Stromverbrauch: Ermitteln, optimieren und Geld sparen

0

Um die Kosten für die Stromversorgung zu ermitteln und langfristig planen zu können, macht es Sinn den eigenen Verbrauch genau zu prüfen und zu analysieren. Wer in ein neues Haus oder eine neue Wohnung zieht oder sogar neu baut, kann jedoch nicht auf Erfahrungswerte aus den letzten Jahren zugreifen.

Wir zeigen, wie man den eigenen Stromverbrauch ermittelt und optimiert und haben neben einer einfachen Anleitung zur Ermittlung des eigenen Verbrauchs auch eine ganze Reihe Tipps zusammengetragen, mit deren Hilfe der  Energieverbrauch langfristig und nachhaltig reduziert  und so Geld gespart werden kann. Das ist gut fürs Portemonnaie und für die Umwelt.

Grundlegende Richtwerte des Stromverbrauchs

Der individuelle Stromverbrauch hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Neben dem Wohnort, der Wohnfläche sowie der Anzahl der dort lebenden Personen, spielen auch die Menge, das Alter und die Energieeffizienz der im Haushalt genutzten Elektrogeräte eine entscheidende Rolle.

Auch die Summe der eingesetzten Energiesparlampen, ausschaltbare Mehrfach-Steckdosen und Durchlauferhitzer oder eine Stromheizung tragen zu einem erheblichen Teil des individuellen Stromverbrauchs bei. Durchschnittswerte helfen allerdings dabei, eine erste grobe Übersicht über den eigenen Verbrauch zu erhalten.

An folgenden Durchschnittswerten kann man sich orientieren:

  • 1 Person / kleine Wohnung o. Appartement: 1.500 – 2.100 kWh/Jahr
  • 2 Personen / normale Wohnung: 2.500 – 3.500 kWh/Jahr
  • 3 Personen / große Wohnung: 3.500 – 4.000 kWh/Jahr
  • 4 Personen / Reihenhaus: 4.000 – 4.750 kWh/Jahr
  • 5 Personen / Einfamilienhaus: 4.500 – 5.500 kWh/Jahr

Die Werte vermitteln einen ersten Eindruck und helfen vielleicht sogar schon den passenden Stromtarif zu wählen. Die Experten von Yello weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass entgegen vieler Vorurteile Ökostrom nicht teurer ist als grauer Strom ist und so einfach ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit geleistet werden kann.

Die folgende Formel zur Errechnung des Strombedarfes ist eine weitere Orientierungshilfe:

Wohnfläche in m2 x 9 kWh + Anzahl der Personen x 200 kWh + Anzahl der Elektrogeräte x 200 kWh
= Jährlicher Stromverbrauch

Der pauschale Verbrauch pro Person erhöht sich allerdings um mehr als das Doppelte, wenn das Warmwasser elektrisch erhitzt wird.

In der eben genannten Rechnung, wird den Elektrogeräten ein durchschnittlicher Verbrauch von 200 kWh zugewiesen. Doch was verbrauchen unsere Elektrogeräte eigentlich wirklich und welche Geräte sind heimliche Stromschlucker?  ( Foto: Shutterstock-Artazum )

In der eben genannten Rechnung, wird den Elektrogeräten ein durchschnittlicher Verbrauch von 200 kWh zugewiesen. Doch was verbrauchen unsere Elektrogeräte eigentlich wirklich und welche Geräte sind heimliche Stromschlucker? ( Foto: Shutterstock-Artazum )

Stromverbrauch typischer Haushaltsgeräte

In der eben genannten Rechnung, wird den Elektrogeräten ein durchschnittlicher Verbrauch von 200 kWh zugewiesen. Doch was verbrauchen unsere Elektrogeräte eigentlich wirklich und welche Geräte sind heimliche Stromschlucker?

Mit dieser einfachen Rechnung erhält man im Handumdrehen den Jahresverbrauch einzelner Geräte:

Leistung des Gerätes (in Watt) x Einsatzzeit in Stunden pro Jahr geteilt durch 1.000
= Stromverbrauch pro Jahr in Kilowattstunden.

Die Angaben zur Wattzahl der einzelnen Geräte findet man auf den Geräten selbst oder in der Gebrauchsanweisung.

Beispiel:

An 310 Tagen im Jahr wird für ca. 30 Minuten der Staubsauger betätigt, also insgesamt rund 155 Stunden pro Jahr. Der Staubsauger hat eine Leistung von 600 Watt.

