Sockelleisten zum Kleben: Tipps und Planungshilfen für Heimwerker

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Sockelleisten zum Kleben lassen den Wandabschluss nach dem Verlegen des Fußbodens besonders sauber und professionell wirken. Egal, ob Vinyl, Laminat oder Parkett verlegt wurde, der Abschluss zur Wand wird mit Fussleisten gerade und optisch passend möglich. Sockelleisten, die zum Kleben geeignet sind, lassen den Ärger um schwergängige Kartuschenpistolen und eingetrockneten Baukleber vergessen.

Sockelleisten zum Kleben: Zahlreiche Fallstricke lauern

Nein, genau genommen lauern bei Sockelleisten zum Kleben keine Fallstricke. Vielmehr zeigen sich diese in der herkömmlichen Herangehensweise des Klebens, bei der Kleber verwendet wird, der sich als heimtückisch und verschwenderisch erweist. Denn: Zuerst einmal muss eine Kleberkartusche besorgt werden. Diese offenbart auf den ersten Blick einen großen Makel: Sie hat keinen Deckel! Damit ist bereits beim Kauf klar, dass der Rest des Klebers einfach eintrocknen wird. Außerdem brauchen Sie noch eine Kartuschenpresse. Diese kostet zwischen 10 und 30 Euro und wird nach Beendigung der Arbeiten an den Fußleisten meist nicht mehr benötigt. Beides zusammen ergibt eine unglaubliche Verschwendung von Geld und Material.

Die Kartuschenpresse hat aber noch eine weitere Tücke in petto: Meist sind diese Dinger so schwergängig, dass das Kleben der Fussleisten eine Stunde im Fitnessstudio unnötig macht. Zumindest die Arme werden gut trainiert. Diese und auch das Reaktionsvermögen, denn nicht selten kommt der Kleber plötzlich und unkalkulierbar aus der Kartusche geschossen. Wer schnell genug reagiert, hat die Leiste parat und muss den viel zu dicken Strang an Kleber dann nur noch verteilen. Wer weniger schnell reagieren konnte, greift nun zum Putzlappen und wischt Kleber von Wand und Fußboden. Außerdem bleibt zu hoffen, dass niemand sonst anwesend ist, denn die Flut an unflätigen Ausdrücken ist in einem solchen Fall nicht salonfähig.

Zum Kleben der Sockelleisten benötigt man eine teure Kartuschenpresse, oder...? (Foto: shutterstock – Bildagentur Zoonar GmbH)

Zum Kleben der Sockelleisten benötigt man eine teure Kartuschenpresse, oder…? (Foto: shutterstock – Bildagentur Zoonar GmbH)

Dennoch sind Sockelleisten zum Kleben immer häufiger erste Wahl und stellen die Anbringung mit Clips oder das Nageln der Leisten in den Hintergrund. Wir sind daher auf der Suche nach einer Lösung für die oben genannten Herausforderungen durch die Baumärkte in Wiesbaden gestreift und haben etwas gefunden: eine total einfache Lösung, ein Lifehack und etwas, das unglaublich viel Spaß in der Anwendung macht. Was ein wenig wie die Beschreibung für das beliebte Ü-Ei klingt, ist vielmehr der Fischer 320 Kilo Kleber, der sich im Alltag zu beweisen weiß.

Der spezielle Montagekleber verkehrt jeden der oben genannten Punkte ins Gegenteil und zeichnet sich durch diese Eigenschaften aus:

  • einfache Anwendung durch leichtgängige Kartusche
  • Kartusche und Kartuschenpresse in einem
  • wiederverschließbare Kleberkartusche
  • schnell trocknend, hohe Anfangsfestigkeit
  • sehr hohe Klebkraft
  • günstiger Preis

Der Fischer 320 Kilo Kleber trägt seinen Namen zu recht, denn er bietet eine Endfestigkeit von 320 kg/10 cm², was für Sockelleisten zum Kleben ein wenig überdimensioniert erscheinen mag. Doch der Kleber eignet sich auch für das Befestigen von Regalen oder Garderoben, er hält einfach alles an seinem Platz. Die Kartuschenpresse wird mit einem Finger bedient, der Kleber lässt sich überaus leicht und genau dosieren. Hinzu kommt, dass der Kleber für fast alle Oberflächenmaterialien geeignet ist und sogar auf saugenden Untergründen angewendet werden kann. Er ist natürlich frei von Weichmachern und schont damit Gesundheit und Umwelt.

