Sockelleisten verlegen: Einfach kleben statt umständlich schrauben

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Sie haben Laminat, Parkett oder Vinyl verlegt und wollen nun Sockelleisten verlegen. Aber mit welcher Befestigungsmöglichkeit? Kleben oder nageln, schrauben oder tackern? Oder vielleicht doch eher ein Clipsystem wählen? Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile, doch eines können wir mit Bestimmtheit sagen: Entscheiden Sie sich für das Ankleben mit dem für uns besten Kleber für solche Arbeiten, wird die Sache ein Kinderspiel.

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

Sockelleisten verlegen: Übliche Varianten schlagen fehl

Wenn Sie Sockelleisten verlegen wollen, werden Sie rasch feststellen, dass es sich dabei um eine kleine Mammutaufgabe handelt, die viel Vorbereitung und Planung erfordert. Die wenigsten Heimwerker sind mit dem für diese Arbeiten nötigen Zubehör so gut ausgestattet, dass sie nichts weiter kaufen brauchen. Das bedeutet nun aber, dass Sie in den Baumarkt gehen müssen und Baukleber sowie eine Kleberpistole erwerben werden, was finanziell durchaus zu Buche schlägt. Allein die Kleberpistole kostet ca. 30 Euro, wenn sie eine angemessene Qualität haben soll.

Wenn Sie mit den Arbeiten beginnen, zeigt sich vielleicht, dass die Kleberpistole gar nicht so hochwertig ist, wie es der Preis vermuten ließ. Sie muss unter Aufbringung großer Muskelkraft bedient werden, was die Dosierung einer angemessenen Menge an Kleber nicht gerade einfach macht. Was vom Verkäufer als „total einfach“ beschrieben wurde, zeigt sich in der Praxis als alles andere als einfach. Haben Sie es geschafft und den Kleber aus der Kartusche gequetscht, ist von einem gleichmäßigen Auftrag keine Spur mehr. Der Kleber ist plötzlich überall! Dass er besonders stark klebt, ist nicht gerade hilfreich, denn leider hat der aus der Kleberpistole geschossene Strang Kleber die Sockelleisten nicht getroffen, sondern nur den Fußboden sowie die Wand daneben.

Video: Sockelleisten: schnell & easy kleben und anbringen

Das muss auch einfacher gehen!

Genau das haben wir uns auch gedacht und uns auf die Suche nach Alternativen gemacht. Und eine solche haben wir auf unserem Streifzug durch den Obi Baumarkt in Wiesbaden gefunden! Der „320 Kilo Kleber“ von Fischer ist ein Allroundgenie, das wir eingehenden Tests unterzogen haben und das nun einen festen Platz in unserer Werkstatt hat.

Dieser Kleber kann einfach alles:

  • kinderleichte Bedienung der integrierten Kleberpistole
  • keine separate Kleberpistole mehr nötig
  • dank Deckel wiederverschließbar
  • gleichmäßige Dosierung des Klebers möglich
  • hohe Klebkraft
  • günstiger Preis

Zwischen acht und neun Euro kostet dieses Klebegenie, das uns mit der Bedienung per Fingerdruck begeistert hat. Vorbei die Zeiten, in denen der Kleber unberechenbar aus seiner Kartusche schoss. Jetzt ziehen wir einen gleichmäßigen Strang auf die Fussleisten und kleben diese an die Wand. Und dort halten sie bombenfest, denn die Endfestigkeit des Klebers von Fischer beträgt 320 kg/10 cm². Solch ein Gewicht hängt freilich nicht an einer Sockelleiste, doch der Kleber kann damit vielfältig verwendet werden und klebt sogar Regale an die Wand. Nachdem wir das alles festgestellt hatten, haben wir unsere Suche nach Alternativen beendet, denn unserer Meinung nach ist dieser Kleber nicht zu toppen.

Sockelleisten verlegen in fünf Schritten

Die folgenden Bilder zeigen kurz, worauf Sie beim Sockelleisten Verlegen achten sollten und deuten gleichzeitig darauf hin, wie einfach diese angeblich nur durch Profis zu verrichtende Tätigkeit doch ist:

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 1

    Messen Sie mithilfe eines Zollstocks die Wände aus. Bedenken Sie dabei Ecken und Verschnitt!

