Schimmel entfernen und vermeiden: 10 Tipps, die wirklich helfen

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Entdeckt man in seiner Wohnung oder dem eigenen Haus Schimmel, ist das Entsetzten groß. Doch wie entfernt man den Schimmel am besten? Wie lässt sich die Ursache entfernen und so neue Schimmelbildung vermeiden? Und ab wann sollte man lieber einen Profi hinzurufen?

Die Größe des Schimmelbefalls feststellen

Tauchen in den eigenen vier Wänden Schimmelspuren auf, sollte man erst einmal feststellen, wie groß die befallene Fläche bereits ist. Der Fachmann spricht von großflächigem Befall, wenn der Schimmel an kompletten Wänden, in der Innendämmung oder in ganzen Wohnräumen zu finden ist. Dieser großflächige Schimmel ist sehr schwer zu entfernen. Da entsprechenden Werkzeuge verwendet werden und dazu verschiedene Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen, ist die Entfernung des Schimmels von einer Privatperson kaum zu bewerkstelligen. Das problem muss jedoch angegangen werden, denn Schimmel in der Wohnung macht krank.

Daher sollte man sich bei großflächigem Schimmelbefall immer an einen Fachmann wenden, der sich auf Schimmelbeseitigung spezialisiert hat. Diese Firmen haben die Fachkenntnisse, die nötig sind, um den Schimmel dauerhaft von den Wänden oder aus der Bausubstanz zu entfernen.

Kleinflächiger Schimmelbefall hingegen taucht oft in Fugen (meist im Badezimmer), in Zimmerecken oder Fensterlaibungen auf. Diesen kleinen Schimmelbefall kann man hingegen mit den richtigen Mitteln gut alleine entfernen. „Kleinflächig“ bedeutet bei Schimmelbefall alle Flächen unter einem halben Quadratmeter Größe.

Bei allen größeren Flächen sollte, wie bereits beschrieben, ein Experte hinzugezogen werden.

Die verschiedenen Schimmelarten

Schwarzer Schimmel in einer Zimmerecke (#1)

Schwarzer Schimmel in einer Zimmerecke (#1)

Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Es gibt tatsächlich viele verschiedene Arten. Die einen treten häufiger auf und sind deswegen recht bekannt, die anderen Arten von Schimmel sind deutlich seltener und deswegen auch eher unbekannt.

Grundsätzlich weisen die verschiedenen Schimmelfarben auf die unterschiedlichen Pilzarten hin:

  • Schwarzer Schimmel
    Dieser Schimmel, von Fachleuten auch als „Alternaria Alternata“ bezeichnet, ist einer der bekanntesten und fasst über 40 verschiedenen Schimmelarten zusammen. Besonders häufig befällt dieser Schimmel Tapeten, Möbel und Wände, aber auch Lebensmittel sind oft betroffen.Für einen gesunden Menschen ist schwarzer Schimmel dann sehr gefährlich, wenn er über Lebensmittel aufgenommen wird. Bei Allergikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die den Sporen von diesem Schimmel ausgesetzt sind, kommt es nicht selten zu Symptomen wie Atemnot, geröteten Augen oder einer laufenden Nase.
  • Roter Schimmel
    Der rote Schimmel, auch „Neurospora Sitphila“ oder roter Bäckerschimmel ist oft in Getreide zu finden. Deshalb steht er im Verdacht, für Atemwegserkrankungen bei Bäckern verantwortlich zu sein. Neben Getreide taucht er auch bei Holz, Papier oder Karton auf.
  • Grüner Schimmel
    Der „Aspergillus Fumigatus“ ist zweifellos die bekannteste Schimmelart in Deutschland. Dieser grüne Schimmel wird auch als grauer Schimmel bezeichnet und bildet, wie auch der schwarze Schimmel, ein sogenanntes Mykotoxin.Obwohl bis jetzt keinen direkten Auswirkungen auf Menschen oder auch Tiere bekannt sind, kann diese Schimmelart das Immunsystem soweit schwächen, dass es Krankheitserreger nicht mehr abwehren kann. So entstehen vermehrt Allergien. Außerdem wird unter Umständen das Lungengeweben durch das Sporengift des Schimmels geschädigt.Besonders anfällig für diesen Pilz ist Blumenerde oder auch Bausubstanz, welche sich in der Nähe von Heizkörpern befinden.
  • Gelber Schimmel
    Dieser grüne bis gelbliche Schimmelpilz wurde durch Ausgrabungen in Ägypten bekannt, wo durch die Freisetzung seines Sporengiftes, des sogenannten Aflatoxins, mehrere Archäologen gestorben sind.Dieser Schimmel kann auch auf Lebensmittel entstehen und unter anderem für Herzversagen und Leberkrebs verantwortlich sein. Aufgrund des heimatlichen Klimas ist der gelbe Schimmel in Deutschland aber nicht sehr weit verbreitet.

