Betten Test: Welches Bett soll es werden?

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Wir wissen, dass wir rund ein Drittel unseres Lebens im Bett verbringen. Angesichts dieser Tatsache sind die Betten in deutschen Schlafzimmern aber oft erschreckend selten auf den individuellen Schlaftyp abgestimmt – der Bettenkauf wird immer noch als Möglichkeit zum Sparen angesehen.

Fehler beim Bettenkauf: Alltag in Schlafzimmern

Vier von fünf Deutschen schlafen schlecht oder klagen gar über Schlafstörungen. Zum einen sind natürlich Faktoren wie Stress, gesundheitliche Einschränkungen oder psychische Belastungssituationen nicht unschuldig an diesem Zustand. Zum anderen ist aber auch das Bett verantwortlich, denn nur allzu häufig passen Matratze, Lattenrost und Kissen nicht zu dem Menschen, der sich darin für den nächsten Tag ausruhen soll. Es wird gekauft, was gerade günstig ist oder gefällt.

Der Verkäufer in Bettenhäusern hat nicht selten ein unglaubliches Geschick und überzeugt unsichere Käufer durch scheinbar unschlagbare Argumente. Nur Verkaufstaktik, denn die wenigsten Betten und Matratzen, die dort angepriesen werden, passen wirklich zu den anatomischen Bedürfnissen des jeweiligen Kunden. Dazu kommen die Unsicherheiten bei vielen Käufern: Welche Matratze ist denn die richtige und was unterscheidet Taschenfederkern- und Kaltschaummatratze? Was ist ein Boxspringbett? Und warum ist Letzteres gerade so groß in Mode, obwohl es schwer, sperrig und teuer ist?

Video: Matratzen im Test – Welt der Wunder

Was muss ein Bett können?

Das Bett soll das himmlisch bequeme Reich für die Nacht sein, hier soll sich der Schlafende erholen, sich vom Tag ausruhen und fit und munter am Morgen starten. Um all das zu erreichen – oder zumindest annähernd – führt kein Weg daran vorbei, die Matratze im Geschäft zu testen. Auch wenn Internetkäufe immer beliebter werden, weil die Matratzenmodelle hier meist günstiger zu bekommen sind, so findet sich das perfekte Bett nur durchs Ausprobieren. Eventuell lässt sich die Matratze auch im Geschäft testen und Sie ordern Sie später im Netz? So können Sie Sparen und Probieren verbinden.

Doch zurück zu den perfekten Eigenschaften einer Matratze bzw. eines Bettes. Die Rückenmuskulatur muss sich nachts entspannen können, andernfalls führt das zu ständigen Rückenschmerzen. Das bedeutet, dass der Mensch so liegen muss, dass die natürliche S-Form der Wirbelsäule entlastet wird. Die Taille sowie die Beine müssen dafür gestützt werden. Das Bett gilt als ideal, wenn die Wirbelsäule eine Gerade bildet, wenn Sie auf der Seite liegen. Die Matratze und das Bett müssen also den Körper entlasten und gleichzeitig stützen.

Tipp: Probieren Sie die potenzielle neue Matratze nie allein aus, sondern setzen Sie auf einen Begleiter, der Ihre Lage mit etwas Abstand beurteilen kann. Allein lässt sich kaum feststellen, ob die Wirbelsäule einen Knick macht oder gerade liegt.

Umfragen haben ergeben, dass der durchschnittliche Deutsche rund 22 Jahre in seinem Bett schläft, ehe dieses ersetzt wird. (#01)

Umfragen haben ergeben, dass der durchschnittliche Deutsche rund 22 Jahre in seinem Bett schläft, ehe dieses ersetzt wird. (#01)

Wie oft muss ein neues Bett her?

Umfragen haben ergeben, dass der durchschnittliche Deutsche rund 22 Jahre in seinem Bett schläft, ehe dieses ersetzt wird. Die Matratze hat nicht selten sogar rund 14 Jahre auf dem Buckel, was natürlich viel zu lange ist. Sie sollte nach sieben bis zehn Jahren ausgetauscht werden, denn nach dieser Zeit kommt sie zum einen hygienisch an ihre Grenzen, zum anderen lassen die stützenden und entlastenden Eigenschaften nach. Das Bettgestell selbst braucht natürlich erst dann ausgetauscht zu werden, wenn es Ihnen nicht mehr gefällt oder wenn Sie die Wohnung wechseln und es nicht mitnehmen möchten. Ein gutes Bett wird durch den Lattenrost und die Matratze ausgemacht, nicht durch das eigentliche Gestell.

Tipp: Planen Sie das Probeliegen am Vormittag ein, wenn Sie noch fit und ausgeruht sind. Testen Sie eine Matratze am Abend, wenn Sie müde und abgespannt sind, finden Sie mit Sicherheit fast jedes Modell bequem und zum Schlafen ideal.

