Zugluftdackel: Der Zugluftstopper der anderen Art!

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Zugluftdackel erobern sich nach Jahrzehnten der Verbannung ihren Platz in den Wohnungen und Häusern zurück. Der wohlverdiente Feierabend ist da, der Lieblingsfilm gestartet und es könnte so gemütlich sein, wäre da nicht der kalte Luftzug, der durch den Raum zieht. Schnell ist es mit der Gemütlichkeit vorbei und das Frösteln beginnt.

In Zeiten ständig steigender Energiekosten holen sich daher immer mehr Hausbewohner und Wohnungsmieter den Zugluftdackel in ihre vier Wände zurück.

Der Zugluftdackel: Erfindung aus Uromas Zeiten

Ob der Name des Zugluftdackels tatsächlich daher kommt, dass in früheren Zeiten ausgestopfte Dackel zum Fernhalten der Zugluft vor Türen und Fenster gelegt wurden, ist in der heutigen Zeit nicht mehr relevant. Was wie ein Tier klingt, ist längst ein praktischer Haushaltshelfer aus Stoff, Wolle oder Kunststoff.

Seinen Zweck erfüllt der Zugluftdackel jedoch nach wie vor zuverlässig: Er verhindert die Zirkulation von Zugluft in Häusern und Wohnungen. Testen Sie die Wirkung aus und kaufen oder basteln Sie einen eigenen Zugluftstopper. Je mehr undichte Fenster und Türen Sie haben, desto mehr kleine Dackel sollten bei Ihnen einziehen.

Selbstverständlich ist Zugluftdackel schon lange nur noch ein Oberbegriff für Stopper in unzähligen Formen und Farben. Videos und Bücher laden zum Nachbasteln ein und das für Erwachsene und Kinder.

Zugluftstopper im Haushalt richtig platzieren

Zugluft kann zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens unterschiedlichster Art führen. Verspannungen, ein steifer Nacken und Schmerzen in Rücken oder Schulter gehören zu den bekanntesten Auswirkungen. (#1)

Zugluft kann zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens unterschiedlichster Art führen. Verspannungen, ein steifer Nacken und Schmerzen in Rücken oder Schulter gehören zu den bekanntesten Auswirkungen. (#1)

Reichen die Fenster- oder Türdichtung nicht aus, um die kalte Luft draußen und die warme Luft drinnen zu halten, dient ein Zugluftstopper als zusätzliche Dichtung. Er wird daher unten vor die Tür oder auf das Fensterbrett vor den unteren Fensterrahmen gelegt. Bei Türen ist es meistens sinnvoll, wenn Sie den Dackel am Türbrett befestigen. Beim Öffnen und Schließen der Tür bewegt er sich dadurch automatisch über den Boden.

Falls Sie noch nicht wissen, woher der kalte Luftzug in Ihrem Haushalt kommt, testen Sie es ganz einfach. Verteilen Sie vor jedem Fenster und jeder Tür eine Handvoll Konfetti. Zieht durch den Spalt Luft, wird sich das leichte Konfetti weiter verteilen und Sie haben eine Zugluftquelle entdeckt.

Vor allem in den kalten Wintermonaten gehört an diese Stellen ein Zugluftdackel, um das Auskühlen der Wohnräume zu verhindern. Da der Stopper in Dackelform ständig über den Boden geschoben wird, kann er mit der Zeit schmutzig werden. In der Waschmaschine verschwinden Staub, Haare und anderer Schmutz schnell wieder und Ihr Stopper sieht wie neu aus.

Viele gute Gründe für die Nutzung des Zugluftdackels

Einen Effekt, den der Einsatz eines Zugluftdackels sehr schnell hat, ist die Steigerung des Wohlbefindens im eigenen Zuhause. Zugluft durch nicht richtig dicht schließende Fenster und Türen ist nicht nur unangenehm. Sie kann auch das Immunsystem auf eine harte Probe stellen und Erkältungskrankheiten begünstigen.

Ständig kalte Füße, eine Gänsehaut und kalte Hände sind auf Dauer nicht nur lästig, sie schlagen auch auf das Gemüt. Deshalb ist der Einsatz von einem Zugluftdackel eine Wohltat für die Zufriedenheit im eigenen Heim. Das gilt für Kinder ebenso, wie für Erwachsene.

