Werkzeuge für Flohmarkthändler

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Welche Werkzeuge für Flohmarkthändler sollte ein Profi unbedingt kennen? Diese Frage stellen sich viele Flohmarkthändler, bevor sie das erste Mal auf einem Flohmarkt stehen. Doch auch langjährige Verkäufer fragen sich häufig, wie andere so erfolgreich sein können. Wir bringen Licht in das Dunkel.

Wichtige Hinweise für Flohmarkthändler

Mit einem Stand auf dem Flohmarkt stehen, kann tatsächlich mehr einbringen als ein paar Euro. Dazu benötigt wird, ein professionelles Know-how und eine positive Einstellung. Das beginnt bereits damit, dass der professionelle Händler früh aufsteht, um einen guten Platz zu erwischen. Der Betreiber des Flohmarktes vergibt die Plätze meist nach dem Motto: “Der frühe Vogel fängt den Wurm”. Wer zuerst kommt, mahlt also auch zuerst. Beginnt der Flohmarkt bereits um 08.00 Uhr, sollte man gegen 06.30 Uhr vor Ort sein.

So entsteht auch eine weitere Chance seinen Trödel an den Mann/Frau zu bringen. Einige Händler gehen nämlich bereits vor dem offiziellen Verkauf durch die Reihen, weil sie Schnäppchenangebote für den Wiederverkauf suchen. Wer also zu spät dran ist, wird diese Wiederverkäufer verpassen und lässt sich bares Geld entgehen.

Ein sehr wichtiges Werkzeug für Flohmarkthändler ist der Standplatz. Ein guter Standplatz bringt mehr Umsatz. (Fotolizenz- shutterstock:_Matyas Rehak )

Ein sehr wichtiges Werkzeug für Flohmarkthändler ist der Standplatz. Ein guter Standplatz bringt mehr Umsatz. (Fotolizenz- shutterstock:_Matyas Rehak )

Der Standplatz ist für Flohmarkthändler wichtig

Ein sehr wichtiges Werkzeug für Flohmarkthändler ist der Standplatz. Ein guter Standplatz bringt mehr Umsatz. Doch welcher Standplatz ist der Richtige, um einen Verkaufserfolg zu erzielen? Versetzt man sich als Flohmarkthändler in die Lage eines Besuchers, stellt man schnell fest, dass sie wie durch einen Supermarkt laufen. Sie gehen links herum. Beginnend am rechten Eingang gehen sie anschließend in eine Linkskurve, bis sie wieder am Ausgang sind. Den Tischen auf der rechten Seite schenken sie mehr Aufmerksamkeit als auf der linken Seite.

Ein schlechter Standplatz ist also ein Platz, der vom Eingang aus links oder in der Mitte liegt. Diese Plätze sollten also gemieden werden. Genauso wenig Erfolg wird man haben in Ecken oder direkt an Imbissbuden, da man dort im Sichtschatten steht. Der beste Platz ist auf der rechten Seite und zumindest in der Nähe des Eingangs. Hier wird man vom Besucher gut wahrgenommen. Flohmarktbesucher sind meist zu faul zum Laufen. Deshalb immer in der Hauptmarschrichtung stehen, um den Verkaufserfolg zu sichern.

Die Präsentation von Flohmarktartikeln und Restposten

Nie zu vergessen ist die Tatsache, dass das Auge immer mitkauft. Einen alten klapprigen Tapeziertisch hinstellen und seinen Trödel draufschmeißen, ist nicht das ideale Werkzeug für Flohmarkthändler. So wird Geld zum Fenster heraus geworfen. Eine dem Kunden ins Auge fallende Präsentation der Flohmarktartikel ist ein Muss. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um Neuware, Trödel oder um Restposten aus einer Werkstattauflösung handelt.

Wie aber gestaltet sich eine verkaufsfördernde Warenpräsentation:

  • Eine Tischdecke in einer knalligen Farbe (gelb, pink, orange) im Kontrast zur angebotenen Ware schafft Aufmerksamkeit.
  • Große Waren werden nach hinten gestellt, davor die kleinen Sachen legen. So bekommt der Käufer einen Gesamtüberblick des Angebots.
  • Die Ware sollte in Kategorien aufgestellt werden. Bücher kommen auf die eine Seite und Geschirr auf die andere.
  • Auf dem Boden müssen Wühlkisten stehen. So bekommen auch schüchterne Kunden eine Gelegenheit zum Stöbern. Finden Kunden etwas, was ihre Aufmerksamkeit erregt, heben sie den Blick und man kommt ins Gespräch.
  • Bücher immer nach Genres sortieren. Die Titel sollten leicht lesbar sein.
Einen alten klapprigen Tapeziertisch hinstellen und seinen Trödel draufschmeißen, ist nicht das ideale Werkzeug für Flohmarkthändler.(Fotolizenz-Shutterstock: Kzenon)

