Treppenlift: Selber einbauen oder lieber vom Profi?

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Wer nur ein bisschen handwerkliches Geschick hat, wird sich fragen, ob ein Treppenlift nicht auch selbst eingebaut werden kann. Wenn die Mitarbeiter von Lifta und Co. das können – warum dann nicht auch Sie selbst? Sie brauchen nur den Bausatz und eine Anleitung, wie genau die Montage erfolgen muss. Außerdem müssen Sie natürlich erst schauen, ob die Vorbedingungen für den Einbau des Treppenlifts stimmen.

Wozu brauchen Sie einen Treppenlift?

Wer war nicht schon mal krank und hat sich gewünscht, die Treppe ins oberste Stockwerk möge doch bitte ein paar Stufen weniger haben?

Oder mit einem Treppenlift ausgestattet sein?

Nun geht der Zustand der Krankheit in der Regel wieder vorbei. Bei einer dauerhaften Bewegungseinschränkung jedoch oder wenn das Alter das Erklimmen der Treppe nicht noch schwer zulässt, kommt der Lift ins Spiel.

Treppenlifte bewegen sich offen auf der Treppenführung und unterscheiden sich damit von einem herkömmlichen Aufzug. Sie sind mit einem Sitz oder einer Plattform versehen, dazu bewegen sie sich nur sehr langsam. Rund 0,15 Meter in der Sekunde legen sie zurück. Befindet sich ein Hindernis auf dem Weg nach oben, kann der Lift sofort stoppen.

Die Liftmodelle ähneln sich: Sie sind aus einem Schienensystem und einer Fahreinheit zusammengesetzt. Für die Vorwärtsbewegung wird ein Antrieb genutzt, außerdem ist eine Steuerung vorhanden.

Es gibt verschiedene Varianten der Treppenlifte: Modelle von Lifta und anderen Herstellern werden meist maßangefertigt und passen sich somit der individuellen Treppensituation an. Andere Varianten seine etwas allgemeiner gehalten und fügen sich somit in die Situation bei Standardtreppen ein. Eine genaue Planung vor dem Einbau ist aber dennoch vonnöten und Sie sollten unbedingt auf einen namhaften Anbieter des Bausatzes setzen. Da ein enormes Maß an Sicherheit gefordert ist, sollte die Qualität des Liftmodells einfach stimmen.

Zahlreiche Informationen rund um das Montieren von Treppenliften finden Sie auf den Seiten von Garaventalift.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Vor allem die Treppenform sowie die Breite des Treppenaufgangs sind wichtig, wenn die Entscheidung für oder gegen einen Treppenlift ansteht. Besonders umkompliziert ist der Einbau bei einem geraden Treppenlauf.

Kurventreppen oder Wendeltreppen stellen eine größere Herausforderung dar, die meist nicht von einem Hobby-Handwerker zu meistern ist. Hier muss meist eine Schiene speziell angefertigt werden, mit Modellen von der Stange ist es dabei nicht getan.

Folgende Punkte müssen bei einer Betrachtung der Voraussetzungen getätigt werden:

1. Form und Art der Treppen

  • Ist der Treppenlauf gerade? Wenn ja: Montage problemlos möglich, Mindestbreite 70 cm, keine Einschränkungen in Treppenlänge oder Etagenzahl
  • Ist der Treppenlauf kurvig? Schienen müssen gebogen sein, Treppenlift wird innen oder außen angebracht
  • Ist der Treppenlauf l- oder u-förmig angelegt? Wenn ja: Unterbrechung bei durchgängigen Treppenmodellen nötig, Mindestbreite 70 cm
  • Handelt es sich um eine Wendel- oder Freiformtreppe? Aufwand für Schienen und Montieren sehr hoch, Mindestbreite 70 cm, keine Einschränkung in Treppenlänge oder Etagenzahl
  • Besitzen Sie eine Podesttreppe? Siehe Voraussetzungen bei Wendel- und Freiformtreppen

2. Treppenbreite

  • Die bereits erwähnten 70 cm als Treppenbreite gelten als Standardvoraussetzung für das Montieren der Treppenlifte. Ist das Liftmodell zusammengeklappt, braucht es etwa 30 cm Platz, die Treppen sind also ganz normal zu benutzen. Das ist vor allem in Mehrfamilienhäusern wichtig, denn dort soll der Treppenaufgang von allen anderen Personen normal benutzbar bleiben. Außerdem stellt sich hier die Frage nach dem Brandschutz – Treppenaufgänge sind wichtige Fluchtwege, die nicht versperrt oder verbaut werden dürfen.

3. Ein- und Ausgangsbereich

  • Hier muss ausreichend Raum für die Haltepunkte, die der Treppenlift braucht, gegeben sein. Zum Ein- und Aussteigen dreht sich der Sitz von den Stufen weg. Hier ist Platz nötig, außerdem sollen eventuell nötige Helfer ebenfalls einen freien Bewegungsraum haben. Wird für die übliche Fortbewegung ein Rollstuhl benutzt, muss dieser ebenfalls platztechnisch berücksichtigt werden.

