Richtig heizen: 5 Tipps um Heizkosten zu sparen

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Wenn man ein paar Tipps befolgt, kann man in der kalten Jahreszeit richtig heizen und damit die Kosten entscheidend reduzieren. Es reichen schon einfache Verhaltensänderungen aus, um der nächsten Heizkostenabrechnung den Schrecken zu nehmen.

Richtig heizen ist sehr effektiv

Knapp 70 Prozent des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts entfallen auf das Heizen. Auch wenn zunehmend mehr regenerative Energiequellen genutzt werden, ist Erdgas mit einem Anteil von 67 Prozent der mit Abstand wichtigste Energieträger. Das hat wiederum zur Folge, dass die Produktion von Heizwärme sehr stark zum gesamten CO2-Ausstoß beiträgt.

Sich die Frage zu stellen, wie man richtig heizen kann, ist also einerseits in finanzieller Hinsicht sehr interessant und leistet andererseits einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Es gibt einige sehr effiziente Möglichkeiten, durch Verhaltensänderungen oder kleinere Investitionen die Kosten für das Heizen erheblich zu reduzieren. Darüber hinaus sollten sich Verbraucher mindestens einmal im Jahr durch einen Vergleich von Tarifen informieren, ob ihr Versorger wirklich das günstigste Angebot bietet. Es ist möglich, durch den Anbieterwechsel mehrere hundert Euro Kosten pro Jahr zu sparen.

Ein paar Zahlen zum Thema Heizen:

  • 85 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf Heizen und Warmwasserbereitung
  • 47,2 Prozent der Haushalte kennen ihren Energieverbrauch nicht
  • 17,6 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Heizungen in Deutschland
  • 63 Prozent der Heizungsanlagen arbeiten nicht effizient
  • 10 Prozent Kostenersparnis ermöglichen moderne Thermostate
  • 15 Prozent weniger Energie verbraucht ein moderner Brennwertkessel
  • 21 Grad Celsius ist die optimale Temperatur im Wohnbereich
  • 17 Grad Celsius sind im Schlafzimmer perfekt

Auf dem Portal der Energieberatung der Verbraucherzentrale in Deutschland können sich Haushalte umfassend informieren.

Die Kontaktdaten der Verbraucherzentrale lauten:
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Team Energieberatung
Markgrafenstraße 66
10969 Berlin
Tel.: 030-25800-0
Fax: 030-25800-218
eteam@vzbv.de

Um den Effekt zu maximieren, ist es ausreichend, einige Gewohnheiten zu ändern und das Thema „Heizen“ bewusst anzugehen

Um den Effekt zu maximieren, ist es ausreichend, einige Gewohnheiten zu ändern und das Thema „Heizen“ bewusst anzugehen (#01)

Richtig heizen: Fünf Tipps

Um den Effekt zu maximieren, ist es ausreichend, einige Gewohnheiten zu ändern und das Thema „Heizen“ bewusst anzugehen. Folgende Tipps sorgen dafür, alle Potentiale zu nutzen:

  • 1. Raumtemperatur anpassen
  • 2. Stoßlüften
  • 3. Heizenergie maximal nutzen
  • 4. Wärmebrücken schließen
  • 5. Heizungsanlage regelmäßig warten
Wer sich mit dem Thema „richtig heizen“ beschäftigt, wird feststellen, dass ein wichtiger Aspekt das bewusste Heizen ist. Zunächst sollte man hinterfragen, ob die eingestellte Temperatur nicht zu hoch ist.

Wer sich mit dem Thema „richtig heizen“ beschäftigt, wird feststellen, dass ein wichtiger Aspekt das bewusste Heizen ist. Zunächst sollte man hinterfragen, ob die eingestellte Temperatur nicht zu hoch ist. (#02)

1. Raumtemperatur anpassen

Wer sich mit dem Thema „richtig heizen“ beschäftigt, wird feststellen, dass ein wichtiger Aspekt das bewusste Heizen ist. Zunächst sollte man hinterfragen, ob die eingestellte Temperatur nicht zu hoch ist. In vielen Wohnungen und Häusern wird jedes Thermostat in der kalten Jahreszeit rund um die Uhr voll aufgedreht. Eine Raumtemperatur von 25 Grad Celsius ist jedoch weder ökologisch noch gesundheitlich vertretbar. Die Wohlfühltemperatur beträgt im Wohnbereich 21 Grad Celsius, im Badezimmer 22 Grad Celsius und im Schlafzimmer reichen sogar 17 Grad Celsius völlig aus.