Neben dem steigenden Wohlbefinden kann ein Zugluftdackel außerdem für sinkende Energiekosten sorgen. Gas, Strom und Erdöl wurden im letzten Jahrzehnt deutlich teurer. Das spüren alle Haushalte durch die gestiegenen Nebenkosten trotz gleichbleibendem Verbrauch. Neben den ärgerlich hohen Kosten, die monatlich anfallen, werden auch die Ressourcen der Erde dadurch stark belastet.

Möglichkeiten zum Energiesparen sind also für die Haushaltskasse und die Natur eine Wohltat. Schon unsere Großmütter und Urgroßmütter haben daher den Zugluftdackel zu schätzen gewusst. Er hält die vorhandene Wärme besser im Raum und senkt dadurch die Heizkosten. Diese machen übrigens bis zu 70 Prozent der Nebenkosten in einem Haushalt aus.

Ebenfalls zu den Vorteilen der Zugluftstopper gehört die leicht geräuschhemmende Wirkung. Wenn Sie zu häufig die Geräusche im Hausflur stören oder Sie durch die Haustür den Straßenlärm hören, kann ein Zugluftdackel die Lärmbelästigung reduzieren. Die von außen kommende Geräuschkulisse nimmt deutlich ab, wodurch auch der Alltagsstress gemindert wird und Sie in Ihrem Zuhause Ruhe genießen können.

Anleitung: Zugluftdackel selber nähen

Sie müssen keinen Zugluftdackel für Fenster und Türen im Fachhandel kaufen. Ebenso gut und schnell machen Sie Ihren Stopper für lästige Zugluft einfach selbst und können ihn dadurch nach Ihren Wünschen gestalten. Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie einen solchen Zugluftstopper aus günstigen Materialien nähen. Weitere Tipps und Anleitungen finden Sie zum Beispiel in Büchern oder einem entsprechenden DIY Video.

Benötigt werden:

  • dicker Stoff, wie beispielsweise Walkloden
  • Nähgarn in einer zum Stoff passenden Farbe
  • Stecknadeln und Nähnadel oder Nähmaschine
  • Füllmaterial, wie Hirsespelze, Maiskörner oder Reiskörner

Sobald alle Materialien besorgt sind, kann das Nähen beginnen. Zunächst schneiden Sie den Stoff für Ihren Zugluftdackel zu. Schneiden Sie dazu ein 30 Zentimeter breites Stück Stoff in einer Länge, die mindestens fünf Zentimeter länger als die untere Kante Ihrer Tür ist. Danach falten Sie den Stoff der Länge nach und fixieren ihn mit Stecknadeln. Nun können Sie die lange Seite zusammennähen. Das gelingt mit der Hand ebenso, wie mit einer Nähmaschine.

Anschließend nähen Sie eine der kurzen Seiten zu und drehen den Stoffschlauch dann auf die andere Seite. So verschwinden die eben gemachten Nähte im Inneren. Nun können Sie den Stoffschlauch befüllen. Egal welches Füllmaterial Sie wählen, achten Sie auf eine möglichst pralle Füllung. Dadurch kann keine Luft durch den Zugluftstopper in den Raum dringen. Zum Schluss verschließen Sie die letzte Seite und schon ist Ihr Zugluftdackel einsatzbereit.

Extra-Tipp: Etwas raffinierter wird der Zugluftdackel, wenn Sie zwischen die Naht ein Paspelband einarbeiten. Sie können außerdem bunten oder gemusterten Stoff verwenden, ihn mit einem Spitzenband verzieren oder bunte Knöpfe auf die obere Seite nähen.

Handgemacht: Häkelanleitung für einen Zugluftstopper

Wer seinen Zugluftstopper aus bunter Wolle häkeln oder stricken mag, dem stehen alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Von Zuglluftdackel bis Zugluftschlange oder Zugluftgiraffe sind viele "Viecher" gerne zu Diensten. (#3)

Wer seinen Zugluftstopper aus bunter Wolle häkeln oder stricken mag, dem stehen alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Von Zuglluftdackel bis Zugluftschlange oder Zugluftgiraffe sind viele „Viecher“ gerne zu Diensten. (#3)

Aus dicker Wolle ist ein Zugluftdackel im Handumdrehen selbst hergestellt. Der Vorteil bei einem gehäkelten Modell ist die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung. Sie können dazu Ihre Lieblingsfarben verwenden und den Zugluftstopper ganz nach Ihrem Wünschen mit kleinen Accessoires verzieren. Anschließend ist es auch ein persönliches Geschenk, mit dem Sie einem lieben Menschen eine Freude bereiten.

