Steigende Immobilienpreise: Jetzt erreicht der Boom auch Sachsen

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Wer bisher dachte, dass er in Sachsen noch das eine oder andere Schnäppchen bei den Immobilien machen konnte, der wird nun eines Besseren belehrt. Studien haben gezeigt, dass selbst hier nun die steigenden Immobilienpreise Einzug halten.

Immobilienpreise steigen weiter deutlich an

In Deutschland müssen Käufer tief in die Tasche greifen, wenn sie Immobilien kaufen möchten. Bereits im zweiten sowie dem dritten Quartal des vergangenen Jahres sind die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen wieder stark angestiegen und auch die Tendenz für das aktuelle Jahr sieht kaum besser aus. Gerade in den Großstädten steigen die Preise rasant an. Dies hat der Immobilienverband IVD feststellen können.

Inzwischen ist dieses Phänomen jedoch nicht mehr nur in den Großstädten zu beobachten, sondern auch in den Kleinstädten. Steigerungen bei den Eigentumswohnungen von sechs Prozent sind keine Seltenheit. Bei Einfamilienhäusern liegen die Preisanstiege bei bis zu vier Prozent. Interessant dabei ist, dass sich diese Steigerung nun auch immer mehr in Bundesländern zeigt, die bisher noch nicht so stark betroffen waren. Allen voran das Bundesland Sachsen.

In Leipzig liegen die Preise sogar noch etwas höher. Zwar ist dies noch lange nicht vergleichbar mit dem Spitzenreiter München. Hier kostet der Quadratmeter in sehr guter Lage immerhin 6.900 Euro. (#01)

In Leipzig liegen die Preise sogar noch etwas höher. Zwar ist dies noch lange nicht vergleichbar mit dem Spitzenreiter München. Hier kostet der Quadratmeter in sehr guter Lage immerhin 6.900 Euro. (#01)

Steigerung der Immobilienpreise in Sachsen ist überraschend

Für Experten kommt es vielleicht nicht ganz so überraschend, für die Immobilienkäufer aber schon: Bei Sachsen handelt es sich um ein Bundesland, das rein von den Immobilienpreisen bisher immer eine letzte Lösung war. Das heißt, wer gerne zu günstigen Preisen eine Immobilie kaufen wollte, der hat diese in Sachsen eigentlich auch gefunden. Damit könnte es nun bald vorbei sein. So kostet ein Quadratmeter einer Eigentumswohnung in Dresden inzwischen stolze 3.000 Euro. Bei einer Fläche von 80 qm sind dies immerhin 240.000 Euro für eine Eigentumswohnung.

In Leipzig liegen die Preise sogar noch etwas höher. Zwar ist dies noch lange nicht vergleichbar mit dem Spitzenreiter München. Hier kostet der Quadratmeter in sehr guter Lage immerhin 6.900 Euro. Dennoch ist der Anstieg der Preise nicht zu unterschätzen. Auch der Blick auf die Baugrundstücke zeigt Veränderungen. In Dresden müssen nun im Schnitt 200 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden, in Leipzig 220 Euro. Im Vergleich dazu: In München liegt der Quadratmeter für Baugrundstücke bei 1.850 Euro.

Sachsen im Vergleich noch immer ein Schnäppchen

Diese Veränderungen werden mit Bauchschmerzen durch die Käufer wahrgenommen, die Verkäufer jedoch erfreuen sich natürlich daran. Aber auch wenn es erst einmal erschreckend ist, wie stark die Preise selbst in Sachsen steigen, so ist das Bundesland noch immer ein Schnäppchen im Vergleich zu anderen Bereichen in Deutschland. Der Vergleich mit München ist dabei nur ein Anhaltspunkt. Wer sich jedoch die Zeit nimmt und die Entwicklung der Preise in den einzelnen Bundesländern in den letzten Jahren beobachtet, der stellt fest: Sachsen ist hier noch human. Auf der Suche nach einer Immobilie, beispielsweise über sz-immo.de, wird dennoch deutlich, dass hier nun tiefer in die Tasche gegriffen werden muss. Vor allem im Raum der sächsischen Großstädte sind die Veränderungen spürbar.

Sachsen besitzt vier der sogenannten Schwarmstädte. Leipzig, Chemnitz, Dresden und Freiberg sind die Großstädte des Bundeslandes, die immer mehr Menschen anziehen. (#02)

Sachsen besitzt vier der sogenannten Schwarmstädte. Leipzig, Chemnitz, Dresden und Freiberg sind die Großstädte des Bundeslandes, die immer mehr Menschen anziehen. (#02)

Schwarmstädte und Schwarmgemeinden in Sachsen

Sachsen besitzt vier der sogenannten Schwarmstädte. Leipzig, Chemnitz, Dresden und Freiberg sind die Großstädte des Bundeslandes, die immer mehr Menschen anziehen. Die Schwarmwanderungen in de Städte sind auch in den Zahlen erkennbar. So gab es in den Jahren von 2009 bis hin zu 2014 immerhin eine Kohortenwachstumsrate in Höhe von über 200. Nicht nur junge Leute haben für sich erkannt, dass ihre Chancen auf eine berufliche Weiterentwicklung in den Städten deutlich besser sind. Von den Dörfern sowie aus anderen Bundesländern ziehen stetig Menschen in die Städte.

