Carport vs. Garage: Vor und Nachteile im Vergleich

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Wer schneidet bei einem direkten Vergleich besser ab: Carport oder Garage? Die Vorteile der einen Variante sind gleichzeitig die Nachteile der anderen. Schutz für das Fahrzeug bieten beide in unterschiedlichem Maß.

Garage vs. Carport: Unterschiede, Vor- und Nachteile

Die Garage ist aufwendiger zu bauen, bietet dafür Schutz nach allen Seiten. Der Carport ist günstiger und kann binnen kürzester Zeit errichtet werden, die Schutzwirkung für das Auto ist weniger hoch. Auch in weiteren Punkten gibt es einige wichtige Unterschiede.

Das ist ein Carport

Was eine Garage ist, braucht sicherlich nicht erklärt zu werden: Es handelt sich einfach um einen geschlossenen Raum, in dem ein Auto abgestellt werden kann. Bei einem Carport zum Beispiel ist das Auto aber in erster Linie vor Witterungseinflüssen geschützt. Fällt Schnee oder Hagel, bleibt das Fahrzeug davor verschont. Allerdings ist ein Carport an den Seiten offen und der Schutz ist somit nicht rundum gegeben.

Im Sommer heizt sich ein Auto demzufolge deutlich stärker als ein Auto, welches in der Garage steht, auf. Wichtig ist, auf hochwertige Carports in passender Größe zu setzen, denn Billigmodelle halten oftmals starken Stürmen nicht stand oder sind nicht besonders langlebig.

Gute Carports sind mit Aluminium-, Metall- oder Holzbauelementen verstärkt, es ist zudem möglich, sie an einer oder mehreren Seiten durch eine Wand zusätzlich zu sichern. Somit kann die Schutzwirkung deutlich größer werden, als wenn es sich nur um vier Pfosten und ein Dach handelt, wie bei Carports üblich.

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden „Heimen für das Auto“ besteht in den Kosten: Carports sind deutlich günstiger als eine feste Pkw-Garage, die zudem aufwendiger gebaut werden muss. Schon allein die Beantragung der Baugenehmigung kostet Zeit und Geld und ist bei einem geplanten Carport oft nicht nötig.

Ein ganz großer Vorteil eines Carport ist sich, dass es auch nachträglich gebaut werden kann. ( Foto: Shutterstock- Frank Gaertner )

Ein ganz großer Vorteil eines Carport ist sich, dass es auch nachträglich gebaut werden kann. ( Foto: Shutterstock- Frank Gaertner )

Vorteile von Carports

Ist ein Stellplatz vorhanden, kann der Carport dort auch nachträglich aufgebaut werden. Viele Bauherren errichten zuerst ihr Wohnhaus und ziehen dort ein, der Carport wird dann später noch montiert. Ein weiterer Vorteil: Hier untergestellte Autos erfahren eine gute Belüftung, was vor allem im Herbst und Winter vorteilhaft ist. Fahrzeuge, die in der kühlen, feuchten Jahreszeit in der verschlossenen Pkw-Garage stehen, reagieren schneller mit Roststellen am Lack.

Carports sind günstig im Aufbau und können sich direkt ans Haus anschließen. Sie verschmelzen zu einer Einheit, was allerdings auch eine Fähigkeit von Garagen ist. Die offene Konstruktion bietet zudem den Vorteil, dass es nicht zur Stauhitze kommt. Sind allerdings draußen 35 °C im Schatten, wird sich diese Temperatur auch im Auto messen lassen.

Die fehlenden Seitenwände stellen gleichzeitig eine fehlende Isolierung gegen hohe (oder tiefe) Temperaturen dar.

Die Vorteile von Carports auf einen Blick:

  • nachträglicher Anbau möglich
  • kostengünstige Montage
  • Selbstbau oder Bausatz möglich
  • genügend Schutz bei gleichzeitiger guter Belüftung
  • meist keine Baugenehmigung nötig
  • auch für zwei Fahrzeuge zu errichten

Nachteile von Carports

Die Nachteile der Carports sind sehr offensichtlich: Durch die einerseits vorteilhafte offene Konstruktion wird kein Schutz vor Vandalismus geboten. Diebe oder auch Tiere können ungehinderten Zugang zum Fahrzeug haben. Ist es im Winter sehr kalt, können die Autoscheiben vereisen, außerdem kann ein Schneetreiben bewirken, dass frühmorgens doch wieder Schnee vom Auto geräumt werden muss. Einen Bonus in der Autoversicherung bekommen Eigentümer des Kfz nicht oder nur einen geringeren im Vergleich zum Eigentümer, der sein Auto in der Pkw-Garage parkt.

Bei der Planung einer Garage ist ein direkter Zugang zum Haus ideal ( Foto: Shutterstock- David Papazian)

Bei der Planung einer Garage ist ein direkter Zugang zum Haus ideal ( Foto: Shutterstock- David Papazian)

Vorteile der Garagen

Die Vorteile von Garagen überwiegen deutlich und so verwundert es nicht, dass sich viele Autobesitzer lieber für die geschlossene Form als Unterstellplatz für das Kfz entscheiden. Moderne Garagen werden heute passend zum Wohnhaus errichtet, sie fügen sich optisch perfekt in die Grundstücksumgebung ein.