Für einen gehäkelten Zugluftdackel benötigen Sie:

  • ca. 250 Gramm dicke Wolle
  • eine Häkelnadel in passender Größe
  • eine Stopfnadel
  • Füllwatte

Zu Beginn schlagen Sie mit der Wolle 40 Luftmaschen an und schließen den gehäkelten Kreis. Anschließend häkeln Sie in Runde in jede Luftmasche eine feste Masche. Diese Kreise wiederholen Sie bis zur gewünschten Länge des Zugluftdackels. Sie erhalten dadurch einen gehäkelten Schlauch. Er sieht übrigens farbenfroher aus, wenn Sie unterschiedliche Wollfarben miteinander abwechseln. Das ergibt ein geringeltes Muster. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Farbringe jeweils die gleiche Anzahl gehäkelter Reihen haben, um ein einheitliches Bild zu erzeugen.

Im nächsten Schritt füllen Sie den gehäkelten Schlauch mit Füllwatte. Dazu können Sie handelsübliche Füllwatte aus Bastelläden oder Handarbeitsläden verwenden. Sie ist meistens waschbar und lässt sich gut verarbeiten. Stopfen Sie den Schlauch fest aus, damit der die Zugluft gut aus der Wohnung fernhalten kann.

Nun beginnen Sie damit, zwei Seitenstücke zu häkeln. Dazu schlagen Sie den magischen Ring mit sechs Maschen an. Falls Sie den magischen Ring noch nicht kennen, schauen Sie sich entsprechende Videos mit einer Anleitung an und probieren Sie es selbst aus. Ein solches Video kann Ihnen auch helfen, wenn Sie Häkelanfänger sind und noch einige Tipps benötigen. In der ersten Reihe häkeln Sie in jede Masche zwei feste Maschen. In der zweiten Reihe verdoppeln Sie jede zweite Masche, in der dritten Reihe wird jede dritte Masche verdoppelt und so weiter. Nach diesem Prinzip fahren Sie fort, bis der Kreis den gleichen Durchmesser wie der gehäkelte Schlauch hat. Danach fertigen Sie einen zweiten Kreis nach dem gleichen Prinzip an.

Zum Schluss nähen Sie beide Kreise an die Enden des Schlauchs und füllen eventuell noch etwas Füllwatte nach. Falls gewünscht, können Sie jetzt noch niedliche Accessoires auf den gehäkelten Zugluftdackel nähen. Dazu eignen sich beispielsweise Holzperlen, Pailletten und Knöpfe.

Es muss kein Dackel sein – weitere Ideen für Zugluftstopper als Türdichtung

Auch die gute alte Schwimmnudel kann als Zugluftstopper herhalten. (#2)

Auch die gute alte Schwimmnudel kann als Zugluftstopper herhalten. (#2)

Zwar ist der so genannte Zugluftdackel der Klassiker aus Omas Zeiten und hatte häufig tatsächlich die Form eines Dackels, doch es geht auch deutlich moderner. Wenn Sie in den letzten Tagen unangenehmen Zug aus der Region Ihrer Wohnungstür bemerkt haben, schafft die Schwimmnudel kurzfristig Abhilfe, bis Sie einen Zugluftstopper nach Ihrem Geschmack gefunden oder selbst hergestellt haben.

Die Schwimmnudeln aus einem weichen und gut formbaren Material lassen sich besonders einfach vor die Tür legen, sind kostengünstig und in vielen Kellern oder auf Dachböden ohnehin bereits vorhanden. Das flexible Material schneiden Sie mit einem Messer einfach auf die benötigte Länge zu.

Aus Alt mach Neu – das ist auch das Motto für folgende Idee: Verwandeln Sie eine alte Hose in einen praktischen Zugluftstopper. Dazu vernähen Sie den oberen Bund und die beiden Beinöffnungen der Hose. Bevor auch das letzte Hosenbein vernäht ist, stopfen Sie die Hose mit Füllwatte aus und schon ist ein selbstgemachter, moderner Zugluftdackel fertig. Für andere kreative Ideen stöbern Sie durch Bücher und schauen Sie sich DIY Videos an. Auf diese Weise bekommt Ihr Zugluftdackel eine individuelle Form und ist kein Massenprodukt, wie Sie es in Einrichtungshäusern kaufen können.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild Ingo Bartussek, #1 absolutimages; #2 MAK, #3 nuankesaree



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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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