Vollwärmeschutz: Vakuumdämmplatten schützen

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Zur Sanierung von Altbauten kommt der Vollwärmeschutz infrage. Besonders effizient sind dabei Vakuumdämmplatten, die mit ein wenig Fachkenntnis auch vom Hauseigentümer selbst angebracht werden können.

Warum einen Vollwärmeschutz mit Vakuumdämmplatten anbringen?

Der Vollwärmeschutz, wie er beispielsweise über Vakuumdämmplatten möglich ist, soll bis zu 30 Prozent der Energiekosten eines Hauses sparen. Das schont Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen. Eine gute Dämmung ist dabei sowohl im Winter als auch im Sommer vorteilhaft: Im Winter wird die Wärme des Gebäudes innen gehalten, im Sommer hingegen bleibt es innen kühl und die Wärme von außen kann nicht durch das Gemäuer dringen.

Wurde bei der Gebäude Planung versäumt, auf derlei Dinge Wert zu legen (wie es bei sehr vielen Altbauten der Fall ist), ist die Sanierung mit einem Vollwärmeschutz nötig. Hierfür können sogar staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden, denn Land und Bund stehen Hauseigentümern beim Energiesparen zur Seite.

Die KfW vergibt zinsgünstige Kredite und Finanzierungszuschüsse. So ist zum Beispiel das Programm zum Erreichen des Energieeffizienzhauses 55 relevant, bei dem eben den Kosten für die Sanierung selbst auch die Gebühren für den Energieberater zumindest anteilig übernommen werden.

Das Anbringen der Vakuumdämmplatten für den gewünschten Vollwärmeschutz senkt den Energieverlust des Hauses ebenso wie das Schimmelrisiko im Inneren. Die Wände bleiben trockener, was letzten Endes auch mit einer Wertsteigerung des Gebäudes verbunden ist.

Verwendet werden können neben synthetischen Verbundmaterialien wie Vakuumdämmplatten (VIP-Vakuum-Isolationsplatten) auch synthetische anorganische Dämmstoffe, synthetische organische Dämmstoffe sowie Dämmstoffe aus NaturmaterialienWi.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Wärmedämmung( Foto: Shutterstock- Gjemala  )

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Wärmedämmung( Foto: Shutterstock- Gjemala )

Wie dämmt ein Vakuum?

Die Technik hinter der Nutzung von Vakuumdämmplatten ist denkbar einfach. Die Dämmung wird durch besondere Strukturen erreicht, die sich zwischen den Füllmaterialien befinden. Die eingeschlossene Luft kann nicht entweichen und dient als Wärmespeicher. Ein ähnliches Prinzip wird für den Bereich der Verglasung erforscht, denn eine Mehrfachverglasung schließt ebenfalls immer Luft ein und isoliert damit innenliegende Räume von der Außenluft.

Moderne Isolierfenster bestehen aus drei Glasscheiben, deren Zwischenräume mit Krypton oder Argon gefüllt werden und deren Innenseiten mit einem Edelmetall beschichtet sein können.

Wo werden Vakuumdämmplatten eingesetzt?

Vakuumdämmplatten sind für bestimmte Anwendungsbereiche prädestiniert. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn wenig Wohnfläche genutzt werden kann bzw. diese nicht noch weiter verkleinert werden soll. Der Vollwärmeschutz soll dennoch höchst leistungsfähig sein. Die VIPs werden dann zur Innendämmung verwendet und sollen die Außenwände isolieren.

Sie werden vor allem in diesen Bereichen eingesetzt:

  • Sanierung von Altbauten
  • Bau von Passiv– und Niedrigenergiehäusern
  • Dämmung von Terrassen und Balkonen (hier Fensterabschluss und Türzugang)
  • Dämmung von Flachdächern
  • Dämmung von Kellerdecken

Wie sind Vakuum-Isolierplatten aufgebaut?

Vakuum-Isolierplatten bringen den großen Vorteil mit, dass sie die Ästhetik eines Gebäudes nicht stören, weil sie von innen angebracht werden. Sie helfen dennoch beim Energiesparen und das sogar überaus effizient. Im Inneren der Platten befindet sich ein Stützkern, der sich durch seine offenen Poren auszeichnet. Meist wird Kieselsäure für diesen Kern verwendet, wobei das Pulver gepresst wird.

Kieselsäure ist für seine hervorragenden dämmenden Eigenschaften bekannt und dämmt beinahe doppelt so stark wie andere Dämmmaterialien. Teilweise wird sogar von der bis zu zehnfachen Dämmwirkung gesprochen, wenn VIPs mit anderen Dämmplatten verglichen werden.

