Säbelsäge vs. elektrischer Fuchsschwanz: Welche Säge braucht der Heimwerker?

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Klar, ein Heimwerker braucht eine Säge. Doch welche soll bloß angesichts des großen Angebots in den Schrank kommen? Der Fuchsschwanz dürfte zur Standardausrüstung gehören. Und auch die Säbelsäge. Die kennen Sie noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit!

Wozu sind Säbelsägen gut?

Anlagenmechanikern dürfte die Säbelsäge bekannt sein, denn sie wird unter anderem für das Trennen von Rohren eingesetzt. Auch verschiedene Bauteile können mithilfe dieser Säge demontiert werden, wobei selbst Nägel in Holzbrettern kein Problem darstellen. Grund genug, warum die Säbelsäge – auch Tigersäge genannt – in den Schrank eines jeden Heimwerkers gehört. Dabei setzen nicht nur die Hobbybastler auf diese Art Sägen, sondern auch Profis gehören zu den Anwendern. Allerdings sind die Qualitätsunterschiede der angebotenen Säbelsägen enorm, daher gilt es, beim Kauf wirklich sehr genau hinzusehen.
Die Säbelvariante kann aber nicht mit dem elektrischen Fuchsschwanz verglichen werden, denn dieser ist ein wenig anders gebaut. Lediglich die Leistungskapazität und Anwendung lassen sich vergleichen. Säbelsägen haben gegenüber Stichsägen den Vorteil, dass ihr Sägeblatt nach vorn ausgerichtet ist – nachteilig daran ist jedoch, dass das Schneiden ein wenig ungenauer möglich ist.

Säbelsägen: Unterschiede bei den Modellen

Hitachi, Einhell, Black & Decker, Makita und Metabo sowie Bosch sind einige Hersteller von Säbelsägen – die sich aber zum Teil sehr stark unterscheiden. Wird die Säbelsäge nur gelegentlich eingesetzt, so reicht ein Gerät mit Kabel völlig aus, wenn sich in Arbeitsnähe eine Steckdose befindet. Solche Modelle sind natürlich weniger flexibel und erfordern ein wenig Geschick, denn schließlich soll das Kabel nicht mit durchgeschnitten werden. Wer flexibler sein möchte, setzt auf eine Säbelsäge mit Akku. Diese Sägevarianten können überall eingesetzt werden und beim Schneidvorgang ist auch kein störendes Kabel im Weg. Da der Akku in der Regel aber nicht besonders lange hält, sollte ein Ersatzakku zur Hand sein.

Video: Säbelsäge Makita BJR 181 im Einsatz

Ebenfalls wichtig: Die Säbelsäge gibt es als Einhand- und als Zweihandmodell. Erstere sind deutlich leichter, dafür ist die Leistung aber auch geringer. Für Einsteiger ist diese Art der Tigersäge genau richtig. Die Zweihandsäge ist viel leistungsstärker und kann präziser eingesetzt werden. Dafür erfordert sie ein wenig mehr Übung. Stellen Sie sich daher die Frage, wofür genau Sie die Säbelsäge einsetzen wollen: für Bauarbeiten? Für das Verschneiden von Bäumen? Für die Trennung von Rohren? Vielleicht ist auch eine Multisäge die bessere Wahl, deren Sägeblatt ist auf vielfältige Materialien angepasst und die Leistung ist quasi ein Mittelmaß zwischen Heimwerker- und Profigerät.

Worauf beim Kauf achten?

Sägen sind nicht nur in Bezug auf die Leistung verschieden, auch die Sägeblätter sind je nach Modell unterschiedlich. Achten Sie darauf, ein Sägeblatt von Black & Decker, Einhell, Metabo, Bosch, Makita oder Hitachi zu bekommen: Hier zeichnen sich die Markenhersteller durch konsequent hohe Qualität aus. Vor allem beim Bearbeiten von Metallen zeigt sich die oft mindere Qualität günstiger Sägeblätter, die dann leicht verbiegen. Beim Kauf der Säbelsäge sollten Sie darauf achten, dass verschiedene Sägeblätter mitgeliefert werden, andernfalls wird der Nachkauf unnötig teuer.

