Gabionen: die Gabionenwand selber bauen

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Gabionen sind derzeit total im Trend. Der Steinkorb aus Draht dient als Gabionenwand schnell mal zur Hangsicherung oder als Sichtschutz. Auch ein Rosenbogen lässt sich schnell aus Gabionen bauen, denn die Drahtkörbe sind sehr vielseitig. Legt man oben auf die steingefüllten Drahtkörbe ein plan geschliffenes und lackiertes Brett, erhält man schnell eine Gartenbank oder Sitzbank. Die Metall-Gabionen werden teils aus einem Drahtgeflecht oder auch aus Streckmetall hergestellt. Beide Materialien vereinen Festigkeit und Belastbarkeit wie einfache Anwendung und Formung.

Gabionen selber bauen

„Das ist doch sicher sehr schwer, oder?“ wirst du jetzt denken. Ist es nicht. Sieht nur so aus. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung geht das Aufstellen von Gabionen sogar sehr leicht. Wenn du deine Gabionen von einem Hersteller wie Gabinova beziehst, bekommst du die Gabionen bereits vormontiert geliefert. An der Oberseite der Gabionen ist dann schon ein Deckel mit Scharnieren montiert. So kannst du die Steinkörbe von oben mit Bruchsteinen befüllen, fast so wie die Waschmaschine mit Wäsche. Clever, oder?

1. Schritt: Gabionen auf einem festen Fundament aufstellen

Wenn du die Gabionen aufstellst, solltest du jedoch ein paar Kleinigkeiten beachten. Die Gabionen müssen auf einem festen Untergrund stehen, weil die gefüllt ja doch schon ein paar Kilos auf die Waage bringen. Das gibt Halt. Nimm am besten ein „Fundament“ aus Bauschutt oder Beton, das ausreichend groß ist, die Gabionen mit ihrer ganzen Grundfläche darauf zu stellen. Da kannst du dann auch sicher sein, dass dir die Gabionen nicht in den Boden wegsacken und die ganze Gabionenwand einstürzt.

Wenn du kleinere Gabionen aufstellst – also so bis etwa einen Meter Höhe und bis etwa 30cm Breite – musst du keine Gerüstrohre nehmen. In dieser Größe wird es meist eher ein Gartenzaun werden, den du bequem auf alten Gehwegplatten aufstellen kannst. Die Gehwegplatten dürften ein Maß von 30 mal 30 cm haben.

Wenn deine Gabionenwand höher wird, also höher als ein Meter, musst du den Aufbau stabilisieren. Am besten nimmst du dafür Hartholz-Pfähle aus dem Baumarkt oder Gerüstrohre – die halten das stabil. Wenn du im Baumarkt nachfragst, kriegst du natürlich immer schlaue Tipps und Ratschläge. Aber lass dich besser auf keine Experimente ein, denn die Jungs sehen natürlich nicht, wo genau du die Gabionen aufbaust. Nimm von daher lieber etwas, das eine Ecke sicherer ist, denn wenn die Gabionenwand ins Schwanken kommt, hältst du sie mit ihren mehreren Zentnern Gewicht ganz sicher nicht.

2. Schritt: Aufstellen der Gabionen-Steinkörbe

Wenn du die Gabionen auf ein solides Betonfundament stellst, wartest du, bis das Fundament ganz ausgehärtet ist. Die leeren Steinkörbe stellst du dann direkt auf das Fundament. Wenn du Gerüstrohre zur Stabilisierung verwendest, dann solltest du am besten an der Unterseite der Gabionen Löcher für eben diese Gerüstrohre schneiden. Wenn du später die Bruchsteine einfüllst, wirst du hinterher die Löcher und auch die Gerüstrohre nicht mehr sehen. Wenn du die leeren Gabionen bzw. Steinkörbe derart vorbereitet hast, gehst du zum nächsten Schritt über.

3. Schritt: die Steinkörbe mit C-Ringen verbinden

Die Steinkörbe der Gabionen brauchen untereinander einen festen Halt. Das verhindert, dass die Steinkörbe später ein Eigenleben entfalten, das du gar nicht gebrauchen kannst. Nimm dazu C-Ringe und verbinde zwei Steinkörbe mit den C-Ringen mehrfach, am besten 3-4 mal miteinander. Das hält hinterher sicher. Wenn du nicht völlig sicher bist, oder wenn du beim Rütteln an den Drahtkörben feststellst, dass sie nicht völlig starr aneinanderhängen, nimm lieber noch zwei C-Ringe mehr.