Einen alten klapprigen Tapeziertisch hinstellen und seinen Trödel draufschmeißen, ist nicht das ideale Werkzeug für Flohmarkthändler.(Fotolizenz-Shutterstock: Kzenon)

Die Entscheidung

Welches Angebot lockt die Kunden und was lässt man als Flohmarktverkäufer lieber Zuhause? Auch der Profi steht vor der Wahl, was nehme ich mit und was lasse ich lieber weg. Bedenken sollte man jedoch, dass was für den einen unbrauchbarer Trödel ist, für den anderen noch verwertbar sein kann. Selbst dann, wenn es repariert werden muss. Deshalb lohnt es sich, Trödel mitzunehmen, der noch funktionsfähig ist oder durch einen Fachmann repariert werden kann.

Richtig gut laufen:

  1. Kleidung für Erwachsene und Kinder,
  2. Kinderspielzeug,
  3. Haushaltsgegenstände,
  4. Trödel, der bereits sehr alt ist und
  5. Vintageartikel.

Kassenschlager als Werkzeuge für Flohmarkthändler

  • Kinderbekleidung

    Junge Eltern kaufen gern Second-Hand-Kleidung. Bevorzugt wird Markenware, die gut erhalten ist. Stimmt der Preis, nehmen sie auch gern ein paar Stücke mehr mit. Leider sind Stände mit Kinderbekleidung in großer Zahl auf Flohmärkten vertreten, sodass die Preise meist in den Keller fallen. Besucher zahlen daher oft nur zwei bis drei Euro pro Stück.

  • Kinderspielzeug

    Ein Kassenschlager, der nie ausstirbt. Markenspielzeug, wie Duplo, Lego, Baby-Born, Fisher-Price, Ravensburger und Playmobil gehen immer. Warme Semmeln sind auch Spielkonsolen wie Playstation, X-Box und Nintendo. Also lohnt es sich die Spieltruhe der Kinder zu entmisten und auf dem Flohmarkt anzubieten, bevor es weggeschmissen wird.

  • Bücher

    Kurz gesagt, alte Bücher mag heute niemand mehr lesen. Arztromane, bei den Großeltern noch beliebt, sind heute keine Renner mehr. Was läuft, sind die Bestseller der letzten fünf Jahre, an die sich der Besucher noch erinnert. Kinderbuchserien, wie “5 Freunde” oder “TKKG” laufen besonders gut. Taschenbücher und Comics von Walt Disney sind absolute Kassenschlager.

  • Gebrauchsgegenstände

    Für viele Menschen ist das Leben heute einfach zu teuer. Deshalb kaufen sie Haushalts- und Gebrauchsgegenstände lieber auf dem Flohmarkt. So werden auch Haushalte mit niedrigem Einkommen mit dem Nötigsten ausgestattet. Vom Werkzeug bis zum Flaschenöffner wird alles gekauft. Besonders anziehend wirken auf Flohmarktbesucher technische Geräte, wie Kaffeemaschinen und Fernseher. Aber auch Werkzeuge aus Werkstattauflösungen finden große Beachtung. Bürobedarf, wie Computer und Drucker finden ebenfalls Absatz.

  • CD’s, DVD’s und Videokassetten:

    Filmklassiker und aktuelle Filme laufen wie Butter. Auch aktuelle CD’s finden ihre Abnehmer. Alles sollte aus den letzten zwei Jahren stammen, um gekauft zu werden.

  • Schmuck

    Händler von Edelmetall werden von Schmuckkästchen mit altem Schmuck, aber auch Modeschmuck magisch angezogen. Sie zahlen zwar weniger als ein Juwelier, kaufen dafür aber alles aus Silber und Gold. Wer Goldschmuck auf dem Flohmarkt verkaufen will und nicht übers Ohr gehauen werden will, sollte sich vorher über den aktuellen Goldpreis und den Feingoldgehalt des Schmuckes informieren. Vorsicht, denn es gibt auch Diebe auf dem Flohmarkt. Wertvolle Schmuckgegenstände deshalb nie aus dem Auge lassen. Modeschmuck verkauft sich leichter. Hier gilt, gekauft wird was gefällt.

