Durchschnittlicher Wasserverbrauch: So wenig braucht kein anderer Europäer!

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Die Deutschen sind wieder Vorreiter: So wenig Wasser wie sie verbraucht kein anderer Europäer! Doch die Konkurrenz ist nah und der durchschnittliche Wasserverbrauch sinkt in den Industrieländern kontinuierlich.

Durchschnittlicher Wasserverbrauch: Deutsche sparen am meisten

Man sagt den Deutschen Sparsamkeit nach, und auch wenn das nicht in jedem Fall stimmt, so spricht der durchschnittliche Wasserverbrauch doch eindeutig dafür. Die Deutschen sind Spitzenreiter innerhalb Europas, selbst wenn ihnen die Dänen dicht auf den Fersen sind.

Vor allem die neuen Bundesländer sind vorbildlich, was allerdings an einer geschichtlichen Ursache liegen mag: Als die Zeit der Wende kam, gab es laut Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung noch keine großen Unterschiede festzustellen. Doch dann zogen die Preise an und die Ostdeutschen waren gezwungen, sich sparsamer zu verhalten.

Außerdem sind auch heute noch die Gehälter im Osten Deutschlands niedriger, was sich ebenfalls in einem anderen Sparverhalten verdeutlicht. Insgesamt ergibt sich damit für Deutschland ein durchschnittlicher Wasserverbrauch von nur 123 Litern pro Kopf und Tag.

Video: Wasserknappheit: Warum uns das Trinkwasser ausgeht | Quarks

Wie viel Kubikmeter Wasser werden pro Tag verbraucht?

Eine Person verbraucht rund 3,65 m³ Wasser pro Monat, was einen Jahresverbrauch von 43,8 m² macht. Auf einen Tag gerechnet sind 120 Liter ca. 0,12 m². Dies klingt vergleichsweise wenig, doch hochgerechnet kommen die Deutschen somit auf einen Jahresverbrauch von 9.840.000 m³ Wasser. Dieser Wert ist gar nicht mehr so gering und verdeutlicht, warum es so wichtig ist, Wasser zu sparen.

Gut zu wissen: Der statistisch angenommene durchschnittliche Wasserverbrauch zeigt nicht nur den Verbrauch pro Kopf, sondern beinhaltet ist auch der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft. Diese braucht zusammen mit der Industrie rund 70 Prozent der gesamten Trinkwassermenge, die im Jahr in Deutschland benötigt wird.

Die Industrie ist jedoch in der Statistik ausgenommen, sodass hier lediglich die Landwirtschaft zu Buche schlägt. Kleingewerbe sind jedoch inbegriffen und benötigen in der Regel mehr Trinkwasser als eine Privatperson.

Duschen statt baden spart viel wertvolles Wasser ( Foto: Shutterstock- ShotPrime Studio )

Duschen statt baden spart viel wertvolles Wasser ( Foto: Shutterstock- ShotPrime Studio )

Wie viel Kubikmeter pro Jahr brauchen 2 Personen?

Der durchschnittliche Wasserverbrauch für 2 Personen lässt sich anhand der Daten für eine Person hochrechnen. Es kann von einer benötigten Wassermenge von 240 Litern pro Tag ausgegangen werden, das sind etwa 0,24 m³ am Tag. Der Jahresverbrauch liegt damit bei ca. 87,6 m³.

Die folgende Aufstellung zeigt ungefähre Richtwerte:

  • Verbrauch 1 Person
    120 Liter am Tag
    ca. 3,65 m³ im Monat
    ca. 43,2 m³ im Jahr
  • Verbrauch 2 Personen
    240 Liter am Tag
    ca. 7,3 m³ im Monat
    ca. 87,6 m³ im Jahr
  • Jahresverbrauch 3 Personen
    360 Liter am Tag
    ca. 10,95 m³ im Monat
    ca. 131,4 m³ im Jahr
  • Jahresverbrauch 4 Personen
    480 Liter am Tag
    ca. 14,6 m3 im Monat
    ca. 175,2 m³ im Jahr

Dabei handelt es sich nur um Durchschnittswerte, der tatsächliche Wasserverbrauch kann je nach individuellen Gewohnheiten und Lebenssituationen verschieden sein. Eine 3-köpfige Familie muss nicht genauso viel Wasser verbrauchen wie andere Haushalte mit 3 Personen, ihr durchschnittlicher Wasserverbrauch kann höher sein. Ist ein Kind zum Beispiel noch sehr klein und muss häufig Wäsche gewaschen werden, wird der Verbrauch höher liegen als für eine 3-köpfige Familie, in der das Kind bereits 16 Jahre alt ist.