Wichtig: Wer gut schlafen möchte, braucht Platz, daher sollte das Bett immer ausreichend groß sein. (#02)

Wichtig: Wer gut schlafen möchte, braucht Platz, daher sollte das Bett immer ausreichend groß sein. (#02)

Das Schlafzimmer mit einem perfekten Bett ausstatten

Ehe Sie sich an den Bettenkauf machen, sollten Sie erst einmal wissen, wie groß das Schlafzimmer überhaupt ist. Wo soll das Möbelstück stehen und wird es dort Platz haben? Wichtig: Wer gut schlafen möchte, braucht Platz, daher sollte das Bett immer ausreichend groß sein. Wer allein schläft, liegt am besten auf einer Matratze mit mindestens 100 x 200 cm, Paare sollten wenigstens 180 x 200 cm zur Verfügung haben. Schmalere Matratzen sind auf den ersten Blick noch ausreichend, im Alltag hingegen zeigt sich, dass es sich mit der räumlichen Einschränkung nicht gut schläft.

Doch es kommt nicht nur auf die Liegefläche an, denn auch die Höhe des Bettrahmens ist wichtig. Um sich leicht hinlegen und wieder einfach aufstehen zu können, ist eine Rahmenhöhe von 50 bis 60 cm ideal. Der Einwand, dass so manches Futonbett niedriger ist, mag richtig sein. Aber wer schon einmal krank war oder schon älter ist, wird ein höheres Bett zu schätzen wissen!

Tipp: Stellen Sie das Bett am besten an einer Wand auf, denn viele Menschen schlafen schlecht, wenn ihr Bett frei im Raum steht. Wer sich haltlos fühlt, kann nicht gut schlafen.

Der Bettrahmen hat zwar für das bequeme Liegen nur eine untergeordnete Bedeutung, sollte aber dennoch mit Bedacht ausgewählt werden. Denn wer sich widerwillig in sein „hässliches“ Bett legt, nur weil es ein Schnäppchen war, wird nicht gut schlafen. (#03)

Der Bettrahmen hat zwar für das bequeme Liegen nur eine untergeordnete Bedeutung, sollte aber dennoch mit Bedacht ausgewählt werden. Denn wer sich widerwillig in sein „hässliches“ Bett legt, nur weil es ein Schnäppchen war, wird nicht gut schlafen. (#03)

Der ideale Bettrahmen

Der Bettrahmen hat zwar für das bequeme Liegen nur eine untergeordnete Bedeutung, sollte aber dennoch mit Bedacht ausgewählt werden. Denn wer sich widerwillig in sein „hässliches“ Bett legt, nur weil es ein Schnäppchen war, wird nicht gut schlafen.
Sie sollten wissen, ob Sie ein Kopfteil haben wollen oder nicht, ob das Bett aus Metall oder Holz sein soll, ob es eher klassisch oder jung-modern wirken darf. Für eine ausreichende Stabilität ist es aber wichtig, dass der Rahmen mindestens 25 mm stark ist, bei dünneren Modellen besteht Bruchgefahr.

Denken Sie nach dem Aufbauen daran, die Verbindungsschläge nachzuziehen, damit das Grundgerüst nicht wackelt oder quietscht. Hat es sich einmal verzogen, lässt es sich kaum wieder richten. Prüfen Sie vor allem bei einem Doppelbett auch, ob hier eine Mittelstrebe vorhanden ist, die zur Entlastung beiträgt. Sie verhindert, dass die Matratze nach unten durchhängen kann.

Tipp: Schauen Sie sich die Fotos und Beschreibungen beim Onlinekauf gut an und ziehen Sie nicht die beste Kleidung an, wenn Sie zum Bettenkauf in ein Ladengeschäft gehen. So können Sie zur Not selbst unter das Bett Ihrer Wahl kriechen und es von unten auf seine Stabilität hin überprüfen.

Lattenrost oder Matratze wählen?

Auch wenn scheinbar immer alles auf die Matratze hinausläuft – weitaus wichtiger für einen gesunden und erholsamen Schlaf ist der Lattenrost. An diesem sollten Sie nicht sparen und darauf achten, dass sich die Härtegrade individuell einstellen lassen. Teilweise werden höhenverstellbare Modelle angeboten, diese sind vor allem dann optimal, wenn mehrere Personen unterschiedlichen Körperbaus in einem Bett schlafen.

Tipp: Den Lattenrost kaufen Sie am besten im Fachgeschäft. Ein Schlafberater kann dort Ihre Wirbelsäule im Auge behalten, während Sie Ihre typische Schlafposition einnehmen. So lässt sich der richtige Lattenrost leichter finden und Sie können auch gleich die passende Matratze auswählen.

Video: Trend in deutschen Schlafzimmern: Boxspringbetten | Galileo Lunch Break

Moderne Boxspringbetten: Das Nonplusultra?

Derzeit werden wie kaum zuvor die Betten im amerikanischen Stil angepriesen. Sogenannte Boxspringbetten versprechen einen guten Schlaf, ein bequemes Liegen und einfach ein tolles Gefühl beim Schlafen. Der Trend kommt aus Großbritannien und den USA und setzt darauf, dass mehrere Liegeelemente miteinander kombiniert werden. Einen Lattenrost suchen Sie im Boxspringbett vergeblich. Stattdessen gibt es die Unterbox, die Matratze und den Topper, eine weiche Auflage, die auch gern aus Memory Foam besteht. Als Unterbau wird ein stabiler Kasten aus Holz gewählt, dieser besitzt einen Federkern.