Distanzhalter / Anker geben der Gabione Stabilität

Distanzhalter / Anker geben der Gabione Stabilität

4. Schritt: Distanzhalter / Anker anbringen

Wenn du später die Bruchsteine in die Gabionen einfüllst, dann werden die Wände der Drahtkörbe durch das große Gewicht der Steine massiv unter Druck gesetzt. Die Gefahr ist einfach, dass der Draht zum Weichei wird und sich nach außen drücken lässt und das sieht nicht wirklich gut aus. Im schlimmsten Fall verformt sich der ganze Drahtkorb und die Gabionenwand wird instabil. Dann kannst du grade nochmal von vorne anfangen.

Mit den Distanzhaltern, die man auch Anker nennt, – die bei guten Herstellern mitgeliefert werden – kannst du die jeweils gegenüberliegenden Drahtwände auf stets gleicher Distanz halten, auch wenn die Bruchsteine eingefüllt werden. Bringe also jetzt alle ca. 25-30cm so einen Anker an. Geh damit nicht zu sparsam um. Die Öffnungen der Drahtschlaufe am Ende eines Distanzhalters solltest du mir der Zange fest zudrücken und verschließen.

Beim Auffüllen der Gabione mit Bruchsteinen darauf achten, dass große Bruchsteine mit der glatten Fläche nach außen gelangen.

Beim Auffüllen der Gabione mit Bruchsteinen darauf achten, dass große Bruchsteine mit der glatten Fläche nach außen gelangen.

5. Schritt: Einfüllen der Bruchsteine

Diesen Fehler solltest du unbedingt vermeiden: die Gabionen nacheinander ganz befüllen. Dann kann es dir nämlich passieren, dass die ganze Konstruktion ins Schwanken kommt und zur Seite wegkippt. Wesentlich schlauer ist es, die Gabionen in kleinen Schritten zu befüllen – und zwar alle gleichzeitig und gleichmäßig. Auf diese Art und Weise nimmt die ganze Gabionenwand gleichmäßig an Gewicht zu und bekommt keine Lust auf Eigenleben. Und: die Drahtkörbe bleiben auch zueinander ziemlich gerade stehen.

Tipp des Tages: lege zuerst große Steine in den Drahtkorb, mit einer breiten Fläche nach außen. Fülle dann hintendran mit kleinen Steinen auf. So hast du nach außen hin keine hässlichen Löcher im Drahtkorb durch verkeilte große Steine. Das kriegst du nämlich sonst nur wieder raus, wenn du den Drahtkorb nochmal entleerst. Da hast du keine Lust drauf. Wenn du nach außen die großen Steine angelegt hast, kannst du ja die kleinen Steine auch mit einem Eimer einfüllen. Du musst halt vorsichtig sein, damit die Außenwand der großen Steine nicht zum Einsturz kommt.

Zum Abschluss sollten die Bruchsteine in der Gabione mit Wasser gereinigt werden. Nur so kommt ihre natürliche Farbe voll zur Geltung.

Zum Abschluss sollten die Bruchsteine in der Gabione mit Wasser gereinigt werden. Nur so kommt ihre natürliche Farbe voll zur Geltung.

6. Schritt: Reinigen der Bruchsteine in der Gabionenwand

Wenn die Bruchsteine aus dem Steinbruch kommen, waren die natürlich noch nicht in der Waschmaschine. Wäre aber besser gewesen. Das ist jetzt dein Job, damit die Wand hinterher hübsch ausschaut, wenn du es deiner Madame vorführst. Schnapp‘ dir den Gartenschlauch oder den Kärcher und spritze die Dinger sauber. Du wirst sehen, die Bruchsteine erstrahlen dann in ihren Originalfarben von weiss über beige bis rot, je nachdem, wo du sie her hast. Wenn du die Drahtkörbe mit Steinen in unterschiedlicher Farbe befüllt hast – oder sie schichtweise in verschiedenen Farben befüllt hast – kommt das jetzt richtig gut rüber und beim Schatz gibts nen Pluspunkt extra.

7. Schritt: Zurücklehnen und Parade abnehmen

Wenn du soweit gekommen bist, kann fast nichts mehr schief gehen. Räum die Werkzeuge wech und führe deine neue Gabionenwand vor. Selbst dem Nachbar bleibt die Spucke weg und von Muttern kann nur Lob kommen.


Bildnachweis: © schwarzer.de



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About Author

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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