Dieses Beispiel gilt synonym für alle anderen, denn eine Familie mit 4 Personen kann ebenso viel Wasser verbrauchen wie ein Haushalt mit 2 Personen, in dem Großtiere versorgt werden. Die Werte sind daher nur als allgemeiner Maßstab zu verstehen.

Was jetzt immer noch als Problem der Entwicklungsländer abgetan wird, kann aufgrund knapper werdender Ressourcen und eines ständigen Mehrverbrauchs auch Industrieländern treffen.   ( Foto: Shutterstock- Romolo Tavani )

Was jetzt immer noch als Problem der Entwicklungsländer abgetan wird, kann aufgrund knapper werdender Ressourcen und eines ständigen Mehrverbrauchs auch Industrieländern treffen. ( Foto: Shutterstock- Romolo Tavani )

Die Zukunft des Wasserverbrauchs

Momentan verbraucht Deutschland so wenig Wasser wie kein anderes europäisches Land. Verglichen mit anderen Ländern der Welt ist dies relativ zu sehen, denn in Indien werden beispielsweise nur 25 Liter pro Kopf und Tag verbraucht, in manchen afrikanischen Ländern stehen nur fünf Liter Wasser am Tag für eine Person zur Verfügung.

Die US-Amerikaner hingegen zeigen sich als wahre Wasserverschwender, dort werden täglich ca. 300 Liter pro Tag und Kopf verbraucht. Absoluter Spitzenreiter ist jedoch Dubai mit nahe 500 Litern pro Tag.

Dennoch: Die Zukunft des Wasserverbrauchs und der Wasseraufbereitung muss auch in Deutschland aktiv gestaltet werden. Nicht nur, dass damit das ökologische Gewissen reiner wird und dass dies mit einer Kostenersparnis für alle verbunden ist, werden auch wichtige Ressourcen geschont.

Duschen verbraucht bis zu 70 Liter Wasser. ( Foto: Shutterstock-Dmitry Tkachev )

Duschen verbraucht bis zu 70 Liter Wasser. ( Foto: Shutterstock-Dmitry Tkachev )

Es wird davon ausgegangen, dass der durchschnittliche Wasserverbrauch noch weiter steigen wird und dass schon in wenigen Jahren mehr als ein Viertel der Erdbevölkerung kein ausreichendes Trinkwasser mehr zur Verfügung haben kann. Was jetzt immer noch als Problem der Entwicklungsländer abgetan wird, kann aufgrund knapper werdender Ressourcen und eines ständigen Mehrverbrauchs auch Industrieländern treffen. Nicht zuletzt spielt der Klimawandel mit hinein, denn wenn es zu immer längeren Dürreperioden kommt, erhöht das den Wasserverbrauch enorm.

Nicht umsonst haben es die Dänen im Sommer 2019 nicht mehr geschafft, ihren Abwärtstrend im Wasserverbrauch zu halten, sondern mussten diesen unterbrechen. Der ständiger Kreislauf des Wassers wird damit unterbrochen, auch wenn das Wasser nicht in dem Sinne verloren geht.

Statt mit der Hand spülen lieber eine sparsame Spülmaschine kaufen.( Foto: Shutterstock- Robert Kneschke)

Statt mit der Hand spülen lieber eine sparsame Spülmaschine kaufen.( Foto: Shutterstock- Robert Kneschke)

Dazu kommt das Problem des ständigen Energieverbrauchs: Die großen Kläranlagen benötigen allen rund 0,7 Prozent des gesamten Stroms in Deutschland! Interessant ist in dem Zusammenhang, dass es längst neue Lösungen gibt und dass diese Technologien noch viel zu wenig angewendet werden.

Es gilt nun, die Energie aus Abwässern zu ziehen. Zum Einen bleiben rund 80 Prozent der Abwässer ungeklärt und können demnach nicht weiter verwendet werden. Zum anderen ist in einem Kubikmeter Abwasser eigentlich viermal so viel Energie durch Feststoffe enthalten, wie beim Klären verbraucht wird. Zur Nutzung dieser Energie stehen bereits verschiedene Technologien zur Verfügung, die jedoch noch weiter ausgebaut werden müssen. Außerdem muss jeder Einzelne etwas dafür tun, dass die Wasserreserven der Erde erhalten bleiben.

Video: Wassermangel – Wasserknappheit – Virtuelles Wasser sparen – Doku – Schlaumal

Wieviel Wasser verbrauchen andere Länder?

Wie wir wissen, rangiert Deutschland unter den Industrienationen weit vorne. Das ist gewiss sehr löblich. Doch wieviel Wasser verbrauchen Italien, Frankreich und andere Länder pro Kopf und Tag?

