KfW Förderung Sanierung: Altbau sanieren, dabei richtig sparen

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Wenn Sie stolzer Immobilienbesitzer sind, dann wissen Sie: Es gibt immer was zu tun! Neben den üblichen Reparaturen sollten Sie auch die Haustechnik immer auf dem neuesten Stand halten. Um in puncto Energieeffizienz up to date zu bleiben, können Sie Heizung, Dämmung und Fenster im Zuge einer Sanierung erneuern.

Damit Sie hier Hilfe bei den Investitionskosten erhalten, unterstützt der Staat Sie mit einer „KfW Förderung Sanierung“ Ihres Bestandsbaus nach energetischen Gesichtspunkten. Welche Förderbedingungen Sie erfüllen müssen und wie Sie den Antrag bei der KfW-Bank korrekt stellen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

KfW Förderung Sanierung ist ein wichtiges politisches Instrument

Wenn es darum geht politische Ziele in der breiten Bevölkerung durchzusetzen, dann hat die Regierung zwei Möglichkeiten.

Einerseits kann sie mit Verboten und Strafabgaben bei unerwünschtem Verhalten arbeiten, andererseits kann sie erwünschtes Verhalten belohnen, zum Beispiel durch Steuererleichterungen oder Fördergelder.

Die KfW-Bank bietet unterschiedliche Programme an, über die Sie eine KfW Förderung Sanierung für Ihr Vorhaben beantragen können. Dabei wählen Sie zwischen einem Direktzuschuss und einem Tilgungszuschuss.

Die unterschiedlichen KfW-Förderprogramme erklärt

Für die Sanierung Ihres Bestandbaus stehen Ihnen folgende KfW-Programme zur Verfügung:

KfW-Programm Förderinhalt Förderung
KfW 151 Sanierung von Bestandsimmobilien zum KfW-Effizienzhaus:

  • 55
  • 70
  • 85
  • 100
  • 125
  • Denkmal
  • Förderkredit bis zu 120.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus, z. B. mit -0,75 % effektivem Jahreszins
  • Tilgungszuschuss bis zu 48.000 € pro Wohneinheit abhängig von der Effizienzstufe der Immobilie
KfW 152 Sanierung mit energetischen Einzelmaßnahmen, die keinen Energieeffizienzhausstandard anstreben.
  • Förderkredit bis zu 50.000 Euro für Einzel­maßnahmen, z. B. mit -0,05 % effektivem Jahreszins
  • Tilgungszuschuss bis zu 10.000 €
KfW 430 Sanierung zum KfW-Effizienzhaus:

  • 55
  • 70
  • 85
  • 100
  • 125
  • Denkmal
  • Einzelmaßnahmen
  • Kauf von saniertem Wohnraum
  • Direktzuschuss bis zu 48.000 € / Wohneinheit je nach Effizienzhausstufe
  • KfW 431 Energieeffizient bauen: Kosten für Baubegleitung durch Experten. Nur in Verbindung mit den Förderprodukten 151/152, 430 oder 153
    • 50 % der Kosten max. 4.000 € / Wohneinheit

    Entscheiden Sie sich zwischen einem Direktzuschuss und einem Tilgungszuschuss

    Wenn Sie eine KfW Förderung Sanierung für ihre Immobilie beantragen, dann haben Sie die Wahl. Entweder Sie entschieden sich für einen Förderkredit mit günstigen Zinsen und einem Tilgungszuschuss oder einem Direktzuschuss, der auf Ihr Konto ausgezahlt wird.

    Die Varianten mit Tilgungszuschuss stehen Ihnen im KfW-Förderprogramm 151 und 152 zur Verfügung. Zunächst beantragen Sie den Förderkredit. Sind die Umbaumaßnahmen abgeschlossen, dann zahlt Ihnen die KfW-Bank einen Tilgungszuschuss, der direkt mit Ihrem Restdarlehen verrechnet wird. Eine Auszahlung ist nicht möglich.

    Sie möchten Ihre Sanierungsmaßnahmen ohne Kredit bestreiten? Dann wählen Sie das KfW-Förderprogramm 430 und erhalten Sie die Fördergelder nach Abschluss des Umbaus auf Ihr Konto ausgezahlt.