Verlegen von Sockelleisten in fünf Schritten

Die folgenden Bilder zeigen einen kurzen Überblick über die Arbeiten, die beim Verlegen der Sockelleisten zum Kleben nötig werden. Spoiler: Es geht einfacher als gedacht und ist eine Arbeit, die sogar Heimwerker-Anfänger mühelos erledigen können:

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 1

    Messen Sie die Wände des Raumes, in dem die Leisten verlegt werden sollen, genau aus. Berücksichtigen Sie dabei einen eventuellen Verschnitt.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 2

    Messen Sie die gekauften Fußbodenleisten aus und zeichnen Sie die Schnittstellen an. Denken Sie daran, dass Sie die Leisten so verlegen sollten, dass so wenige Nahtstellen wie möglich zu sehen sind.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 3

    Schneiden Sie die Leisten zu und setzen Sie Gehrungsschnitte. Ohne Letztere können Sie auch Eckverbinder nutzen.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 4

    Sie können die Leisten festkleben. Achten Sie auf eine gleichmäßige Fuge.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 5

    Sie haben Parkett oder Laminat verlegt? Entfernen Sie im letzten Schritt die überschüssige Unterlegfolie.

Sechs Klebetechniken für Fußbodenleisten kurz vorgestellt

Wenn Sie sich für Sockelleisten zum Kleben entschieden haben, ist der oben genannte Kleber von Fischer sicherlich die beste Wahl. Dennoch gibt es weitere Klebemöglichkeiten, die ebenfalls mehr oder weniger stark halten:

Checkliste „Montagekleber“

Bringen Sie den Kleber in einem Strang auf der Sockelleiste auf und drücken Sie diese an die Wand. Bitte kurz festhalten und ausreichenden Druck ausüben. Wichtig ist, dass die Leiste in einem gleich bleibenden Abstand zur Wand befestigt wird, damit sie später wieder ablösbar ist.
Sockelleisten zum Kleben Montagekleber  (Foto: shutterstock – joserpizarro ) Sockelleisten zum Kleben Montagekleber (Foto: shutterstock – joserpizarro)

Vorteile:

  • guter Halt auf arbeitenden Untergründen
  • auch für saugende Untergründe geeignet
  • leicht zu entfernen

Nachteile:

  • Untergrund muss eben sein
  • Abstand muss gleichmäßig werden
  • nicht für Rauputz geeignet

Checkliste „Kontaktkleber“

Wenn Sie Kontaktkleber für Sockelleisten zum Kleben verwenden, gehen Sie einfach wie bei der vorigen Darstellung zum Montagekleber vor. Bringen Sie den Kleber aber bitte auf beiden Seiten auf, also sowohl auf der Wand als auch an der Leiste. Drücken Sie die Leiste dann an die Wand und halten Sie sie gedrückt, bis eine gewisse Anfangsfestigkeit vorhanden ist.
Sockelleisten zum Kleben oder Mit Kontaktkraftkleber befestigen. (Foto: shutterstock – Daniel_Santos) Sockelleisten zum Kleben oder Mit Kontaktkraftkleber befestigen. (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile:

  • für viele Untergründe geeignet
  • sehr guter Halt
  • einfache Vorgehensweise

Nachteile:

  • nicht für alle Oberflächen geeignet
  • schwer zu entfernen
  • wenig flexibler Halt

