Wand streichen: Wände richtig streichen leichtgemacht

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Alle Wände weiß streichen? Wie langweilig! Nicht wenige Mieter oder Käufer sehen ihre erste Handlung nach Bezug des neuen Wohnraums darin, die Wände mit Farbe zu gestalten. Dabei sind unterschiedliche Kombinationen möglich, die für sich verschieden wirken und je nach Nutzung des betreffenden Zimmers gestaltet werden können. Finden Sie im Folgenden einige Tipps, wie Sie jeder Wand den perfekten Anstrich verpassen.

Wände ohne Tapeten streichen

Tapeten sind keine zwingende Voraussetzung für das Streichen der Wände – die althergebrachten Raufasertapeten haben längst ausgedient. Modern ist derzeit das Aufbringen von Malervlies, das zwar glatt und ohne jegliche Struktur ist, dafür aber mehrere Farbanstriche mitmacht.

Wenn keine Tapeten vorhanden sind, sollten Sie den Untergrund prüfen. Alte Farben werden entfernt oder müssen noch bombenfest sein. Zur Überprüfung der Festigkeit kleben Sie einfach etwas Klebeband auf die Wand und ziehen Sie dieses ruckartig wieder ab. Bleiben Teile der Wandfarbe am Klebeband hängen, muss die Fläche abgewaschen und mit Tiefengrund behandelt werden. Tiefengrund ist im Malerbedarf und auf dieser Seite erhältlich, wo es übrigens auch die weitere nötige Ausstattung zum Streichen, Malern, Tapezieren, Dekorieren usw. gibt. Mit diesem Mittel wird verhindert, dass einzelne Stellen der Wand mehr Farbe aufnehmen und damit dunkler werden.

Wichtig: Gerade alte Kalkfarbe ist schwierig, denn sie kann nicht mit Dispersionsfarbe überstrichen werden. Sie muss mithilfe einer Wurzelbürste abgewaschen werden. Danach folgt wieder die Behandlung der Oberfläche mit Tiefengrund.

Wand streichen: mit verschiedenen Farben und Flächen arbeiten. (#1)

Wand streichen: mit verschiedenen Farben und Flächen arbeiten. (#1)

Life-Hacks zur Wandgestaltung

Was bei der Wandgestaltung immer im Auge behalten werden sollte, ist der Gesamteindruck. Wie soll das Zimmer am Ende inklusive Einrichtung und Dekoration wirken? Um dem Raum einen persönlichen Touch zu verleihen, sollten die Wände auch mit privaten Fotos und Bildern ausgestattet werden. Passend zum gewählten Untergrund bietet sich dann am Schluss ein tolles Bild.

Bildanbringung ohne Bohren: Die Bilderkralle

Ein Trick, um auch noch das nervige Durchlöchern der liebevoll ausgewählten Tapete zu vermeiden, eignet sich die Bilderkralle:

Ohne Hammer und Nagel: Die Magnetkralle

Ebenfalls löcherfrei kommt die Magnetkralle aus. Sie funktioniert mit einem cleveren Neodym-Magneten und macht die Wandgestaltung perfekt:

Wände streichen: Der Tapete einen neuen Anstrich verpassen

Die meisten Tapeten lassen sich gut überstreichen. Allerdings sind Foto- und Strukturtapeten eine echte Herausforderung für jeden Hobbymaler. Hier ist es am besten, die alte Wandverkleidung zu entfernen, was übrigens auch dann gilt, wenn die Tapete an einigen Stellen beschädigt ist. Sie würde die Farben ungleichmäßig aufnehmen. Zum Ablösen der alten Tapete ist ein Dampf-Tapetenlöser eine gute Wahl, wobei diese Geräte sogar im Baumarkt ausgeliehen werden können. Besser, Sie leihen das Zubehör, als dass Sie wenig professionelles Zubehör kaufen – dieses taugt meist nicht wirklich, wenn Sie schöne Ergebnisse erzielen wollen.

Strukturwirkung und schönes Wohnen: Farbliche Details kann man ganz simpel schon beim Streichen der Wand in Szene setzen. (#2)

Strukturwirkung und schönes Wohnen: Farbliche Details kann man ganz simpel schon beim Streichen der Wand in Szene setzen. (#2)

Farben an die Wand bringen: Auf nassem Untergrund richtig streichen

Wenn Ihre Wände eher dunkle Farben bekommen sollen, müssen Sie diese besonders gut umrühren. Nutzen Sie dafür am besten einen Rührstab aus Holz oder schließen Sie den Rührquirl an die Bohrmaschine an. So lassen sich gleichmäßige Ergebnisse erzielen, weil die Farbpigmente nicht mehr am Boden des Farbeimers kleben.

Nun stellt sich die Frage: Mit dem Pinsel oder mit der Walze streichen? Wer schöner wohnen möchte, sollte für das Streichen mit dunkler Wandfarbe eine Rollwalze einsetzen. Diese muss über einen langen und weichen Flor verfügen und ausreichend Farbe aufnehmen können. Streichen Sie an der Wand immer „Nass-in-Nass“, das heißt, Sie streichen mit dem neuen Anstrich immer in die noch nicht getrocknete Farbe des vorigen Strichs hinein. Mit einem Pinsel wäre ein weniger gleichmäßiger Anstrich das Ergebnis. Wichtig: Streichen Sie eine Wand immer fertig, ohne dass Sie dabei eine Pause machen.

