Mit einer Fördersumme von 760.000 Euro unterstützt die Landesregierung von Baden-Württemberg zehn Pilotprojekte, um Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre frühzeitig vor Überschuldung zu schützen. Die Programme kombinieren bedarfsorientierte Präventionsinformationen mit schnell verfügbarer Schuldnerberatung. Gefördert werden niedrigschwellige Angebotsformen über Online-Plattformen, Smartphone-Apps und Peer-Netzwerke sowie Präsenzveranstaltungen in Schulen und Jugendzentren. Der im Juli 2025 veröffentlichte GesellschaftsReport zur Überschuldung junger Menschen dient als Datengrundlage. Er bietet Ansätze zur Risikominimierung im Konsumverhalten.
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000 Euro Bundesförderung für innovative Jugendverschuldungsprävention bis Ende 2029
Die Landesregierung stellt über das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration 760.000 Euro für zehn Projekte bereit, die bis Februar 2029 durchgeführt werden. Sie adressieren junge Erwachsene bis 30 Jahre mit interaktiven Informationsmodulen und direkter Unterstützung bei existierenden Schulden. Ziel ist es, durch Aufklärung über Internethandel-Methoden und Ratenkreditkonditionen frühzeitig präventiv einzugreifen, um Schuldenexpansion zu vermeiden und finanzielle Stabilität durch praxisnahe Kompetenzerweiterung und eigenverantwortliches Finanzverhalten dauerhaft nachhaltig zu festigen.
Internetaffine Zielgruppen besonders gefährdet durch Ratenkredite und flexible Zahlungsvereinbarungen
Angesichts einer landesweiten Durchschnittsquote von 6,7 Prozent bleibt die Gesamtüberschuldung moderat, jedoch verzeichnen Menschen unter 30 Jahren den stärksten Zuwachs bei unbezahlten Rechnungen, wie Creditreform-Daten belegen. Hauptursache sind komfortable Finanzierungsangebote im Internet, insbesondere Buy now pay later-Lösungen und flexible Ratenzahlungsoptionen, die internetaffinen jungen Käufern oft unbedacht gelingen. Als Hauptgläubiger agieren in diesem Bereich Telekommunikationskonzerne, große Versandhäuser und zahlreiche kleine bis mittelständische Gewerbeunternehmen. Diese Entwicklung schafft langfristig ansteigenden neuen finanziellen Handlungsbedarf
Online-Kampagnen und Peer-to-Peer-Ansätze fördern effektive frühzeitige Finanzkompetenz junger Jugendlicher
Mit leicht verfügbaren Angeboten in Schulen, Jugendhäusern und öffentlichen Treffpunkten werden Jugendliche proaktiv zur finanziellen Vorsorge motiviert. Informationsmaterialien liegen in klarer, einfacher Sprache sowie in mehreren Sprachen vor und werden digital per App, Social Media und Webseite verbreitet. Zusätzlich werden Eltern durch spezielle Schulungen einbezogen, damit sie als erste Ansprechpartner im Haushalt Finanzwissen vermitteln. Ziel ist es, jungen Verbrauchern den sicheren Umgang mit Geld, Online-Transaktionen und Ratenkäufen nachhaltig zu ermöglichen.
Innovative Pilotinitiative vereint gleichaltrige Schuldenbotschafter und Expertenschulungen für Jugendliche
Im Rahmen verschiedener Förderinitiativen unterstützten Gleichaltrige mit historischer Überschuldungserfahrung junge Ratsuchende als Lernbegleiter, indem sie offene Foren und Gesprächsrunden moderieren und so Hemmschwellen abbauen. Parallel hierzu werden Beraterinnen und Berater in Wohlfahrtsverbänden und kommunalen Einrichtungen durch zertifizierte Curriculum-Schulungen befähigt, präventive sowie lösungsorientierte Beratungsverfahren gezielt anzuwenden. Die Kombination beider Komponenten schafft eine lernfreundliche Umgebung, in der praxisnahe Erziehung zu finanziellem Verantwortungsbewusstsein effektiv etabliert wird und stärkt nachhaltig das Selbstbewusstsein von Betroffenen.
Freie Wohlfahrt, Kommunen bündeln Ressourcen für Schuldenprävention bis 2029
Ab November 2025 treiben die 131 Schuldnerberatungsstellen in kommunaler und freier Trägerschaft neue Vorgehensweisen zur Schuldenprävention und individuellen Beratung voran. Über mobile Beratungsangebote, digitale Selbsthilfe-Tools und praxisorientierte Rollenspiele werden junge Menschen für Szenarien von Zahlungsrückständen sensibilisiert. Gleichzeitig kooperieren die Beratungsstellen eng mit Banken, Verbraucherzentralen und Jugendorganisationen. Die gesammelten Fallstudien werden bis Februar 2029 ausgewertet, um bedarfsspezifische Handlungsempfehlungen zu erstellen. Zwischenergebnisse werden kontinuierlich in Schulungsmaterialien eingebunden und unterstützen Anpassungsprozesse in Echtzeit.
GesellschaftsReport liefert essentielle Daten zu Überschuldung Jugendlicher in Baden-Württemberg
Der Report BW 1/2025 zur Überschuldung junger Menschen in Baden-Württemberg ist eine wissenschaftliche Untersuchung, die von der FamilienForschung Baden-Württemberg im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration erstellt wurde. Er gehört zur modularen Armutsberichterstattung und wurde im Juli 2025 publiziert. Mit detaillierten Datenauswertungen zu Schuldenquoten bei unter 30-Jährigen und Analysen digitaler Konsumtrends diente der Bericht als maßgebliche Grundlage für die Förderstrategie zur Schuldenprävention via Pilotprojekte.
Kombination aus Online-Tools und Beratung verhindert Verschuldung junger Verbraucher
Im Fokus stehen niedrigschwellige Informationsangebote in sozialen Netzwerken, Apps und vor Ort in Jugendeinrichtungen, um junge Verbraucher für digitale Zahlungsmodelle und potenzielle Verschuldungsfallen zu sensibilisieren. Gleichzeitig ermöglichen Peer-Beratungsteams ehrlichen Austausch auf Augenhöhe. Wissenschaftliche Begleitforschung liefert Daten zur Optimierung von Formaten und Inhalten. Durch rasche Hilfe bei ersten Zahlungsschwierigkeiten und kontinuierliche Nachbetreuung werden finanzielle Risiken minimiert sowie langfristig stabile Kompetenzen im Umgang mit Geld aufgebaut. mit regional abgestimmten Maßnahmen evaluationsgestützten Anpassungen

