Displays Photovoltaik Auswertung: So geht’s!

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Displays Photovoltaik: Die Auswertung ist ganz leicht. Auf dem Display der Solaranlage sieht man auf einen Blick, wie viel Strom derzeit produziert wird. Mit Hilfe von Auswertungsdiensten lässt sich die Anzeige noch um viele Informationen erweitern. Auf der Großanzeige ist eine publikumswirksame Darstellung möglich.

Kennzahlen einer PV-Anlage

Wer sich eine Solaranalage kauft, der muss sich bei deren Auswahl mit allerhand Daten beschäftigen.

Die wichtigsten Kennzahlen sind dabei:

  • Wie hoch ist die maximale Leistung der Solaranlage?
  • Wie viele Sonnenstunden gibt es in der Region?
  • Wie hoch ist der eigene Verbrauch?

Die maximale Leistung der Solaranlage wird in Kilowatt Peak, abgekürzt kWp, angegeben. Dieser Wert dient dazu, die Größe einer PV-Anlage richtig zu dimensionieren. kWp beschreibt jedoch nicht den tatsächlichen Ertrag einer Solaranlage. Dieser ist von weiteren Faktoren abhängig.

Damit man ungefähr abschätzen kann, wie viel Strom die Anlage produzieren wird, ist zum einen die Ausrichtung und die Neigung des Daches entscheidend zum anderen die Anzahl der zu erwartenden Sonnenstunden. Als Referenz ziehen die Hersteller hierbei Werte aus der Vergangenheit heran.

Bei der Ausrichtung und Neigung gilt folgende Tabelle, um den potenziellen Ertrag abzuschätzen:  (  Tabelle Sandra )

Bei der Ausrichtung und Neigung gilt folgende Tabelle, um den potenziellen Ertrag abzuschätzen: ( Tabelle Sandra )

Laut dieser Tabelle erhält man mit einer südlichen Ausrichtung bis maximal 40 Grad und einer Dachneigung von 20 Grad bis 50 Grad die besten Erträge. Sehr gute Werte sind aber auch noch bei einer Dachausrichtung gen Osten bis 60 Grad erreichbar, wenn das Dach zwischen 10 und 40 Grad geneigt ist.

Mit dem kWp Wert und dem zu erwartenden Ertrag kann man jetzt abschätzen, wie viel Strom die Anlage produzieren wird. Kennt man seinen eigenen Stromverbrauch, weiß man jetzt, ob die Anlage richtig dimensioniert ist, ob man einen Batteriespeicher benötigt oder wie viel Strom man voraussichtlich ins Netz einspeisen kann.

Soweit die Theorie. In der Praxis müssen diese Daten jedoch laufend kontrolliert werden. Dafür sollte man das Display der Photovoltaik-Anlage am Wechselrichter auslesen.

Die PV-Anlage auf dem Dach erzeugt Gleichstrom. Das bedeutet, der Minus- und der Pluspol ist immer gleich belegt. Das öffentliche Stromnetzt liefert allerdings Wechselstrom und auch alle gängigen Haushaltsgeräte sind auf Wechselstrom ausgelegt.  ( Foto: Shutterstock- only_kim )

Die PV-Anlage auf dem Dach erzeugt Gleichstrom. Das bedeutet, der Minus- und der Pluspol ist immer gleich belegt. Das öffentliche Stromnetzt liefert allerdings Wechselstrom und auch alle gängigen Haushaltsgeräte sind auf Wechselstrom ausgelegt. ( Foto: Shutterstock- only_kim )

Der Wechselrichter erklärt

Die PV-Anlage auf dem Dach erzeugt Gleichstrom. Das bedeutet, der Minus- und der Pluspol ist immer gleich belegt. Das öffentliche Stromnetzt liefert allerdings Wechselstrom und auch alle gängigen Haushaltsgeräte sind auf Wechselstrom ausgelegt. Bei Wechselstrom wechseln sich Plus- und Minuspol ständig ab. Deswegen ist es auch egal, wie rum man einen Schuko-Stecker in die Steckdose steckt.

Damit man den Strom aus seiner PV-Anlage im eigenen Haushalt nutzen kann oder ihn in das öffentliche Netz einspeisen darf, muss dieser Gleichstrom also zunächst einmal in Wechselstrom umgewandelt werden.

Diese Aufgabe übernimmt der Wechselrichter

Der Wechselrichter ist aber nicht nur dafür da, den Strom umzuwandeln, er übernimmt viele weitere wichtige Funktionen und ist quasi das Herzstück jeder PV-Anlage.