Der Griff der Säge sollte verschiedene Haltepositionen erlauben und für eine bessere Lage in der Hand gummiert sein. Das Gewicht der Sägen darf nicht zu hoch sein, ansonsten wird ein längeres Arbeiten schnell zum Kraftakt. Allerdings geht ein geringes Gewicht meist mit einer geringen Leistungskapazität einher – fragen Sie sich daher vor dem Kauf, was Sie zersägen wollen und wie leistungsstark das Sägemodell sein muss. Wichtig sind des Weiteren der Schutz gegen Staub und Wasser sowie eine große Stichtiefe, denn damit lassen sich auch dickere Materialien leicht durchtrennen.

Säbelsägen vs. Fuchsschwanz: Elektrischer Fuchsschwanz als Alternative?

Vielleicht kommt auch ein elektrischer Fuchsschwanz infrage? Ein normaler Fuchsschwanz ist schon aus Kindertagen bekannt, als noch kleine Hölzer mit dieser einfachen Handsäge zurechtgesägt wurden. Der Elektro Fuchsschwanz ist praktisch die konsequente Erweiterung der Heimwerkerausrüstung und sollte in keiner Hobbywerkstatt fehlen. Dabei stellt sich die Frage, ob die Säbelsägen zwingend die bessere Wahl als elektrische Fuchsschwänze sind, nur weil sie momentan scheinbar moderner sind?

Video: Säbelsägen im Vergleichstest 2015 (Bosch, Dewalt, Makita, Metabo, Milwaukee)

Dabei kann vorweg gesagt werden, dass Säbelsägen zwar auch dickere Materialien durchtrennen können als ein elektrischer Fuchsschwanz, doch dafür ist Letzterer einfacher zu bedienen und es bedarf nur wenig Übung, um mit dieser Sägeart klarzukommen. Dreh- und Hubzahl sind bei dem Elektro Fuchsschwanz recht hoch, sodass diese Sägearten als durchaus leistungsstark bezeichnet werden können. Der Fuchsschwanz auf Elektro Basis eignet sich auch für das Bearbeiten schwer zugänglicher Stellen, vor allem dann, wenn das Modell an sich relativ klein ist. Mit einer normalen Stichsäge sind solche Problemstellen oft nicht erreichbar – mit dem Elektrofuchsschwanz hingegen schon.

Elektro Modell als Hilfsmittel: Einfacher Betrieb?

Der Fuchsschwanz elektrischer Art kann zwar allein betrieben werden, es gibt jedoch auch diverse Hilfsmittel, mit denen die Arbeit leichter von der Hand geht. So können auch schwierige Stellen einfacher erreicht werden. Flexible Gelenke sorgen für Schnitte an Stellen, an denen die Hand des Heimwerkers ansonsten nur schwer hinkäme, Maschinenführungen für den Elektrofuchsschwanz sind für gerade Schnitte unverzichtbar.

Der Einsatz dieser Sägeart ist jedoch deutlich beschränkter als bei der Säbelsägenvariante. So kann der Fuchsschwanz vor allem für Abriss- und Gartenarbeiten, für grobe Schnitte und Reparaturen eingesetzt werden. Als elektrischer Vertreter seiner Art macht der das Arbeiten natürlich leicht, wenn die passenden Sägeblätter vorab ausgewählt werden. Teilweise lassen sich sogar Möbelstücke mit dem Fuchsschwanz zurechtsägen.