Der Stützkern wird gasdicht verschlossen, was durch eine Hülle aus dünner Metallfolie möglich ist. Das Vakuum ist beinahe perfekt, die Wärmeleitung durch die Luft nur noch minimal gegeben.

Dabei hat Kieselsäure noch einige weitere Vorteile: Sie ist nicht giftig und lässt sich einfach recyceln. Außerdem ist sie nicht brennbar und dünstet keine schädlichen Emissionen aus.

Kieselsäure ist nicht der einzige Stoff, der für die Herstellung der Vakuumdämmplatten verwendet wird. Teilweise kommen auch offenporige Schäume aus Polymeren zum Einsatz. Styropor, Aerogele und Glasfasern werden ebenso verwendet.

Ausschlaggebend für die Wahl des innen liegenden Materials sind die Eigenschaften, die die Hülle hat. Hierfür wiederum eignen sich neben Edelstahl auch Aluminium und Glas. Die Wahl der Hülle wird vom gewünschten Einsatz der Platten bestimmt.

Verwendet werden sogenannte Kunststoffhochbarrierelaminate, Metallfolien und Alu-Verbundfolien, teilweise kommen dünne Bleche aus Edelstahl zur Anwendung. Die genannten Laminate sind Folien aus mehreren Schichten von Polymeren. Verwendet werden hier Polyamid, Polyester, Polyethylen und Polypropylen.

Diese werden mit Aluminium oder Aluminiumoxid bzw. Siliziumoxid kombiniert, damit die gewünschte Dichtigkeit gegeben ist. Auf eine Polymerschicht kommen in der Praxis meist drei Zusatzschichten.

Alu-Verbundfolien bestehen aus einer sehr dünnen Aluminiumfolie, die nur zwischen sechs und zwölf Mikrometer dick sein darf, und einer Kunststofffolie, die einmal oberhalb und einmal unterhalb der Alufolie angebracht wird.

Die Hüllen selbst wirken sich auf die Lebensdauer der Vakuumdämmplatten aus. Vor allem die Sperrfolie und die Siegelnähte erweisen sich in der Praxis als Schwachstellen, an denen leicht Gas durchdringen kann. Noch immer sind die Forscher damit beschäftigt, solche Schwachstellen zu eliminieren und in Labor- und Praxistests neue Lösungen zu entwickeln. Diese haben das Ziel, dass die Wärmeleitfähigkeit der Dämmung im Laufe der Jahre nur geringfügig ansteigt.

Vollwaermeschutz nach dem Motto je dicker je besser ist nicht immer die richtige Aussage (Foto: Shutterstock-  Denis Costille )

Vollwaermeschutz nach dem Motto je dicker je besser ist nicht immer die richtige Aussage (Foto: Shutterstock- Denis Costille )

Eigenschaften der VIPs

Wurde bei der Gebäude Planung versäumt, die Dämmung des Gebäudes zu bewirken, ist ein nachträglicher Vollwärmeschutz die einzige Möglichkeit, Energie einsparen zu können. Die Technik der Vakuumdämmplatten ist eine hervorragende Lösung, wenn es um eine innenliegende Dämmung geht. Dabei spielen die Dämmeigenschaften der Platten eine erhebliche Rolle.

Wichtig zu wissen: Die VIPs sind nur in rechteckigen Maßen erhältlich, ein Zuschnitt ist nicht möglich. Sie sind vielmehr standardisiert, und wenn sie zugeschnitten werden würden, würde das Vakuum beschädigt werden.

Die Dicke der Platten beträgt somit standardmäßig zwischen 10 und 50 mm, die Länge zwischen 0,6 und 1,2 m. Die Breite liegt bei 0,5 m. Diese Bahnen müssen nun auf die zu dämmende Fläche passen, was nicht immer möglich ist. Somit ergeben sich oft Teilflächen, die mit anderen Dämmstoffen aufgefüllt werden müssen.

Wissenswertes zum Vollwärmeschutz: Die Dämmwirkung des Wärmeschutzes wird damit nicht erheblich gemindert. Gerade im Bereich von Anschlüssen ergeben sich häufig derartige freie Stellen, die über andere Dämmmaterialien einer Wärmedämmung unterzogen werden müssen.

