Infrarot Temperaturmesser: Ratgeber

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Der Infrarot Temperaturmesser ermöglicht es problemlos, die Temperatur in der Umgebung exakt zu bestimmen. Aber wie genau funktioniert dieses Konzept und wo wird es eingesetzt?

Detailliert messen mit dem Infrarot Temperaturmesser

Für eine exakte Messung auf Basis der Strahlung bieten sich Infrarot Temperaturmesser ideal an. Hierzu wird die Wärmestrahlung der vorhandenen Körper aufgenommen und direkt im Gerät verarbeitet, um die Temperatur zu ermitteln. Die hierbei vorhandene Strahlung ist mit bloßem Auge nicht erkennbar, sorgt in Verbindung mit den Geräten allerdings für eine konkrete Messung in zahlreichen Anwendungsbereichen für die betriebliche oder private Nutzung.

Der Unterschied zwischen Infrarot Temperaturmesser und Pyrometer

Genau anhand des Anwendungsbereichs funktioniert auch die Unterteilung zwischen den klassischen Thermometern und dem Pyrometer. In der Alltagssprache werden diese zwei Bezeichnungen zwar meist synonym verwendet, dies ist jedoch strenggenommen falsch. Die Infrarot Temperaturmesser sind vor allem im Haushalt sehr beliebt und ermöglichen eine vollwertige Nutzung für Heimwerker. Pyrometer hingegen werden häufig in den Bereichen Handwerk und Industrie genutzt, um das kontaktlose Messen möglichst einfach durchzuführen.

Einer der größten Vorteile der Pyrometer ist, dass sie sich neben wissenschaftlichen Zwecken auch im privaten Anwendungsbereich in der Regel problemlos nutzen lassen, um mit guter Qualität arbeiten zu können. Mit verschiedenen Detektoren wird es sowohl für die Infrarot Temperaturmesser als auch für die Pyrometer möglich, den vorhandenen Standards gerecht zu werden und eine moderne Umsetzung zu ermöglichen. Um Messfehler in dieser Hinsicht effektiv zu vermeiden, stellt das Infrarotthermometer eine professionelle und ideal einsetzbare Lösung dar.

Genau anhand des Anwendungsbereichs funktioniert auch die Unterteilung zwischen den klassischen Thermometern und dem Pyrometer.

Genau anhand des Anwendungsbereichs funktioniert auch die Unterteilung zwischen den klassischen Thermometern und dem Pyrometer.(#01)

So funktionieren die Infrarot Temperaturmesser

Die Erklärung für die Funktionalität der Temperaturmesser ist sehr physikalisch, da für eine Wahrnehmung der vorhandenen elektromagnetischen Eigenstrahlung eine Unterteilung zwischen dem Infrarotanteil und der weiteren Strahlung nötig ist. Die Infrarotstrahlung lässt sich dann durch die Messsensoren erfassen, um die Temperatur zu erkennen. Die abgegebene Infrarotstrahlung durchdringt in dieser Hinsicht die Atmosphäre und lässt sich auf ein Detektorelement fokussieren.

Dieses erzeugt auf Grundlage der vorhandenen Strahlung ein elektrisches Signal, das proportional zur vorhandenen Strahlung verläuft und dieses in eine proportionale Ausgabegröße umwandelt. Diese lässt sich auf diese Weise mittels eines Displays ablesen, um die Infrarotmessung abzuschließen. Der gesamte Vorgang funktioniert in der Praxis natürlich deutlich schneller, sodass die nötigen Signale schnell durch das Gerät wahrgenommen werden, um den richtigen Wert zu ermitteln.

Exakte Messungen durch Beachtung des Emissionsgrades

Problematisch ist in dieser Hinsicht allerdings, dass die Strahlung nicht bei jeder Oberfläche identisch vorhanden ist und sich beispielsweise in verschiedenen Aggregatzuständen verändert. Dieses Problem lässt sich durch einen vorab festgelegten Emissionsgrad lösen, der bei einem idealen Messkörper genau dem Wert 1 entspricht. Bei realen Messungen fällt der Wert aufgrund der vorhandenen Reflexionen und Transmissionen allerdings etwas geringer als 1 aus, weshalb der Emissionsgrad vor der Messung am Gerät angepasst werden sollte.

Die Infrarot Temperaturmesser verfügen hierzu über eine ungefähre Richteinstellung von 0,95, die viele der vorherigen Einflüsse bereits in die Kalkulation miteinbezieht. Für besondere Messungen wird es allerdings dennoch möglich, manuelle Anpassungen des Grades vorzunehmen und auf dieser Grundlage einen möglichst exakten Wert zu ermitteln. Die exakten Werte für die zahlreichen Oberflächen lassen sich hierzu direkt in der beigelegten Anleitung ablesen, um die Messung für alle wichtigen Details anzupassen.

