Gummimatte: Pferde im Offenstall und die Qual der richtigen Materialauswahl

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Früher war alles ganz einfach: Die Pferde lebten nachts in einer Box und kamen tagsüber auf die Weide. Dort gab es Bäume oder einen schlichten Unterstand als Schutz vor der Witterung. Der Boden im Stall war mit Beton ausgegossen, darauf kam eine mehr oder weniger dicke Strohmatte für das weiche und komfortable Stehen. Doch diese Zeiten sind – zum Glück! – vorbei.

Verschiedene Bodenbeläge für Pferde

Pferde scheinen sich an alle Gegebenheiten anzupassen – doch sie leiden leise. Sie brauchen optimale Voraussetzungen, damit sie gesund alt werden können und auch noch mit 20 Jahren oder älter gute Leistungen vollbringen können. Die richtige Haltung der Pferde bezieht daher auch die Bodenbeläge mit ein. Heute werden viele Pferde im Offenstall gehalten, an den ein Paddock angeschlossen ist. Zu diesem mehr oder weniger großen Auslauf haben sie rund um die Uhr freien Zugang und können daher selbst entscheiden, ob sie drinnen oder draußen stehen wollen. Für den Bewegungsapparat und das Atmungssystem ist dies optimal. Dazu kommt der – oftmals geregelte – Weidegang von Mai bis September. Die Weide besteht aus Gras – hier muss nicht an einen Bodenbelag gedacht werden, es kommt nur auf die richtige Weidepflege an. Wobei auch diese durchaus zur Wissenschaft werden kann!

Der Offenstall sowie der Paddock hingegen sollten über einen guten Boden verfügen, damit sich weder Krankheiten an den Beinen des Pferdes zeigen, noch die gefürchtete Mauke oder Raspe, die oftmals durch Keime im Boden sowie das Stehen im Matsch hervorgerufen werden. Für den Paddock bietet sich daher die Befestigung mit Paddockplatten an, die auch als Ecoraster oder Rasengittersteine bekannt sind. Die Varianten aus Kunststoff schützen die Hufe vor dem Absplittern, was bei Rasengittersteinen aus Beton leicht der Fall ist.

Nun stellt sich die Frage: Was kommt in den Offenstall? Welcher Bodenbelag ist hier der richtige?

Die Qual der Wahl: Welcher Bodenbelag für den Offenstall?

Ein guter Offenstall verfügt über einen Bodenbelag, der einen sicheren und dennoch leicht flexiblen Stand ermöglicht. Ein Boden aus Beton kann dies nur dann bieten, wenn er dick mit Stroh bedeckt ist. Diese Variante ist für viele Pferdehalter aber eher unwirtschaftlich, außerdem fällt viel Mist an. Wer nicht gerade einen Landwirt als Abnehmer hat, muss teilweise noch ein- bis zweihundert Euro im Monat für die Mistentsorgung einplanen. Eine weitaus bessere Lösung ist hier die Gummimatte. Eine solche Gummimatte für Pferde lässt sich leicht verlegen, isoliert gegen Kälte und kann gut gereinigt werden. Außerdem ist sie langlebig und bietet den Pferden über viele Jahre hinweg einen optimalen Stand- und Liegekomfort. Selbst Kaltblutpferde, die doch einiges an Gewicht auf diese Matten bringen, stehen auf der Gummimatte hervorragend.

Die Gummimatte wird einfach nach dem Prinzip eines Puzzles verlegt, wobei die einzelnen Zähne ineinander verhakt werden. Somit ergibt sich eine Fläche, die sogar noch beliebig erweiterbar ist.

Die Gummimatte kann einfach abgemistet werden und ist sogar mit Wasser zu reinigen. Problematisch ist lediglich die Rutschsicherheit, die bei einer Gummimatte nur sehr eingeschränkt gegeben ist.

Gummimatte für Pferde: Rutschsicherheit beachten

Die Gummimatte ohne besondere Oberfläche kommt für eine Verlegung im Offenstall nicht infrage. Zumindest kleine Rillen müssen gegeben sein, die zudem quer zur Laufrichtung ausgerichtet sein müssen. Ansonsten ist die Gefahr zu groß, dass ein Pferd stürzt, wenn die Gummimatte feucht oder gar nass ist. Abhilfe schafft hier eine leichte Einstreu aus Sand, Stroh oder Spänen, wobei die Stroheinstreu im Sinne der Mistbeseitigung die beste Wahl ist. Nutzen die Pferde den Offenstall tatsächlich nur als Unterstand, kann weicher Sand eine hervorragende Alternative sein. Wenn die Tiere aber beginnen, den Stall auch als Toilette zu benutzen, so muss die Einstreu regelmäßig ausgetauscht werden. Auch die Matten sollten dabei angehoben werden, denn sofern sie wasserdurchlässig sind, sickert auch der Urin durch. Dann muss der Boden darunter ebenfalls ab und zu gereinigt werden, damit es nicht zur Geruchs- und Keimbildung kommt.


Bildnachweis: © freeimages.com – Kaya

Über den Autor

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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