600 Watt x 155 Stunden pro Jahr / 1.000 = 93 kWh Jahresverbrauch

Für einen genauen Überblick ist es ratsam einmal den Verbrauch aller Elektrogeräte zu errechnen und zu summieren. Dabei wird einem schnell klar, welche Geräte vielleicht zu viel im Einsatz sind und welche Geräte dringend durch stromsparende Modelle ausgetauscht werden sollten.

Für einen genauen Überblick ist es ratsam einmal den Verbrauch aller Elektrogeräte zu errechnen und zu summieren.  ( Foto: Shutterstock-Gts)

Für einen genauen Überblick ist es ratsam einmal den Verbrauch aller Elektrogeräte zu errechnen und zu summieren. ( Foto: Shutterstock-Gts)

Hier eine kleine Übersicht über die gängigen Haushaltsgeräte und ihren Jahresverbrauch:

  • Waschmaschine 150 bis 300 kWh
  • Kühlschrank 80 bis 250 kWh
  • Wäschetrockner 200 bis 450 kWh
  • Herd 400 bis 600 kWh
  • Ofen 160 bis 480 kWh

Die teils gravierenden Spielräume der Verbrauchsangaben finden ihre Ursache in der Energieeffizienz des jeweiligen Gerätes und der Einsatzstunden. Letzteres ist maßgeblich davon abhängig wie viele Personen im Haushalt leben und ein Gerät nutzen.

Der Wäschetrockner ist ein Gerät, das den Namen Stromfresser wirklich verdient hat und auf das ganz oder zumindest teilweise verzichtet werden kann.

Video: Erhöhter Stromverbrauch: So wirkt sich die Hitze auf den Geldbeutel aus

Mit diesen Tipps nachhaltig Strom sparen

Neben den folgenden Tipps für einen sparsameren Stromverbrauch, ist sicher die Kontrolle unsere größte Empfehlung.

Nur wenn man seinen Verbrauch mit all seinen Faktoren im Blick hat, kann man langfristig seinen Stromverbrauch zu Gunsten des Geldbeutels und der Natur reduzieren.

Hier unsere Tipps für einen geringeren Stromverbrauch:

  • Alte Geräte durch energieeffizientere Geräte austauschen
  • Eco-Programme von Geschirrspüler, Waschmaschine u.a. nutzen
  • Stand-by-Modus von TV-Geräten, Musikanlagen u.a. deaktivieren
  • Kühlschranktür schnell wieder schließen
  • Gefrierfach und -truhe bei dicker Eisschicht abtauen
  • Abschaltbare Mehrfach-Steckdosen
  • Energiesparlampen oder LEDs verwenden
  • Wasser nicht auf dem Herd, sondern im Wasserkocher erhitzen und auf die Füllmenge achten
  • Backofen nicht vorheizen, Restwärme nutzen
  • Mit Deckel kochen, verkürzt deutlich die Kochzeit
  • Laptop statt PC benutzen

Allein den Wasserkocher mit der passenden Wassermenge nutzen und den Backofen nicht mehr vorheizen, hat ein Sparpotenzial von rund 30 EUR pro Jahr. Wenn man also die oben genannten Tipps für einen geringeren Verbrauch beherzigt, ergibt sich in der Summe schnell eine deutliche Reduzierung der jährlichen Kosten.

Das Ermitteln des eigenen Bedarfs ist denkbar einfach und mit den oben genannten Formeln leicht umzusetzen. Jeder ist damit in der Lage seinen eigenen Verbrauch zu reflektieren und entsprechend anzupassen. ( Foto: Shutterstock-comussu)

Das Ermitteln des eigenen Bedarfs ist denkbar einfach und mit den oben genannten Formeln leicht umzusetzen. Jeder ist damit in der Lage seinen eigenen Verbrauch zu reflektieren und entsprechend anzupassen. ( Foto: Shutterstock-comussu)

Fazit: Strom sparen ist einfach, reduziert Kosten und fördert die Nachhaltigkeit

Das Ermitteln des eigenen Bedarfs ist denkbar einfach und mit den oben genannten Formeln leicht umzusetzen. Jeder ist damit in der Lage seinen eigenen Verbrauch zu reflektieren und entsprechend anzupassen.

Es muss nicht immer die sofortige Neuanschaffung veralteter Haushaltsgeräte sein, gerade wenn der Geldbeutel dies nicht zulässt. Auch mit den übrigen Tipps zum effektiven Einsparen des Stromverbrauchs, kann man eine ganze Menge erreichen. Die Ersparnisse können dann für energieeffizientere Geräte eingesetzte werden.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply