Heizkosten: Kennen Sie Ihren Heizöl Verbrauch?

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Heizkosten machen den größten Anteil an den alljährlichen Nebenkostenrechnungen aus. Wenn es ums Sparen geht, schauen die meisten nur auf den Heizölpreis. Doch mindestens ebenso wichtig wie die Heizölpreisentwicklung ist der Heizöl Verbrauch.

Heizöl Verbrauch optimieren und Geld bei den Heizkosten sparen

Es ist ein bisschen wie beim Autofahren – die meisten achten vor allem auf den Benzinpreis, wenn sie tanken müssen. Insbesondere dann, wenn die Kosten für Treib- und Brennstoffe sehr hoch sind, stellt sich mancher jedoch die Frage, ob man nicht mehr tun kann als nur den günstigsten Benzin-, Diesel- oder Heizölpreis zu ermitteln.

Die Antwort liegt auf der Hand: Je weniger man verbraucht, umso günstiger wird es. Doch während man beim Auto den Verbrauch auf 100 Kilometer gut einschätzen kann, zucken bei der Frage zum Heizungsverbrauch die meisten mit den Schultern. Diese Stellschraube kann man jedoch aktiv beeinflussen – im Gegensatz zum Preis des Brennstoffs an sich. Gerade bei Heizöl lässt sich besonders viel durch eine Verbrauchsoptimierung einsparen. Insbesondere bei Einfamilienhäusern ist das Einsparpotenzial besonders groß, weil der Verbraucher hier die meisten Einflussmöglichkeiten hat.

Als Mieter in einem Mehrparteienhaus sind die Möglichkeiten geringer, doch generell kann man durch intelligentes Heizen den Bedarf an Heizöl generell senken. Darüber hinaus stellt sich natürlich immer die Frage, ob sich Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen lohnen. Um dies beurteilen zu können, benötigt man sehr genaue Daten zum Heizöl Verbrauch. Denn abhängig von der Höhe des Verbrauchs lohnen sich solche Investitionen natürlich nicht für jeden. Durch moderne Brennwerttechnik ist der durchschnittliche Jahresverbrauch zwar schon stark gesunken, doch in vielen Haushalten wird immer noch ein unverhältnismäßig hoher Heizöl Verbrauch erzeugt.

Heizöl Verbrauch in Petajoule (Deutschland, Durchschnittswerte)

  • 1991: 871
  • 2000: 777
  • 2005: 686
  • 2010: 559
  • 2015: 457

Hinweis: Statistische Abweichungen nach oben und unten sind natürlich auch durch die unterschiedlich ausgeprägten Kälteperioden (z. B. milde Winter) möglich.

Verschiedene Aspekte bestimmen den Bedarf an Brennstoff. Bei der Berechnung müssen diese entsprechend berücksichtigt werden.

Verschiedene Aspekte bestimmen den Bedarf an Brennstoff. Bei der Berechnung müssen diese entsprechend berücksichtigt werden. (#01)

Welche Faktoren beeinflussen den Heizöl Verbrauch?

Verschiedene Aspekte bestimmen den Bedarf an Brennstoff. Bei der Berechnung müssen diese entsprechend berücksichtigt werden. Allerdings reicht für die meisten Verbraucher ein Annäherungswert aus. Bei der durchschnittlichen Abnahmemenge eines normalen Haushalts fallen kleinere Abweichungen nicht gravierend ins Gewicht. Eine generelle Richtschnur in Sachen Verbrauch von Heizöl sollte aber dennoch vorhanden sein.

Für eine möglichst genaue Berechnung benötigt man die folgenden Angaben:

  • Wohnfläche (Quadratmeter)
  • Baujahr des Gebäudes
  • Baujahr der Heizung
  • Anzahl der im Haushalt lebenden Personen
  • Art des Gebäudes (z. B. Einfamilienhaus, Mehrparteienhaus etc.)
  • Dämmzustand von Gebäude und Heizungsanlage
  • Heizverhalten

Die meisten dieser Faktoren sind selbsterklärend. Warum der Dämmzustand jedoch eine große Rolle spielt, möchten wir kurz näher beleuchten. Moderne Gebäude verfügen in der Regel über eine deutlich bessere Wärmedämmung als Altbauten. Die physikalischen Grundlagen hierfür sind einfach zu verstehen: Je besser ein Haus gedämmt ist, desto weniger Wärme verliert es über sogenannte Kältebrücken nach außen.

Typische Einfallstore für Kältebrücken sind:

  • nicht ausgebaute und schlecht gedämmte Dachböden
  • ungeheizte Zimmer, deren an geheizte Räume angrenzende Wände stark auskühlen
  • schlecht gedämmte Türen und Fenster
  • nicht ausreichend gedämmte Heizungsrohre
Energieberater, die generell über Möglichkeiten zur energetischen Sanierung und zur Energieeinsparung im Haushalt informieren, können auf Wunsch mittels Wärmebildkamera Kältebrücken aufspüren und Optionen aufzeigen, wie das Problem am besten behoben werden kann (und ob sich das finanziell lohnt).