Darauf liegt die – ebenfalls mit Federkern ausgestattete – Matratze. Der Körper soll eine punktgenaue Stütze erfahren, was einen hervorragenden Liegekomfort verspricht. Haben Sie aber bereits Rückenschmerzen, sollten Sie eher auf einen einstellbaren Federholzrahmen setzen, der ergonomisch angepasst werden kann. Außerdem ist eine Mehrzonen-Kaltschaummatratze die bessere Wahl. Mit beiden Varianten können Sie die Stützfunktion so einstellen, wie Sie sie für den Körper brauchen.

Tipp: Das Boxspringbett braucht Platz, denn zum einen hat es selbst große Ausmaße, zum anderen möchte es im Raum wirken können. Vermessen Sie Ihr Schlafzimmer vor dem Kauf genau, ansonsten hat vielleicht am Ende nur noch das Bett Platz und der Schlafzimmerschrank sowie das Nachttischchen müssen ausziehen. Bedenken Sie dabei auch, dass Boxspringbetten sehr teuer sein können: Gute Modelle sind im Sale schon ab rund 300 Euro erhältlich. (auch gesehen bei https://www.xxxlshop.de/boxspringbetten-C3C3C5)

 

Die Welt der Kopfkissen ist ebenso groß wie die der Matratzen. Als Faustregel gilt erst einmal, dass Sie das Kopfkissen alle vier Jahre ersetzen sollten, dann ist es durchgelegen und stützt den Kopf nicht mehr. (#04)

Die Welt der Kopfkissen ist ebenso groß wie die der Matratzen. Als Faustregel gilt erst einmal, dass Sie das Kopfkissen alle vier Jahre ersetzen sollten, dann ist es durchgelegen und stützt den Kopf nicht mehr. (#04)

Ein neues Kissen muss her

Die Welt der Kopfkissen ist ebenso groß wie die der Matratzen. Als Faustregel gilt erst einmal, dass Sie das Kopfkissen alle vier Jahre ersetzen sollten, dann ist es durchgelegen und stützt den Kopf nicht mehr. Gehen Sie davon aus, dass ein Neukauf spätestens dann fällig wird, wenn Sie langsam immer tiefer einsinken. Eine Stützfunktion ist hier nicht mehr vorhanden!

Kaufen Sie ein Kissen für Ihre Lieblingsschlaflage – es gibt spezielle Kissen für Seiten-, Bauch- und Rückenschläfer. Diese bewirken, dass Ihre Schultern immer noch auf der Matratze zu liegen kommen und nicht ebenfalls auf dem Kissen ruhen. Das Kissen soll den Kopf aber nur stützen und keinesfalls knicken! Der Nacken sollte gerade liegen, ein Kissen, welches Ihren Kopf dauerhaft in die Höhe drückt, ist nicht gesund.

Tipp: Wählen Sie ein Kissen mit Memory Foam, wenn Sie eine eher feste Unterlage wünschen, die sich aber direkt Ihrem Kopf anpasst und sich jederzeit wieder zurückformt. Weiche Kissen aus Kunstfaserkügelchen oder Daunen bewirken meist nur eine unzureichende Stütze.

Dieser Tipp dürfte all denen das schlechte Gewissen austreiben, die morgens vor lauter Hektik keine Zeit mehr haben, das Bett zu machen. (#05)

Dieser Tipp dürfte all denen das schlechte Gewissen austreiben, die morgens vor lauter Hektik keine Zeit mehr haben, das Bett zu machen. (#05)

Machen Sie das Bett nicht!

Dieser Tipp dürfte all denen das schlechte Gewissen austreiben, die morgens vor lauter Hektik keine Zeit mehr haben, das Bett zu machen. Schon als Kinder haben wir zwar gelernt, dass ein Bett ordentlich sein muss – doch die Forscher haben nun bewiesen, dass das nicht sinnvoll ist. Denn nachts gibt jeder Mensch rund einen halben Liter Schweiß ab, im Sommer können es sogar bis zu zwei Liter sein. Eine nicht ganz angenehme Vorstellung, denn das meiste davon landet im Bettzeug sowie in der Matratze. Wie soll das in den zehn Minuten des morgendlichen Lüftens austrocknen?

Besser ist es daher, das Bett ungemacht liegen zu lassen. Schlagen Sie die Bettdecke zurück und geben Sie dem Bett tagsüber Zeit, sich zu erholen und für die nächste Nacht bereit zu sein. Schließlich ist das Schlafzimmer ohnehin der bestgehütete Raum in jeder Wohnung – welcher Besucher sollte da also schon über ein ungemachtes Bett die Nase rümpfen können?


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Photographee.eu  -#01: Photographee.eu -#02:  PlusONE-#03: Photographee.eu  -#04: sheff-#05: Jon Naustdalslid



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About Author

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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