Welche Ausführungen für die privaten Anwendungszwecke beim Heimwerken geeignet sind, ist meist eine Frage des Preises und der Größe.

Welche Ausführungen für die privaten Anwendungszwecke beim Heimwerken geeignet sind, ist meist eine Frage des Preises und der Größe.(#02)

Unterschiede durch verschiedene Ausführungen

Welche Ausführungen für die privaten Anwendungszwecke beim Heimwerken geeignet sind, ist meist eine Frage des Preises und der Größe. Aus diesem Grund werden die Messgeräte in mehrere Bereiche unterteilt, sodass die Technik allen vorhandenen Anforderungen gerecht werden kann.

  • Festinstallierte Infrarot Temperaturmesser
    Die größten und in der Regel auch kostspieligsten Geräte sind die festinstallierten Infrarot Temperaturmesser. Diese sind in der Regel statisch und werden meist im Industriebereich eingesetzt. Auch bei eigenen Arbeiten im Hobbykeller oder Messungen in der privaten Garage können die festinstallierten Geräte jedoch durchaus zu einer wahren Bereicherung werden.
  • Tragbare Infrarot Temperaturmesser
    Die wohl am häufigsten für private Zwecke genutzten Messgeräte sind die tragbaren Ausführungen. Auffindbar sind diese meist in der Pistolen-Form, sodass sich die Geräte an jeden Ort problemlos transportieren lassen. Über einen separaten Thermoelement-Eingang lässt sich die Messung zusätzlich präzisieren, um den Effekt der Messung weiter zu verbessern.
  • Taschen Infrarot Temperaturmesser
    Mit einer sehr geringen Größe und einer kompakten Bedienung überzeugen die Taschen Infrarot Temperaturmesser, die sich auch ohne Tasche oder Rucksack ideal verstauen lassen. Besonders in der Küche werden die kleinen Geräte häufig verwendet, um die Temperaturen für das Kochen zu messen oder andere Daten in möglichst kurzer Zeit zu erheben.

Diese Faktoren sind bei der Messung zu beachten

Damit die angefertigte Messung möglichst ohne Messfehler gelingen kann, sollte die Umgebung der Erhebung im Vorhinein überprüft werden. Besonders bei Projekten, die auf eine gezielte Infrarotmessung angewiesen sind und keinen Raum für Ungenauigkeiten bieten, sollte eine derartige Überprüfung zwingend stattfinden, um die Sicherheit eines gültigen Versuchs zu erhöhen. Auch der Emissionsgrad sollte hierbei exakt zur Oberfläche passen und eine exakte Messung ermöglichen.

Bei vielen Aufgaben rund um das Heimwerken ist eine derartige Präzision allerdings nicht entscheidend. Bevor die Einstechfühler der Geräte allerdings mit Lebensmitteln oder sogar dem menschlichen Körper in Verbindung geraten, müssen diese möglichst gut desinfiziert werden. Nur so kann dafür gesorgt werden, dass Verschmutzungen und die damit verbundenen Entzündungen ausbleiben und eine sichere Nutzung der Infrarot Temperaturmesser möglich wird.

In keinem Bereich ist eine präzise Messung so wichtig wie in der Medizin.

In keinem Bereich ist eine präzise Messung so wichtig wie in der Medizin.(#03)

Anwendungsbeispiele für den Infrarot Temperaturmesser

Für die Nutzung der Thermometer mit Einstechfühler eignen sich zahlreiche Einsatzgebiete, in denen es auf eine präzise Messung ankommt. Die folgenden drei Bereiche sind in dieser Hinsicht die häufigsten Gebiete der Anwendung, mit denen sowohl bei wichtigen Überprüfungen als auch im privaten Rahmen für eine professionelle Erhebung der Temperatur gesorgt werden kann.

