Tapeten entfernen leicht gemacht: So bereiten Sie die Wände für das Tapezieren vor

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Wenn Sie die Wände in Ihrem Zuhause neu gestalten möchten, können Sie sie einfach neu tapezieren. Dafür müssen Sie jedoch zunächst die alten Tapeten entfernen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Tapeten entfernen: Wichtige Vorbereitungsmaßnahme für die Renovierung

Mit ansprechenden Tapeten gestalten Sie Ihre Wohnung, wie es Ihnen gefällt. Die Papierbahnen sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Auch die Vielfalt an unterschiedlichen Mustern ist beeindruckend. Darüber hinaus gibt es Tapeten mit unterschiedlichem Oberflächenprofil und aus verschiedenen Materialien.

Bei einigen Modellen ist es sogar möglich, sie nach dem Anbringen an der Wand zu streichen. Das ermöglicht eine ganz individuelle Gestaltung. Für welche Alternative Sie sich auch entscheiden mögen – mit Tapeten setzen Sie Ihre persönlichen Designvorstellungen in den eigenen vier Wänden um.

Allerdings machen sich auf den Papierbahnen nach einigen Jahren die Spuren der Zeit bemerkbar. Dann wirken sie nicht mehr sehr ansprechend. Außerdem möchten viele Menschen nach einiger Zeit einfach ihre Wohnräume neu gestalten – indem sie im wahrsten Sinne des Wortes einen Tapetenwechsel durchführen.

Dazu müssen Sie jedoch zunächst die bisherigen Tapeten entfernen. Es ist nicht möglich, die neuen Bahnen einfach über den alten anzubringen. Diese Aufgabe kann sehr mühsam sein, wenn Sie dabei falsch vorgehen. Daher erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie schnell und einfach die alten Tapeten entfernen – ganz ohne Rückstände.

Video: abartige Tapeten ohne Frust ganz einfach ablösen

Trockene Tapetenbahnen abziehen: Die einfachste Alternative

Wenn Sie die alten Tapeten entfernen möchten, kommen dafür unterschiedliche Methoden zum Einsatz. Welche davon die richtige ist, hängt davon ab, wie fest die Papierbahnen auf dem Untergrund haften. In manchen Fällen haftet der Kleister nicht besonders fest oder hat im Laufe der Jahre seine Klebekraft verloren. Darüber hinaus gibt es spezielle Tapetenbahnen, die über eine Beschichtung verfügen, die eine spätere Renovierung erleichtern soll. In diesen Fällen können Sie die einfachste Methode anwenden: Die Tapetenbahnen einfach trocken von der Wand abziehen.

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, müssen Sie selbstverständlich zunächst die Sockelleisten entfernen, die über der Tapete angebracht sind. Das gilt übrigens auch für alle anderen Methoden. Danach können Sie mit einem Spachtel an den Ecken oder am Übergang zwischen zwei Bahnen ansetzen. So heben Sie das Papier etwas vom Untergrund ab und können dann einfach daran ziehen. Jetzt erkennen Sie sofort, ob sich diese Methode anwenden lässt. Wenn die Klebekraft nicht allzu hoch ist, lassen sich die Bahnen nun ganz einfach abziehen. Haftet der Kleister hingegen noch fest, reißt das Papier und es ist nicht möglich, größere Stücke zu entfernen.

Da diese Vorgehensweise besonders einfach ist, empfiehlt es sich immer, zunächst zu überprüfen, ob sich die Bahnen ablösen lassen, bevor Sie zu anderen Mitteln greifen. Häufig lässt sich die Tapete auf diese Weise auch nur in einigen Bereichen abziehen. In diesen Fällen bietet es sich an, zumindest an diesen Stellen die Papierbahnen trocken zu entfernen. Auf diese Weise fällt nur dort, wo sie sehr fest haften, zusätzlicher Arbeitsaufwand an.

Wenn Sie die alten Tapeten entfernen möchten, kommen dafür unterschiedliche Methoden zum Einsatz. (#01)

Wenn Sie die alten Tapeten entfernen möchten, kommen dafür unterschiedliche Methoden zum Einsatz. (#01)

Fest haftende Tapeten befeuchten

Wenn sich die Tapete nicht trocken von der Wand löst, können Sie zu einem bewährten Hausmittel greifen: Warmes Wasser mit Spülmittel. Mit einem Quast, einem großen Pinsel oder mit einem Schwamm bringen Sie die Mischung auf dem Papier an. Dabei können Sie die Flüssigkeit ruhig großzügig anbringen, damit das Papier gut durchfeuchtet wird. Nach wenigen Minuten sollten Sie dann überprüfen, ob die Tapete ausreichend durchweicht ist. Das erkennen Sie daran, dass sie sich dunkel verfärbt. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, müssen Sie die Anwendung wiederholen.

Wenn sich trotz mehrmaligem Befeuchten das Papier nicht löst, müssen Sie es perforieren. Wie das geht, ist im weiteren Verlauf des Artikels nachzulesen. Wenn die Tapete gut eingeweicht ist, lässt sie sich in der Regel ganz einfach vom Untergrund ablösen. Auch hierbei ist es wieder empfehlenswert, einen Spachtel zu verwenden. Setzen Sie ihn an den Ecken an und versuchen Sie, wenn möglich die ganze Bahn abzuziehen. Wenn Sie in der Mitte der Bahnen ansetzen, entfernen Sie nur kleinere Stücke, wodurch der Arbeitsaufwand erheblich ansteigt.

Sollten sich die Bahnen jedoch nicht am Stück abziehen lassen, bleibt keine andere Alternative. In diesem Fall müssen Sie alle Bereiche mit dem Spachtel bearbeiten. Je breiter dieser ist, desto großflächiger können Sie das Papier ablösen. Das beschleunigt die Arbeit erheblich.

Tapeten entfernen leicht gemacht: Mit Tapetenlöser

Im vorherigen Abschnitt wurde ein bewährtes Hausmittel vorgestellt: Warmes Wasser mit Spülmittel. Im Baumarkt können Sie jedoch eine Alternative dazu erwerben: Tapetenlöser. Die Meinungen sind dabei jedoch gespalten. Manche Heimwerker schwören auf die stärkere Wirksamkeit dieses Mittels. Andere sind hingegen der Auffassung, dass dabei kein verbesserter Ablöseeffekt festzustellen ist.

Wenn Sie sich den Gang in den Baumarkt und die zusätzlichen Ausgaben für dieses Produkt (die freilich nicht allzu hoch sind) sparen möchten, können Sie es einmal mit Wasser und Spülmittel probieren. Wenn Sie damit keine ausreichende Wirkung erzielen oder wenn Sie von Anfang an auf der sicheren Seite stehen wollen, empfiehlt sich die Verwendung eines Tapetenlösers. Diesen müssen Sie in der Regel mit viel Wasser verdünnen.

Eine genaue Anweisung mit dem notwendigen Verdünnungsverhältnis finden Sie auf der Verpackung des entsprechenden Produkts. Der Arbeitsablauf ist daraufhin genau gleich wie im vorherigen Abschnitt beschrieben.

Wenn Sie sich den Gang in den Baumarkt und die zusätzlichen Ausgaben für dieses Produkt (die freilich nicht allzu hoch sind) sparen möchten, können Sie es einmal mit Wasser und Spülmittel probieren. (#02)

Wenn Sie sich den Gang in den Baumarkt und die zusätzlichen Ausgaben für dieses Produkt (die freilich nicht allzu hoch sind) sparen möchten, können Sie es einmal mit Wasser und Spülmittel probieren. (#02)

Dicke oder wasserfeste Tapeten mit Nagelrolle vorbereiten

Manchmal löst sich die Tapete einfach nicht von ihrem Untergrund – selbst wenn Sie den Tapetenlöser bereits mehrfach aufgetragen haben. Der Grund dafür besteht häufig darin, dass die Feuchtigkeit nicht bis zur Kleisterschicht vordringen kann. Das ist häufig der Fall, wenn Sie besonders dicke Papierbahnen angebracht haben. Darüber hinaus gibt es Modelle mit einer Beschichtung aus Latex, Kunststoff oder Textilgewebe. Diese hält das Wasser ab.