Energieberater, die generell über Möglichkeiten zur energetischen Sanierung und zur Energieeinsparung im Haushalt informieren, können auf Wunsch mittels Wärmebildkamera Kältebrücken aufspüren und Optionen aufzeigen, wie das Problem am besten behoben werden kann (und ob sich das finanziell lohnt).(#02)

Wärmeverluste treiben den Heizöl Verbrauch unbemerkt nach oben

Solche Wärmeverluste können gravierend ausfallen, sind aber mit bloßem Auge häufig nicht zu erkennen. Energieberater, die generell über Möglichkeiten zur energetischen Sanierung und zur Energieeinsparung im Haushalt informieren, können auf Wunsch mittels Wärmebildkamera Kältebrücken aufspüren und Optionen aufzeigen, wie das Problem am besten behoben werden kann (und ob sich das finanziell lohnt).

Klar ist: Je besser die Dämmung eines Gebäudes (und somit die Wärmeverluste), desto niedriger der Brennstoffverbrauch.

Übrigens gilt das Prinzip auch im Sommer, etwa beim Einsatz von Klimaanlagen und Ventilatoren, denn Kältebrücken werden dann zu Wärmebrücken und erwärmen das Haus unnötig, wodurch der Energiebedarf zur Reduzierung der Raumtemperatur ebenfalls ansteigt. Eine gute Isolierung kommt dem Energieverbrauch also insgesamt zugute.

Generell kann man von folgenden Richtwerten für den Jahresverbrauch ausgehen:

  • Gebäude mit Baujahr vor 1977: beheizte Grundfläche (in Quadratmeter) mal 20 Liter Heizöl
  • Gebäude mit Baujahr vor 2002: beheizte Grundfläche mal 10 Liter
  • modernes Passivhaus: beheizte Grundfläche mal 1,5 – 2 Liter
  • Effizienzhaus nach KfW-Standard 70: beheizte Grundfläche mal 6 Liter

Je nach Heizgewohnheiten und anderen variablen Faktoren können diese Richtwerte natürlich nur einen sehr groben Überblick geben. Das liegt unter anderem daran, dass nicht alle Gebäude der jeweiligen Baujahre die gleiche Wärmedämmung besitzen und sich Bewohner in der Regel nicht nach einer bestimmten Norm verhalten. Abweichungen von bis zu 20 Prozent nach oben und unten sind keine Seltenheit. Wenn Sie es genauer wissen möchten, sollten Sie einen guten Heizkostenrechner verwenden, dessen Parameter sich genauer einstellen lassen, damit er präzisere Ergebnisse liefern kann.

Natürlich muss man auch im Winter regelmäßig lüften. Das ist insbesondere auch deshalb wichtig, um ein gesundes Wohnklima zu erhalten, denn Luftfeuchtigkeit spielt im Winter eine große Rolle bei der Entstehung von Schimmelschäden.

Natürlich muss man auch im Winter regelmäßig lüften. Das ist insbesondere auch deshalb wichtig, um ein gesundes Wohnklima zu erhalten, denn Luftfeuchtigkeit spielt im Winter eine große Rolle bei der Entstehung von Schimmelschäden.(#03)

So lüften und heizen Sie richtig, um den Heizöl Verbrauch zu senken

Vielleicht kennen Sie den Ausdruck „die Gasse aufheizen“? Davon spricht man, wenn die Heizung auf vollen Touren läuft, aber Türen und Fenster nicht verschlossen sind. Natürlich muss man auch im Winter regelmäßig lüften. Das ist insbesondere auch deshalb wichtig, um ein gesundes Wohnklima zu erhalten, denn Luftfeuchtigkeit spielt im Winter eine große Rolle bei der Entstehung von Schimmelschäden. Insbesondere in tiefer gelegenen Wohnräumen (z. B. Souterrain) sind die Außenwände deutlich kühler, so dass Schwitzwasser an den kalten Wänden kondensieren kann.

Viele Bewohner machen hier einen entscheidenden Fehler: In der Annahme, dass eine kontinuierliche Belüftung die Luftfeuchtigkeit in der Balance hält, werden Fenster dauerhaft gekippt. Doch das ist aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert. Zum einen ist der Luftaustausch (also das eigentliche Lüften) durch die schmalen Öffnungen behindert, zum anderen geht vor allem Wärme über diese künstliche Kältebrücke nach draußen verloren. Besser ist es, das sogenannte Stoßlüften durchzuführen: Öffnen Sie die Fenster ein- oder zweimal am Tag komplett für zehn bis zwanzig Minuten, um einen kompletten Luftaustausch sicherzustellen.