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    Schritt 2

    Kaufen Sie die benötigte Menge an Sockelleisten und messen Sie hier die richtigen Längen aus. Versuchen Sie dabei, so viele Leisten wie möglich in kompletter Länge zu lassen.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 3

    Sägen oder schneiden Sie die Fussleisten auf das gewünschte Maß.

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    Schritt 4

    Kleben Sie die Fußbodenleisten an die Wand an und führen Sie nach dem Setzen eines Gehrungsschnitts die nötigen Leisten um die Ecken. Sie können stattdessen auch Eckverbinder nutzen.

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    Schritt 5

    Zeit für letzte Feinarbeiten: Entfernen Sie überschüssige Unterlegfolie und kontrollieren Sie die Fugen auf überflüssigen Kleber.

Mit diesen Techniken lassen sich Sockelleisten verlegen

Auch wenn wir davon überzeugt sind, dass der Fischer „320 Kilo Kleber“ das Nonplusultra ist, das Sie beim Sockelleisten Verlegen anwenden können, so gibt es doch auch andere Klebemittel, die zum Einsatz kommen dürfen:

Checkliste „Montagekleber“

Auf dem Markt sind verschiedene Montagekleber erhältlich, teilweise auch sogenannten Neoprenkleber. Diese halten wirklich bombenfest und sind für viele Untergründe geeignet. Tragen Sie den Kleber auf die Fußleiste auf und drücken Sie diese gegen die Wand. Eventuell ist es hilfreich, eine zweite Person zum Andrücken um Hilfe zu bitten, so können Sie bereits mit der nächsten Leiste fortfahren.
Sockelleisten verlegen Montagekleber (Foto: shutterstock – joserpizarro ) Sockelleisten verlegen Montagekleber (Foto: shutterstock – joserpizarro)

Vorteile:

  • sehr guter Halt, auf saugenden Untergründen anzuwenden, gute Entfernbarkeit

Nachteile:

  • ebener Untergrund nötig, nicht für alle Untergründe geeignet, hoher Zeitaufwand durch längeres Andrücken nötig

Checkliste „Kontaktkleber“

Auch Kontaktkleber haftet sehr stark, meist sogar besser als üblicher Montage- oder Baukleber. Ziehen Sie jeweils einen Strang des Klebers auf die Fußbodenleiste sowie auf die Wand und drücken Sie beides zusammen. Die Anfangsfestigkeit ist gut, allerdings brauchen die Leisten einen längeren Anpressdruck.
Sockelleisten verlegen Kontaktkraftkleber (Foto: shutterstock – Daniel_Santos) Sockelleisten verlegen Kontaktkraftkleber (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile:

  • einfache Anwendung des Klebers, flexibler Halt auf arbeitenden Untergründen, auch für saugende Untergründe geeignet

Nachteile:

  • höherer Zeitaufwand durch Anpressen, schlecht ablösbar, nicht für alle Untergründe geeignet

Checkliste „Heißkleber“

Die Arbeit mit Heißkleber ist einfach, wenn auch nicht ganz ungefährlich. Vorsicht vor herabtropfendem Kleber! Erhitzen Sie die Heißklebepistole und setzen Sie einzelne Klebepunkte auf die Sockelleisten. Lassen Sie einen Abstand von 25 bis 30 cm zwischen den einzelnen Punkten. Arbeiten Sie zügig, damit die Klebepunkte nicht bereits ausgehärtet sind, ehe Sie die Leiste an die Wand drücken!
Sockelleisten verlegen mit dem Heisskleber (Foto: shutterstock – Elvira Koneva) Sockelleisten verlegen mit dem Heisskleber( Foto: shutterstock – Elvira Koneva)

Vorteile

  • einfache Anwendung, zügiges Arbeiten möglich, mit Silikon kombinierbar

Nachteile

  • Kleber trocknet teilweise zu schnell, weniger starker Halt, keine Elastizität bei arbeitenden Untergründen