Wichtige Kriterien für die Auswahl

Geht es um den Kauf dieser Sägeart, so sollten Sie darauf achten, dass die Motorleistung ausreichend hoch ist. Wenn Sie häufig harte Materialien bearbeiten wollen und auch Keramik und verschiedene Metalle zu den Sägeaufgaben zählen, so sollten Sie schwache Motoren und gewöhnliche Sägeblätter tunlichst meiden. Die Hubzahl sollte ausreichend hoch sein, ansonsten ist ein korrektes Schneiden unmöglich. Setzen Sie am besten auf ein hochwertiges Modell, denn dann können Sie in der Regel die Hubzahl selbst entsprechend des zu bearbeitenden Materials einstellen. Die Leistungskapazität wird dann erhöht, während das Gerät im normalen Modus mit niedriger Energie arbeitet. Schnell lassen sich weiche Materialien bearbeiten, die auch mit einer sehr hohen Geschwindigkeit gesägt werden können. Für harte Materialien werden oft genaue Schnitte erforderlich – die Geschwindigkeit wird entsprechend nach unten korrigiert. Dies ist ein Punkt, wo die Hubzahl angepasst werden muss. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Sägeblätter aus, denn sie werden geschont. Wenn Sie die Fuchsschwanzsäge für gröbere Arbeiten benötigen, achten Sie auf den Pendelhub, mit dem eine kreisförmige Bewegung möglich ist.

Welche Sägeart ist nun besser?

Das Fazit aus diesen Betrachtungen lautet nun, dass die elektrisch betriebene Fuchsschwanzvariante sicherlich eine sehr gute Ergänzung zur Tigersäge ist. Wer sich als Heimwerker aber zwischen den beiden Arten entscheiden muss und tatsächlich nur ein – natürlich sehr hochwertiges – Modell kaufen möchte, ist mit der Säbelvariante deutlich besser beraten, weil deren Einsatz flexibler möglich ist. Der Elektro Fuchsschwanz ist allerdings eine hervorragende Ergänzung der Sägeausstattung eines Hobbybastlers.

Resümee: Die Säbelsäge ist ein wenig bekanntes Schneidewerkzeug. Aber wichtig ist, die passende Säge für die unterschiedlichsten Zwecke zu finden. Da gibt es schon zwischen den einzelnen Herstellern Unterschiede. Erhältlich sind etwa Modelle mit Kabel oder Akku. Was geeigneter ist, hängt dabei vom individuellen Geschmack und der Häufigkeit in der Verwendung ab. Und natürlich, ob exakt oder grob gesägt werden soll. Es gibt des Weiteren Sägen für eine Hand oder für zwei Hände. Wer also etwa große Holzstämme durchsägen möchte, sollte gleich zum Zweihänder greifen. Für Materialien geringerer Dicke reicht hingegen eine Hand und damit eine größere Flexibilität. Ganz egal, welche Variante man bevorzugt: Käufer sollten immer auf einen ausreichend starken Motor achten. Denn wenn die Power nicht stimmt, können auch Sägen versagen, die qualitativ eigentlich gut verarbeitet sind.

Alternativ kann in vielen Fällen auch die elektrische Variante eines Fuchsschwanzes benutzt werden. Das ist besonders vorteilhaft für schwer erreichbare Stellen, die der kleine Elektro-Fuchsschwanz eher erreicht als die oft größeren Säbelsägen. Diese sind, wie erwähnt, eher für die groben und größeren Arbeiten geeignet. Am besten hat man beide Arten im Hause, je nach Bedarf. Die Kosten bleiben dann überschaubar, vor allem man die Sägen auch wirklich regelmäßig nutzt. Für Abrissarbeiten oder zum Holz sägen. Oder einfach nur für grobe Schnitte zum Zerkleinern. Die Anwendungen sind wirklich vielfältig. Ein erfahrener Heimwerker sollte wenigstens eine kleinere und größere Elektrosäge im Hause haben. Die Frage Säbelsäge vs. elektrischer Fuchsschwanz kann sich dann fast erübrigen, wenn man den Fuchsschwanz als kleinere Säge und die Säbelsäge als größere Zweihand-Säge in der Werkstatt hat. Am besten, man besucht einen Baumarkt und nimmt die Modelle einmal in die Hand. So kann jeder individuell herausfinden, welche Säge gut und sicher in der Hand liegt und mit welchem Schneidegerät die erwünschte Wirkung am nachhaltigsten ist. Es sollte für potentielle Käufer möglich sein, die Kraft der Säge einmal live zu erleben. Auch das kann ein gutes Kaufargument für die jeweils individuell beste Säge sein.


Bildnachweis: © Fotolia – idneydealmeida

Über den Autor

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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