10 Tipps zum Entfernen von Schimmel

Es gibt unzählige verschiedene Tipps zur Schimmelbeseitigung, die alle mehr oder weniger effektiv sein können. Die – wie wir finden – besten 10 finden Sie hier. Auf Maler-Vergleich finden sich einige weitere nützliche Hinweise sowohl zum Thema „Schimmel selber entfernen als auch zu den Ursachen von Schimmelbefall.

Beim selbstständigen Entfernen von Schimmel sind einige Dinge zu beachten. Intensität und Schimmelart spielen eine Rolle. Wie oft werden die befallenen Räume benutzt?

Hier 10 fast immer wirksame Tipps & Hausmittel zur eigenständigen Entfernung von Schimmel:

  1. Oberfläche reinigen
    Eine Sanierung ist sofort nach Entdecken des Schimmelbefalls oft nicht möglich. Kurzfristig hilft aber auch eine Reinigung der befallenen Oberfläche mit 70 oder 80 prozentigem Ethylalkohol, auch Ethanol genannt. Danach sollte der Raum gut gelüftet werden. Das empfiehlt auch das Umweltbundesamt.
  2. Schimmel auf glatten Oberflächen entfernen
    Schimmelbefall auf glatten Flächen wie Glas, Keramik oder Metall lässt sich problemlos mit einem einfachen Haushaltsreiniger entfernen, da der Schimmelpilz nicht in das Material eindringen kann. Der verwendete Schwamm sollte danach nicht mehr im Haushalt verwendet werden.
  3. Befallene Flächen komplett entfernen
    Sind Flächen wie Tapeten oder Gipskartonwände von Schimmel befallen, empfiehlt es sich, diese Flächen durch Fachpersonal komplett austauschen zu lassen. Der gesamte Nährboden des Schimmels wird also einfach entfernt. Wird der Wandbelag wie zum Beispiel die Tapete entfernt, sollte dabei geprüft werden, ob die Fläche dahinter nicht eventuell auch von Schimmel befallen ist.
  4. Flächen aus Holz säubern
    Bei Schimmelbefall auf Holz kommt es darauf an, wie tief der Schimmel schon in die Holzfasern eingedrungen ist.Ist das Holz nur oberflächlich betroffen, spricht man von Holzbläue. Bei tieferem Eindringen hilft nur das Abschleifen der betroffenen Stellen oder im schlimmsten Fall die Entsorgung.
  5. Möbel bei Schimmelbefall reinigen
    Sind Möbel mit glatten Oberflächen von Schimmel betroffen wie zum Bespiel Tische oder Stühle, reicht in der Regel ein Abwischen mit Ethylalkohol. Bei Schimmel auf Polstermöbeln wie Sesseln lohnt sich der Aufwand des Entfernens normalerweise nicht. Auch bei schimmligen Teppichen oder Stoffen im Allgemeinen steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum (möglichen) Erfolg.In diesen Fällen sollte man das betroffenen Stück entsorgen.
  6. Fugen behandeln
    Bei von Schimmel befallenen Silikonfugen hilft oft schon ein simples feuchtes Abwischen. Danach kann man die betroffenen Stellen noch mit Ethylalkohol behandeln. Wichtig dabei ist, nur geringe Mengen von Alkohol zu verwenden und während und auch nach der Arbeit offenes Feuer unbedingt zu vermeiden.
  7. Nur mit Schutzkleidung arbeiten
    Niemals sollte man Schimmel mit den bloßen Händen berühren. Schutzhandschuhe sind beim Entfernen von Schimmel also Pflicht. Das gleiche gilt für die Augen: Eine Schutzbrille muss beim Beseitigen von Schimmel auf jeden Fall getragen werden.Außerdem sollte man eine Maske zum Schutz der Atemwege tragen. Ohne diese Schutzkleidung darf Schimmel nicht entfernt werden.
  8. Gründliche Reinigung nach der Arbeit
    Nachdem der Schimmel entfernt wurde, sollten alle bei der Reinigung getragenen Kleidungsstücke gründlich gewaschen werden. Zusätzlich sollte man nach der Schimmelbeseitigung duschen.
  9. Zunächst Hausmittel verwenden
    Bevor man zu den Schimmelentfernern aus dem Einzelhandel greift, sollte man Hausmittel wie zum Beispiel Ethylalkohol, Spiritus oder Isopropanol verwenden, welche wegen ihrem hohen Alkoholgehalt die von Schimmel betroffenen Stellen reinigen, austrocknen und desinfizieren.Alternativen sind zum Beispiel Chlor oder Wasserstoffperoxid. Solche chemischen Mittel lösen die Zellwände der Schimmelpilze auf, sind aber in der Regel bei geringem Befall nicht nötig und bei unachtsamer Verwendung sogar gefährlich. Bei weißen Fugen kann auch Natron verwendet werden.
  10. Fachmännische Hilfe mit der Entfernung beauftragen
    Bei großem Befall (alle Flächen größer als ein halber Quadratmeter) und im Zweifel auch bei kleinflächigem Befall sollte man einen Fachmann mit der Entfernung des Schimmelbefalls beauftragen.Die eigene Gesundheit hat immer Priorität!

