Steckdosen setzen: Nachträgliche Steckdosen installieren

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Lieber zu viel, als zu wenig. So lautet das Motto bei Steckdosen. Setzen kann man sie natürlich auch nachträglich, allerdings muss beim Anschließen auf einiges geachtet werden.

Steckdosen setzen: Grundsätzliches

Wer kennt es nicht: Auch wenn der Eigentümer oder Vermieter beim Neubau schon viele Steckdosen setzen ließ, später fehlen sie dann doch oft an wichtigen Stellen. Dann sind zusätzliche Dosen nötig. Fehlt das nötige Fachwissen um Steckdosen eigenständig zu setzen, lässt sich das Problem natürlich oft auch mit dem guten alten Verlängerungskabel und den klassischen Verteilerdosen lösen. Diese Variante ist die günstigste und einfachste. Allerdings sieht das Verlängerungskabel an der Wand, Decke oder im Raum natürlich sehr unschön aus. Außerdem werden aus den Kabeln schnell Fallstricke bzw. gefährliche Stolperfallen.

Deshalb empfiehlt es sich meist eben doch, zusätzliche Steckdosen zu installieren. Es ist die professionelle und letztlich natürlich auch schönere, elegantere Lösung. Was das Setzen neuer Dosen angeht, hat man generell zwei Möglichkeiten. Man kann:

  • Aufputz-Steckdosen oder
  • Unterputz-Steckdosen

anbringen. Ob man eine Auf- oder Unterputz-Steckdose verbaut, ist u.a. vom Einsatzort und der späteren gewünschten Funktion abhängig. Für Werkstätten oder Keller werden meist Aufputz-Steckdosen genutzt, in Wohnräumen häufig Unterputz-Steckdosen.

Unabhängig davon ob man auf dem Putz verlegt oder das Kabel in der Wand versteckt: Erfahrung mit Elektroinstallationen und Kenntnisse von Elektroanschlüssen sollten vorhanden sein. (#02)

Unabhängig davon ob man auf dem Putz verlegt oder das Kabel in der Wand versteckt: Erfahrung mit Elektroinstallationen und Kenntnisse von Elektroanschlüssen sollten vorhanden sein. (#02)

Elektroinstallation: Sicherheit hat oberste Priorität

Unabhängig davon ob man auf dem Putz verlegt oder das Kabel in der Wand versteckt: Erfahrung mit Elektroinstallationen und Kenntnisse von Elektroanschlüssen sollten vorhanden sein. Schließlich können sich bei der Arbeit an Leitungen für fachfremde Personen immer große Gesundheitsrisiken ergeben. Es gelten daher bestimmte Sicherheitshinweise, die in jeden Fall beachtet werden sollten. Wer seine Steckdose alleine setzen möchte, muss im Vorfeld folgende Sicherheitsarbeiten erledigen:

  • Erster und wichtigster Schritt: Strom abschalten. Außerdem sollte
    man einen Klebestreifen an der Sicherung anbringen um ein versehentliches Einschalten anderer Personen zu verhindern
  • Trotz Abschaltung muss dann mit einem Messgerät die Leitung immer
    zusätzlich noch auf Spannungsfreiheit gecheckt werden
  • Um ganz sicher zu gehen dass der Spannungsmesser auch wirklich ordnungs-
    gemäß funktioniert ist es ratsam, das Messgerät zuvor an einer anderen Dose, auf der noch Saft ist, zu testen

Erst jetzt können die Vorbereitungen zum Einbau innerhalb der Installationszonen beginnen. Und zur Vorbereitung, sich das erforderliche Werkzeug zu beschaffen.

Steckdosen unter Putz setzen: Benötigtes Werkzeug

Etwas teurer als die Anschaffung von Verlängerungskabel und Verteilerdosen ist die Verlegung des Kabels auf Putz. Dabei bringt man einen Kabelschacht auf dem Putz an, der dann in einer handelsüblichen Dose endet. Allerdings stört natürlich auch hier der Kabelschacht den Gesamteindruck und die Optik des Raums. Die meisten Heimwerker schwören daher auf Unterputzdosen. Der Aufwand ist zwar am größten, das Ergebnis jedoch das Beste und Schönste.

Bevor man die Dosen in der Wand installiert ist es wichtig zu wissen, was alles an Werkzeug erforderlich ist. Die gute Nachricht: Die fürs Setzen von Unterputzdosen benötigten Hilfsmittel sind überschaubar. Man braucht lediglich einen Hammer und Meißel, ein Maßband, eine Wasserwaage, Gips/Schnellbaumörtel sowie Gipsbecher und Kelle (oder Spachtel). Je nachdem, wie umfangreich die Arbeiten sind, kann zudem eine Mauer- bzw. Mauernutfräse nötig sein. An Material braucht man neben der Unterputzdose auch ein Schutzrohr für das Kabel. Und zwar in passender Stärke (20mm).