Hier sind alle Funktionen eines Wechselrichters aufgeführt

  • Er wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um.
  • Er dient zur Anlagenüberwachung und nimmt die PV-Anlage bei Bedarf vom öffentlichen Netz, um diese vor Überspannung zu schützen.
  • Er kann die Solaranlage automatisch drosseln, um sie vor Defekten zu schützen.
  • Er meldet Störungen der einzelnen Module.
  • Er misst und speichert die Stromproduktion und gibt die Werte über ein Display aus.

Display bei Photovoltaik auslesen: Hier findet man die Daten

Die wichtigsten Daten, die man von einer Photovoltaikanlage wissen muss, um eine optimale Überwachung der Leistung zu gewährleisten, sind die produzierten kWh. Auf dem kleinen Display des Wechselrichters findet man zumindest folgende Werte: Die derzeit produzierte Wattzahl und Amperzahl der Solaranlage. Zusätzlich lässt sich aber oft auch eine größere Anzeigentafel anschließen. Die Verbindung zum Wechselrichter kann dabei über WLAN oder Bluetooth oder auch einen Datenkabelanschluß erfolgen.

Ist ein entsprechender Auswertungsdienst hinterlegt, werden auf diesem Display dann viele weitere Daten angezeigt, die eine aufwandsarme Anlagenüberwachung ermöglichen.

Beispielsweise kann man als Besitzer der Solaranlage die produzierten kWh in einer laufenden Statistik einsehen. Man erhält somit einen genauen Überblick über den gesamten Ertrag über das komplette Jahr hinweg. Werden noch Wetterdaten von extern mit in die Berechnungen einbezogen, ist es möglich, den Ertrag an die Sonnenstunden zu koppeln.

Diese Daten werden oftmals mit einer Ertragskurve oder einem Balkendiagramm dargestellt. So erfolgt eine sehr benutzerfreundliche und einfach zu verstehende Visualisierung des laufenden und kumulierten Stromertrags der heimischen Solaranlage.

Eine stundengenaue Anzeige hat noch einen weiteren Vorteil: Man behält nicht nur den Überblick über seine eigene Solarstromanlage, sondern kann mit der Zeit sein Nutzungsverhalten an die Stromproduktion anpassen. ( Foto: Shutterstock- RossHelen)

Eine stundengenaue Anzeige hat noch einen weiteren Vorteil: Man behält nicht nur den Überblick über seine eigene Solarstromanlage, sondern kann mit der Zeit sein Nutzungsverhalten an die Stromproduktion anpassen. ( Foto: Shutterstock- RossHelen)

Display bei Photovoltaik auslesen: Wo kommen die Daten her?

Nur eine Anzeigetafel an den Wechselrichter anzuschließen genügt aber nicht, um die volle Bandbreite an Möglichkeiten, die Displays bei Photovoltaik auslesen bietet, zu nutzen. Zusätzlich sollte man seine Solaranlage mit einem Auswertungstool verbinden, um noch dedizierter Informationen zu bekommen. Dafür gibt es clevere Lösungen im Netz.

Man verbindet die Solaranlage zunächst mit dem Internet und speist deren Daten via Upload bei einem entsprechenden Anbieter ein. Anschließend erhält man eine individuelle Auswertung direkt aufs Display nach Hause geschickt. Ein computergestützter Zugang zu diesen Auswertungen, über ein Webportal per Browser, ist ebenfalls möglich.

Viele Dienstleister ermöglichen die Anzeige der Produktionsdaten der heimischen Solaranlage auch mithilfe einer App auf einem mobilen Endgerät. So ist man überall stets im Bilde, ob und wie viel die eigene Solaranalage produziert. Systemfehler können sehr schnell identifiziert und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Bei einigen Anbietern von Solarmodulen sind entsprechende Auswertungen der Leistungsdaten bereits im Preis mit enthalten. Andere koppeln diese Leistung an einen Servicevertrag. Wer seine Solaranlage mietet, der bekommt zumeist alles in einem Paket.