  • Antikes

    Handelt es sich um einen Antik- und Trödelmarkt, sollten auch nur antike Gegenstände angeboten werden. Das können antike Möbel sein, aber auch Accessoires. Besonders gut gehen uralte Reklameschilder aus Emaille oder Blech, Sammlerartikel oder alte Haushaltsgeräte.

Wie erfolgreich ein Flohmarkthändler ist, der mit einem grantigen Gesichtsausdruck potenzielle Kunden anstarrt, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen. (Fotolizenz-shutterstock: Radiokafka )

Wie erfolgreich ein Flohmarkthändler ist, der mit einem grantigen Gesichtsausdruck potenzielle Kunden anstarrt, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen. (Fotolizenz-shutterstock: Radiokafka )

Vom guten Umgang als Werkzeug für Flohmarkthändler

Wie erfolgreich ein Flohmarkthändler ist, der mit einem grantigen Gesichtsausdruck potenzielle Kunden anstarrt, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen. Gute Umsätze wird er wohl kaum machen. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und einer offener Körperhaltung lädt man den Kunden ein, sich dem Stand zu nähern. Verschränkte Arme sind tabu.

Sobald sich die Gelegenheit dazu bietet, spricht er Besucher an und verwickelt sie in ein Gespräch. Dabei ist er wortgewandt, witzig, charmant, freundlich und ausgesprochen höflich. Es ist eben nicht die blanke Armut, die ihn zwingt auf dem Flohmarkt zu stehen, sondern die Freude am Verkaufen.

Ein erfolgreicher Flohmarkthändler ist ein fröhlicher, aufgeschlossener, extrovertierter Mensch und kein Griesgram. Er steht gern im Mittelpunkt und freut sich über den Kontakt zu den Besuchern. Diese Eigenschaften kann man sich auch antrainieren und damit hat man ein gutes Werkzeug für Flohmarkthändler gefunden. Selbst wer etwas introvertiert ist, schafft es, ein wenig aus sich herauszugehen und ein Gespräch zu beginnen. Ein wenig Small Talk über das Wetter bricht das Eis.

Womit kann man noch ein Gespräch beginnen:

  • Man hat gesehen, dass die Besucher schon an einem anderen Stand etwas gekauft haben und fragt einfach nach dem Preis. Schon hat man sie in ein Gespräch verwickelt.
  • Steht ein potenzieller Kunde bereits vor dem Stand, kann man ihn fragen, ob er etwas sucht und man vielleicht behilflich sein kann.
  • Den Leuten direkt in die Augen schauen, stellt einen direkten Kontakt her. Anschließend kann man etwas über sich erzählen, wie zum Beispiel: “Ich hätte nicht gedacht, dass heute so viel Betrieb ist. Das Wetter ist ja wohl eher bescheiden usw….”

Flohmarktbesucher, die mit einem reden, kaufen auch etwas. Meist geben sie sogar mehr dafür aus, als sie eigentlich wollten. Streicheleinheiten zahlen sich also aus. Man muss ja nicht gleich sein Innerstes nach außen kehren, aber ein bisschen Small-Talk hilft meist weiter. Einen griesgrämigen Menschen kann man ruhig vorbeilaufen lassen, aber sobald ein sympathisch aussehender Mensch in die Nähe kommt, sollte man ihn anreden. Wenn die Chemie stimmt, kann das richtig Spaß bringen. Also ran an den Speck.

Doch Achtung, eine zu offene Ansprache kann Besucher auch verjagen. Es gibt Menschen, die empfinden es als unangenehm direkt angesprochen zu werden. Diese treten sofort die Flucht an, weil sie glauben über den Tisch gezogen zu werden. Reagiert der Besucher abweisend oder mürrisch, lässt man ihn in Ruhe und tritt lieber einen Schritt zurück. Je öfter man auf dem Flohmarkt steht und seinen Trödel verkauft, um so leichter wird es fallen, Menschen einzuschätzen. Also ein wenig Geduld.

Sind wir ehrlich, müssen wir zugeben, dass jeder Mensch gern das Gefühl hat, ein Schnäppchen gemacht zu haben. (Fotolizenz- shutterstock: View Apart )

Sind wir ehrlich, müssen wir zugeben, dass jeder Mensch gern das Gefühl hat, ein Schnäppchen gemacht zu haben. (Fotolizenz- shutterstock: View Apart )

Kleider machen Leute

Ein wichtiges Werkzeug für Flohmarkthändler ist die Kleidung. Es muss nicht der gute Anzug sein, aber ein sauberes und gepflegtes Outfit schon. Wer fühlt sich schon zu einem abgetakelten, schmutzigen Händler hingezogen, der auch noch mit fettigen Haaren glänzt. Wer in einem solchen Outfit auftritt, muss sich nicht wundern, dass er die Kunden vergrault.