Noch ein Wort zu Pinsel oder Farbrolle: Ob Sie auf den Pinsel oder die Rolle setzen, hängt auch von der Wand selbst ab. Mit dem Pinsel lassen sich Ecken gut streichen, Farbroller schaffen im Nu große Flächen. Wenn Sie dekorierend tätig sein wollen und feine Striche benötigen, müssen Sie natürlich ebenfalls den Pinsel einsetzen. Auch die Decke streichen Sie am besten mit der Rolle, für die Sie eine Teleskopstange nutzen können.

Achten Sie darauf, nicht zu viel Farbe am Pinsel zu haben und streichen Sie auch eine Rolle immer auf dem Abstreifgitter ab. Ansonsten können Farbtropfen das Resultat sein.

Gemeinsam für schönes Wohnen: zusammen Malern macht Spaß! Und die Wand ist früher fertig gestrichen…

Gemeinsam für schönes Wohnen: zusammen Malern macht Spaß! Und die Wand ist früher fertig gestrichen…

Schöner wohnen: Doppelt die Wände streichen?

Um schöner wohnen zu können, ist vor allem bei der Verwendung von dunklen Farben ein zweiter Anstrich nötig. Wichtig ist aber, dass die vorige Farbschicht immer erst gut durchtrocknen kann, denn eventuelle Flecken sind bei noch feuchter Farbe kaum erkennbar. Ist Weiß die Farbe Ihrer Wahl, sollten Sie jedoch auf das zweite Streichen verzichten. Egal, ob Decke oder Wand: Weiß sieht nach dem einmaligen Auftragen am besten aus. Ansonsten bilden sich leicht Farbschlieren und eine zu grobe Struktur.

Apropos malern mit Weiß: Wenn Sie richtig streichen wollen, müssen Sie diesbezüglich einige Dinge beachten, schließlich wollen Sie lange schön wohnen. Berechnen Sie vor dem Wände Streichen erst einmal den Farbbedarf durch eine Berechnung der Fläche von Wand oder Decke. Der Verbrauch der Farbe pro Quadratmeter ist auf dem Eimer (unter anderem von Alpina) angegeben. Bedenken Sie bei der Berechnung, dass Decken und Wände nur schön werden, wenn ausreichend weiße Farbe aufgetragen wird – kaufen Sie daher lieber etwas mehr als zu wenig. Auch die Deckkraft sollten Sie berücksichtigen – Alpina und andere Markenhersteller haben sehr gute Produkte im Angebot.

Wichtig: Wenn Sie die Wände weiß anmalen wollen, muss der Untergrund besonders sorgfältig vorbereitet werden. Alte Dübel und Anstriche müssen entfernt werden, Unebenheiten sollten ausgeglichen werden. Bevor Sie die Wand streichen, decken Sie die Möbel ab und kleben Sie Leisten, Rahmen und Lichtschalter ab. Denken Sie daran, die Heizung auszustellen, denn bei zu viel Wärme trocknet die Farbe sehr schnell und es können sich Streifen bilden. Von schöner wohnen kann dann keine Rede mehr sein.

Malen Sie mit weißen Farben zuerst die Ecken und Kanten an, denn hier kommen Sie mit der Farbrolle nicht heran. Diese vorgestrichenen Bereiche dürfen aber noch nicht trocken sein, wenn Sie die übrigen Wand streichen möchten. Ansonsten entstehen zu leicht Absätze. Wichtig: Feuchten Sie die Farbrolle an, ehe sie in Alpina und Co. tauchen darf, das bewirkt einen besonders gleichmäßigen Farbauftrag und das Ergebnis: Schöner wohnen!

Es müssen nicht immer weiße Wände sein, auch graue Töne sehen edel aus. (#4)

Es müssen nicht immer weiße Wände sein, auch graue Töne sehen edel aus. (#4)

Wand streichen leicht gemacht: Richtig streichen mit dem Licht

Wenn Sie Wände und Decken malern, brauchen Sie das nötige Zubehör. Außerdem ist viel Licht nötig! Nutzen Sie daher den Lichteinfall und beginnen Sie mit Ihren Streicharbeiten am Fenster. Wie auch „Schöner Wohnen“ empfiehlt, sollte ein Baustrahler zum Einsatz kommen, wenn Sie nicht tagsüber mit der Wandfarbe arbeiten können. Sie leuchten damit die Wand gleichmäßig aus und eventuelle Unebenheiten und farbliche Unterschiede zeigen sich direkt. Tipp: Laut „Schöner Wohnen“ ist es ratsam, die Wandfarbe mit „M-“ oder „W-Bewegungen“ aufzutragen, dann wird sie gleichmäßiger. Danach erfolgt der zweite Strich in horizontaler Richtung.