Checkliste „Klebebänder“

Klebebänder sollten Sie immer sehr breit wählen, denn um eine ausreichende Festigkeit zu erreichen, sollte ein Großteil der Sockelleiste angeklebt werden. Drücken Sie eine Seite des Klebebands auf die Leiste und ziehen Sie die Schutzfolie ab. Danach drücken Sie die Leiste an die Wand und schon können Sie mit der nächsten Stoßleiste fortfahren.
Sockelleisten verlegen doppelseitiges Klebeband  (Foto: shutterstock – Stocksnapper) Sockelleisten verlegen doppelseitiges Klebeband (Foto: shutterstock – Stocksnapper)

Vorteile:

  • einfache Anwendung, gut ablösbar, keine Trocknungszeiten einzuhalten

Nachteile:

  • nur mittlere Klebkraft, nicht für Feuchträume geeignet, keine Korrigierbarkeit nach dem Andrücken an die Wand

Checkliste „Silikon“

Silikon tragen Sie mithilfe einer Kartuschenpresse in einem gleichmäßig dicken Strang auf. Drücken Sie die Leiste danach an die Wand und halten Sie diese gedrückt, bis die nötige Festigkeit gegeben ist. Nicht auf mehlenden oder bröckeligen Untergründen anwenden!
Sockelleisten verlegen mit Silikonkleber ganz einfach. (Foto-Shutterstock: Papavarin Karnjanaranya) Sockelleisten verlegen mit Silikonkleber ganz einfach. (Foto-Shutterstock: Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile:

  • leichtes Auftragen bei gut funktionierender Kartuschenpresse, sehr guter Halt, gut geeignet für arbeitende Untergründe

Nachteile:

  • längerer Anpressdruck nötig, schlechte Ablösbarkeit, hoher Zeitaufwand

Checkliste „Acryl“

Auch Acryl tragen Sie mithilfe einer Kartuschenpistole auf und ziehen einen Strang es Klebemittels auf der Rückseite der Leiste entlang. Drücken Sie diese danach an die Wand und halten Sie sie angepresst. Acryl ist besonders gut geeignet, wenn die Fußleisten wieder abnehmbar sein sollen.
Sockelleisten verlegen Acrylkleber. (Foto: shutterstock – Papavarin Karnjanaranya ) Sockelleisten verlegen Acrylkleber. (Foto: shutterstock – Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile:

  • gut geeignet für saugende Untergründe, gute Elastizität bei arbeitenden Untergründen, gut wieder ablösbar

Nachteile:

  • weniger starker Halt, höherer Zeitaufwand durch Andrücken beim Verlegen, Kartuschenpistole nötig

Sockelleisten verlegen mit anderen Methoden

Neben dem Kleben gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um Sockelleisten verlegen zu können. Befestigen Sie sie mit Schrauben oder Clips, die per Dübel befestigt werden, sollten Sie in einer Mietwohnung allerdings den Vermieter um Erlaubnis bitten, sollte im Mietvertrag keine entsprechende Regelung zu finden sein.

  • Sockelleisten verlegen mit Stahlstiften

    Sockelleisten verlegenmit Stahlstiften. (Foto: Shutterstock – Images By Chaos) Sockelleisten verlegenmit Stahlstiften. (Foto: Shutterstock – Images By Chaos)

    Stahlstifte sind mit dem Hammer einzuschlagen und halten Fußbodenleisten wirklich fest. Seien Sie beim Nageln vorsichtig, damit Sie die Leisten nicht zerkratzen oder anderweitig beschädigen. Stahlstifte eignen sich aber nur für das Anbringen der Leisten auf weichem Putz oder bei Holzwänden. Härtere Materialien sorgen für ein Verbiegen oder Abbrechen der Stifte.

