Unterschied SDS und SDS plus: Bitte beim Kauf beachten!

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Einst war es der deutsche Werkzeughersteller Bosch, der das heute noch gebräuchliche SDS-System entwickelte. Das Spannsystem gilt heute als weltweiter Standard, die Abkürzung steht für „Special Direct System“.

Modernes Bohrerschaft-System SDS: Spezielle Nuten für professionelle Arbeit

Mit dem Kürzel SDS wird ein Bohrerschaft-System bezeichnet, für welches der Werkzeughersteller Bosch verantwortlich zeichnet. Einst war es die Firma Hilti, die ein Einstecksystem unter dem Namen Hilti TE-Aufnahme entwickelte.

Doch dieses war nicht kompatibel zu anderen Maschinen, daher forschte Bosch an seinem System mit den speziellen Nuten. Diese wiederum ermöglichten eine bessere Kraftübertragung.

Dafür steht das Kürzel SDS

Bosch entwickelte sein Bohrerschaft-System unter dem Namen „Steck-Dreh-Sitz“, benannte es aber später um. Fortan hieß es „Spannen durch System“. Doch auch dieser Name war nicht von langer Dauer, heute steht SDS nämlich für „Special Direct System“. Mit diesem System lassen sich die verschiedenen Einsatzwerkzeuge wie Meißel oder Bohrer rasch wechseln.

Sowohl in Bohrhämmern als auch in Abbruchhämmern wird SDS verwendet.( Foto: Shutterstock-  Dmitry Kalinovsky )

Sowohl in Bohrhämmern als auch in Abbruchhämmern wird SDS verwendet.( Foto: Shutterstock- Dmitry Kalinovsky )

Das zeichnet SDS aus

SDS ist mit Nuten ausgestattet, die länglich oder winkelig sind und das schnelle Einstecken und Fixieren der Aufsätze auf den Maschinen ermöglichen. Die Kraft lässt sich somit besser zwischen Maschine und Aufsatz übertragen.

Werden verschiedene Bohrlöcher mit unterschiedlicher Größe erzeugt, zeigt sich schnell der praktische Nutzen des Stecksystems. Eine manuelle Fixierung der Bohrer mithilfe einer Drehvorrichtung ist nicht mehr nötig.

Die neue Technik SDS und SDS plus war schon von der ersten Markteinführung an eine Erleichterung und wurde unter Anwendern gar als kleine Revolution gefeiert. Allerdings war das System Bosch-speziell, denn dank der Patente konnten es andere Hersteller nicht verwenden.

Diese Patente sind inzwischen abgelaufen und so findet sich das Stecksystem auch bei anderen Werkzeugherstellern. Beispiele dafür sind Makita, Einhell und Metabo, um nur wenige zu nennen.

Einst war es die Firma Hilti, die ein Einstecksystem unter dem Namen Hilti TE-Aufnahme entwickelte. ( Foto: Shutterstock-_Anselm Kempf )

Einst war es die Firma Hilti, die ein Einstecksystem unter dem Namen Hilti TE-Aufnahme entwickelte. ( Foto: Shutterstock-_Anselm Kempf )

Was sind die Vorteile des SDS-Bohrfutters?

Sowohl in Bohrhämmern als auch in Abbruchhämmern wird SDS verwendet. Kurzum: Es kommt überall dort zum Einsatz, wo es darum geht, harte Materialien zu bohren oder einen Durchbruch durch diese zu erzeugen.

Die dafür nötige hohe Schlagenergie wird durch ein Schlagwerk erzeugt, welches den Bohrer oder Meißel beschleunigt. Damit wird eine sehr hohe Effizienz durch die ausgezeichnete Kraftübertragung erreicht.

Inzwischen gibt es dafür unter anderem ein spezielles SDS Meißelset und natürlich den Bohrhammer SDS, beide verlangen weder viel Kraft noch weitere Werkzeuge zum Zentrieren und Einspannen des Bohrers oder Meißels. Stattdessen sind im Bohrfutter Kugeln integriert, die in die im Bohrer befindlichen Vertiefungen greifen und den Bohrer festhalten.

Dieser kann nun nicht mehr ungewollt herausrutschen, was bei früheren Techniken ein häufiges Problem war. Die langen Vertiefungen sind nach hinten hin offen und sind damit für den festen Sitz bei der Anwendung des Bohrhammers wichtig. Damit das axiale Rutschen möglichst einfach ist, muss das Futter nur gut gefettet sein.