    Die Varianten mit Tilgungszuschuss stehen Ihnen im <strong>KfW-Förderprogramm 151</strong> und <strong>152</strong> zur Verfügung. ( Foto: Shutterstock- _Zakhar Mar   )

    Die Varianten mit Tilgungszuschuss stehen Ihnen im KfW-Förderprogramm 151 und 152 zur Verfügung. ( Foto: Shutterstock- _Zakhar Mar )

    Die KfW-Effizienzhausstufen erklärt

    Für einige Programme müssen Sie, um eine KfW Förderung Sanierung zu erhalten, eine bestimmte KfW-Effizienzhausstufe nach dem Umbau erreichen. Die KfW-Effizienzhausstufen orientieren sich an den maximal zulässigen Werten des Energiebedarfs für Neubauten, wie in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgelegt.

    Die Kennziffer gibt dabei einen Prozentwert wieder, der sich auf den Energiebedarf in der EnEV bezieht. Demnach benötigt ein KfW-Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent des maximal erlaubten Energiebedarfs, ein KfW-Effizienzhaus 100 entspricht exakt den gesetzlichen Vorschriften. Je niedriger die Kennziffer also ist, desto besser ist der energetische Standard des Gebäudes.

    Aufhängen ohne zu bohren: KfW-Effizienzhäuser zeichnet die Vakuumdämmung in den Außenwänden aus. Bohrt man hinein, ist das Vakuum futsch; dann werden auch die Wärmeemissionswerte nicht mehr eingehalten. Verhindern Sie solche Patzer, indem Sie Ihre Zimmerdekorationen und Regale ohne Schrauben, Dübel und Nägel aufhängen. Wir haben Ihnen da mal was vorbereitet:

    Der Klebehaken eignet sich nicht nur an der Decke für Lampen, sondern auch an Wänden. Sollte Ihnen der mitgelieferte Haken optisch nicht zusagen, empfehlen wir Ihnen gerne auch den äußerst vielseitigen „Bad Kleber“, welcher auch beim Klebehaken mitgeliefert wird. Die Einsatzmöglichkeiten des Bad Klebers sind so vielseitig, dass man damit sogar High Heels reparieren kann.

    Das KfW-Effizienzhaus 55 liefert exzellente Energiewerte

    Diese Effizienzhausstufe ist die höchste, die Sie mit einer Sanierung von der KfW-Bank fördern lassen können. Sie ist gleichzeitig auch für einen Neubau förderfähig. Gebäude mit diesem Effizienzhausstandard zeichnen sich durch eine sehr gute Dämmung aus. Die Fassade wird mit 18 Zentimetern gedämmt, das Dach mit 24 Zentimetern.

    Über schlecht isolierte Fenster geht bis zu 40 Prozent der Heizenergie verloren. Das KfW-Effizienzhaus 55 besitzt deshalb dreifach-wärmeschutzverglaste Fenster mit Spezialrahmen, die Ihr Gebäude vor dem Auskühlen bewahren.

    Außerdem müssen Sie eine fortschrittliche Heizung einbauen, die sehr wenig Ressourcen verbraucht beziehungsweise nahezu CO2-neutral arbeitet. Das kann eine Biomasseheizanlage zum Beispiel mit Holzpellets sein oder eine Wärmepumpe. Ergänzt wird diese Heizung durch eine Solarthermieanlage, die das warme Wasser im Haus zubereitet.

    Das KfW-Effizienzhaus 70 und 85 entspricht dem derzeitigen Neubau Standard

    Wenn Sie Ihre Immobilie gleichwertig zu den aktuellen Neubau-Projekten am Markt platzieren möchten, sollte sie mindestens den KfW-Effizienzhausstandard 70 oder 85 aufweisen. Je nach bisheriger energetischer Ausstattung ist diese Stufe oft schon mit wenigen Maßnahmen problemlos zu erreichen.

    • Sanierung der Hausdämmung mit 14 Zentimetern an der Fassade und 20 Zentimetern am Dach
    • Tausch der Fenster auf doppelverglaste Modelle
    • Optimierung des Heizsystems beispielsweise durch den Umstieg auf eine Gas-Brennwertheizung mit angeschlossener Solarthermieanlage

    Um das bestehende gute Hausklima trotz zusätzlicher Dämmung zu erhalten, können Sie Lüftungsanlagen einbauen. Wenn diese über eine Wärmerückgewinnung verfügen, sparen Sie noch mehr Energie ein.

