LED-Leuchten: Sockeltypen, Abstrahlwinkel, Helligkeit & Co.

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Die Abkürzung LED steht für Lichtentsendende– oder Lichtemittierende Diode. Einfach erklärt handelt es sich bei LEDs um sehr kleine Elektronikchips, die in der Lage sind Licht zu erzeugen. Aufgebaut sind solche Chips aus zwei Halbleiter-Verbindungen. Während der eine Leiter mit positiven Elektronen geladen ist, sind es beim Gegenüber negative Elektronen. Schließt man eine LED-Leuchte an den Strom an, kann man dadurch einfach gesagt die Elektronen wandern lassen wodurch wiederum Energie freigesetzt wird. Als Resultat beginnt die Diode im Inneren der Lampe zu leuchten. Licht wird bei diesem Vorgang also ausgestoßen oder wie es in der Fachsprache heißt „emittiert“. Wie hell LED-Lampen sind, welche Sockeltypen es gibt und welche Rolle der Abstrahlwinkel spielt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Bei LED-Lampen gibt es verschiedene Sockeltypen

Wer die Glühbirnen in seinen alten Lampen durch energiesparende LEDs austauschen möchte stellt sich im Vorfeld des Kaufes oft die Frage: über welchen Sockeltyp verfügen LED-Leuchtmittel? Denn je nach Modell unterscheidet sich die Art des Sockels. Grundsätzlich wird hierbei zwischen Hochvolt und Niedervolt unterschieden. Zur erstgenannten Kategorie gehören unter anderem LED-Leuchtmittel vom Sockeltyp E27, die analog zu herkömmlichen Glühbirnen ein normales Schraubgewinde aufweisen.

Auch Leuchten mit E14 Sockel zählen zum Hochvolt-Bereich. Sie haben eine kleines Schraubgewinde, dass auch Kerzenfassung genannt wird. Zu den LED-Leuchtmitteln, die unter dem Niedervolt-Bereich gefasst werden, zählen unter anderem solche mit G4 bzw. GU4 Sockel. Dabei sind die zumeist biegsamen und dünnen Stifte im Abstand von 4 Millimetern zueinander angeordnet. Beispiele für die unterschiedlichen Sockelvarianten kann man z.B. auf LEDonline einsehen.

Was man zur Helligkeit von LED-Leuchten wissen sollte

Was die Wattzahl betrifft sind herkömmliche Leuchtmittel und LEDs nicht vergleichbar. Hintergrund ist, dass LED-Lampen bei gleicher Wattzahl für mehr Helligkeit und eine höhere Lichtintensität sorgen können. Daher muss man sich für den Vergleich auf eine andere Kennzahl fokussieren, nämlich die Einheit Lumen. Mittlerweile werden LEDs in unterschiedlichen Helligkeiten angeboten und je nach Ausführung lässt sich die Farbtemperatur individuell anpassen bzw. verstellen.

So kann das Farbspektrum von warmweiß bis kühlweiß reichen. Auch Farbeffekte wie rot, grün oder blau sind möglich. Unveränderbare LED-Leuchtmittel erreichen je nach Produkt und Ausführung eine Farbtemperatur von 3000 Kelvin oder auch 2200 bis 2700 Kelvin. Vorteilhaft für Verbraucher: mit der neuen LED-Technologie sind verschiedene Funktionen einfach per Fernbedienung manuell veränderbar.

Der Abstrahlwinkel sollte dem Verwendungszweck entsprechen

Nicht nur Sockelvariante und Helligkeit sind beim Kauf von LED-Leuchten zu beachten, sondern auch der jeweilige Abstrahlwinkel. Sofern ganze Räume vollständig auszuleuchten sind, ist bei Strahlern ein Abstrahlwinkel von 120 Grad geeignet.

Handelt es sich um LED-Lampen in Birnenform sollten es für eine großflächige Ausstrahlung des Raumes 360 Grad sein. Suchen Sie hingegen nach Leuchtmitteln, die schmale bzw. kleine Bereiche wie z. B. den Flur oder Windfang ausleuchten, muss der Abstrahlwinkel kleiner sein. Gleiches gilt für die Akzentbeleuchtung für Wohnaccessoires oder Kunstwerke.