  • Medizinische Kontrollmessungen
    In keinem Bereich ist eine präzise Messung so wichtig wie in der Medizin. Bereits die geringste Toleranz kann hierbei zu gravierenden Fehlmessungen führen, weshalb die Einstellungen exakt anhand der gewünschten Messung angepasst werden müssen. Anders ist es hingegen bei privaten Messungen wie beispielsweise für die Körpertemperatur der Kinder, um Fieber zu messen. Diese Bereiche können durchaus tolerant angegangen werden, bei richtigen Untersuchungen im Krankenhaus oder beim Arzt geht das allerdings nicht.
  • Lebensmittelüberprüfungen
    Ebenfalls ein sehr weitläufiger Bereich für Temperaturmessungen ist die Kontrolle von Lebensmitteln. Auch innerhalb der privaten Anwendung kann dafür gesorgt werden, die Qualität von Fleisch, Obst oder Gemüse schnell und selbstständig zu prüfen. Durch eine Kombination aus Infrarot Sensor und Messfühler wird das Ermitteln der gewünschten Daten nicht zum Problem.
  • Messungen im Handwerk
    Technische Anlagen funktionieren in der Regel nur dann wirklich ordnungsgemäß, wenn auch die Temperaturen stimmen. Für Installationen, Qualitätskontrollen und Instandhaltungen können die Infrarot Temperaturmesser exakt anhand der gewünschten Oberfläche eingestellt werden, um exakte Daten zu erheben. Je nach Modell verfügen die Geräte zusätzlich auch über eine Möglichkeit zum direkten Datenaustausch über den PC oder eine integrierte Kamera für die Aufnahme von Fotos.

Präzise Messungen im privaten Anwendungsbereich

Auch wenn es bei privaten Messarbeiten in der Regel nicht auf Hundertstel ankommt, sollte die vorhandene Messungstechnik möglichst präzise arbeiten. Dennoch wird es durch die Beachtung des richtigen Messabstandes schnell möglich, eine exakte Messung durchzuführen und Messfehler auf diese Weise zu vermeiden. Hierzu verfügen zahlreiche Infrarot Temperaturmesser über einen integrierten Laserpointer, der den Bereich der Messung kennzeichnet.

Wird die Messung hierbei aus einer größeren Distanz durchgeführt, vergrößert sich auch der Umfang des Messflecks. Hierbei kommt es daher auf den gewünschten Messbereich an, sodass sich auf Wunsch große Bereiche, aus näherer Distanz allerdings auch kleine Zonen ideal messen lassen. Zur Orientierung lässt sich ergänzen, dass der Messfleck in der Regel im Verhältnis von 8:1 zur Distanz steht, wodurch beispielsweise eine Messung aus 80 Zentimetern für einen Radius von 10 Zentimetern innerhalb der Durchführung sorgt.

Ebenfalls ein sehr weitläufiger Bereich für Temperaturmessungen ist die Kontrolle von Lebensmitteln.

Ebenfalls ein sehr weitläufiger Bereich für Temperaturmessungen ist die Kontrolle von Lebensmitteln.(#04)

Interessante Zusatzfunktionen für den Infrarot Temperaturmesser

Neben dem integrierten Laserpointer bietet es sich durchaus an, auch auf weitere Zusatzfunktionen rund um die Messtechnik zurückgreifen und den Komfort rund um die Messung zu erhöhen. Viele Laserthermometer beinhalten in dieser Hinsicht eine zusätzliche Displaybeleuchtung, sodass sich die Geräte auch in Dunkelheit problemlos nutzen lassen. Zwar kann der Laserkreis die Messung auch im Dunklen klar erkennbar machen, das Ablesen der erhobenen Werte wird dann jedoch nicht einfach.

Als Ergänzung zu den technischen Messgeräten bietet sich zudem ein Hygrometer an, um die relative Luftfeuchtigkeit zu messen. Besonders in kleineren Räumen kann die Luftfeuchtigkeit zum Hauptgrund für schlechte Luft und falsche Messungen sein, da diese die Messung negativ beeinflusst. Für eine exakte Messung ist es daher entscheidend, den Fehlerbereich aufgrund der Luftfeuchtigkeit mit dem gemessenen Wert zu verrechnen, um präzise Ergebnisse zu erhalten.

Modernste Messtechnik für den Alltag

Für einen professionell arbeitenden Infrarot Temperaturmesser bietet es sich durchaus an, in gute Qualität zu investieren. Durch den meist ebenfalls vorhandenen Einstechfühler wird das Messen auch in engen und unübersichtlichen Bereichen problemlos möglich, um korrekte Temperaturangaben zu ermitteln. Die Laserthermometer zeichnen sich hierbei durch eine exakte Genauigkeit aus, wodurch Messfehler mit Sicherheit nicht mehr zum Problem bei den eigenen Erhebungen werden.

Um selbst im Bereich des Handwerks für strukturierte und exakte Messungen zu sorgen, ist das Infrarot Thermometer die perfekte Wahl. Durch die Einstellung des Emissionsgrads kann bei der Messung nichts mehr schieflaufen, sodass eine perfekte Erhebung möglich wird. Nie war es in dieser Hinsicht einfacher, eine detaillierte Messung im gewünschten Bereich durchzuführen und die eigenen Projekte auf diese Weise mit einem funktionalen Infrarotthermometer zu beschleunigen.


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About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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