    Denkmalschutz ist wichtig, um <strong>bestehendes Kulturgut</strong> zu erhalten.  ( Foto: Shutterstock- A.Basler )

    Denkmalschutz ist wichtig, um bestehendes Kulturgut zu erhalten. ( Foto: Shutterstock- A.Basler )

    Das KfW-Effizienzhaus 100 und 115 gerade noch im gesetzlichen Rahmen

    Gebäude dieser Klassifizierung entsprechen dem Maximalwert, des Energiebedarfs der laut EnEV für Neubauten gilt. Damit sind sie weit unter dem Neubau-Standard aber immer noch energetisch ausreichend ausgestattet.

    Diese Effizienzhausstufe erreichen Sie in der Regel völlig problemlos mit wenigen Maßnahmen. Tauschen Sie Ihre Heizung gegen ein modernes System aus, wechseln Sie die Fenster oder legen Sie bei der Dämmung ein paar Zentimeter zu.

    KfW-Denkmal: Auch geschützte Gebäude werden gefördert

    Denkmalschutz ist wichtig, um bestehendes Kulturgut zu erhalten. Doch gerade in diesen alten Gebäuden schlummert am meisten Potenzial, Energie einzusparen. Auf der anderen Seite gelten für denkmalgeschütze Häuser sehr strenge Vorschriften für Sanierungsprojekte. Fassaden und Fenster müssen beispielsweise zwingend in Ihrer Optik erhalten bleiben.

    So ist ein Umbau gar nicht mehr so einfach und manche Sanierungsmaßnahmen sind gar nicht möglich. Damit Sie als Hausbesitzer trotzdem einen Anreiz haben, Ihr denkmalgeschütztes Gebäude umzubauen, gelten hierfür abgeschwächte Förderbedingungen. Beispielsweise ist der zulässige U-Wert für Dämmmaßnahmen sehr viel höher angesetzt, als bei normalen Gebäuden.

    Maßnahme zur Wärmedämmung Maximal zulässiger U-Wert in W/(m²·K)
    Tausch von Fenstern denkmalgeschützter Gebäude oder erhaltenswerter Bausubstanz 1,4, bei echten glasteilenden Sprossen: 1,6
    Ertüchtigung von Fenstern denkmalgeschützter Gebäude oder erhaltenswerter Bausubstanz 1,6
    Dämmung der Außenwände denkmalgeschützter Gebäuden und erhaltenswerter Bausubstanz 0,45
    Dämmung des Daches denkmalgeschützter Gebäude und erhaltenswerter Bausubstanz, höchstmögliche Dämmschichtdicke Wärmeleitfähigkeit λ≤ 0,040 W/(m·K)

    Die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes ist eine komplizierte Angelegenheit. Daher müssen Sie, um eine KfW Förderung für die Sanierung zu erhalten zwingend einen Energieberater, der auf Baudenkmäler spezialisiert ist, beauftragen. Diesen können Sie sich als baubegleitenden Experten über das KfW-Programm 431 ebenfalls bezuschussen lassen.

    Die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes ist eine komplizierte Angelegenheit.  (Foto: Shutterstock-cate_89 )

    Die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes ist eine komplizierte Angelegenheit. (Foto: Shutterstock-cate_89 )

    So viel KfW Förderung für Ihre Sanierung bekommen Sie

    Entscheiden Sie sich für die Möglichkeit eine KfW Förderung Sanierung zum Effizienzhaus zu beantragen, dann ist die genaue Fördersumme abhängig von Ihrem Kreditbetrag beziehungsweise der Investitionssumme und der erreichten KfW-Effizienzhausstufe.

    Sie können entweder maximal 120.000 Euro Förderkredit aufnehmen oder, beim Direktzuschuss, maximal 120.000 Euro Investitionskosten geltend machen.

    Die prozentualen Abstufungen entnehmen Sie folgender Tabelle:

    KfW-Effizienzstufe Fördergelder als Prozent von Darlehen oder Förderkredit
    KfW-Effizienzhaus 55 40 % Förderung, maximal 48.000 Euro pro Wohneinheit
    KfW-Effizienzhaus 70 35 % Förderung, maximal 42.000 Euro pro Wohneinheit
    KfW-Effizienzhaus 85 30 % Förderung, maximal 36.000 Euro pro Wohneinheit
    KfW-Effizienzhaus 100 27,5 % Förderung, maximal 33.000 Euro pro Wohneinheit
    KfW-Effizienzhaus 115 und KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % Förderung, maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit

    Die KfW Förderung Sanierung mit Einzelmaßnahmen

    Sie möchten oder können keinen höheren KfW-Effizienzhausstandard mit Ihrer Sanierung erreichen? Auch dann ist es für Sie möglich eine KfW Förderung für Einzelmaßnahmen zu beantragen. Wählen Sie zwischen einem Tilgungszuschuss und einem Direktzuschuss.