Beleuchtung mit LED: Das sagt das Gesetz

Gesetze und Normen gibt es für fast alle Bereiche des täglichen Lebens. So auch für die Beleuchtung mit LEDs, die als Leuchtmittel der Zukunft gelten. Für Hersteller gilt es aber, nicht nur die passenden Produkte für jeden Bedarf bereitzustellen, sondern auch die gesetzlichen Anforderungen an die Beleuchtung mit LED zu berücksichtigen.

Wichtig ist dafür, dass die LED alle Anforderungen an Sicherheit und Energieeffizienz erfüllen, die seitens der EU vorgegeben sind. Zudem spielt die elektromagnetische Verträglichkeit eine Rolle, den auch diese muss gegeben sein.

Maßgeblich sind die folgenden Richtlinien:

  • Niederspannungs-Richtlinie 2006/95/EG
  • Allgemeine Produktsicherheits-Richtlinie (2001/95/EG)
  • Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit 2004/108/EG

Diese Richtlinien wurden in nationales Recht umgewandelt, als die 1. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz verabschiedet worden war. Neben den Sicherheitsvorschriften sind aber auch Umweltaspekte wichtig. Diese wiederum sind nach der Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG zu befolgen.

Dort sind verschiedene Eigenschaften der energiebetriebenen Produkte geregelt:

  • Effizienzwerte
  • Lichtstromverteilungskurve
  • Lichtabstrahlwinkel
  • Lichtstrom

Weitere maßgebliche Verordnungen für Leuchten und Lampen sind in den EG-Verordnungen Nr. 244/2009 und 245/2009 zu finden.

Die DIN für mehr Sicherheit

Sicherheit wird im Umgang mit Leuchten und Lampen großgeschrieben und ist hier die Niederspannungsrichtlinie DIN EN 62471 ebenso wichtig wie die DIN EN 62493. Diese Normen müssen seit dem 1. September 2011 verpflichtend angewendet werden, als Nachweis müssen technische Unterlagen zu den verschiedenen Produkten erstellt werden. Zu diesen Unterlagen gehören auch Konformitätserklärungen sowie die CE-Kennzeichnung, die auf dem Produkt selbst anzubringen ist.

Hersteller können eine Hersteller-Erklärung abgeben oder eine unabhängige Prüfstelle beauftragen.

Treten Abweichungen von der Norm auf, kommt die Beweislastumkehr zum Tragen. Das heißt, dass im Schadensfall der Hersteller beweisen muss, dass seine Produkte allen Anforderungen genügten. Als Sicherheit wird daher seitens der Hersteller und Importeure das Siegel des VDE-Instituts genutzt.

Die Zertifizierung über dieses Institut soll ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass alles korrekt ist und alle Bestimmungen eingehalten wurden. Berücksichtigt werden bei der Zertifizierung auch die umweltschonenden und besonders energieeffizienten Technologien der Zukunft.

VDE Siegel beeinflusst die Kaufentscheidung

Das Prüfzeichen, das seitens des VDE-Instituts vergeben wird, kann die Kaufentscheidung des Kunden positiv beeinflussen. Dieser setzt eher auf sichere Produkte, die nachweislich keine Gefahrenquellen darstellen, wenn sie bestimmungsgemäß verwendet werden. Was viele nicht wissen. Das VDE arbeitet auch an der Normung selbst mit und beeinflusst das Vertrauen der Käufer damit zusätzlich positiv. Als qualitativ besonders hochwertig ist hier die VDE-Marke namens „VDE Quality Tested“ hervorzuheben.

Käufer können bei dieser Zertifizierung sicher sein, dass die gewählte LED alle Anforderungen in puncto Sicherheit, elektromagnetische Verträglichkeit und Performance erfüllt. Das vergebene Siegel gilt immer für ein Jahr, daher sollte beim Kauf auch auf das Jahr geachtet werden.

Die Prüfung beim Institut ist zudem die Voraussetzung dafür, dass die Leuchten überhaupt außerhalb Deutschlands in Europa zugelassen werden können. International werden Zulassungen über das IEC-CB-Verfahren durchgeführt. Sind hier Nachprüfungen nötig, werden diese in der Regel zeitgleich mit den erneuten Prüfungen durch das VDE-Institut vorgenommen.

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