Verbrauch von Wasser pro Person und Tag (Ohne Industrie) in Litern
25 Indien
120 Belgien
122 Deutschland
130 Niederlande
139 Dänemark
140 Griechenland
149 England
156 Frankreich
162 Österreich
170 Luxemburg
197 Schweden
213 Italien
237 Schweiz
260 Norwegen
270 Spanien
270 Russland
278 Japan
295 Vereinigte Staaten
500 Dubai
Quelle: bpb.de 2014

Video: Wasser sparen im Haushalt

So wird der durchschnittliche Wasserverbrauch gesenkt

Wer einmal seinen Alltag betrachtet, wird rasch feststellen, dass es viele kleine Dinge gibt, wie Wasser verschwendet wird.
Ein Beispiel:
Um heißes Wasser zu bekommen, muss erst das kalte Wasser in der Leitung abfließen können. Was passiert damit? Meist landet es ungenutzt im Abfluss. Dabei könnte es auch aufgefangen werden und steht zum Blumengießen zur Verfügung!

Es kann auch zum Händewaschen oder zum Wischen des Fußbodens verwendet werden, denn für diese Tätigkeiten braucht es kein heißes Wasser. Auch die folgenden Tipps zum Wassersparen können helfen, dass der durchschnittliche Wasserverbrauch sinkt:

  • Lieber Baden als Duschen
    Schon beim Duschen können in fünf Minuten bis zu 70 Liter Wasser weglaufen. Beim Baden sind es jedoch zwischen 150 und 200 Liter, was sich nach der Größe der Wanne richtet. Daher sollte lieber geduscht als gebadet werden. Niemand verlangt, dass wie früher nur der Samstag der „Waschtag“ ist, doch jeder Mensch wird beim Duschen ebenso sauber wie beim Baden. Gleichzeitig ist das Duschen sogar noch besser für die Haut, weil es diese weniger austrocknet. Ein Gewinn für alle!
  • Lieber abstellen
    Beim Händewaschen sollte das Wasser abgestellt werden. Es muss nicht die ganze Zeit laufen! Außerdem reicht auch kaltes Wasser zum Händewaschen, somit wird direkt das Wasser genutzt, was sofort aus der Leitung kommt. Auch beim Duschen und Haarewaschen gilt: Lieber das Wasser abstellen!
  • Lieber kein Mineralwasser
    Mineralwasser wird in geschützten Gebieten gewonnen, was diese erheblich beeinflusst. Wer der Natur und seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, wählt Leitungswasser als Getränk. Dieses entspricht den deutschen Anforderungen an Lebensmittel und enthält alles, was der Körper braucht. Außerdem sind keine unnötigen Zusätze vorhanden. Tipp: Vor allem Kinder lieben Leitungswasser, denn nicht wenige mögen den Sprudel im Mineralwasser gar nicht!
  • Lieber das Wasser anhalten
    Wer auf die Toilette geht, kann meist zwischen zwei Tasten wählen. Dazu gibt es noch die Stopptaste, die bitte unbedingt benutzt werden sollte! Sie verhindert, dass allzu viel Wasser unnötig wegfließt, denn es braucht keine sechs oder zehn Liter, um das „große Geschäft“ wegzuspülen. Bitte aber auch nicht zu sparsam sein, denn bleiben Rückstände in den Leitungen, kann das zur Keimbildung und zur Notwendigkeit einer großen Spülaktion durch die Kanalbetreiber führen.
  • Lieber die Waschmaschine richtig füllen
    Eine moderne Waschmaschine kann angeblich einschätzen, wie viel Wäsche sich in der Trommel befindet. Sie nutzt dann weniger Strom und Wasser, als wenn die Maschine voll wäre. Ein durchschnittlicher Wasserverbrauch soll sinken. Das stimmt aber nicht ganz, denn verglichen mit einer gut gefüllten Waschmaschine wird immer noch mehr Wasser verbraucht, wenn ein einzelnes T-Shirt gewaschen wird.
  • Lieber alles in die Spülmaschine geben
    Es ist eine Unart: Beim Abwaschen lässt so mancher das Wasser laufen, um das Geschirr vom Spülmittel zu befreien. Das ist nicht gerade umweltfreundlich, ein durchschnittlicher Wasserverbrauch steigt somit rapide an. Viel besser ist es, zwei Becken mit Wasser zu füllen und das Geschirr „von sauber bis schmutzig“ zu sortieren. Noch besser ist es, die Spülmaschine zu nutzen, denn sie verbraucht noch weniger Wasser.
  • Verbraucher finden
    Wie auch beim Stromverbrauch gilt es, unnötige Verbraucher zu finden: Tropfende Wasserhähne können erstaunlich viel Wasser verschwenden! Alle Wasserhähne und Dichtungen sollten regelmäßig kontrolliert und ggf. repariert oder ausgetauscht werden, wenn der Wasserverbrauch so niedrig wie möglich sein soll.

About Author

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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