Sofern der Platz für eine Pkw-Garage vorhanden ist, kann diese sogar so groß ausfallen, dass gleich zwei Autos darunter stehen können. Wie groß die Garage wirklich wird, hängt aber auch von der Größe des gesamten Grundstücks ab und damit von der Wirkung des oft wuchtigen Anbaus. Sehr praktisch.

Es ist möglich, beim Hausbau direkt die Garagenplanung vorzunehmen und einen Zugang zu schaffen. So muss niemand mehr bei schlechtem Wetter bis zum Auto über den Hof laufen, sondern kann im Trockenen bleiben. Es wird einfach vom Haus zum Auto gegangen und die geplante Fahrt kann beginnen.

Auch diese Vorteile sind bei Garagen vorhanden:

  • wirkt als Klimapuffer bei direktem Anbau an das Wohnhaus
  • Abgrenzung des Grundstücks (kein Einblick in bestimmte Bereiche)
  • zusätzlicher Stauraum integrierbar
  • Dachfläche für Photovoltaik nutzbar
  • Boni in der Versicherung (wegen besserem Diebstahlschutz)
Ein Carport gibt es in unterschiedlichen Materialien ( Foto: Shutterstock- klikkipetra_)

Ein Carport gibt es in unterschiedlichen Materialien ( Foto: Shutterstock- klikkipetra_)

Nachteile von Garagen

Garagen können auch durchaus nachteilig sein. Ein Beispiel dafür ist der Schall, der sich bei günstiger Platzierung der Garage für den Rest des Grundstücks verringern lässt. Steht das Gebäude allerdings falsch, kann der Lärm von der Straße reflektiert werden. Nun ist es in Bereichen im Garten und auf dem Hof laut, in denen zuvor kein Lärm zu hören war.

Garagen dürfen auch keine Abstellräume sein! Dies ist versicherungstechnisch ungünstig, denn wenn es zu Schäden kommt, kann es sein, dass die Versicherung nicht in Leistung geht, wenn sich in der Garage nicht nur das Auto, sondern auch die Fahrräder der Familie, Farbdosen und Pinsel sowie alle Dinge, die woanders keinen Platz hatten, befinden. Besser ist es, einen abgetrennten Bereich, der mit einer Tür von der Garage aus zugänglich ist, zu schaffen und den dortigen Platz als Abstellmöglichkeit zu nutzen.

Eine Garage braucht auch vor dem Tor genügend Platz: Der Grund ist, dass das Auto aus dem Raum gefahren werden und abgestellt werden muss. Mindestens fünf Meter müssen daher vor Garagen als Platz gelassen werden. Ist dieser nicht vorhanden, darf ohnehin nur ein Carport gebaut werden. Wichtig zu bedenken: Garagen sind deutlich teurer als Carports, die als einfache Bausätze vergleichsweise wenig kosten.

Hochwertige Garagen kosten leicht fünfstellige Beträge. Beinhaltet sind dabei auch die Kosten für die Baugenehmigung der Garage, die im Gegensatz zum Errichten von Carports oftmals nötig ist. Immerhin handelt es sich um einen festen Bau, der ebenso wie das Haus zu beantragen ist. Bei kleinen Garagen oder bei einem Carports genügt oft eine Bauanzeige, außerdem sollten die Nachbarn informiert werden.

Eine Garage lässt sich für Werkzeug und vieles mehr nutzen ( Foto: Shutterstock-vipman)

Eine Garage lässt sich für Werkzeug und vieles mehr nutzen ( Foto: Shutterstock-vipman)

Fazit: Garage vs. Carport: Welche Variante schneidet besser ab?

Wer vor der Frage steht, ob Carports oder Garagen die bessere Wahl, sollte die Vor- und Nachteile der beiden Varianten genauer betrachten. Denn die Geldersparnis beim Kauf eines Carports ist nicht alles! Steht der Pkw in seinem eigenen Haus, ist er deutlich sicherer, was sich vor allem in der Versicherung niederschlägt.

Dort werden Autobesitzer, deren Fahrzeug in einer abschließbaren Einzelgarage steht, deutlich bessergestellt als jemand, der nur einen Stellplatz oder auf eine Garage setzen kann. Ist der nötige Platz zum Bauen vorhanden und sind auch die vorgeschriebenen fünf Meter von einer Einfahrt bis zur Garageneinfahrt nachweisbar, wird ein festes Haus für das Auto meist die bessere Wahl sein.

Dennoch steht das Carport hoch im Kurs und sorgt als preisgünstige und formschöne Alternative zu Garagen für eine Bereicherung des Grundstücks.

Bezogen auf die Vorteile, ist es vor allem der Preisvorteil, der Carports zur idealen Wahl macht. Die Langlebigkeit des Baus und der Schutz des Fahrzeugs sind aber sicherlich bei Garagen größer.

Die Entscheidung pro oder kontra Carport ist damit von der gewünschten Sicherheit, vom Platz und nicht zuletzt vom Budget für den Bau abhängig.

Über den Autor

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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