Jedes Grad weniger senkt die Kosten durchschnittlich um sechs Prozent. Nächtliches Frieren ist kein Grund, die Heizung voll aufzudrehen. Es ist wesentlich gesünder, mit einer Wärmflasche, flauschiger Winterbettwäsche und einem warmen Pyjama für Behaglichkeit zu sorgen. In einem überheizten Schlafzimmer trocknen die Schleimhäute der Atemwege aus und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, an einer Erkältung zu erkranken. Es geht jedoch nicht darum, die Wohnung so wenig wie möglich zu heizen. In Räumen, die kühler als 15 Grad Celsius sind, droht die Ausbreitung von Schimmel.

Auch der Start in die Heizsaison hat Einfluss auf die Höhe der Heizkostenrechnung. Es ist ausreichend, im Oktober mit dem Heizen zu beginnen und Ende April ist die Heizperiode spätestens vorbei. Wer in seinem 110 Quadratmeter großen Haus die Raumtemperatur um durchschnittlich ein Grad Celsius senkt, erspart der Umwelt 275 Kilogramm CO2 im Jahr und sich selbst Kosten von ungefähr 80 Euro.

Generell ist Stoßlüften immer einem stundenlang gekippten Fenster vorzuziehen.

Generell ist Stoßlüften immer einem stundenlang gekippten Fenster vorzuziehen. (#03)

2. Stoßlüften

Richtig heizen bedeutet auch richtig lüften. In einem Haushalt mit vier Personen verdunsten jeden Tag bis zu zehn Liter Wasser. Es ist wichtig, diese Feuchtigkeit entweichen zu lassen und verbrauchte Raumluft durch frische Außenluft zu ersetzen.

Generell ist Stoßlüften immer einem stundenlang gekippten Fenster vorzuziehen. Wenn die Fenster gekippt werden, sorgt das nicht für den erwünschten Luftaustausch, führt jedoch dazu, dass die Wände übermäßig auskühlen. Es ist sinnvoll, mehrmals täglich die Fenster weit zu öffnen und vorher das Thermostat herunterzudrehen. Auf diese Weise gelangt ausreichend frische Luft ins Zimmer und die Luftfeuchtigkeit bleibt in einem optimalen Bereich.

Als Faustregel für die Dauer des Stoßlüftens gilt:

  • Dezember bis Februar: jeweils fünf Minuten
  • März und November: jeweils zehn Minuten
  • April und September: jeweils 15 Minuten
  • Mai und Oktober: jeweils 20 Minuten
  • Juni, Juli und August: jeweils 30 Minuten

Das Lüften sollte drei- bis fünfmal täglich erfolgen.

Richtig heizen bedeutet auch, dass man die Heizenergie bestmöglich nutzt und verhindert, dass Wärme entweicht.

Richtig heizen bedeutet auch, dass man die Heizenergie bestmöglich nutzt und verhindert, dass Wärme entweicht.(#04)

3. Heizenergie maximal nutzen

Richtig heizen bedeutet auch, dass man die Heizenergie bestmöglich nutzt und verhindert, dass Wärme entweicht. In diesem Zusammenhang ist besonders auf folgende Punkte zu achten:

  • Heizkörper nicht zustellen
  • Wand hinter dem Heizkörper dämmen
  • Fenster und Türen abdichten

Zugestellte Heizkörper sind ein Grund dafür, dass man das Thermostat immer weiter aufdreht, ohne den gewünschten Effekt zu erzielen. Die Effizienz des Heizkörpers wird durch dicke Vorhänge oder Holzvertäfelungen reduziert. Auch Möbel vor den Heizkörpern verhindern, dass sich die warme Luft optimal verteilen kann.