Am schnellsten funktioniert das, wenn Sie in der Wohnung bzw. im Haus für einen Durchzug (z. B. durch Öffnen gegenüberliegender Fenster und Türen) sorgen können. Auf diese Weise geht nur wenig von der eigentlichen Raumtemperatur verloren, die Luft wird hingegen ausreichend ausgetauscht. Das Stoßlüften ist ein wichtiges Element beim kontinuierlichen Energiesparen. Bei der Einstellung der Heizung sollten Sie eine möglichst gleichmäßige Raumtemperatur anstreben, die innerhalb des Wohlfühlbereichs liegt. Viele Räume sind völlig überheizt, während andere (selten benutzte) Zimmer manchmal gar nicht beheizt werden und die bereits erwähnten Kältebrücken nach draußen bilden.

Eine kontinuierliche Heizleistung senkt den Heizölbedarf im Vergleich zur punktuellen, starken Aufheizung in kurzer Zeit erheblich. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Heizkörper und Thermostate richtig funktionieren. Hängt ein Thermostat, ist die korrekte Temperaturregelung nicht möglich. Befindet sich Luft im Heizkörper, reduziert dies ebenfalls die Heizleistung.

Regelmäßiges Entlüften sollte also nicht erst dann stattfinden, wenn die Heizung merkwürdige Geräusche von sich gibt. Luftblasen behindern die Wärmeweiterleitung erheblich oder können sie sogar komplett blockieren. Achten Sie daher auch auf den korrekten Wasserstand im Heizsystem (dieser lässt sich im Heizungskeller prüfen und ggf. durch Nachfüllen regulieren).

Wenn Sie einen Energieberater fragen, wird der Ihnen nicht nur Empfehlungen zur Verbesserung der Dämmung oder zum richtigen Lüften geben, sondern unter Umständen auch Tipps zur Modernisierung Ihrer Heizungsanlage. Die moderne Brennwerttechnik kann dazu beitragen, den Brennstoffverbrauch weiter zu senken, denn die Energieverluste sind bei aktueller Technik sehr viel geringer als früher.

Wenn Sie einen Energieberater fragen, wird der Ihnen nicht nur Empfehlungen zur Verbesserung der Dämmung oder zum richtigen Lüften geben, sondern unter Umständen auch Tipps zur Modernisierung Ihrer Heizungsanlage. Die moderne Brennwerttechnik kann dazu beitragen, den Brennstoffverbrauch weiter zu senken, denn die Energieverluste sind bei aktueller Technik sehr viel geringer als früher. (#04)

Hohes Einsparpotenzial: Unabhängig von der Heizölpreisentwicklung

Wenn Sie einen Energieberater fragen, wird der Ihnen nicht nur Empfehlungen zur Verbesserung der Dämmung oder zum richtigen Lüften geben, sondern unter Umständen auch Tipps zur Modernisierung Ihrer Heizungsanlage. Die moderne Brennwerttechnik kann dazu beitragen, den Brennstoffverbrauch weiter zu senken, denn die Energieverluste sind bei aktueller Technik sehr viel geringer als früher.

Einsparpotenziale von bis zu 30 Prozent und mehr erleichtern die Entscheidung für solche Investitionen, da sie sich über den geringeren Heizöl Verbrauch relativ schnell amortisieren. Ohne eine eingehende Energieberatung sollte man aber nicht auf eigene Faust Modernisierungen einleiten, weil Falschberechnungen zu Fehlinvestitionen führen können.

Tipp: Viele Modernisierungsmaßnahmen zur energetischen Sanierung sind für eine KfW-Förderung qualifiziert. Hierfür gelten jedoch besondere Voraussetzungen und Vorgaben, die man unbedingt einhalten muss. Deshalb gilt: Vor Beginn einer Modernisierung unbedingt informieren und Anträge rechtzeitig vor Umsetzung der Maßnahmen stellen. Weitere Informationen gibt es bei der KfW.

Fazit: Der Heizöl Verbrauch lässt sich meist deutlich reduzieren

So gut wie jeder kann seinen Heizöl Verbrauch nachhaltig senken. Richtiges Lüften und Heizen sind die einfachsten Maßnahmen, die man auch als Mieter problemlos umsetzen kann. Darüber hinaus kann eine Energieberatung durch einen Experten Aufschluss über bauliche Optimierungsmöglichkeiten geben, etwa bei der Dämmung von Gebäuden und Heizungssystemen. Insbesondere die moderne Brennwerttechnik macht Ölheizungen sehr viel effizienter und somit kostensparender als früher.

Bevor man jedoch solche Maßnahmen ergreift, sollte man zuerst einmal den eigenen Heizöl Verbrauch kennen. Heizkostenrechner helfen dabei, die Werte möglichst genau zu ermitteln, denn pauschale Durchschnittswerte können im Einzelfall stark abweichen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _ Lisa S.-#01:_ Lisa S.-#02: Dario Sabljak  -#03: BLACKDAY -#04: Lisa S

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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