Holz lackieren: Anleitung für Heimwerker

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Die Tür ist verfärbt. An einigen Stellen blättert sogar schon der Lack ab. Risse in der oberen Farbschicht zeugen davon, dass es Zeit ist, die Türen und Fenster mit einer frischen Lackschicht zu überziehen. Wie man Türen, Fenster, Möbel und Holz lackieren kann, zeigen wir in der folgenden Anleitung.

Holz lackieren oder lasieren?

Je nachdem, was man mit dem Möbelstück vorhat, kann man das Holz lackieren oder auch lasieren. Beiden Behandlungsarten ist gemein, dass das Holz mit ihnen wesentlich besser vor Umwelteinflüssen geschützt ist. UV-Strahlen und Feuchtigkeit sind der größte Feind von Holz außerhalb der geschützten Wohnung. Aber auch in den eigenen vier Wänden ist Holz mit einer Lackierung oder einer Lasur wesentlich besser vor Kratzern, Staub und auch vor Verfärbungen durch Lichteinfall geschützt.

Die Unterschiede von Lack und Lasur

Der größte Unterschied in den beiden Holzveredelungen liegt darin, dass ein Lack deckend ist, so dass vom Holz unten drunter im Grunde nichts mehr zu sehen ist. Anders ist das bei einer Lasur. Eine Lasur kann zwar auch in verschiedenen Farben wie ein Lack aufgetragen werden. Allerdings schimmert durch die Lasurschicht stets noch die Maserung des Holzes durch.

Gerade bei Möbeln aus Echtholz wie einem großen Esstisch oder auch einem alten Schrank kann das sehr gut aussehen. Auch bei Decken- und Wandpaneelen ist die Optik oft interessanter, wenn die Holzmaserung zu sehen ist und eine entsprechende Lasur verwendet wird.

Auf der anderen Seite gibt es auch Lacke, die transparent sind. Sogenannte Klarlacke kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn das Holz nach dem Lackieren starken Witterungsbedingungen ausgesetzt ist.

Bei einer Lasurschicht schimmert stets noch die Maserung des Holzes durch.(#01)

Bei einer Lasurschicht schimmert stets noch die Maserung des Holzes durch.(#01)

Holz lackieren: Die Vorbereitung

Um das Holz lackieren zu können, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung. Je besser die Vorbereitung nämlich ist, desto besser und so auch ansprechender ist das finale Ergebnis.

Den alten Lack richtig entfernen

Bei Möbeln, Türen und Fenstern, die wieder frisch aufbereitet werden sollen, muss in einem ersten Schritt der alte Lack entfernt werden. Das geht entweder mit einem Schleifgerät, mit Heißluft oder mit einem Abbeizer.

  • Mit dem SchleifgerätMit einem Schleifgerät wählt man zunächst eine möglichst grobe Körnung und entfernt die alte Lackschicht. Gerade bei alten Möbeln und Türen, wo mehrere Schichten übereinander gekleistert wurden, kann das zu einer sehr schweißtreibenden Arbeit ausufern.
  • Mit HeißluftAlles heiße Luft? Ja, denn mit einer Heißluftpistole wird der alte Lack erwärmt. Die Geräte schaffen eine Temperatur von bis zu 600 Grad. Der alte Lack lässt sich nach dem Erhitzen einfach mit einer Spachtel abziehen.
  • Mit einem AbbeizerEmpfehlenswert ist auch der Einsatz von Abbeizern, allerdings nur, wenn man für eine gut belüftete Umgebung sorgen kann. Am besten geht es direkt im Freien. Abbeizer arbeiten auf chemischer Basis und nach dem Auftragen und einer Einwirkzeit kann die alte Farbschicht mit einer Spachtel und Wasser vorsichtig abgetragen werden.Wichtig dabei ist jedoch, den richtigen Abbeizer zu verwenden. Für unterschiedliche Lackarten gibt es verschiedene Abbeizer. Weiß man nicht, um welchen Lack es sich handelt, hilft nur das Ausprobieren an einer unauffälligen Stelle.Ist die alte Farbe entfernt, wird das Holz noch einmal per Hand und einer feinen Körnung abgeschliffen, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erhalten.
Der alte Lack lässt sich nach dem Erhitzen einfach mit einer Spachtel abziehen.(#02)

Der alte Lack lässt sich nach dem Erhitzen einfach mit einer Spachtel abziehen.(#02)

Die Vorbereitung bei unbehandeltem Holz

Möchte man unbehandeltes Holz lackieren, um daraus anschließend Möbel zu bauen, muss dieses vor dem Streichen in mehreren Schritten geschliffen werden. Dabei beginnt man zunächst mit einer groben Körnung (40 bis 60). Beim Mittelschliff kommen Körnungen von 80 bis 120 zum Einsatz. Der finale Feinschliff erfolgt mit Körnungen ab 180.

Am besten mit der Maserung arbeiten, um Kratzer im Holz zu vermeiden. Ein Wässern des Holzes zwischen den einzelnen Schliffen richtet die Fasern des Holzes auf und sorgt nach dem Schleifen für eine noch glattere Oberfläche.

Holz lackieren: Reinigung der Oberfläche

Um sicher zu gehen, dass keine Reste von Holzstaub zurückgeblieben sind, wird die Oberfläche nochmals mit einem nassen Schwamm gereinigt, um alle Reste zu entfernen. Das sorgt beim Lackieren für ein besseres Ergebnis.

Material zum Holz lackieren

Folgendes Material wird zum Holz lackieren benötigt:

  • Lack
  • gegebenenfalls eine Grundierung
  • Farbwanne
  • Naturhaar- oder Kunsthaarpinsel in mehreren Größen
  • Lackrollen (je nach Lackart)
  • Schleifgerät oder Schleifklotz
  • Schleifpapier
  • Schwamm

Grundierung oder nicht?