Vollwärmeschutz ikann man zwischen den Wänden, auf den Wänden oder auch auf der Fassade anbringen.( Foto: Shutterstock- Olga_Ionina)

Vollwärmeschutz ikann man zwischen den Wänden, auf den Wänden oder auch auf der Fassade anbringen.( Foto: Shutterstock- Olga_Ionina)

Aus den Eigenschaften ergeben sich die Vor- und Nachteile der Vakuumdämmplatten:

Vorteile

Die Materialstärke ist bedeutend geringer als bei vielen anderen Dämmstoffen, gleichzeitig ist die Dämmwirkung höher. Die Platten sind also überall dort sinnvoll einzusetzen, wo es darauf ankommt, möglichst leistungsfähige und dennoch platzsparende Dämmmaterialien nutzen zu können.

Der Ästhetik des Gebäudes wird mit dieser Technik kein Abbruch getan, denn durch die innenliegende Dämmung bleibt die äußere Gebäudehülle unversehrt.

Die Platzersparnis ist der Grund, warum sich Hausbesitzer überhaupt für diese Art der Dämmung entscheiden. Des Weiteren spielt die KfW eine Rolle. Sie gibt für ihre zinsgünstigen Kredite und Unterstützungsprogramme verschiedene Anforderungen vor, die zum Beispiel hinsichtlich des Energieverbrauchs des Gebäudes eingehalten werden müssen. Durch den über die VIPs erzeugten Vollwärmeschutz ist die Erlangung des Standards „Energieeffizienzhaus 55“ möglich.

Durch die dünnen Platten ist bei einem Neubau sogar die Wohnfläche zu erhöhen, denn die Außenwände können dank der sehr guten Dämmeigenschaften des Materials dünner sein. Außerdem ist die Langlebigkeit der Platten an dieser Stelle hervorzuheben. Es ist davon auszugehen, dass sie für bis zu 25 Jahre oder teilweise sogar noch länger eine hervorragende Dämmwirkung erzielen.

Nachteile

Dass die VIPs nicht zugeschnitten werden können, ist nur auf den ersten Blick nachteilig, denn wie bereits gesagt wurde, bleibt die Dämmwirkung auch unter Einsatz weiterer Dämmstoffe erhalten. Dennoch: Wer ein Gebäude hat, das nicht im Standardmaß errichtet wurde und auf das folglich die standardisierten Platten nur unzureichend passen, wird mit zu vielen Dämmstoffen hantieren müssen.

Dies erleichtert die Wärmeisolierung des Gebäudes nicht unbedingt. Wird doch an den Platten herumgeschnitten und versucht, sie auf ein anderes Maß zu bringen, verschlechtert sich der Dämmwert bis zum Dreifachen. Maßgeblich ist dafür der angegebene Lambda-Wert.

Dass die VIPs deutlich teurer sind als andere Dämmmaterialien, lässt sie für viele Bauherren nachteilig erscheinen. Doch die Kosten amortisieren sich durch die deutlich verringerten Energiekosten und durch die Langlebigkeit der Platten später wieder.

VIPs brauchen eine umfassende Planung, denn Fehler können hier nicht durch ein Nacharbeiten ausgebessert werden. Passt die Platte nicht, dann kann sie nicht verbaut werden. Vor allem bei der Dämmung von Fassaden, Zugängen, Türen und Fenstern oder Gauben kann die Gebäude Planung somit sehr umfassend und kompliziert werden. Genaue Berechnungen sind nötig, um das Dämmvorhaben umzusetzen.

Die Montage sollte nur von handwerklich geschickten Heimwerkern oder besser noch vom Profi vorgenommen werden. Angesichts dessen, dass die Platten derart empfindlich sind, können beim unsachgemäßen Verbauen rasch Schäden auftreten.

Beschädigungen vermeiden

Eine Vakuumdämmung führt später, wenn das Effizienzhaus bewohnt wird, aber auch eine kleine Umstellung. Sie sollten dringend beachten, dass man in diesen Häusern nicht in die Wände bohrt. Denn bohrt man hinein, kann das Vakuum irreparabel zerstört; werden, dann werden auch die Wärmeemissionswerte nicht mehr eingehalten.

Um derartige Schäden zu vermeiden, haben wir Ihnen einige neuartige Lösungen herausgesucht. Wir empfehlen für die Klebeaufhängung im Innenraum folgende Helferlein:

Der 320 KG Kleber ist unter Heimwerkern seit kurzem der neue Geheimtipp fürs Befestigen von Sockelleisten, denn man spart sich lästige Kartuschenpressen und kann die Dose mehrmals wiederverwenden durch den praktischen Verschluss. Jedoch ist das bei weitem nicht die einzige Anwendung im Haushalt. Der kräftige Montagekleber eignet sich auch um TV-Wandhalterungen, Wandleuchten oder gar Regale an verputzten Wänden dauerhaft zu befestigen.

