Sicherheitsmarkierungen und Sicherheitskennzeichen an der heimischen Werkbank

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Sicherheitsmarkierungen und Sicherheitskennzeichen informieren Handwerker und Hobbyhandwerker über Gebote und Verbote an ihrem Arbeitsplatz in der Werkstatt. Sicherheitsmarkierungen warnen vor möglichen Gefahren und Sicherheitszeichen geben Anweisungen, wie sich Personen richtig zu verhalten haben. Somit tragen sie zu mehr Ordnung und Sicherheit bei. Im Notfall erleichtert die Sicherheitsmarkierung die Orientierung. Im Falle eines Brands tragen Sicherheitsmarkierungen und Kennzeichen dazu bei, dass der Fluchtweg rasch gefunden wird.

Unfallverhütungsvorschrift gilt für Sicherheitsmarkierung an Baustellen

Laut Unfallverhütungsvorschrift sind Arbeitgeber dafür verantwortlich, in der Werkstatt durch geeignete Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Kennzeichnungen für ein sicheres Arbeiten zu sorgen. Viele dieser Maßnahmen, die übrigens auch für auswärtige Arbeitsstellen und Baustellen gelten, können auch gut in der Werkstatt eines Hobbyhandwerkers Verwendung finden.

So sind zum Beispiel Gefahrenstellen und Hindernisse in einer Werkstatt mit einer gelb-schwarz oder rot-weiß gestreifte Sicherheitsmarkierung deutlich zu kennzeichnen. Diese Kennzeichnung in Form einer Sicherheitsmarkierung muss dauerhaft ausgeführt werden. Vorgeschrieben ist zum Beispiel, dass die Streifen der Sicherheitsmarkierung einen Neigungswinkel von rund 45° besitzen. Das Breitenverhältnis der Streifen zueinander beträgt 1 zu 1 oder 1,5 zu 1. Die Farben Gelb oder Rot müssen mindestens 50 Prozent der Sicherheitsmarkierung ausmachen. Die Größe der Sicherheitsmarkierung muss den Ausmaßen der Gefahrenstelle oder der Hindernisse entsprechen.

Sicherheitsmarkierung – Welche Farbe für welchen Anlass?

Sicherheitsmarkierungen mit gelb-schwarzen Streifen sind für Gefahrenstellen und Hindernisse zu verwenden, die beständig und von langer Zeit bzw. dauerhaft sind. Das sind zum Beispiel Stellen, in denen die Gefahr des Stürzens besteht. Häufig werden Treppenstufen mit einer gelb-schwarzen Sicherheitsmarkierung gekennzeichnet. Aber auch Stellen, an denen die Gefahr des Anstoßens besteht, werden mit solchen Sicherheitsmarkierungen ausgestattet, zum Beispiel abgehangene Decken und Pfeiler. Eine Sicherheitsmarkierung in langnachleuchtender Ausführung ermöglicht eine Erkennbarkeit auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung.

Sicherheitsmarkierungen mit rot-weißen Streifen weisen auf zeitlich begrenzte Gefahrenstellen und Hindernisse hin. Dies können zum Beispiel Baugruben sein oder herabhängende Haken von Kränen. An Quetsch- und Scherkanten mit Relativbewegung zueinander ist es erforderlich, die Sicherheitsmarkierung mit den Streifen zueinander gegensinnig geneigt anzubringen.

Die Kennzeichnung einer Fahrwegs-Begrenzung mit einer Sicherheitsmarkierung ist farbig, durchgehend und deutlich erkennbar auszuführen. In der Regel ist solch eine Sicherheitsmarkierung gelb. Wird diese Sicherheitsmarkierung auf dem Boden angebracht, müssen die Streifen mindestens fünf cm breit sein. Alternativ kann anstatt der Streifen auch eine Sicherheitsmarkierung mit einer Nagelreihe erfolgen. Dabei müssen pro Meter mindestens drei Nägel verwendet werden. Auch hier ist die bevorzugte Farbe für die Sicherheitsmarkierung gelb, da sie so einen ausreichenden Kontrast zur Bodenfläche aufweist.
Die Verwendung von langnachleuchtenden Sicherheitsmarkierungen für die Markierung von Fahr- und Fluchtwegen hat den Vorteil, dass selbst bei einem Ausfall der Allgemeinbeleuchtung die Sicherheit noch für eine bestimmte Zeitdauer aufrechterhalten bleibt.

Leuchtzeichen als Sicherheitsmarkierung

Leuchtzeichen sind so anzubringen, dass diese deutlich erkennbar sind. Ohne zu blenden muss sich die Helligkeit der Sicherheitsmarkierung von der umgebenden Fläche deutlich abheben. Nur bei Vorliegen einer zu kennzeichnenden Gefahr oder bei dem Erfordernis von Hinweisen dürfen leuchtende Kennzeichen in Betrieb sein. Nach Wegfall der kennzeichnungspflichtigen Gefahr darf die Sicherheitsaussage von Leuchtzeichen und Sicherheitsmarkierungen nicht mehr erkennbar sein. Unter anderem wird dies durch Abdecken der abstrahlenden Fläche erreicht.

Als Warnsignal dürfen blinkende Leuchtzeichen nur dann Verwendung finden, wenn auch unmittelbar eine Gefahr droht. Das bedeutet, dass warnende Leuchtzeichen kontinuierlich an sein müssen oder blinken müssen, während hinweisende Leuchtzeichen als Sicherheitsmarkierung ausschließlich dauerhaft betrieben werden dürfen. Wird anstelle eines Schallzeichens ein blinkendes Warnzeichen verwendet, muss die Sicherheitsaussage immer identisch sein.

Änderung der Bestimmungen zur Sicherheitsmarkierung

Im Mai 2013 wurden die Bestimmungen für Sicherheitskennzeichen und Sicherheitsmarkierungen gemäß ASR A1.3 und DIN EN ISO 7010 geändert. Der Grundsatz lautete: Soviel Sicherheitsmarkierung wie notwendig, so wenig Sicherheitsmarkierung wie möglich! Daher ist es im ersten Schritt erforderlich, zunächst die Gesundheitsgefahren und Sicherheitsgefahren zu ermitteln und zu beurteilen. Überall dort, wo es nicht möglich ist, Gefahren durch andere Schutzmaßnahmen zu beseitigen, müssen diese dauerhaft und zusätzlich durch eine Sicherheitsmarkierung oder ein Sicherheitskennzeichen gekennzeichnet werden. Bei der Wahl der Sicherheitsmarkierung ist darauf zu achten, dass diese aus einem Werkstoff besteht, welcher gegen die Umwelt- und Umgebungseinflüsse am Ort der Anbringung widerstandsfähig ist.

Für Sicherheitskennzeichen und Sicherheitsmarkierungen sind Kennfarben festgelegt, welche auf Grundlage des RAL Farbregisters oder der DIN 5381 beruhen. Hierbei handelt es sich um repräsentative Mittenfarben. Dadurch ist es möglich, auch bei ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen die Sicherheitskennzeichen gut voneinander unterschieden zu können.

Das Sicherheitszeichen ermöglicht es dem Betrachter, eine bestimmte Sicherheitsaussage zu vermitteln. Dies wird erreicht, indem eine bestimmte Farbe, eine entsprechende geometrische Form und ein vorgegebenes Piktogramm miteinander kombiniert werden.


Bildnachweis: © morguefile.com – kconnors

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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