Davon profitieren auch die Randgemeinden rund um Dresden und Leipzig. Die Bereiche Radebeul und Freital beispielsweise haben ebenfalls an neuen Einwohnern gewonnen, was sich auch auf die Immobilienpreise auswirkt. Gleiches gilt für Zwickau und Meißen sowie Pirna und Plauen. Diese Orte profitieren jedoch nicht deshalb, weil sie im Schatten der Großstädte stehen und für Pendler interessant sind. Sie bieten selbst für die neuen Bewohner verschiedene Gründe, um attraktiv zu werden.

Nicht nur junge Leute haben für sich erkannt, dass ihre Chancen auf eine berufliche Weiterentwicklung in den Städten deutlich besser sind. Von den Dörfern sowie aus anderen Bundesländern ziehen stetig Menschen in die Städte. (#03)

Nicht nur junge Leute haben für sich erkannt, dass ihre Chancen auf eine berufliche Weiterentwicklung in den Städten deutlich besser sind. Von den Dörfern sowie aus anderen Bundesländern ziehen stetig Menschen in die Städte. (#03)

Die Schrumpfregionen als Gegenteil

Im Vergleich zu den Schwarmstädten gibt es noch die Schrumpfregionen. Wie der Name bereits beschreibt, handelt es sich hier um die Bereiche, die bei der ganzen Entwicklung verloren haben. Die Menschen wandern in alle Richtungen ab. Betroffen sind die Gemeinden, deren Einwohnerzahl unter 10.000 liegt. Aber auch Städte bleiben von der Abwanderung nicht verschont. Coswig und Grimma, Riesa und Zittau sowie Hoyerswerda verkleinern sich immer mehr. Die Tendenz ist steigend, oder in diesem Fall eher sinkend, denn die Einwohnerzahlen werden weiter sinken. Das bedeutet, dass die Städte auch für Unternehmen nicht mehr von wirtschaftlichem Interesse sind. Neben den Einwohnern wandern Unternehmen ab, es gehen Arbeitsplätze verloren und der Kreislauf findet kein Ende. Die Lücke zwischen den Schwarmstädten und den Schrumpfregionen nimmt stetig zu. Das Ergebnis ist eine Spaltung von Sachsen.

Video:Stadtschönheiten Sachsen

Die Problematik hinter den Kulissen

Das angeschnittene Problem, dass in den schrumpfenden Regionen die Unternehmen ebenfalls abwandern, ist nur ein geringer Teil der Problematik. Wer sich etwas näher mit dem Thema beschäftigt, der stellt schnell fest, dass deutlich mehr daran hängt. So lässt beispielsweise die Auslastung der Infrastruktur in diesen Bereichen nach. Bewohner, die eigentlich gar nicht wegziehen wollen, stehen vor dem Problem, dass sie keinen Kindergartenplatz mehr bekommen oder die Arbeit verlieren. Sie haben dann keine andere Wahl mehr, als die Region zu verlassen und in die Städte zu ziehen. Die Lösung liegt in einer dezentralen Planung, an der sich beteiligt werden muss.

Vor allem auch in Hinblick auf die Wohnungswirtschaft ist dies ein wichtiges Thema.In den Großstädten führt die Zuwanderung nämlich ebenfalls zu Problemen. So brachen gerade Dresden und Leipzig mehr Sozialwohnungen. Der vdw Sachsen weist darauf hin, dass es interessant sein kann, über die Neugründung von städtischen Wohnungsbaugesellschaften nachzudenken. Gleichzeitig wird zusätzliche Unterstützung für den Wohnungsmarkt in den ländlichen Gebieten benötigt. Zwar ist der Leerstand hier ein Problem. Die Wohnungen müssen dennoch saniert werden, damit sie nicht verfallen. Hier sind die Gemeinden im Zugzwang, die ohne Unterstützung jedoch nicht vorankommen.

Video:Sachsens größte Schätze

Olena Z

Was bedeutet die Entwicklung für Käufer von Immobilien?

Wer bisher darüber nachgedacht hat, in Sachsen eine oder mehrere Immobilien zu kaufen, der wird diese Entwicklung mit Interesse verfolgen. Inzwischen ist es möglich, in den Schrumpfregionen echte Schnäppchen zu machen. Einfamilienhäuser, gerade erst vor wenigen Jahren gebaut, werden zu Spottpreisen angeboten. Dazu gibt es große Grundstücke. Das ist aber nur für die Käufer interessant, die in ihrem Alltag flexibel sind. Sie dürfen kein Problem damit haben, lange Fahrzeiten in die großen Städte auf sich zu nehmen oder Einkunftsmöglichkeiten in der Umgebung zu finden.

Die Investition in Wohnungen oder Häuser in den großen Städten kann noch sehr interessant sein. Auch wenn die Preise angestiegen sind, haben sie noch nicht ihr Hoch erreicht. Es ist davon auszugehen, dass die Preise weiter ansteigen werden. Wer also jetzt bereit ist, das Geld in die Hand zu nehmen, hat womöglich in einigen Jahren eine Immobilie, deren Wert deutlich gestiegen ist. Allerdings braucht es hier ein gutes Händchen sowie einen Blick auf den Markt, der zeigt, welche Bereiche in den Städten interessant sind. Auch die Restaurierung oder der Umbau von Gebäuden und Wohnungen ist ein Punkt, der die Blicke auf sich zieht. Handwerker oder handwerklich begabte Käufer, die einen großen Teil der Arbeiten selbst übernehmen können, sparen und erhöhen dabei den Wert der Immobilie.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:Olena Z -#01: Claudio Divizia -#02:MooNam StockPhoto -#03: LaMiaFotografia



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Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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