  • Sockelleisten verlegen mit Nägeln

    Sockelleisten verlegenmit Nägeln (Foto: Shutterstock-  _EstudiosOMH) Sockelleisten verlegenmit Nägeln (Foto: Shutterstock – _EstudiosOMH)

    Beim Nageln bleibt der Kopf des Nagels sichtbar, was die Optik der Leisten stören kann. Befestigen Sie die Leisten vorsichtig und achten Sie darauf, sie nicht unbeabsichtigt zu treffen. Genagelte Leisten halten sehr fest. Bei hartem Putz sind Nägel aber ebenso wenig geeignet wie Stahlstifte, auch sie brechen oder verbiegen leicht beim Einschlagen in zu widerstandsfähige Materialien.

  • Sockelleisten verlegen mit Schrauben

    Sockelleisten verlegen: Auch das Anbringen mit Schrauben hat seine Vorteile. (Foto: Shutterstock - VVVproduct) Sockelleisten verlegen: Auch das Anbringen mit Schrauben hat seine Vorteile. (Foto: Shutterstock – VVVproduct)

    Bringen Sie zuerst Dübel in die vorbereiteten Bohrlöcher, danach können Sie die Leisten mit Schrauben befestigen. Klären Sie vorab, ob sich an der gewünschten Stelle in der Wand eventuell Leitungen befinden, die Sie treffen könnten. Ist das der Fall, sollten Sie die Fußleisten eher mit Kleber anbringen.

Tipps: So lassen sich Sockelleisten einfacher verlegen

Sicherlich ist das Sockelleisten Verlegen keine große Kunst, dennoch sollten Sie einige Vorüberlegungen in die Planung mit einbeziehen:

Untergrund kennenlernen

Sie sollten wissen, mit welcher Art von Untergrund Sie es zu tun haben, ehe Sie Sockelleisten verlegen wollen. Denn ein saugender Untergrund kann sehr viel vom aufgebrachten Kleber aufnehmen, der Halt ist dann nicht mehr stark genug möglich. Auch ein stark mehlender oder bröckeliger Untergrund ist für Kleber und insbesondere für Klebebänder sowie Heißkleber ungeeignet. Es kann nötig sein, den Untergrund vorzubereiten, sodass er für die Verwendung von Kleber besser geeignet ist. Oft reicht ein einfaches Abschleifen, teilweise müssen durch das Aufbringen von Spachtelmasse zusätzlich Unebenheiten ausgeglichen werden.

Eckverbinder einsetzen

Wenn Sie sie Fußbodenleisten anbringen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie mit Eckverbindern arbeiten wollen oder ob Sie eher auf einen Gehrungsschnitt setzen. Dieser Schnitt wird beim Zurechtschneiden der Leisten auf die gewünschte Länge gesetzt und soll das Umlegen der Leisten um die Ecke ermöglichen. Im Baumarkt können Gehrungssägen sogar ausgeliehen werden. Eine andere Möglichkeit, um die Ecken zu gestalten, sind Eckverbinder. Sie werden auf die Leisten aufgesetzt und bilden einen optisch ansprechenden Abschluss mit einer leicht abgerundeten Ecke. Vor allem bei Kunststoffleisten zu empfehlen!

Hilfe holen

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, sich zum Sockelleisten Verlegen Hilfe zu holen. Eine zweite Person kann das Andrücken der Leisten an die Wand übernehmen, während Sie bereits die nächste Leiste mit Kleber bestreichen. Außerdem kann Ihr Helfer die Wasserwaage halten und Sie dabei unterstützen, die Leisten wirklich gerade an die Wand zu bringen. Bei sehr langen Leisten ist eine zweite Person ohnehin erforderlich, wenn die Leisten geklebt und wirklich gerade an die Wand gedrückt werden sollen. Ab einer Länge von mehr als 2,50 m ist dies für eine einzelne Person kaum mehr möglich.

Über den Autor

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

1 Kommentar

  1. Hallo an alle Heimwerker

    Klar im Moment sollten wir als Hobbyhandwerker ja nicht in die Baumärkte. Da sollten wir schon den Firmen den Vortritt lassen.

    Aber danach hole ich mir den Kleber und versuche mein Glück meine Sockelleisten ohne Schrauben und Nägel.

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