Verschiedene Farben wirken an der Wand je nach Lichteinfall anders. Das sollte man vor dem Streichen der Wand bedenken. (#5)

Verschiedene Farben wirken an der Wand je nach Lichteinfall anders. Das sollte man vor dem Streichen der Wand bedenken. (#5)

Mit Klebeband arbeiten

Zum sauberen Abkleben der Streifen an der Wand gehört auch das exakte Vermessen der Streifenbreite. Das Auge sieht auf den Millimeter genau, ob Sie die Streifen exakt auf die Wand gemalert haben. (#7)

Zum sauberen Abkleben der Streifen an der Wand gehört auch das exakte Vermessen der Streifenbreite. Das Auge sieht auf den Millimeter genau, ob Sie die Streifen exakt auf die Wand gemalert haben. (#7)

Eine dunkle Farbe wird meist nur auf eine Wand gebracht, ansonsten wird das Wohnen eher erdrückend. An den Seiten und an der Decke kann auch an dieser einen Wand ein weißer Streifen bleiben, der damit erzeugt wird, dass hier ganz exakt Klebeband – „Malerkrepp“ – angebracht wird. Das Band wird dann zuerst mit weißer Farbe überstrichen, damit die dunkle Wandfarbe nicht darunter gelangen kann. Danach erfolgt das Anstreichen mit dunklen Farben.

Wichtig: Ziehen Sie das Klebeband ab, ehe die Wandfarbe völlig getrocknet ist, so erhalten Sie eine besonders scharfe Kante.

Bunte Farben für die Wände selbst anmischen?

Ein Streifen-Muster stellt an der Wand schon eine kleine Herausforderung dar - es sei denn, man klebt die Streifen sauber mit Klebeband ab. (#6)

Ein Streifen-Muster stellt an der Wand schon eine kleine Herausforderung dar – es sei denn, man klebt die Streifen sauber mit Klebeband ab. (#6)

Wenn Sie mit Alpina und anderen weißen Farben arbeiten, stellt sich die Frage nach der richtigen Mischung gar nicht erst. Bunte Farben aber könnten doch selbst angemischt werden – oder? Besser ist es jedoch, diese Farben fertig angemischt im Handel zu kaufen, denn das Arbeiten mit Abtönfarben will gelernt sein. Lassen Sie sich gleich so viel mischen, wie Sie brauchen, denn selbst unter Verwendung des gleichen Farbtons können Unterschiede auftreten.

Alpina und andere Hersteller bieten wunderbare Farbtöne und unterschiedliche Nuancen, sodass Sie jedes Zimmer anders gestalten können. Wie Sie wohnen möchten, entscheiden Sie daher ganz nach Belieben und nicht eingeschränkt durch farbliche Vorgaben, die durch die Hersteller gemacht werden.

Fazit: Die Rauhfasertapete hat längst ausgedient und es muss auch nicht immer weiß sein, wenn man seine Wand streichen will. Dennoch gilt es ein paar Tipps zu beherzigen, bevor man sich zu einer individuellen Wandgestaltung entschließt. Gerade wer sich zu dunklen Farben entschließt, sollte immer an den zweiten Anstrich denken. Und nur mit einer guten Vorbereitung wird das Resultat wie gewünscht, egal welche Farbe man im Endeffekt verwendet. Die Deckkraft ist beispielsweise wichtig und auch der Untergrund muss bearbeitetet werden.

Etwa in Form, dass frühere Anstriche oder alte Dübel entfernt werden müssen. Des Weiteren extrem wichtig beim Streichen: Viel Licht. Nur so ist gewährleistet, dass Unebenheiten oder leicht verschiedenfarbige Elemente erkannt werden. Da ist die eine Ecke hellgelb und der andere Bereich erscheint eher ockerfarben. Wenn jetzt gestrichen wird, ist es unabdingbar, dass dies bei hellen Lichtverhältnissen passiert. Denn das Endergebnis muss überzeugen, weil man sich den heimeligen Wohnbereich so schön wie möglich machen will.

Verzichten sollte man wie bereits erwähnt, auf das beliebte Mischen von Farben. Das Ergebnis sieht in den meisten Fällen nicht wirklich schön aus. Der Fachhandel hat auch längst auf den Wunsch zahlreicher Kunden reagiert und bietet in seinen Läden diverse sogenannte Farbrezepte an. Ein mattes Blau oder auch die Trendfarbe Macchiato sowie eine Menge anderer Varianten stehen hier zur Verfügung. Es macht Spaß, ein wenig in den Baumärkten oder via Internet zu stöbern und sich die eigenen vier Wände mit dieser neuen Farbe anzuschauen. Bei allem sollte man nie vergessen, dass ein neuer Anstrich irgendwo auch ein neues Lebensgefühl bietet. Ein „Schnellschuss“ bei der farblichen Gestaltung von Wohnzimmer & Co. sollte deshalb nicht erfolgen.


Bildnachweis: © Fotolia – #1 irashumejko, #2 XtravaganT, Titelbild + #3 Photographee.eu, #4 Wilm Ihlenfeld, #5 fischer-cg.de, #6 + #7 Mihalis A.

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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