Regale selber bauen

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Regale sind in den eigenen vier Wänden unabkömmlich: ob als Bücherregal, Sideboards, Küchenregal, Badezimmerregal, Wandregal als Garderobe, Weinregal, Bilderregal oder Schuhregal – Regale bieten viel Stauraum, können als Raumteiler verwendet werden oder durch ein besonderes Design Räume optisch aufwerten. Hobbyhandwerker haben meist viel Spaß daran, ein Regal nach den eigenen Vorstellungen und räumlichen Gegebenheiten zu konzipieren und zu bauen. Genaue Anleitungen ermöglichen den Nachbau im hauseigenen Keller oder der Hobbywerkstatt und können auch von Anfängern umgesetzt werden.

Regale selber bauen: das Werkzeug ist entscheidend

Grundwerkzeug, das für den Regalbau auf jeden Fall benötigt wird, sind Anschlagwinkel, eine Wasserwaage, einen Akkuschrauber, Schraubzwingen, Schleifpapier und ein Schleifklotz. Darüber hinaus sind je nach Regalart noch weitere Utensilien notwendig. Holzbretter, idealerweise aus unbehandelter, massiver Fichte, können im Baumarkt erworben und direkt dort auf die gewünschte Länge und Breite zugeschnitten werden. Dabei können die Maße individuell angegeben und bei Vorbestellung ohne Wartezeit mitgenommen werden. Darüber hinaus werden für den Bau eines Regals noch Holzschrauben, Sockelleisten, Holzleim, Holzlasur, Dübel, Kreuzschlitzschrauben sowie je nach Vorstellung Lack in der gewünschten Farbe benötigt. Die Regale können nach dem eigenen Geschmack gestaltet werden, ob modern oder nostalgisch – durch interessante Details ist eine dekorative Gestaltung möglich.

Gleichzeitig ist der Regalbau auch eine Herausforderung; so sind besonders Eckverbindungen problematisch. Sichtbare Verschraubungen sind zwar einfach, werden jedoch nicht als schön empfunden. Unsichtbare Verbindungen wiederum bedeuten einen großen Aufwand sowie den Gebrauch von Spezialwerkzeugen. Hier können die sogenannten „Pocket Holes“ eine Lösung darstellen. Diese Taschenbohrungen beziehungsweise Taschenlöcher sind in den USA bereits sehr beliebt, in Deutschland jedoch noch kaum bekannt. Dabei handelt es sich um abgestufte Bohrlöcher, die in einem sehr flachen Winkel zur Holzoberfläche gebohrt werden. Die eingedrehte Schraube verschwindet dabei im Holz, wodurch sie nicht mehr sichtbar ist. Für diese Art der Bohrung wird ein spezieller Stufenbohrer sowie eine Bohrschablone benötigt. Für Hobbyhandwerker sind in der Regel einfache Schablonen vollkommen ausreichend, die für rund 30 Euro erworben werden können. Im Gegensatz zu Profisystemen verfügen diese zwar nicht über weiteres Zubehör, welches den Regalbau erleichtert, wie beispielsweise eine Staubabsaugung, spezielle Zwingen oder ein Schnellwechselsystem für den Bohrer und die Schrauberbits, diese sind für Einsteiger jedoch nicht zwangsweise notwendig. Neben der Schablone werden noch ein Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine sowie Schraubzwingen benötigt.

Die Handhabung mit dem Bohrer und der Schablone ist sehr einfach, wodurch auch Anfänger diese Technik schnell beherrschen sollten. Dazu wird zunächst die Bohrschablone auf die verwendete Materialstärke eingestellt. Im nächsten Schritt wird der Tiefenstopp am Bohrer eingestellt, der sich ebenfalls nach der Materialstärke richtet und eine exakte Bohrtiefe ermöglicht. Nun kann die Bohrschablone mit Schraubzwingen an das Werkstück fixiert werden. Jetzt kann direkt mit dem Bohren begonnen werden. Bis die Schrauben angezogen sind, sollte auch das Werkstück mit Schraubzwingen befestigen werden, um zu verhindern, dass sich die zu verbindenden Regalteile aufgrund der schräg eingebrachten Bohrlöcher beim Eindrehen der Schrauben verschieben.

Für Taschenbohrungen eignen sich Flachkopfschrauben am besten, da der Schraubenkopf das Holz nicht auseinander drückt und diese zudem einen höheren Anpressdruck erzeugen. Um eine schöne Optik zu gewährleisten, sollten die Bohrlöcher unauffällig platziert werden. So ist es sinnvoll, beispielsweise den Regalboden von unten zu verschrauben, während der aufgesetzte Rahmen am besten von innen an den Seiten angeschraubt wird.
Taschenbohrungen erleichtern den Bau von Möbeln, da auf diese Weise schnelle und stabile Verbindungen erzeugt werden können. Zudem ist weder Anzeichnen noch Messen nötig, dennoch sind die Ergebnissen sehr präzise. Ein weiterer Vorteil von „Pocket Holes“ besteht darin, dass die Bauteile des Möbelstücks auch nach der Lackierung noch miteinander verbunden werden können. Bei dieser Bohrmethode muss lediglich auf die richtige Schraubenlänge geachtet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die Bohrlöcher mit Abdeckklappen, die in verschiedenen Farben erhältlich sind, zu verschließen.

Bequeme Handwerker können Regale nach ihren Vorstellungen am Computer konstruieren und sich das entsprechende Material liefern lassen. Dabei wird das Regal mit den entsprechenden Maßen online in wenigen Schritten geplant und die Materialien komplett nach Hause geschickt. Das Aufbauen erfolgt dank Anleitung sehr einfach. Zudem geben die Hersteller auf die bestellten Regale bis zu fünf Jahren Garantie. So können auch spezielle Regale, wie solche, die in Nischen oder unter Dachschrägen platziert werden sollen, konstruiert werden, wodurch der zur Verfügung stehende Platz in der Wohnung beziehungsweise im Haus maximal genutzt werden kann.


Bildnachweis: © morguefile.com – Maryhere

Über den Autor

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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