überschuss wird mit einem Cuttermesser entfernt, wenn die Tapete befestigt ist.
  3. Befestigen. Die Tapete wird nun mit einem Nahtroller blasenfrei angedrückt. Die nächste Bahn wird auf Stoß direkt an die erste Bahn geklebt.

Richtig tapezieren: Ecken

Damit Übergänge an Ecken ebenso sanft und unsichtbar sind wie die glatte Wandfläche, gibt es ein paar Tipps und Tricks…

Innenecken: Bei Innenecken lässt man die Tapete etwa zwei Zentimeter überstehen und drückt sie gut fest. Anschließend wird sie auf die folgende Wand eingeklappt, befestigt und geglättet. Die Folgebahn wird neu ausgelotet und möglichst genau so auf die Kante der Ecke geklebt, dass sie den Überstand bedeckt.

Außenecken: Man geht ähnlich vor. Wieder wird die erste Tapetenbahn so geklebt, dass etwa zwei Zentimeter an der Kante überstehen. Der Überhang wird umgeklappt und befestigt. Die Folgebahn wird wieder auf den Stoß der Eckenkante so geklebt, dass sie den Überhang bedeckt.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: RazoomGame – #01: lemony – #02: archideaphoto – #03: Dmitry Melnikov

About Author

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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