Wohnraum für kalte Tage: So wird das Gartenhaus zum Wohlfühlhaus im Winter

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Das Gartenhaus wird meist nur im Sommer genutzt. Doch auch in der kalten Jahreszeit gibt es Möglichkeiten, hier zu nächtigen. Der Wohnraum für kalte Tage braucht allerdings einige Vorbereitung.

Wohnraum für kalte Tage: Wichtiges rund um das Gartenhaus

Der Wohnraum für kalte Tage soll gemütlich sein, warm und windgeschützt. Ein normales Gartenhaus kann das meist nicht leisten, hier ist es zugig und kalt. Wirklich frostfrei bleibt es nur wenige Tage, bis die Wände des Häuschens durchgekühlt sind. Wirklich gut gedämmte Gartenhäuser aber können als Wohnraum für kalte Tage genutzt werden, brauchen jedoch ein festes Fundament und eine Heizung, die für die nötige Wärme sorgt.

Vor dem Ausbau des Gartenhäuschens bitte beachten

Ansprechpartner für alle Fragen rund um den Ausbau des Gartenhauses ist das örtlich zuständige Bauamt. Dieses wird in der Regel aber sagen, dass der Ausbau zu Wohnzwecken nicht gestattet ist. Hierin ähneln sich die Regelungen in den verschiedenen Bundesländern, Gemeinden und Städten, auch wenn diese ansonsten unterschiedliche baurechtliche Vorschriften verfolgen. Wer sich demnach einen Wohnraum für kalte Tage im Garten schaffen will, kann den Aus- und Umbau nicht einfach so vornehmen.

In der Regel muss ein Bauantrag oder ein Antrag auf Umwidmung gestellt werden. Ein entsprechender Antrag ist auch zu stellen, wenn zum Beispiel eine Heizung oder eine Toilette eingebaut werden soll. Einen Unterschied macht aber die Art der Nutzung: Wer einen dauerhaften Wohnraum für kalte Tage im Garten haben möchte, wird es bezüglich der Antragsgenehmigung schwerer haben als jemand, der nur am Wochenende oder in den Ferien im Gartenhaus nächtigen will.

Ein Gartenhaus lässt sich für die unterschiedlichsten Sachen nutzen ( Foto: Shutterstock-   Timothy S. Allen )

Ein Gartenhaus lässt sich für die unterschiedlichsten Sachen nutzen ( Foto: Shutterstock- Timothy S. Allen )

So entsteht der Wohnraum für kalte Tage im Garten

Ein Gartenhaus hat unschätzbare Vorteile und kann als Aufenthaltsraum oder als Schlechtwettervariante für die Gartenparty genutzt werden. Es bietet zudem Möglichkeiten, Gartenpflanzen zwar kühl, aber möglichst frostfrei überwintern zu lassen. Neben einem festen Fundament aus Beton ist vor allem die Dämmung der Außenhülle wichtig, um die Wärme im Winter im Haus zu halten. Im Folgenden gibt es verschiedene Tipps für alle, die ein Gartenhaus selbst dämmen wollen.

Gartenhaus isolieren: Diese Gründe sprechen dafür

Um einen Wohnraum für kalte Tage zu schaffen, muss das Gartenhaus natürlich isoliert werden. Andernfalls geht die Wärme von der Heizung innen nahezu ungehindert nach außen, umgekehrt drückt die Kälte von außen an frostigen Tagen nach innen. Wer sein Gartenhaus nur als Lagerraum nutzt, kann auf eine Isolierung sicherlich verzichten, alle anderen sollten dafür sorgen, dass eine Isolierung angebracht wird.

Dies gilt übrigens auch, wenn Elektrogeräte oder empfindliche Geräte dort gelagert werden sollen, denn eine hohe Luftfeuchtigkeit, die ohne Heizung im Winter schnell entsteht, würde den Geräten schaden. Auch ein Stromanschluss im Haus ist ein Grund für die Isolierung.

Möglichkeiten zur Isolierung

Schon mancher Gartenhausbesitzer kam auf die Idee, Luftpolsterfolie zur Dämmung der Wände zu benutzen. Das ist nicht empfehlenswert, denn hier kann nichts mehr atmen und einer Schimmelbildung wird Vorschub geleistet.

Die Dämmung kann von außen oder von innen angebracht werden, wobei eine Dämmung von außen wetterfest verkleidet werden muss. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Feuchtigkeit in die Isolierung gelangt und diese durchdringt.

Wird von innen isoliert, hat das den Nachteil, dass der Raum kleiner wird. Bei knapp bemessenen Gartenhäusern wird das rasch zum Problem, denn auch wenn nun Wohnraum für kalte Tage vorhanden wäre, wird alles so beengt, dass das Wohnen darin keine Freude mehr macht. Bei größeren Gartenhäusern ist die Innenisolierung jedoch eine ideale Möglichkeit, um die Wärme im Raum zu halten.

Wichtig ist die sogenannte Dampfsperre. Es handelt sich dabei um eine Spezialfolie, die über dem Dämmmaterial gespannt wird. So kann keine Feuchtigkeit aus dem Innenraum (durch Atemluft oder durch das Kochen) in die Dämmung gelangen. Außerdem muss zwischen den Wänden und der angebrachten Isolierschicht ein kleiner Zwischenraum bleiben, der der Belüftung dient. Hier kann die Luft zirkulieren, um einer Schimmelbildung entgegenzuwirken.

Ein Gartenhaus lässt sich unterschiedlich gestalten. (Foto: Shutterstock- Mark Wild Photography )

Ein Gartenhaus lässt sich unterschiedlich gestalten. (Foto: Shutterstock- Mark Wild Photography )

Möglichkeiten zum Isolieren: Mineral- und Steinwolle oder Dämmplatten?

Mineral- und Steinwolle ist als Isoliermaterial ideal. Der Grund: Die Isolierung wird damit feuerfest und kann nicht schimmeln. Gleichzeitig ermöglichen die künstlich hergestellten Fasern die Luftzirkulation. Beim Verarbeiten sollten unbedingt Handschuhe und lange Kleidung getragen werden, denn die Fasern können auf der Haut stark jucken. Außerdem ist ein Mundschutz zu tragen, damit nichts in die Atemwege gelangen kann.

Wer jedoch keine künstlichen Materialien verwenden möchte, setzt zum Beispiel auf Holzwolle oder Stroh, wobei diese natürlich auch das Brandrisiko erhöhen.

Wer einen Wohnraum für kalte Tage schaffen möchte, kann das Gartenhaus auch mit Styrodur verkleiden. Das Material ist leicht zu verarbeiten und es braucht nur wenig handwerkliches Geschick zum Anbringen. Außer diesen Hartschaumplatten können auch Platten aus Styropor verwendet werden, sie sind allerdings deutlich druckempfindlicher. Außerdem macht die Verarbeitung durch die wegfliegenden kleinen Kügelchen jede Menge Schmutz. Styrodur ist in den meisten Fällen die bessere Wahl.

Wer einen Wohnraum für kalte Tage schaffen möchte, kann das Gartenhaus auch mit Styrodur verkleiden. ( Foto: Shutterstock- T. Miettinen)

Wer einen Wohnraum für kalte Tage schaffen möchte, kann das Gartenhaus auch mit Styrodur verkleiden. ( Foto: Shutterstock- T. Miettinen)

Nicht nur die Wände isolieren: Dach und Boden vor Kälte schützen

Sind die Wände des Gartenhauses isoliert, lässt es sich bereits gut im Winter nutzen. Dennoch wird jeder feststellen, dass auch durch Dach und Boden Kälte zieht. Es ist daher wichtig, beim Isolieren auch an diese beiden Bereiche zu denken, denn ansonsten geht die Wärme der Heizung darüber verloren bzw. kommt die Kälte von außen über diese Wege hinein.

Den Boden isolieren

Wurde der Boden des Gartenhauses aus Gehwegsteinen gelegt, mag das zwar robust sein. Allerdings kann damit keine Isolierung erreicht werden, was vor allem vor dem Hintergrund ärgerlich ist, dass in erster Linie von unten die Kälte ins Haus kommt. Wichtige Tipps, um einen Wohnraum für kalte Tage zu schaffen, beziehen sich daher immer auf die Isolierung des Bodens.

Zwischen die Fundamentbalken sollten somit Dämmplatten gelegt werden, die wiederum auf Holzstegen lagern. So haben sie keinen Kontakt zum Boden und die Kälte kann nicht weitergeleitet werden. Die Luft hingegen zirkuliert darunter bestens. Tipp: Die Fugen zwischen den Holzbalken und den Dämmplatten sollten mit Silikon oder einem anderen Dichtmaterial ausgefüllt werden, denn ansonsten kann die Isolierung wenig effektiv sein.

Das Dach dämmen

Ein perfekt geplantes Gartenhaus verfügt zudem über ein isoliertes Dach, das von innen oder außen gedämmt wurde. Die Aufsparrendämmung (Dämmung von außen) wird über eine Dampffolie vorgenommen, auf die Dämmplatten und Dachbretter gelegt werden. Diese werden danach mit Holzdielen abgedeckt. Die Innendämmung ist nicht ganz so effektiv, dafür muss aber auch niemand auf dem Dach herumklettern.

Vorgegangen wird dabei wie folgt:

  • zwischen Dachsparren Hartschaumplatten einklemmen
  • alternativ Mineralwolle zwischen Dachsperren drücken
  • Antackern der Dampffolie
  • Verkleidung mit Holzpaneelen

Die besten Tipps für einen Wohnraum für kalte Tage im Garten

Wer das Gartenhaus im Winter nutzen möchte, sollte die folgenden Tipps beherzigen:

  1. nur wetterfeste Materialien verwenden
  2. auf dicke Wände setzen – je dicker die Wandbohlen, desto besser
  3. Gartenhausfenster in Südrichtung
  4. Dachvorsprünge integrieren
  5. Fenster mit Doppelverglasung einsetzen
  6. nur hochwertige Dämmmaterialien nutzen
  7. auf solides Fundament setzen
  8. Heizung installieren statt Heizlüfter einsetzen
  9. Außenhülle ständig auf Defekte kontrollieren
  10. Holz gut pflegen und imprägnieren
  11. auf richtiges Lüften achten
  12. Schnee vom Dach räumen

Noch einmal der Hinweis an dieser Stelle: Alle diese Baumaßnahmen sollten erst vorgenommen werden, wenn das Okay durch das zuständige Bauamt vorliegt. Ansonsten läuft ein Gartenhausbesitzer Gefahr, dass die Maßnahmen wieder rückgängig gemacht werden müssen, sollte ein weniger wohlwollender Nachbar an entsprechender Stelle darauf hinweisen.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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