Es ist außerdem sinnvoll, die Wände hinter den Heizkörpern zu dämmen. Wenn eine Isolationsschicht an der Wand angebracht wird, kann man den Wärmeverlust über die Außenwand verringern. Im Baumarkt sind spezielle Dämmmatten für diesen Zweck erhältlich.

Sehr viel Wärmeenergie entweicht über undichte Fenster und Türen. Es ist wichtig, vor jeder Heizsaison zu kontrollieren, ob die Dichtungen noch funktionsfähig oder bereits porös sind. Das Auswechseln der Dichtungen kann von jedem Heimwerker problemlos erledigt werden und spart Energie und damit Kosten. Die Türen von wenig beheizten Räumen sollten stets geschlossen sein.

Mit dem Einbau von mehrfach-verglasten Fenstern kann man den Wärmeverlust nochmals reduzieren. Außerdem sollte man nachts die Vorhänge zuziehen und die Jalousien herunterlassen, denn das wirkt wie eine Isolierung des Hauses oder der Wohnung von innen.

Aufnahmen einer Wärmebildkamera lokalisieren, wo sich Wärmebrücken befinden, die dann durch Dämmmaßnahmen beseitigt werden sollten.

Aufnahmen einer Wärmebildkamera lokalisieren, wo sich Wärmebrücken befinden, die dann durch Dämmmaßnahmen beseitigt werden sollten.(#05)

4. Wärmebrücken schließen

Eine weitere Maßnahme besteht darin, Wärmebrücken zu lokalisieren und zu schließen. Wärmebrücken sind Stellen an den Wänden, an denen übermäßig viel Wärmeenergie verlorengeht. Wer in einem Altbau wohnt, sollte überprüfen, ob die Rollladenkästen gedämmt sind. Auch in der Heizkörpernische, an Erkern oder auf dem Dachboden befinden sich häufig Wärmebrücken.

Im Institut Wohnen und Umwelt wurde eine Studie zum Thema Wärmebrücken durchgeführt. Das Ergebnis zeigte, dass Wärmebrücken hohe Wärmeverluste von insgesamt bis zu 20 Prozent verursachen und darüber hinaus die thermische Behaglichkeit einschränken. Die Gefahr der Schimmelbildung wird durch Wärmebrücken ebenfalls erhöht.

Mit einer nachträglichen Dämmung wird das Entweichen warmer Luft und das Eindringen kalter Luft gemindert. Aufnahmen einer Wärmebildkamera lokalisieren, wo sich Wärmebrücken befinden, die dann durch Dämmmaßnahmen beseitigt werden sollten.

Um die Effizienz der Heizung zu erhöhen, ist es wichtig, die gesamte Anlage regelmäßig zu warten.

Um die Effizienz der Heizung zu erhöhen, ist es wichtig, die gesamte Anlage regelmäßig zu warten.(#06)

5. Heizungsanlage regelmäßig warten

Um die Effizienz der Heizung zu erhöhen, ist es wichtig, die gesamte Anlage regelmäßig zu warten. Bei dieser Gelegenheit kann man sich vom Fachmann beraten lassen, wie man die Heizung einstellen sollte. Richtig heizen beginnt schon damit, das Thermostat korrekt einzustellen und nicht nur zwischen Null und Maximum zu variieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Wirkungsgrad einer Heizungsanlage zu erhöhen:

  • Heizkessel warten lassen
  • Heizung regelmäßig entlüften
  • Heizrohre dämmen
  • programmierbare Thermostate einbauen lassen
  • Austausch der Heizpumpe

Heizkessel warten lassen

Das genaue Einstellen des Brenners sollte jährlich erfolgen und von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Ein optimal eingestellter Brenner reduziert den Verbrauch an Energie um bis zu fünf Prozent.

Das genaue Einstellen des Brenners sollte jährlich erfolgen und von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

Das genaue Einstellen des Brenners sollte jährlich erfolgen und von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. (#07)

Heizung regelmäßig entlüften

Spätestens wenn es in der Heizung zu gluckern beginnt, ist es Zeit, die Heizung zu entlüften. Meist stellt man neben den Geräuschen zeitgleich fest, dass sich die Heizung nicht mehr vollständig aufheizt. Überschüssige Luft stört das System und senkt die Heizleistung.