Die Vorteile des SDS im Überblick:

  • einfaches Aufstecken und Fixieren von Bohrern und Meißeln
  • getrennte Drehmoment-Übertragungen
  • verschleißfreies Arbeiten
  • Bohrer-Verriegelung durch zwei Nuten
  • werkzeugloses Wechseln der Aufsätze

SDS plus: Unterschiede zu SDS

Wie die folgende Tabelle zeigt, gibt es unterschiedliche Systeme, die beim Arbeiten mit dem Bohrhammer zum Einsatz kommen. Unterschieden wird zwischen SDS plus, SDS-max und SDS-quick, wobei die Kürzel nach den ersten drei Buchstaben für die Größe des Bohrhammers stehen.

Varianten SDS‑max und SDS‑quick
Bezeichnung Schaft-Durchmesser Auflagefläche für die Drehmomentübertragung Erklärung
SDS-max 18 mm 160 mm² SDS-max ist für schwere Bohrhämmer über 5 kg vorgesehen und ersetzt in der praxis die älteren Aufnahmesysteme (Keilwelle, Sechskant)
SDS-top 14 mm 212 mm² SDS-top wurde ursprünglich von Bosch für kleinere Maschinen mit immer höherer Leistung entwickelt SDS-top für Geräte zwischen 2 bis 5 kg entwickelt. Das System wurde kein Markterfolg. Bosch rüstet seit dem jahr 2009 keinen Bohrhammer mehr mit SDS-top aus.
SDS(-plus) 10 mm 60 mm² SDS-plus wurde im Jahr 1975 von Bosch entwickelt. SDS-plus ist die allererste Ausführung des SDS-Systems.
SDS-quick 6,8 mm   Im Jahr 2011 hat Bosch das System SDS-quick eingeführt. SDS-quick ist nur für die kleineren Akkubohrhämmer Bosch-Uneo und Bosch-Uneo Maxx vorgesehen.
Quelle: Eigene Recherchen

Mit SDS plus leichte bis mittlere Bohrhämmer ausstatten

Die Variante SDS plus ist ein weiterentwickeltes System und besitzt einen Schaftdurchmesser von 10 mm. Es ist für leichte bis mittlere Maschinen gedacht und stellt eine Verbesserung der SDS-Anwendung für Bohr- und Schlaghämmer dar.

Dabei ist SDS plus gar nicht so neu, denn es basiert auf der ersten SDS-Entwicklung von 1975. Genau diese 10-mm-Größe zum Einstecken entwickelte die Firma Hilti und musste dabei eine Schwachstelle hinnehmen.

Denn eingreifende Walzen anstatt der später üblichen Kugeln zur Verriegelung sorgten für die Übertragung des Drehmoments. Der Verschleiß war dabei groß und die teilweise starken Abwerfungen des Materials führten dazu, dass einige Einsatzwerkzeuge verklemmten.

Bosch entwickelt SDS plus weiter und erreichte damit das oben beschriebene System, welches verschleißfrei durch eine getrennte Verriegelung und Übertragung des Drehmoments arbeiten konnte.

Mit SDS plus in Stahlbeton bohren?

Das einst von Bosch entwickelte System ist heute nicht mehr nur für Dreh- und Schlagwerkzeuge nutzbar, sondern wird auch für Schleifer und Sägen angewendet.

SDS plus ist für große Maschinen nicht geeignet, dafür gibt es SDS-max. Das heißt, wenn mit diesem System gebohrt werden soll und es das Ziel ist, Stahlbeton zu bohren oder zu durchbrechen, muss SDS-max zum Einsatz kommen. Damit ist die Bewegung in Schlagrichtung mit großen Kräften möglich.

Das Gegenstück zu SDS-max. ist übrigens der SDS-quick Bohrer, der das kleinste SDS-Futter darstellt und nur in Akku-Bohrhämmern von Bosch verwendet wird. Hiermit können zusätzliche Bits mit einem langen Schaft in Sechskantform aufgenommen werden. Wer als Heimwerker einen Bohrhammer kaufen möchte, sollte daher genau auf die Bezeichnungen der verwendeten Systeme achten und das entsprechende System zur gewünschten Anwendung wählen.

Das einst von Bosch entwickelte System ist heute nicht mehr nur für Dreh- und Schlagwerkzeuge nutzbar, sondern wird auch für Schleifer und Sägen angewendet. ( Foto: Shutterstock- Everyonephoto Studio)

Das einst von Bosch entwickelte System ist heute nicht mehr nur für Dreh- und Schlagwerkzeuge nutzbar, sondern wird auch für Schleifer und Sägen angewendet. ( Foto: Shutterstock- Everyonephoto Studio)

Kein Unterschied mehr zwischen SDS und SDS plus?

SDS war für eine lange Zeit das System für die Aufnahme von Werkzeugen, welches als standardisiert galt und heute noch gilt. Als das verbesserte SDS plus erschien, das einen Durchmesser von 10 mm aufwies, wurde das herkömmliche SDS abgelöst. Nach einiger Zeit erloschen die Patente für Bosch, sodass der Werkzeughersteller keine exklusiven Rechte mehr an dem System hatte.