4. Anzahl der Etagen

  • Wenn Sie überlegen, ein Liftmodell einzubauen, müssen Sie die Anzahl der Etagen bedenken. Die auf dem Markt befindlichen Modelle können von einer bis zu sieben Etagen geführt werden.

5. Innen oder außen einbauen?

  • Die verschiedenen Modellvarianten können entweder innen oder außen eingebaut werden. Sie unterscheiden sich aber in der Verarbeitung. Wird das Liftmodell außen eingebaut, muss die Technik vor Witterungseinflüssen geschützt werden, Sitzpolster sollen wasserabweisend sein und UV-beständig. Die Bedienelemente werden in einer separaten Kapsel untergebracht.

6. Rechte als Mieter

  • Ihr Vermieter muss Ihnen ermöglichen, das Treppenhaus ohne fremde Hilfe zu benutzen. Er muss daher den nachträglichen Lifteinbau dulden, die Kosten dafür müssen Sie aber selbst übernehmen. Der Vermieter kann sich aber an der Finanzierung beteiligen oder – wenn dadurch ein Mehrwert für die Immobilie erreicht wird – die Kosten auch selbst tragen.
  • Wenn Sie in einer Eigentumswohnung leben, müssen die übrigen Eigentümer der Gemeinschaft der Montage zustimmen, denn immerhin handelt es sich um eine bauliche Veränderung des Gebäudes.

Welche Anforderungen hinsichtlich der Bauaufsicht müssen eingehalten werden?

Treppenlift: Kann ich einen Treppenlift selber einbauen? Das hängt von mehreren Faktoren ab. (#01)

Treppenlift: Kann ich einen Treppenlift selber einbauen? Das hängt von mehreren Faktoren ab. (#01)

Die Bauaufsicht möchte auch ein Wörtchen mitreden, wenn Sie Lifte für Treppen einbauen wollen. Sie müssen daher die geforderte Breite der Fluchtwege einhalten und sicherstellen, dass der Brandschutz nicht beeinträchtigt wird. Der Treppenaufgang muss auch weiterhin als Rettungsweg genutzt werden können!

Außerdem darf die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt werden. Wichtig ist auch, dass der Handlauf weiterhin zu nutzen ist, was in den Bereich der Verkehrssicherheit fällt. Zu beachten ist des Weiteren, dass das gewählte Liftmodell sicher ist und aus nicht brennbaren Materialien gefertigt wurde. Außerdem muss es sich jederzeit per Hand anhalten lassen und es muss möglich sein, per Hand die Ruheposition zu erreichen bzw. den Sitz dort zu parken.

Treppenlift selbst einbauen

Nachdem nun alle Voraussetzungen geklärt und Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass das Montieren eines Treppenlifts eine gute Idee – und sogar erlaubt – ist, finden Sie an dieser Stelle als besonderen Service einige Tipps. Durch den Eigeneinbau können die Gesamtkosten natürlich deutlich reduziert werden, allerdings müssen Sie auch auf den Service verzichten, dass eine Firma sämtliche Arbeiten und eventuellen Nachbesserungen vornimmt.

Sie brauchen für das Montieren:

  • Treppenlift-Set
  • Akkuschrauber und Schraubenzieher
  • Hammer

Wenn Sie das Werkzeug bereitgelegt haben, können Sie loslegen:

    1. Die untere Schiene muss auf die Treppe gelegt werden. Durch Winkel und Schrauben werden beide Teile miteinander verbunden. Meist müssen drei Winkel angebracht werden: oben, unten und mittig. Legen Sie die Schiene am besten an der Wandseite an, so ermöglichen Sie allen anderen, den Treppenaufgang auch weiterhin normal zu nutzen.
    2. Verlegen Sie sämtliche Kabel, die für die Schalter und Funktionen des Treppenlifts nötig sind. Das Kabel wird für den Rufschalter von oben nach unten in die Wandschiene eingebracht.
    3. Legen Sie nun den oberen Schienenteil auf den unteren und verschrauben Sie beide Teile. Der obere Schienenteil bekommt nun ebenfalls Winkel zur Befestigung montiert. Zwischen beiden Schienen wird später der Sitz angebracht.
    4. Die Kette muss als Seilzug fungieren – installieren Sie diese nun. Die Kette muss mittig auf den Schienen laufen.
    5. Nun können Sie das Stromkabel einführen – dafür gibt es einen separaten Schacht. Das Kabel muss sich frei bewegen können, denn es wird später mit dem Stuhl verbunden und darf nirgends hängen bleiben. Dies könnte zu Schäden und Fehlfunktionen führen.
    6. Bringen Sie den Sitz an und positionieren Sie ihn. Ein Test darf aber erst stattfinden, wenn Sie alle Schrauben festgezogen haben!
    7. Montieren Sie nun noch das Stromkabel und stecken Sie den Stecker in die Steckdose.

Nach Erledigen sämtlicher Schritte kann ein Probelauf stattfinden. Wer sich unsicher ist, sollte allerdings einen Servicemitarbeiter des Herstellers noch einmal darüber sehen lassen. Diese Ausgabe kann sich lohnen, wenn damit spätere Defekte vermieden werden.


Bildnachweis: © Titelbild + #01: Pixabay: CC0 Public Domain

Über den Autor

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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