Aus diesem Grund sollte vor Beginn einer neuen Heizperiode die Heizung entlüftet werden. Der positive Effekt ist enorm, denn allein mit dieser Maßnahmen lassen sich die Kosten für das Heizen um bis zu 15 Prozent senken. Für diese Arbeit gibt es spezielle Schlüssel, mit denen die Entlüftung problemlos durchgeführt werden kann.

Wurde zu viel Luft aus der Heizungsanlage gelassen, muss Wasser nachgefüllt werden, damit wieder ein optimaler Druck erzeugt wird. Das kann man in einem Einfamilienhaus selbst erledigen. Wer in einem Mehrfamilienhaus mit zentraler Heizungsanlage wohnt, sollte den Hausmeister darum bitten.

Heizrohre dämmen

Eine weitere Maßnahme ist das Dämmen der Heizungsrohre. In den Bereichen, in denen die Heizungsrohre durch unbeheizte Räume verlaufen, wie beispielsweise im Keller, verhindert eine Ummantelung aus Dämmstoff übermäßigen Energieverlust. Ist überhaupt keine Rohrisolierung vorhanden, heizt man den Heizungskeller für mehrere hundert Euro jährlich. Das nachträgliche Dämmen der Heizrohre oder die Erneuerung der Dämmung zahlt sich meist schon nach einer Heizperiode aus.

Eine weitere Maßnahme ist das Dämmen der Heizungsrohre.

Eine weitere Maßnahme ist das Dämmen der Heizungsrohre. (#08)

Programmierbare Thermostate einbauen lassen

Ein moderner Thermostat ermöglicht, in einem Raum den Heizzyklus perfekt einzustellen. Die Räume werden nur dann geheizt, wenn es auch nötig ist. Smarte Lösungen bieten die Option, die Heizung mobil einzustellen. So kann man mit dem Smartphone oder PC vom Büro aus steuern, wann die Heizleistung hochgefahren werden soll. Es ist sogar möglich, unterschiedliche Zyklen für bestimmte Wochentage einzustellen.

Der Einbau ist problemlos und schnell erledigt, denn es wird nur der Thermostatkopf ausgetauscht. Wer sich vorher verschiedene Handwerkerangebote einholt, kann die Kosten begrenzen, den Energieverbrauch reduzieren und die Umwelt entlasten.

Austausch der Heizpumpe

Wenn die Heizpumpe ein Alter von zehn Jahren überschritten hat, wird es Zeit für einen Austausch. Eine moderne Heizpumpe passt die Leistung dem tatsächlichen Bedarf an, sodass jährlich bis zu 130 Euro Kosten gespart werden. Für diese Maßnahme können Hauseigentümer Fördermittel beantragen. Auf dem Portal des Fachverbands SHK erhalten Immobilieneigentümer umfassende Informationen über die neuesten Technologien und die Möglichkeiten, Fördermittel zu erhalten. Wer sich Handwerkerangebote einholt, bevor er den Auftrag vergibt, kann den Austausch der Heizpumpe kostengünstig durchführen lassen.

Richtig heizen und kuschelige Wärme genießen

Viele Verbraucher befürchten, dass die Empfehlung „richtig heizen“ impliziert, dass man im Winter bibbernd in dicker Jacke auf dem Sofa sitzt. Das Gegenteil ist der Fall. Mit den genannten Tipps kann man richtig, also kosten- und umweltbewusst, heizen und dennoch die wohlige Wärme genießen.

Die Maßnahmen tragen zu einer Verbesserung des Raumklimas bei. In überheizten Räumen sinkt die Luftfeuchtigkeit und das beeinträchtigt das Wohlbefinden und die Gesundheit. Auf der anderen Seite beseitigen Maßnahmen, die ein Entweichen der warmen Luft verhindern, zugige Ecken. Richtig heizen ist eine Frage des persönlichen Wohlbefindens, der Kosten und des Umweltbewusstseins.


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About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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