Andere Hersteller nahmen SDS in das Programm mit auf und heute gibt es sogar unter den günstigen Werkzeugherstellern kaum noch einen, der das System nicht anbietet.

Gleichzeitig blieben technische Verbesserungen an diesem System aus, wichtige Vorteile wurden nicht weiterentwickelt. Das beherrschende System wurde SDS plus und wird heute meist ohne das Kürzel „plus“ verwendet. Unterschiede gibt es aber immer noch im Durchmesser des Bohrschaftes, wobei der Anwender die Wahl zwischen einem kleineren und einem großen Schaft hat.

SDS plus gilt damit heute als einzig relevantes System und schließt das ältere SDS mit ein. Die oben genannten Systeme kamen jedoch hinzu und stellen einen wichtigen Unterschied zu SDS plus dar. Es gab übrigens zwischendurch sogar schon kleinere Maschinen mit einer SDS-top-Aufnahme, die nur einen Durchmesser von 14 mm boten. Diese konnten sich aber nicht durchsetzen und sind heute nur noch selten auf dem Markt zu finden.

Die Aufnahmen für SDS sind standardisiert und werden dementsprechend von vielen Herstellern in einer Einheitsgröße angeboten.  ( Foto: Shutterstock-PV productions)

Die Aufnahmen für SDS sind standardisiert und werden dementsprechend von vielen Herstellern in einer Einheitsgröße angeboten. ( Foto: Shutterstock-PV productions)

Häufige Fragen rund um Special Direct System

Was ist SDS plus 7x?

Bosch bietet das SDS plus 7x-System an, welches mit einer sehr langen Nutzungsdauer bei der Anwendung in armiertem Beton beworben wird. Der Bohrer ist für die Anwendung in genanntem Beton, aber auch für normalen Beton und Mauerwerke gedacht. Er kann auf allen Bohrhämmern verwendet werden, die das SDS plus System nutzen.

Welche SDS Aufnahmen gibt es?

Die Aufnahmen für SDS sind standardisiert und werden dementsprechend von vielen Herstellern in einer Einheitsgröße angeboten. Zu nennen sind hier die Aufnahmen von

  • 10 mm (SDS plus),
  • 18 mm (SDS-max.),
  • SDS-quick (6,8 mm) und
  • SDS-top (14 mm).

Die letztgenannte Aufnahme konnte sich nicht durchsetzen und wird nur noch selten angeboten.

Was ist ein SDS plus Bohrer?

Mit dem Kürzel SDS, was für Special Direct System steht, wird ein Bohrschaft-System für Bohrhämmer, Bohrhämmer und andere Elektrowerkzeuge bezeichnet. Diese arbeiten schlagend oder drehend. Das Einstecksystem weist spezielle Nuten auf und nach hinten offene längliche Rillen. Diese dienen der leichten Verriegelung und der optimierten Kraftübertragung. Der Bohrer arbeitet nahezu verschleißfrei.

Was ist SDS plus 5?

Der SDS-plus 5 Bohrer von Bosch und anderen Herstellern ist für das mühelose und kraftsparende Bohren entwickelt worden. Dank der AWB-Hartlöttechnologie sowie der Härtungstechnologie werden die typischen Vibrationen, die beim Bohren entstehen, reduziert.

Damit ist die Anwendung des Bohrers für den Anwender leichter. Der Plus-5-Bohrer ist für das Bohren in Mauerwerk und Beton und damit für große Maschinen vorgesehen.

Welche Bohrer für Hilti?

Der Werkzeughersteller Hilti entwickelte als erster das heute noch gebräuchliche und inzwischen standardisierte SDS-System. Die SDS-Aufsätze können demnach auch für Hilti-Bohrhämmer verwendet werden, wobei diese von den einzelnen Herstellern auch kompatibel sind. Die hochwertigen Bohrer von Hilti zeichnen sich durch ihre Robustheit und ihre lange Lebensdauer aus.

Was ist der beste Bohrhammer?

Der beste Bohrhammer zeigt sich in verschiedenen Tests. Führend schneiden regelmäßig die Maschinen von Bosch und Makita ab. Beispiele dafür sind der Bosch GBH 2-28 F, der Bosch PBH 2800 RE und der Makita HR 2470. Auch Metabo ist als Hersteller führend in den verschiedenen Tests zu Bohrhämmern sowie Aufsätzen für diese Geräte. Ein Beispiel für einen sehr guten Bohrhammer ist der Metabo UHEV 2860-2. Auch die Kundenbewertungen in den verschiedenen Onlineshops zeigen überwiegend positive Ergebnisse bei diesen Maschinen.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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