Checkliste „Heißkleber“

Heizen Sie die Heißklebepistole vor und beginnen Sie mit den Arbeiten. Achten Sie darauf, die Leisten direkt anbringen zu können, wenn der letzte Klebepunkt gesetzt ist, denn Heißkleber trocknet rasch ein. Er ist wieder weich zu bekommen, wenn er erneut erhitzt wird. Drücken Sie die Leiste gleichmäßig an die Wand.
Sockelleisten zum Kleben oder Heisskleber verwenden.(Foto: shutterstock – Daniel_Santos) Sockelleisten zum Kleben oder Heisskleber verwenden. (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile:

  • schnelles Arbeiten möglich
  • gute Haftung
  • Leisten lassen sich leicht wieder entfernen

Nachteile:

  • auf arbeitenden Untergründen keine Elastizität
  • ungewolltes Ablösen der Leisten möglich
  • sehr rasches Arbeiten nötig

Checkliste „Klebebänder“

Klebebänder sollten Sie möglichst breit wählen, damit die Klebefläche ausreichend ist. Verwenden Sie spezielles Sockelleistenband oder normales doppelseitiges Klebeband. Drücken Sie die Leiste ausreichend fest an, nachdem Sie das Klebeband auf dieser angeklebt haben und die Leiste nun an der Wand anbringen wollen.
>Sockelleisten zum Kleben doppelseitiges Klebeband  (Foto: hutterstock – Stocksnapper) Sockelleisten zum Kleben doppelseitiges Klebeband (Foto: shutterstock – Stocksnapper)

Vorteile:

  • rasches Arbeiten möglich
  • guter Halt
  • keine Trocknungszeiten nötig

Nachteile:

  • nicht für alle Untergründe geeignet
  • nicht korrigierbar
  • beim Ablösen oft Schäden an den Oberflächen möglich

Checkliste „Silikon

Setzen Sie die Silikonkartusche in die Kartuschenpresse und ziehen Sie einen Strang des Silikons auf die Fußleiste. Nun befestigen Sie diese an der Wand, indem Sie gleichmäßig hohen Druck auf die Leiste ausüben. Warten Sie kurz, bis eine ausreichende Trocknung erreicht ist. Um die Wartezeit zu verkürzen, können Klebepunkte mit Heißkleber zwischengesetzt werden.
Sockelleisten zum Kleben Silikonkleber  (Foto-Shutterstock: Papavarin Karnjanaranya) Sockelleisten zum Kleben Silikonkleber (Foto: Shutterstock – Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile:

  • zügiges Arbeiten möglich
  • guter Halt auf arbeitenden Untergründen
  • gute Elastizität, kein ungewolltes Ablösen der Leisten

Nachteile:

  • schwer ablösbar
  • lange Trocknungszeiten
  • hoher Materialeinsatz

Checkliste „Acryl“

Acryl wird wie Silikon aufgetragen und lässt sich ebenso leicht verteilen. Ziehen Sie einen Strang Acryl auf die Sockelleiste und drücken Sie diese danach an die Wand. Eventuell arbeitet es sich zu zweit besser, dann kann eine Person das Andrücken übernehmen, die andere arbeitet bereits an der nächsten Leiste. Auch ein Gestell mit Gewichten kann das Andrücken übernehmen.
Sockelleisten zum Kleben Acrylkleber  (Foto-Shutterstock: Papavarin Karnjanaranya) Sockelleisten zum Kleben Acrylkleber (Foto: Shutterstock – Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile:

  • leicht anwendbar
  • für viele Untergründe geeignet
  • gut ablösbar

Nachteile:

  • nicht für bröckeligen oder rauen Putz geeignet
  • Halt weniger stark
  • Wand muss eben sein

Alternativen zu Sockelleisten zum Kleben gesucht?

Eventuell sind Sockelleisten zum Kleben doch nicht die richtige Wahl. Dann stehen genügend Alternativen bereit, mit denen sich die Leisten befestigen lassen. Allerdings sind diese rein optisch gesehen nicht besser!