An den Installationszonen muss man sich bei allen Elektroinstallationen an Gebäuden orientieren. Auch beim Anbringen von Unterputzsteckdosen. (#03)

An den Installationszonen muss man sich bei allen Elektroinstallationen an Gebäuden orientieren. Auch beim Anbringen von Unterputzsteckdosen. (#03)

Beim Anbringen von Dosen die Installationszonen beachten

An den Installationszonen muss man sich bei allen Elektroinstallationen an Gebäuden orientieren. Auch beim Anbringen von Unterputzsteckdosen. Die Zonen sind sehr wichtig, da sie z.B. ein späteres Anbohren der Leitungen verhindern. Generell sollen die Installationszonen die Stromleitungen vor mechanischen Schäden schützen, gerade solche, die in der Decke oder der Wand verlegt sind. Für die waagerechte Leitungsverlegung und Elektroinstallation existieren in Wohnräumen drei verschiedene Installationszonen: Die obere, mittlere und die untere Zone.

Rund 15 cm über dem Boden beginnen die oberen und unteren Installationszonen, die 30 cm breit sind. Wichtig für all jene, die ihre Steckdosen ohne einen Elektriker setzen: Die Unterputzdosen werden mittig innerhalb dieser Zonen angebracht. 100 cm über dem Boden verläuft die mittlere Installationszone, die auch 30 cm breit ist. Die Unterputzdosen sind in diesem Bereich in einer Höhe von 115 Zentimeter zu setzen. Eine Besonderheit gibt es in Bädern. Dort existiert nämlich nur eine obere Installationszone. Wer Unterputzsteckdosen installieren möchte, muss zudem die extra Schutzbereiche rund um Waschbecken, Wanne und Dusche beachten.

Vorbereitung und Setzen der Dosen

Das Bestimmen der exakten Position der Dosen ist schon mal ein sehr wichtiger Schritt zu Beginn. Ist dies erfolgreich gelungen, sollte die spätere Lage der Unterputzdose genau auf der Wand markiert werden. Dabei kommt die Wasserwaage zum Einsatz. Im nächsten Schritt muss man für eine entsprechende Vertiefung in der Wand sorgen, in die die Dose später eingesetzt wird. Diese Vertiefung bzw. Aussparung lässt sich meist problemlos mit Meißel und Hammer erstellen. Wer einen Dosenbohrer zu Hause hat, kann auch diesen verwenden.

  • Vorteil: Mit einem Bohrer geht das Stemmen in der Regel einfacher und schneller. Ganz wichtig ist zu checken, ob die Dose nach dem Ausstemmen wirklich exakt in die Vertiefung passt und gut darin sitzt.

Wenn die entsprechenden Einführungen der Kabel ausgebrochen wurden, geht es ans eigentliche Setzen: als ersten Schritt Mörtel oder Gips anrühren und das Loch für die Steckdose mit einem Pinsel befeuchten.  Dann genug Gips bzw. Mörtel in die Vertiefung und streichen und die Dose einsetzen. Nicht vergessen, die Position der Steckdose mit der Wasserwaage nochmals zu prüfen. Konnte der Gips einige Minuten ziehen, gilt es, die noch offenen Stellen zu verschließen. Währenddessen darauf achten, dass die Position der Steckdosen nicht mehr verändert wird. Nach ca. 30 Minuten ist der Gips ausgehärtet.

Der Elektriker bzw. der erfahrene DIY-Elektroinstallateur wird dann die Kabel farbgleich anschließen. Danach können alle Abdeckungen wieder montiert und die Sicherung kann eingeschaltet werden. (#02)

Der Elektriker bzw. der erfahrene DIY-Elektroinstallateur wird dann die Kabel farbgleich anschließen. Danach können alle Abdeckungen wieder montiert und die Sicherung kann eingeschaltet werden. (#02)

Steckdosen setzen: Letzte Schritte

Nachdem die Leitungen eingelegt wurden, muss man diese noch mit der vorhandenen Installation verbinden. Gerade dieser Schritt sollte nur von Heimwerkern mit Elektroinstallations-Erfahrung durchgeführt werden. Wer unsicher ist, sollte einen Elektriker bzw. Fachmann hinzuzuziehen. Die ganze Vorarbeit sowie das Stemmen und Setzen der Dosen wurde ja bereits vorgenommen, die eigentliche Installation kommt dann nicht mehr allzu teuer (inklusive Fahrtkostenpauschale ca. 50 bis 80 Euro). Der Vorteil wenn man einen Elektriker kommen lässt: Bei älteren Installationen, kann er gleich prüfen ob die Elektronik und Anlagen noch dem aktuellen Stand der Vorschriften genügen.

Der Elektriker bzw. der erfahrene DIY-Elektroinstallateur wird dann die Kabel farbgleich anschließen. Danach können alle Abdeckungen wieder montiert und die Sicherung kann eingeschaltet werden.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _ZephyrMedia   -#01: tetiana_u -#02: Elizaveta Galitckaia  -#03: Elizaveta Galitckaia



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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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