Ob man zum Holz lackieren eine zusätzliche Grundierung braucht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Das kommt jeweils auf das Holz oder das Material an, welches lackiert werden soll. So benötigen manche Hölzer wie Eiche eine Grundierung, da Harze austreten und so den Lack verfärben können. Auch MDF-Platten benötigen eine Grundierung, um ausreichend Tragkraft für den späteren Lackanstrich zu haben. Auch wenn das Holz im Anschluss im Außenbereich zum Einsatz kommt, empfiehlt sich eine zusätzliche Schutzschicht mittels einer Grundierung.

Eine Grundierung trägt jedenfalls dazu bei, die Haftung des Lacks zu verbessern und verbessert in der Regel auch die Deckkraft beim Holz lackieren. So kann meist auf eine Deckschicht verzichtet werden.

Eine Grundierung trägt jedenfalls dazu bei, die Haftung des Lacks zu verbessern und verbessert in der Regel auch die Deckkraft beim Holz lackieren.(#03)

Eine Grundierung trägt jedenfalls dazu bei, die Haftung des Lacks zu verbessern und verbessert in der Regel auch die Deckkraft beim Holz lackieren.(#03)

Welcher Lack?

Lacke gibt es in verschiedenen Kategorien, die jeweils für verschiedene Einsatzmöglichkeiten gedacht sind.

  • Acryllacke sind wasserverdünnbar und umweltschonend; Pinsel und Rollen lassen sich einfacher reinigen; ältere Acryllacke vergilben zudem nicht – bei der Lackrolle greift man zu einer Flockwalze
  • Kunstharzlacke kommen zum Einsatz, wenn Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit gefragt ist; Kunstharzlacke haben eine höhere Deckkraft, benötigen allerdings eine längere Trocknungsphase – man greift auf eine Lackrolle mit Schaumwalze zurück

Holz lackieren: Die Anleitung

Nun kann endlich mit dem Holz lackieren begonnen werden. Gut umgerührt, wird der Lack in eine Farbwanne gefüllt.

Mit einem Pinsel zunächst die Ränder vom Holz lackieren, um anschließend mit der Lackrolle Stellen glatt zu bügeln, wo zu viel Farbe kleine Nasen bildet. Hierbei wird längs zur Maserung des Holzes gearbeitet.

Der Lack muss auf der Oberfläche möglichst gleichmäßig verteilt werden. Je nach der Deckkraft und einer Trocknungsphase wird der Anstrich anschließend bis zu zweimal wiederholt.

Holz lackieren mit einer zweiten Farbe

Möchte man auf der lackierten Fläche ein Teilstück in einer anderen Farbe lackieren, um diese vom Untergrund abzusetzen, muss der Lack komplett trocken sein. Anschließend die zu bestreichende Fläche gründlich und großzügig mit Kreppband abkleben und lackieren.

Wichtig ist auf die Wahl des richtigen Lacks zu achten, da unterschiedliche Lacke miteinander reagieren und so das Gesamtergebnis ruinieren können.

Wichtig ist auf die Wahl des richtigen Lacks zu achten, da unterschiedliche Lacke miteinander reagieren und so das Gesamtergebnis ruinieren können.(#04)

Wichtig ist auf die Wahl des richtigen Lacks zu achten, da unterschiedliche Lacke miteinander reagieren und so das Gesamtergebnis ruinieren können.(#04)

Holz lasieren: Die Anleitung

Entscheidet man sich bei Möbeln aus Echtholz stattdessen für eine Lasur statt einer Lackierung, so unterscheiden sich die ersten Arbeitsschritte kaum voneinander. Das Holz wird entsprechend vorbehandelt und in mehreren Schritten abgeschliffen.

Dem folgt der erste Anstrich mit der Lasur. Ist der komplett getrocknet, wird er noch einmal mit feinem Schleifpapier bearbeitet. Im nächsten Schritt folgt ein zweiter Lasur-Anstrich. Eine spezielle Lasur für Möbel sorgt für ein glänzendes, lackähnliches Ergebnis, bei dem die Holzmaserung aber noch gut erkennbar ist.

Um keine Enttäuschung zu erleben, empfiehlt es sich, die Lasur an einer unauffälligen Stelle zu testen.

Fazit

Holz lackieren ist nicht schwer, wenn man sich an ein paar Praktiken hält und das Holz oder die Möbel, die es neu zu lackieren gilt, entsprechend gut vorbereitet. Der wichtigste Faktor ist Zeit, denn zwischendrin gilt es, dem Holz und später dem Lack genügend Pausen, um richtig trocknen zu können, zu verschaffen.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild:optimarc – #01:Efetova Anna – #02:2K-STUDIO – #03: Cheng Wei – #04:24TrifonenkoIvan

2 Kommentare

  1. Markus Schneider am

    Vielen Dank für den Artikel zu Holzlackieren. Interessant, dass man den alten Lack auch mit Heißluft entfernen kann. Bei meinem nächsten DIY Projekt mit Holzlack werde ich das ausprobieren.

  2. Herzlichen Dank für den ausführlichen Beitrag zum richtigen Holzlackieren. Während meines damaligen Praktikums konnte ich schon erste Kenntnisse über Industrielackierungen sammeln. Konkret werden unter anderem Holz, Kunststoff, Metall und Glas lackiert. Auf diese Weise können Industrieprodukte, die mit Beschmutzungen in Kontakt kommen, eine deutlich längere Lebensdauer beibehalten.

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