Noch mehr Tipps zum Schimmel entfernen findet man hier.

Ursachen von Schimmel bekämpfen

Die bereits beschriebenen Tipps zur Schimmelentfernung helfen zwar bei der Beseitigung des Schimmels, beseitigen aber nicht die zugrundeliegende Ursache für dessen Entstehung. Deshalb ist es wichtig herauszufinden, wo die Ursache für den Schimmelbefall liegt.

Kennt man diese Ursache, kann man sie abstellen oder beseitigen und so die Neubildung von Schimmel vermeiden.

Die Ursachen für Schimmelbildung sind vielfältig und reichen von falschen Lüften über zu hohe Luftfeuchtigkeit in einzelnen Räumen bis zu Baumängeln.

Infografik: Ursachen von Schimmel bekämpfen, Temperaturunterschiede zwischen einer ungedämmten und einer gedämmten Wand (#2)

Infografik: Ursachen von Schimmel bekämpfen, Temperaturunterschiede zwischen einer ungedämmten und einer gedämmten Wand (#2)

10 Tipps zur Vermeidung von Schimmel

Damit Schimmelentferner und Ethylalkohol erst gar nicht zum Einsatz kommen müssen, sollte man bestimmte Tipps zur Schimmelvermeidung beherzigen, die sich als besonders wirksam erwiesen haben:

  1. Auf gute Außendämmung achten
    Durch eine gute Außendämmung kühlen die Innenwände eines Gebäudes weniger schnell ab. Dadurch entstehen geringere Temperaturunterscheide, was der Schimmelbildung entgegenwirkt. Siehe hierzu auch die oben stehende Infografik.
  2. Richtig lüften
    Die wichtigste Maßnahme zur Schimmelprävention ist das richtige Lüften. Die Feuchtigkeit im Raum wird so verringert. Besonders nach dem Kochen, Baden oder Duschen sollte der Raum gut gelüftet werden. Generell ist es ratsam, mehrere Male am Tag zu lüften. Dabei sollte allerdings das Fenster nie gekippt und zeitgleich die Heizung an sein. Dadurch entsteht Kondenswasser, welches die Schimmelbildung begünstigt.Auch Stoßlüften wirkt der Schimmelbildung entgegen. Dabei werden die Fenster eine bestimmte Zeit lang komplett geöffnet, damit die feuchte Raumluft mit der frischen Luft von draußen getauscht werden kann.
  3. Duschverhalten ändern
    Die Duschkabine sollte nach dem Duschen immer gewischt werden. Dazu kann die feuchte Luft durch kurzes Stoßlüften aus dem Raum entfernt werden. Zusätzlich sollte der Raum danach aufgeheizt werden.
  4. Hygrometer verwenden
    Durch die Nutzung dieses Geräts, welches die Luftfeuchtigkeit misst, kann man den Überblick über die Luftfeuchtigkeit in einzelnen Räumen behalten. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Winter nicht höher sein als 40%, im Sommer nicht höher als 60%.
  5. Türen geschlossen halten
    In verschiedenen Räumen wird in der Regel unterschiedlich stark geheizt. Die Türe sollten also geschlossen gehalten werden.
  6. Wäsche nicht in Innenräumen trocknen
    Durch nasse Wäsche wird die Luftfeuchtigkeit des Raumes, in dem sie getrocknet wird, deutlich erhöht. Deshalb sollte Wäsche nach Möglichkeit draußen getrocknet werden.
  7. Abstand zwischen Möbeln und Wand wahren
    Möbel sollten nicht direkt an die Wand geschoben werden. Eine gute Luftzirkulation wird durch einen Abstand von mindestens 10 cm zwischen Wand und Möbelstück gesichert.
  8. Blumenerde auf Schimmel kontrollieren
    Pflanzen sollte nicht zu feucht gehalten werden, da die Erde sonst schnell schimmelt. Entdeckt man in der Erde Schimmel, sollte sie ausgewechselt werden.
  9. Aquarien immer abdecken
    Nicht abgedeckte Aquarien geben unnötig Feuchtigkeit an die Raumluft ab und sollten deshalb immer abgedeckt betrieben werden.

Noch ein interessantes Video zum „Schimmelwächter“:


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild + #1 urbans78, #2 thingamajiggs

About Author

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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