Für glatte Oberflächen empfehlen wir außerdem den Bad Kleber. Hierbei handelt es sich um einen modifizierten 2-Komponenten-Kleber, dessen eine Komponente ein Silikongemisch ist. Das macht den ausgehärteten Kleber super stark, aber auch flexibel und sorgt für eine lange Lebensdauer. Von glatten Oberflächen ist er anschließend spielend leicht wieder zu entfernen – selbst nach Jahren. Kurz und knapp die Anwendung:

Doch nicht alles soll dauerhaft haften. So gibt es beispielsweise auch diese Aufhängungen ohne Bohren, aber auch ohne Kleben. Für Ihre Urlaubs- und Familienfotos oder auch als magnetische Pinnwand gibt es hier noch zwei Haushalts-Hacks von unseren Partnern vom House of Hacks. Einmal die Bilderkralle:

Und hier eine Lösung, die dank mitgelieferten Neodym-Magneten erstaunlich viel Halt bietet. Das Set aus 4 Magnetkrallen (mit 4 Magneten):

Ein letzter Nachteil an dieser Stelle: Auch wenn Vakuumdämmplatten sehr langlebig und in diesem Punkt anderen Materialien deutlich überlegen sind, halten sie nicht ewig. Sie werden nach und nach wärmeleitfähiger, denn das Vakuum lässt sich nicht auf Dauer halten. Dass die Platten gut recycelbar sind, ist jedoch ein Vorteil, der diesen Nachteil wieder wettmachen kann.

Wer darauf setzt, dass die <strong>Vakuumplatten</strong> eine Maßanfertigung sein müssen, muss tief in die Tasche greifen. Die Kosten liegen dafür bei <strong>etwa 1000 Euro pro Quadratmeter</strong>.  ( Foto: Shutterstock-diepre )

Wer darauf setzt, dass die Vakuumplatten eine Maßanfertigung sein müssen, muss tief in die Tasche greifen. Die Kosten liegen dafür bei etwa 1000 Euro pro Quadratmeter. ( Foto: Shutterstock-diepre )

Was kostet der Vollwärmeschutz über Vakuumdämmplatten?

Seit der Entwicklung der Vakuumdämmplatten ist der damit mögliche Vollwärmeschutz immer erschwinglicher geworden, denn die Anzahl der Hersteller nimmt zu. Die ersten Bauvorhaben dieser Art wurden bereits Ende der 1990er Jahre umgesetzt.

Ein Quadratmeter kostet in der Standardgröße rund 225 Euro, was deutlich teurer als bei anderen Dämmstoffen ist. Vor allem verglichen mit der günstigen Mineralwolle können VIPs nur verlieren. Diese kostet zwischen 10 und 20 Euro für einen Quadratmeter. Holzfasern liegen bei etwa dem doppelten Preis und sind mit 40 bis 50 Euro schon deutlich teurer als Mineralwolle.

Wer darauf setzt, dass die Vakuumplatten eine Maßanfertigung sein müssen, muss tief in die Tasche greifen. Die Kosten liegen dafür bei etwa 1000 Euro pro Quadratmeter. Dafür erhält der Bauherr aber auch eine hervorragende Wärmedämmung, die sich beim Vorhaben Energiesparen deutlich bezahlt macht.

Tipp: Die Berechnung pro Quadratmeter hinkt angesichts der standardisierten Größe der VIPs. Da die Platten nicht zugeschnitten werden können, müssen eher Bahnen als Quadratmeter berechnet werden, daher lässt sich der Preis schlechter mit anderen Dämmstoffen vergleichen.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

2 Kommentare

  1. Hallo

    Vollwärmeschutz auf was mich ich achten?

    Ich habe mir ein altes Häuschen gekauft. Bevor ich es beziehe möchte ich es noch energetisch aufbereiten.

    Die Fassade liegt mir dabei besonders am Herzen. Kann ich meine Fassade auch zu arg dämmen? Sprich das Haus zu luftdicht machen?

    Bitte um Antworten

    • Hallo Anne Marie

      Stimmt das kann tatsächlich passieren. Du musst genau drauf achten, dass die Materialien die du verarbeiten möchtest aufeinander abgestimmt sind. Ein Energieausweis hilft dabei.
      Ein fachkundiger Rat ebenfalls. Bevor du Schwitzwasser, Stockflecken oder Schimmel im Haus hast, spreche mit einem Fachmann auch für die Zuschüsse von der Kfw.

      Viel Glück

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