Displays Photovoltaik Auswertung: Darstellungsmöglichkeiten der Anzeigetafeln

Verfügt die Solaranlage über ein angeschlossenes Display, können folgende Werte eingespielt werden:

  • Basisinformationen zur Anlage:
    Hierzu zählen die Darstellung der installierten Solarmodule, deren genaue Leistung, Fehleranalysen und alle technischen Daten zur Anlage.
  • Anlagenauslastung Ist-Wert:
    Das ist der aktuelle derzeitige Stromertrag in kW.
  • Laufende Statistik:
    Tages-, Monats- Jahres- und Gesamtertrag: Das ist der kumulierte Ertrag über unterschiedliche Zeiträume.
  • Sonnenaufgang und –untergang:
    in der Retrospektive und in der Vorschau.
  • Tatsächliche Sonnenstunden im Rückblick.
    Dieser Wert stellt einen Bezug zwischen Ertrag und Anzahl der Sonnenstunden dar.
  • Wettervorhersage:
    Sie hilft dem Benutzer, den zukünftig zu erwartenden Ertrag besser abzuschätzen. Sinnvoll ist das zum Beispiel für die Entscheidung, ob man Elektrogroßgeräte an einem bestimmten Tag laufen lässt oder zum Beispiel die Waschmaschinenladung wenn es regnet noch um einen Tag verschiebt, bis die Sonne wieder hervorkommt.
  • CO2-Vermeidung:
    Dieser Wert ist vor allem für Klimainteressierte wichtig. Er gibt an, wie viel CO2 durch den Betrieb der Anlage im Vergleich zu einer Stromproduktion mit herkömmlichen Energieträgern eingespart werden konnte.

Ist ein Batteriespeicher an die Anlage angeschlossen, kann auch dessen Ladezustand angezeigt werden.

Dann sieht man zum Beispiel:

  • Ist die Kapazität des Batteriespeichers richtig bemessen?
  • Sollte er vergrößert oder verkleinert werden?
  • Reicht der gespeicherte Strom, um beispielsweise ein Elektrofahrzeug über Nacht zu laden?

Video: Erste Auswertung unserer Solaranlage | Soviel Leistung hat die Anlage

Display Photovoltaik Auswertung: Verbesserung der eigenen Energiebilanz im Alltag

Eine stundengenaue Anzeige hat noch einen weiteren Vorteil: Man behält nicht nur den Überblick über seine eigene Solarstromanlage, sondern kann mit der Zeit sein Nutzungsverhalten an die Stromproduktion anpassen. Wenn man weiß, wann genau die Stromproduktion seinen Tageshöchstwert erreicht, kann man seine Elektrogroßgeräte dann starten und seinen Verbrauch gezielt an die Solarstromproduktion anpassen.
Wer zusätzlich seine Geräte mit einem Smarthomeprodukt vernetzt, der kann diese Steuerung auch vornehmen, obwohl er gar nicht zu Hause ist.

Das könnte so aussehen: Ein Blick auf die Appanzeige der Solaranlage verrät, dass die Stromproduktion gerade auf Hochtouren läuft. Jetzt startet der Nutzer per Fernsteuerung über die Smarthome-App seine Waschmaschine oder den Geschirrspüler oder schaltet die Wallbox für sein E-Auto frei. So wird der selber produzierte Strom tagsüber im eigenen Haushalt verbraucht, auch wenn niemand Zuhause ist.

Display Photovoltaik Auswertung: Großanzeigen für öffentliche Gebäude oder Firmen

Sehr beliebt ist die Großanzeige bei hochdimensionierten Solaranlagen, die zum Beispiel auf öffentlichen Gebäuden oder Firmendächern installiert wurden. Hier sehen Besucher auf einen Blick, wie viel Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird und wurde. Besonders PR-trächtig ist dabei natürlich der Wert der CO2-Vermeidung.

Die Großanzeigen können entweder in den Eingangshallen der Gebäude aufgehängt werden oder werden im Außenbereich montiert. In vielen Fällen werden diese Displays nicht nur für Photovoltaik-Auswertung, sondern auch für Werbeanzeigen benutzt.

Fazit

Selbstverständlich ist es möglich, nur über die keine Anzeige auf dem Wechselrichter selbst eine Anlagenüberwachung durchzuführen. Dafür muss diese aber in regelmäßigen Abständen abgelesen und die so ermittelten Daten per Hand dokumentiert werden.

Auch die nachstehenden Berechnungen zum durchschnittlichen Ertrag und die Kumulation erfolgen bei dieser Methode durch den Benutzer selbst. Das relativ aufwendig erhaltene Ergebnis ermöglicht dann zwar einen ungefähren Überblick, aber so richtig genau wird es nicht.

Einfacher und viel genauer geht es also mit einem angeschlossenen Auswertungsdienst und einer Ausgabe der Auswertungsdaten auf einem ergänzenden Display. Auf dem Display kann die Photovoltaik Auswertung kumuliert nach Zeiträumen wiedergegeben werden und mit den tatsächlichen Sonnenstunden korreliert werden.

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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