    • Im KfW-Förderprogramm 152 erhalten Sie einen Förderkredit bis zu einer Summe von 000 Euro. Zusätzlich gibt es bei erfolgreichem Abschluss des Umbaus 20 Prozent des Darlehensbetrages als Tilgungszuschuss, also maximal 10.000 Euro.
    • Im KfW-Förderprogramm 430 bekommen Sie auch für Einzelmaßnahmen einen Direktzuschuss. Sie können hierbei einen Investitionssumme bis zu 000 Euro ansetzen und erhalten davon 20 Prozent als Fördersumme, das sind im besten Fall 10.000 Euro.

    So können Sie die Kosten für neue Fenster, Türen oder eine Heizungsanlage deutlich senken.

    Wichtige Neuerungen ab 2020

    In den KfW-Programmen 152 und 430 werden folgende Maßnahmen für Heizungssysteme nicht mehr gefördert:

    • Die Öl-Brennwertheizung und die Gas-Brennwertheizung als Einzelmaßnahmen
    • Einzelmaßnahmen zur ergänzenden Nutzung erneuerbarer Energien
    • Das Heizungs-/Lüftungspaket als Maßnahmenpaket

    Zusätzlich werden im Programm 151 und 430 keine Ölheizungen mehr gefördert. Sie dürfen zwar weiterhin zur Feststellung des Effizienzhausstandards herangezogen werden, müssen aber aus den förderfähigen Investitionskosten herausgerechnet werden.

    Um eine KfW Förderung Sanierung zu erhalten, müssen Sie eine <strong>festgelegte Reihenfolge </strong>im Ablauf einhalten.  ( Foto: Shutterstock-_Lilly Trott )

    Um eine KfW Förderung Sanierung zu erhalten, müssen Sie eine festgelegte Reihenfolge im Ablauf einhalten. ( Foto: Shutterstock-_Lilly Trott )

    Das müssen Sie bei der Antragsstellung beachten

    Um eine KfW Förderung Sanierung zu erhalten, müssen Sie eine festgelegte Reihenfolge im Ablauf einhalten. Grundsätzlich bekommen Sie nur Fördergelder, wenn Sie den KfW-Antrag stellen, bevor Sie mit den Maßnahmen begonnen haben. Das machen Sie über Ihre Hausbank, denn die KfW-Bank selbst unterhält keinen direkten Publikumsverkehr.

    Ist der Antrag genehmigt, dann können Sie mit der Umsetzung starten. Lassen Sie sich nun nach Abschluss der Sanierung den Erfolg von einem Sachverständigen bestätigen. Mit dieser Bestätigung beantragen Sie die Auszahlung der Fördergelder.

    Nicht vergessen, den Sachverständigen bekommen Sie über das Programm 431 mit bis zu 4.000 Euro je Wohneinheit ebenfalls bezuschusst.

    Fazit: Jetzt den Bestandsbau sanieren und kräftig kassieren

    Die Zeiten für Immobilienbesitzer sind günstig, um umfangreiche Sanierungsmaßnahmen zu einem energieeffizienten Zuhause durchzuführen. Noch gibt der Staat hier ordentlich Zuschüsse.

    Wenn Sie zum Beispiel die Mehrkosten einer Wärmepumpe im Vergleich zu einer Gas-Brennwertheizung betrachten, dann liegt die staatliche Förderung in etwa genau so hoch wie diese Differenz. Nutzen Sie die Förderung, können Sie also Technik einbauen, die nicht nur heute, sondern auch in 10 Jahren noch nicht hoffnungslos veraltet sein wird.

    Der Einbau von Öl-Heizungen wird beispielsweise aktuell schon nicht mehr über die KfW-Bank gefördert und ab 2026 gänzlich verboten sein. Sie zählen also schon längst zum alten Eisen. Bei einer Gas-Brennwertheizung müssen Sie mindestens den Status „renewable ready“ vorweisen, damit Sie dafür überhaupt noch eine Förderung erhalten. Der Anschluss der erneuerbaren Komponente muss dann auch innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen.

    Wohin der Trend geht, ist also absehbar. Seien Sie clever und nutzen Sie die KfW Förderung Sanierung, um schon bald in einem energieeffizienten Haus zu wohnen.

    About Author

    Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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