  • Verwendung von Stahlstiften

    Sockelleisten befestigen mit Stahlstiften. (Foto: Shutterstock – Images By Chaos) Sockelleisten befestigen mit Stahlstiften. (Foto: Shutterstock – Images By Chaos)

    Wenn es keine Sockelleisten zum Kleben sein sollen, können Stahlstifte verwendet werden. Diese schlagen Sie mit dem Hammer ein, sollten dabei aber sehr vorsichtig vorgehen. Stahlstifte brechen leicht ab und können dann die Fußleisten beschädigen oder Kratzer verursachen. Sie eignen sich vor allem für weichen Putz oder das Anbringen der Leisten an Holzwänden. Die Entfernung der Stahlstifte ist einfach durch Herausziehen möglich.

  • Verwendung von Nägeln

    Sockelleisten anbringen mit Nägeln (Foto: Shutterstock-  _EstudiosOMH) Sockelleisten anbringen mit Nägeln (Foto: Shutterstock – _EstudiosOMH)

    Das Nageln ist eine gute Alternative zum Kleben und hält natürlich sehr stark. Der Nagelkopf bleibt nach dem Einschlagen der Nägel aber sichtbar, was nicht in jedem Fall wünschenswert ist. Außerdem können Nägel leicht brechen, wenn sie in zu harte Untergründe geschlagen werden. Bei Stahlbetonwänden sind sie demnach nicht geeignet. Abgebrochene Nägel sind überdies nur schwer zu entfernen.

  • Clips

    Sockelleisten anbringen: Mit Clips geht das ganz einfach. (Foto: Shutterstock - Ben Schonewille) Sockelleisten anbringen: Mit Clips geht das ganz einfach. (Foto: Shutterstock – Ben Schonewille)

    Clips eignen sich hervorragend, um Sockelleisten zum Kleben zu ersetzen. Diese Clips kommen mit einer speziellen Halterung daher, die an der Wand befestigt werden muss. Dafür sind Bohrungen zu setzen, in welche Dübel gesteckt werden. Nun kann die Halterung aufgeschraubt werden. Die Sockelleiste selbst wird im Anschluss nur noch aufgeklickt. Besonders gut ist dabei, dass hinter der Leiste Kabel und Leitungen verlegt werden können, sodass diese unsichtbar an der Wand entlangführen.

Einige letzte Tipps: Sockelleisten zum Kleben noch leichter anbringen

Wenn Sie sich für Sockelleisten zum Kleben entschieden haben, gehen Sie bereits den einfachen Weg und müssen sich nicht um Nägel, Schrauben und Bohrlöcher kümmern. Dennoch ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, daher einige letzte Tipps:

Untergrund vorbehandeln

Auch wenn die verschiedenen Klebetechniken für fast alle Untergründe geeignet sind, so können Sockelleisten zum Kleben doch nur gerade sein, wenn der Untergrund eben ist. Eventuell muss dieser gespachtelt und geschliffen werden. Wichtig ist auch, dass er nicht zu saugfähig ist, ansonsten halten die Leisten nur schlecht.

Eckverbinder nutzen

Eckverbinder geben der Sockelleiste einen eleganten Touch. Allerdings ist auch das Führen der Leiste um die Ecken herum möglich, was allerdings einen Gehrungsschnitt voraussetzt. Die entsprechende Gehrungssäge bekommen Sie in jedem Baumarkt und übrigens auch dort, wo wir den Fischer 320 Kilo Kleber gefunden haben.

Genaue Messungen

Ehe Sie die Säge ansetzen, sollten Sie die Wände sowie die Leisten genau vermessen. Denn: Abgeschnitten ist schnell, aber zu kurz ist und bleibt zu kurz! Wenn Sie auf unnötige Nahtstellen und eine unterbrochene Optik verzichten können, sollten Sie lieber doppelt messen, ehe Sie sägen oder schneiden. So wird garantiert, dass die Leisten auch an der Wand angebracht optisch schön sind. Generell sollten Sie Nahtstellen im Sichtbereich vermeiden und diese lieber dort entstehen lassen, wo später Schränke sind oder worauf wenigstens nicht direkt beim Betreten des Raumes der Blick fällt.

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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