In diesen Fällen müssen Sie die Tapete zunächst vorbehandeln. Dafür kommt ein Gerät zum Einsatz, das unter vielen verschiedenen Namen bekannt ist – beispielsweise Nagelrolle, Stachelwalze, Tapetenigel oder Tapetenwolf. All diese Ausdrücke beschreiben ein Werkzeug, das aus einer kleinen Rolle mit spitzen Stacheln besteht. Diese müssen Sie einfach über die Tapetenbahnen rollen. Sie erzeugt viele kleine Löcher, durch die die Feuchtigkeit hindurchdringen kann.

Wichtig ist es, das Gerät nicht zu fest aufzudrücken, damit es den Untergrund nicht beschädigt. Für kleinere Bereiche können Sie auch feine Schlitze mit einem Teppichmesser anbringen, wenn Sie kein passendes Werkzeug zur Hand haben.

Tapeten entfernen mit einem Dampfreiniger

Eine weitere Alternative stellt es dar, einen Dampfreiniger oder einen speziellen Dampftapetenablöser zu verwenden. Der heiße Dampf zieht hervorragend in die Tapete ein und sorgt daher für eine gute Durchfeuchtung. Daher können Sie damit ganz einfach die alten Tapeten entfernen.

Außerdem müssen Sie dabei nicht mit einem Pinsel über die Wände streichen. Anstatt dessen halten Sie die Dampfdüse einfach mit geringem Abstand an die entsprechenden Stellen. Das erleichtert die Arbeit erheblich. Sollten Sie selbst keinen Dampfreiniger besitzen, ist es nicht gleich notwendig, diesen selbst zu kaufen. Die meisten Baumärkte bieten diesen auch als Leihgerät an.

Video: Grundieren von Decken und Wänden#2

Die Wand für das Tapezieren vorbereiten

Bevor Sie eine neue Tapete anbringen können, ist es notwendig, die Wand vorzubereiten. Dazu müssen Sie genau kontrollieren, ob Sie wirklich alle Rückstände sorgfältig entfernt haben. Ist dies nicht der Fall, bilden sich unschöne Ausbuchtungen in der neuen Tapete. Entfernen Sie daher sorgfältig alle Rückstände mit einem Spachtel. Staub und Schmutz beseitigen Sie mit einer Bürste. Sollte sich ein Fleck auf dem Untergrund befinden, ist es sinnvoll, diesen mit einem Fleckendecker abzudecken. Das verhindert, dass sich beim Tapezieren die Verfärbung in der neuen Tapete absetzt.

Sollten Risse oder Löcher vorhanden sein, müssen Sie diese mit Spachtelmasse ausbessern. Nachdem diese getrocknet ist, schleifen Sie den Bereich ab und sorgen so für eine ebene Oberfläche. Wenn der Putz sehr sandig oder porös ist, empfiehlt es sich, die Wand mit einem Tiefengrund zu streichen. Das sorgt für einen besseren Halt.

Sie können auch schon für die nächste Renovierung der Wohnung vorsorgen: Es gibt spezielle Grundierungen, die es später ganz einfach machen, die Papierbahnen abzulösen. Das ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn der Untergrund aus Gipskartonplatten besteht. Dabei laufen Sie Gefahr, die Kartonschicht zu beschädigen, wenn Sie die Tapeten entfernen und diese sehr fest haften sollten.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Soloviova Liudmyla -#01:  Pavel L Photo and Video-#02: _ alicja neumile

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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