Schließlich schwappt das eigene Aussehen auf die angebotene Ware über, selbst bei Restposten. Da niemand Trödel möchte, der nach Rauch riecht, sollte man es sich verkneifen am Stand zu rauchen. Zigarettenqualm wird von vielen als unangenehm empfunden und so lässt man solche Stände lieber aus.

Psychologische Tricks als Werkzeug für Flohmarkthändler

Flohmarktbesucher sind Herdentiere und so gehen sie gern auf Stände zu, vor denen bereits Menschen stehen. Ein Stand, vor dem niemand steht, wird oft gescheut. Schließlich kann man davon ausgehen, dass die interessanten Waren an dem Stand zu finden sind, die gut besucht sind. Es lohnt sich sogar jemanden zu bezahlen, um Kaufinteresse zu heucheln. Es reichen aber auch Freunde und Familienmitglieder, um Käufer anzulocken. Menschen fühlen sich viel wohler, wenn sie nicht allein im Fokus des Flohmarkthändlers stehen und ungestört stöbern können.

Ist ein Kunde unentschlossen und weiß nicht so recht, ob und was er kaufen soll, hilft manchmal der Hinweis auf die Vorzüge des Produkts oder die Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten. Das i-Tüpfelchen ist ein angebotener Preisnachlass und die Katze ist im Sack. Auch der Hinweis, dass es das Letzte seiner Art ist, kann sehr hilfreich sein. Attraktiv kann auch sein, gratis etwas dazuzulegen.

Über das Preisniveau des Flohmarktes sollte man sich als Händler bereits im Vorfeld informieren. (Fotolizenz: shutterstock-_Radiokafka)

Über das Preisniveau des Flohmarktes sollte man sich als Händler bereits im Vorfeld informieren. (Fotolizenz: shutterstock-_Radiokafka)

Umsatz machen trotz Schnäppchenangebote

Sind wir ehrlich, müssen wir zugeben, dass jeder Mensch gern das Gefühl hat, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Doch für den Flohmarkthändler muss unter dem Strich etwas übrig bleiben. Egal ob Neuware, Trödel oder Restposten, Käufer auf Flohmärkten wollen ein Superschnäppchen. Dieses Gefühl gilt es zu vermitteln. Auf ein Verkaufsgespräch muss sich ein Flohmarkthändler also gut vorbereiten.

Es gibt tatsächlich Käufer, die handeln den Preis gnadenlos herunter. Deshalb muss ein Flohmarkthändler bereits vor dem ersten interessierten Kunden genau wissen, was er mindestens dafür haben muss, um mit Gewinn zu verkaufen.

Am besten ist es den Kunden zu fragen, was er geben würde. Dann macht man ein Gegenangebot, welches höher ist als der Mindestpreis. So bleibt Verhandlungsspielraum. Wenn ein Kunde also fünf Euro für ein paar Schuhe ausgeben will und man als Flohmarkthändler eigentlich acht Euro möchte, nennt man einen Preis von zehn Euro. Der endgültige Preis wird dann irgendwo in der Mitte liegen.

Ein wichtiges Werkzeug für Flohmarkthändler ist das Feilschen. Auf dem Flohmarkt hilft vornehme Zurückhaltung nichts und der Ärger ist groß, wenn man einen Fünf-Euro-Artikel für 50 Cent hergeben muss.

Über das Preisniveau des Flohmarktes sollte man sich als Händler bereits im Vorfeld informieren. Ebay ist eine gute Orientierungshilfe dafür. Wer gar keine Vorstellung von den Preisen hat, sollte vielleicht vorher einmal selbst den Flohmarkt besuchen und schauen, was andere Händler so an Preisen nehmen.

Hat der Flohmarkt gerade begonnen, darf man noch auf den gewünschten Preis bestehen. Je später der Tag, umso mehr sollte man mit dem Preis heruntergehen, wenn man den Trödel nicht wieder mitnehmen möchte.

Zusammengefasst kann man also sagen, ein Stand auf dem Flohmarkt kann richtig etwas einbringen, wenn man die richtigen Werkzeuge für Flohmarkthändler einsetzt. Geld verdienen auf dem Flohmarkt, ist einfach, wenn man sich an die Spielregeln hält!


About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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